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Die Sterne im Konzert

Polizisten mit Flasche beworfen

Wie die Po­li­zei heute mel­dete, ist ges­tern Abend in der Neu­stadt ein Po­li­zei­fahr­zeug erst be­schmiert und spä­ter be­schä­digt worden. 

Wäh­rend Po­li­zis­ten sich ges­tern Abend zu Er­mitt­lun­gen auf der Loui­sen­straße auf­hiel­ten, wurde ihr Strei­fen­wa­gen mit blauer Farbe be­schmiert. Ei­nige Stun­den spä­ter schlu­gen Un­be­kannte an dem glei­chen Po­li­zei­fahr­zeug die Heck­scheibe ein. Ein Pas­sant hatte die Dresd­ner Po­li­zei in­for­miert, als Ju­gend­li­che auf der Ka­tha­ri­nen­straße über par­kende Au­tos ge­lau­fen wa­ren. Die Tä­ter flüch­te­ten an­schlie­ßend in eine Gast­lich­keit an der Ro­then­bur­ger Straße.

Dar­auf­hin fuh­ren zwei Funk­strei­fen­be­sat­zun­gen zu der Kneipe, vor wel­cher sich eine Gruppe von ca. 40 Per­so­nen auf­hielt. Als die Be­am­ten aus den Fahr­zeu­gen stie­gen, war­fen Un­be­kannte un­ver­mit­telt eine Glas­fla­sche ge­gen die Heck­scheibe des Strei­fen­wa­gens. Ein zwei­ter Wurf be­schä­digte eine Tür des zwei­ten Po­li­zei­fahr­zeu­ges. An­schlie­ßend flüch­te­ten die Werfer.

Die Ju­gend­li­chen, die über die par­ken­den Pkw ge­lau­fen wa­ren, konn­ten in­des fest­ge­nom­men wer­den. Die al­ko­ho­li­sier­ten Män­ner im Al­ter von 21 (1,3 Pro­mille) und 22 Jah­ren (2,0 Pro­mille) wa­ren über ei­nen Opel, ei­nen To­yota und ei­nen Volvo ge­lau­fen und hat­ten da­bei Ein­del­lun­gen auf dem Dach und der Mo­tor­haube hinterlassen.

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57 Ergänzungen

  1. Wenn man als Frau ein paar Me­ter al­leine des We­ges muss, liebt man die­sen Tag noch viel mehr…
    Sa­gen wir mal so, ich konnte mich ges­tern Nach­mit­tag auch ge­rade noch so in eine Gast­lich­keit flüchten ;)

  2. Wieso ha­ben ges­tern ei­gent­lich so­viele Kin­der Män­ner bzw. Va­ter­tag ge­fei­ert. Die meis­ten von den sa­hen aus wie 12 und be­nah­men sich wie 3!

  3. @ jane:
    gebe dir voll­kom­men recht, al­ler­dings geht dies nicht nur frauen so. bin ges­tern eben­fals mehr­fach, teils böse, an­ge­gan­gen wur­den (bin keine frau). es war wie­der ei­ner die­ser tage, an de­nen mensch bes­ser da­heim bleibt!

  4. Was ihr alle habt. Das ist Be­stand­teil deut­scher Kul­tur, sau­fen bis der Ret­tungs­wa­gen kommt.

  5. ich zu mei­nem Teil bin ar­bei­ten ge­we­sen an die­sem Tag.. Wie im­mer zum "Män­ner­Tag".. Be­trun­kene Leute be­le­ren und Stun­den mit die­sen über sa­chen Dis­ku­tie­ren.. Aber egal..

    Ich finde es echt arm­se­lig wie 17 oder Jün­ge­rer oder ge­rade mal 18 ge­wor­dene Kids durch die Stra­ßen zie­hen und sich be­trin­ken nur weil Män­ner­tag ist…

  6. Ko­mi­scher­weise ist nie­mand be­reit, die­sen un­säg­li­chen Tag ein­fach mal ab­zu­schaf­fen. Seit Jah­ren das glei­che Thea­ter, ob in der Säch­si­schen Schweiz oder den Elb­wie­sen, be­sof­fene Os­sis die sich nicht be­neh­men kön­nen. Spä­tes­tens seit Mag­de­burg in den 90ern sollte klar sein, dass es bei so ge­nann­ten männ­li­chen Ri­tua­len be­son­ders um Schlä­ge­reien in Ver­bin­dung mit Volks­droge Num­mer Eins geht. Da kom­men ei­nem schon am frü­hen Mor­gen die be­sof­fene Va­tis mit Deutsch­land­käppi und Bier­fla­sche schwan­kend auf dem Fahr­rad ent­ge­gen. In die­sem Jahr ha­ben sie im Gro­ßen Gar­ten schein­bar Park­ei­sen­bah­ner ver­prü­gelt, gran­diose Leistung.

