Von vernebelten Gerüchen

Hundekot
Hundekot
Es ist braun. Es ist groß, riesengroß. Es stinkt. Und zwar gewaltig. Es ist ein Haufen Hundekot. Nein, ich bin nicht rein getreten. Glücklicherweise, denn meine Schuhe wären wahrscheinlich komplett darin versunken. Knapp konnte ich noch ausweichen, denn irgend so eine Promenadenmischung von einem Hund hat seine pferdeäpfelgroße Hinterlassenschaft direkt vor unserer Haustür abgelagert.

Und wie das so ist bei frischen Häufchen, schwirren schon die ersten Fliegen drum herum. In der Hoffnung auf unseren eifrigen Hausmeister verlasse ich den Ort des Grauens. Doch einmal in Wut und Hundehass, bleiben natürlich die Folgeentdeckungen nicht aus. Grob gesehen kommt auf zehn Meter ein Häufchen, mal größer, mal kleiner. Da vorne kommt gerade so ein potenzieller Haufenmacher mit Herrchen.

Unauffällig lasse ich die beiden vorbeiziehen und schleiche hinterher. Das Herrchen ist ein schlanker Bursche, mit dem würde ich schon fertig werden und der Hund ist zwar recht groß, sieht aber friedlich aus. Wenn ich die beiden auf frischer Tat ertappe, will ich einschreiten. Das nehme ich mir zumindest vor. Anschreien werde ich ihn und drohen, das Tier umzubringen. Oder besser noch, ihn mit der Nase in das frische Häufchen tunken.

Ein seltenes Wurstexemplar, gesichtet auf der Martin-Luther-Straßeq
Ein Wurstexemplar, gesichtet auf der Martin-Luther-Straßeq
Zwei Straßen weiter, nichts passiert. Da, der Hund bleibt stehen. Das Herrchen mit ihm, denn seltener Weise ist das Tier sogar angeleint. Hundchen entpuppt sich als Rüde und pinkelt gehobenen Beines an die Hauswand. Das muss reichen, doch meine Wut ist inzwischen ziemlich verrauscht, statt Tiermorddrohungen werde ich nur noch ein grimmiges „was soll denn das?“ los. Der Bursche guckt mich verständnislos an. „Na, dass Dein Hund an die Hauswand pinkelt.“ Dies sei gar nicht sein Hund und so ein bisschen pinkeln wäre ja wohl nicht so schlimm, die Haufen findet er auch doof.

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Ich protestiere noch müde, doch die Wut ist weg und die Pinkelei kann er auch schlecht wegräumen. Frustriert ziehe ich von dannen, obwohl der junge Mann zum Schluss noch verspricht, künftig darauf zu achten. Auf dem Heimweg, die Sonne sticht wohl gerade besonders stark, habe ich plötzlich ein Vision. Die ganze Straße ist voll von Menschen, die unordentliche Hundebesitzer anschreien und ausschimpfen. Bis diese die Nase so voll haben, dass sie nun das braune Zeug immer schön wegräumen.

6 Kommentare zu “Von vernebelten Gerüchen

  1. wo sollte nun eine entsprechende Wiese dafür sein? Nein, bitte nicht schlecht verstehen, ich kann das mit dem Hundekot auch heute nicht begreiffen. Dass wir alle wie im Mittelalter leben müssen. Aber hat keiner sich überlegt wo sie bitte zum scheißen nun hingehen können??? Die Elbe? nein Danke, da möchte ich lieber meine Kinder frei rennen lassen.

  2. Hier in Pieschen scheißen die Hunde auch überall hin sogar auf die Spielplätze!!! Es ist echt zum ko…. Bitte liebe Hundebesitzer nützt doch die tollen Tüten und räumt die Scheiße euren Hunden hinterher.

  3. So eine Aktion gab es doch auch vor ein paar Jahren mal… Da steckten in den Neustädter Hundehaufen „Nazis rein“-Fähnchen. Leider hatte ich damals noch kein Handy mit Kamera ;)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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