  7. Lei­der fällt der Her­ren-/Män­ner-/Va­ter­tag nun­mal mit ei­nem der wich­tigs­ten pro­tes­tan­ti­schen Fei­er­tage zu­sam­men. Ich fürchte, das wird nichts mit dem Abschaffen…

  8. an­tifa:

    Wie du den Tag ab­schaf­fen möch­test, ohne dich mit der Kir­che an­zu­le­gen, musst du mal er­klä­ren. Da gibts lei­der nicht viel ab­zu­schaf­fen, es sei denn, man geht mit re­strik­ti­ven Mit­teln an die­sem Tag ge­gen sämt­li­che An­samm­lun­gen fei­er­wü­ti­ger Män­ner vor.
    Und dass di­verse Ex­em­plare der Män­ner­welt am Män­ner­tag ein­fach mal fei­ern wol­len, hat sich über Jahr­hun­derte in die Köpfe ein­ge­schärft, das kriegt man so leicht nicht raus – auch nicht, in­dem man z.B. Him­mel­fahrt als ge­setz­li­chen Fei­er­tag ab­schaf­fen würde. Die, die sich am schlimms­ten auf­füh­ren, sind oh­ne­hin jene, die noch gar keine rich­ti­gen Män­ner sind – und die schwän­zen dann zur Not die Schule, wäh­rend die Äl­te­ren Ur­laub neh­men oder krank fei­ern. Man sollte ja nie ver­ges­sen, WER da vor­nehm­lich mi­li­tant über die Stränge schlägt. Ver­nunfts­men­schen sind das ge­wiss nicht.

  9. @ An­tifa: Das wäre ja, als würde man auf­grund der jähr­lich wie­der­keh­ren­den 1.-Mai-Randale for­dern, die­sen Fei­er­tag ab­zu­schaf­fen. Ir­gend­wie ver­wech­selst Du hier Ur­sa­che und Wirkung.

  10. @Jane: Kein Fei­er­tag, kein Sau­fen bis zur Be­sin­nungs­lo­sig­keit ;) und es sind lei­der eben nicht nur Ju­gend­li­che oder junge Er­wach­sene. Mir geht es eher um den Aspekt des hem­mungs­lo­sen Trin­kens, all­ge­mein die Trink"kultur" nicht nur in die­sem Land, das Be­schö­ni­gen des­sen und der un­säg­lich nied­rige Preis für eine der we­sent­li­chen Ur­sa­chen von Kon­flik­ten im All­tag (Stra­ßen­ver­kehr, Kör­per­ver­let­zun­gen usw.). 

    "Und dass di­verse Ex­em­plare der Män­ner­welt am Män­ner­tag ein­fach mal fei­ern wol­len, hat sich über Jahr­hun­derte in die Köpfe ein­ge­schärft …" Das stimmt so nicht. Der Tag wurde erst 1936 zum ge­setz­li­chen Fei­er­tag und ist erst Ende des 19. Jahr­hun­derts en­stan­den. Und "ein­schär­fen" tut sich gleich mal gar nichts, Men­schen sind so­ziale We­sen die sich ver­än­dern kön­nen, wenn das nicht so wäre, wür­den wir im­mer noch in Höh­len woh­nen und Fal­len bauen.

  11. An­tifa:

    Ge­grun­ken wird doch nicht, weil Fei­er­tag ist, son­dern weil seit man den­ken kann am Him­mel­fahrts­tag ge­trun­ken wird. Also würde un­ab­hän­gig da­von, ob der Tag nun ein ge­setz­li­cher Fei­er­tag ist oder nicht, höchst­wahr­schein­lich wei­ter­ge­trun­ken wer­den. Wer oder was sollte die, die das tun wol­len, denn da­von abhalten?
    Der 13. Fe­bruar ist auch kein Fei­er­tag, und den­noch hält es die­je­ni­gen, die sich an die­sem Tage pro­du­zie­ren wol­len, nicht da­von ab.

  12. Nach­trag:
    Es geht doch nicht darum, wie lange es den ge­setz­li­chen Fei­er­tag gibt, son­dern darum, wie lange es den Brauch des Va­ter­ta­ges gibt, an dem die Vä­ter mit den Söh­nen fei­ern – und den gibt es schon sehr sehr lange.

  13. Wie lange denn bitte? Was hat denn der 13. Fe­bruar jetzt mit hem­mungs­lo­sem Al­ko­hol­kon­sum zu tun?!?

  14. werte jane,
    ab­ge­se­hen da­von, dass du mir/​uns erst­mal er­klä­ren soll­test was "rich­tige män­ner" sind, ist es mir wurscht ob ich von 17‑, 30- oder 55-jäh­ri­gen be­lei­digt werde! nur mal so am rande, an­pö­beln tun mich "diese ex­em­plare" auch wenn sie nüch­tern sind.
    aber wird "uns" denn nicht im­mer und über­all sug­ge­riert dass sich "echte män­ner" so zu be­neh­men ha­ben? vor al­lem am "män­ner­tag". wird "mann" nicht be­lä­chelt wenn er sich die­sem jähr­li­chen ri­tus zu ent­zie­hen versucht?

    ach ja, denn wink rich­tung 13.februar hät­test du dir spa­ren kön­nen. hat hier­mit aber auch rein gar­nix zu tun.

  15. Lol, diese Re­flex­haf­tig­keit war zu erwarten.

    Wenn man nicht mal den kleins­ten ge­mein­sa­men Nen­ner zwi­schen den bei­den be­nann­ten Er­eig­nis­sen (13. Fe­bruar und Män­ner­tag) zu er­ken­nen in der Lage ist, tja, da muss man schon ei­nen ge­wal­ti­gen ideo­lo­gi­schen Vor­bau vor sich hertragen.
    Was bei­des mit­ein­an­der zu tun hat?
    Ganz ein­fach: Beide Tage wer­den von be­stimm­ten Ziel­grup­pen mit ganz be­son­de­ren Bräu­chen ver­bun­den (ein­mal fei­er­wü­tige Manns­bil­der, die sich wun­der was auf ihre be­haup­tete Trink­fes­tig­keit ein­bil­den, ein­mal trau­er­mar­schie­rende Na­zis bzw. blo­ckier- und pro­test­wü­tige Bür­ger so­wie ge­walt­be­reite Links­ex­treme), und beide Tage sind für ihre ge­walt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen be­rühmt-be­rüch­tigt. Und in bei­den Fäl­len wol­len sich die Prot­ago­nis­ten durch nichts von ih­ren lieb ge­won­ne­nen ge­wohn­heits­mä­ßi­gen Ak­tio­nen ab­brin­gen lassen.
    Das Bei­spiel 13. Fe­bruar zeigt, dass man dazu nicht un­be­dingt ei­nen ge­setz­li­chen Fei­er­tag braucht. Das war ja an­ti­fas Ar­gu­ment, dass die Ab­schaf­fung die­ses Fei­er­ta­ges (Him­mel­fahrt) auch die ge­wohn­heits­mä­ßig da­mit ver­bun­de­nen Ri­tuale (Koma-Sau­fen, Prü­ge­leien, Ran­dale usw.) be­sei­ti­gen würde.
    Ich wage zu be­haup­ten, das ist nai­ves Wunsch­den­ken, und wagte, dies am Bei­spiel des 13. Fe­bruar zu be­grü­nen. Asche auf mein Haupt, meine lie­ben Ver­mum­mungs­künst­ler :D

  16. re­flex­haf­tig­keit?
    ich möchte dich daran er­in­nern, dass du (wie meist auch) mit die­sem mist an­ge­fan­gen hast!
    wat solls, die fdgo-ex­tre­mis­tin hat sich wie­der pro­fi­lie­ren können.
    schö­nen abend noch!

  17. Du stu­dierst ernst­haft Po­li­tik? Kein Wun­der dass nie­mand mehr wäh­len geht bei sol­chen wir­ren Her­lei­tun­gen. Liebste Jane, das eine ist ein ge­setz­lich fest­ge­leg­ter Fei­er­tag des­sen Sinn ein­zig und al­lein darin zu be­stehen scheint, sich ge­mein­sam mit männ­li­chen Kol­le­gen in ei­nen ko­ma­tö­sen Zu­stand zu trinken. 

    Der 13. Fe­bruar hat ers­tens eine po­li­ti­sche Kom­po­nente, ist zwei­tens kein ge­setz­li­cher Fei­er­tag ob­wohl es die säch­si­sche CDU manch­mal gern so hätte und drit­tens kein Tag, an dem sich die halbe Re­pu­blik ins Koma trinkt und wahl­los Men­schen ver­prü­gelt, von To­des­op­fern im Zu­sam­men­hang mit Män­ner­tags­kra­wal­len möchte ich gar nicht erst re­den. Das hat rein gar nichts mit Ver­mum­mung?!? bzw. dem 13. Fe­bruar zu tun. Ich hätte gern noch die Her­lei­tung, seit wann der Tag Dei­ner Mei­nung nach mit Trin­ken ver­bun­den ist. 

    Ist das wirk­lich ernst ge­meint? Dann ma­che ich mir lang­sam echt Sorgen :)

  18. Da fällt mir grad noch ein Zi­tat von ei­ner lin­ken Ver­an­stal­tung zum 13. Fe­bruar ein: "Wenn es den 13. Fe­bruar nicht ge­ben würde, dann müsste man ihn glatt er­fin­den." Ohne den Tag wäre die Welt in Sach­sen nur halb so ex­tre­mis­tisch, hehe.

  19. Ja, An­tifa, komm, bla­mier dich noch ne Runde wei­ter! Mich soll's nicht stören.
    Also, je­der Christ (und da­von gibts in die­sem Lande nicht we­nige) dürfte sich an­ge­sichts solch blei­er­nen Halb­wis­sens die Haare rau­fen, denn für die Chris­ten un­ter uns hat die­ser Fei­er­tag selbst­ver­ständ­lich eine weit tie­fer­ge­hende Be­deu­tung, als sich mit Kum­pels die Kante zu ge­ben, im voll­trun­ke­nen Zu­stand zu ran­da­lie­ren oder Mä­dels zu be­grap­schen. Und die Aus­ru­fung des ge­setz­li­chen Fei­er­ta­ges dürfte sich wohl dann doch eher an der christ­li­chen Über­lie­fe­rung ori­en­tiert ha­ben, statt an der eher et­was mo­der­ne­ren Zweck­ent­frem­dung des Ta­ges zum Stell­dich­ein der hüh­ner­brüs­ti­gen, halb­star­ken Trun­ken­bolde mit Hang zur Randale.
    Und was das be­trifft, da sehe ich über­wäl­ti­gende Par­al­le­len zur Zweck­ent­frem­dung des 13. Fe­bruar, der ei­gent­lich ein Tat der An­dacht und des Ge­den­kens sein sollte, nicht der Ran­dale, der Blo­cka­den und des Gesinnungskrieges.

  20. Ach und falls es dir noch nicht auf­ge­gan­gen sein sollte: Wenn 2 Dinge Par­al­le­len zu­ein­an­der auf­wei­sen, be­deu­tet das noch lange nicht, dass sie de­ckungs­gleich sind. Ist doch wirk­lich ganz sim­pel, oder? Dazu braucht man noch nicht mal ein Po­li­tik­stu­dium :D

  21. Der 13. Fe­bruar ist ein Tag wie je­der an­dere auch. Das gilt viel­leicht für ein paar Men­schen in Dres­den nicht, aber grund­sätz­lich ist an dem Tag nichts be­son­de­res. Chris­ten­tum hin oder her, die Be­deu­tung spielt doch nur in christ­li­chen Krei­sen eine Rolle, aber darum ging es hier auch bis ge­rade eben über­haupt nicht.

  22. Warum fällt mir ge­rade jetzt ein, daß man ei­gent­lich noch ir­gend­wie das Thema "Wald­schlöss­chen­brü­cke" ge­schickt in den Thread ein­we­ben müsste?

  23. An­tifa:

    Doch, ge­nau darum geht es, wenn man wie du for­dert, den ge­setz­li­chen Fei­er­tag ab­zu­schaf­fen. Das war doch deine For­de­rung, oder nicht? Wenn man das aber ver­langt, dann muss man sich zwangs­läu­fig auch mit der christ­li­chen Be­deu­tung des Ta­ges aus­ein­an­der­set­zen. Man kann nicht ein­fach ei­nen christ­li­chen Fei­er­tag ab­schaf­fen, weil sich all­jähr­lich ein paar Leute nicht zu be­neh­men wissen.
    Ge­nau das­selbe gilt auch für den 13. Fe­bruar: Man sollte sich von den­je­ni­gen, die die­sen Tag zur Selbst­dar­stel­lung in­stru­men­ta­li­sie­ren, nicht da­von ab­brin­gen las­sen, den Tag als das zu be­ge­hen, was er ei­gent­lich ist: näm­lich ein Tag des *stil­len* Ge­den­kens, der Trauer und der Besinnung.

  24. Für Dich, Jane. Oder hat Deine Wahr­heit ge­fäl­ligst die Wahr­heit al­ler zu sein?

  25. wenn jane wirk­lich po­li­tik stu­diert – und dies auch noch in dres­den – ver­wun­dert es nicht, dass sie die achso tolle bür­ger­li­che mitte (was im­mer das auch ist) ge­gen diese bö­sen ex­tre­mis­ten (vor al­lem die bö­sen lin­ken) verteidigt.
    zu­min­dest wenn mensch das, was auf der au­gust-be­bel-str von der de­mo­kra­tie­kan­zel ge­pre­digt wird, nicht hinterfragt.
    denn pat­z­elt, ba­ckes und co ver­brei­ten ja "DIE WAHRHEIT",
    und alle die an­de­rer mei­nung sind, sind extremisten!
    wenn mensch dann al­les für bare münze nimmt, was ei­nem diese ideologiechauvinist*innen vor­be­ten, dann ist mensch schnell ge­neigt nur seine "wahr­heit" als die al­ler anzuerkennen.

    ach ja. wieso ver­gisst du, liebe jane, bei dei­ner kri­tik an de­nen, die den 13.02. "miss­brau­chen", im­mer wie­der die, die sich mit­leid­heu­schelnd und ge­schichts­re­vi­sio­nie­rend in der alt­stadt tref­fen und den to­ten "ge­den­ken"?
    ei­nige von de­nen miss­brau­chen den tag doch auch.
    wenn ich mich (eine kleine träne her­aus­pres­send), zum stim­men­fang und zum auf­po­lie­ren mei­nes po­li­ti­schen pro­fils im­mer­wie­der vor der frau­en­kir­che ein­finde, um in mei­nen re­den auch im­mer­wie­der men­schen mit al­ter­na­ti­ven le­bens­phi­lo­so­phien zu dif­fa­mie­ren (um meine po­li­ti­sche de­fi­ni­ti­ons­ho­heit zu si­chern), tu ich dies si­cher nicht aus ei­gen­nutz, oder?

    wir ma­chen uns die welt wid­de­widde wie sie uns gefällt.

  26. Wer­ter »@«: es geht bei der De­fi­ni­tion des Ex­tre­mis­mus nicht um ir­gend­eine »ach-so-tolle Mitte«. 

    Es geht schlicht darum, ob po­li­ti­sche Kon­zepte, Pro­gramme und Ak­tio­nen mit un­se­rem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind. Das Grund­ge­setz gilt nicht für eine »Mitte«, son­dern für Men­schen: Ar­bei­ter, An­ge­stellte, Be­amte, Un­ter­neh­mer, Schü­ler, Stu­den­ten, Rent­ner (…), kurz: für alle Bürger.

    Auf der Ba­sis die­ses Grund­ge­set­zes sind sehr weit­rei­chende al­ter­na­tive Le­bens­ent­würfe (mei­net­we­gen auch Le­bens­phi­lo­so­phien) mög­lich. Kein ernst­zu­neh­men­der Do­zent wird Le­bens­ent­würfe oder Le­bens­wei­sen oder po­li­ti­sche Kon­zepte »dif­fa­mie­ren«, so­lange sie auf dem Bo­den des Grund­ge­set­zes stehen. 

    Er wird aber selbst­ver­ständ­lich auf die Ge­setze, Gren­zen und Re­geln hin­wei­sen müs­sen, die in ei­nem de­mo­kra­ti­schen Rechts­staat gelten.

  27. "mal was zum ver­gleich von rech­ter und lin­ker ge­walt von ha­gen rether" -
    Ka­ba­ret­tist Ha­gen Re­ther selbst gilt ja nun nicht ge­rade als ob­jek­tiv über al­len La­gern ste­hend, da kann mensch auch gleich die RAF nach lin­ker Ge­walt be­fra­gen und wird die glei­chen ver­harm­lo­sen­den Recht­fer­ti­gun­gen vernehmen. 

    Rea­lis­ti­scher hier Bei­spiel aus Dres­dens Partnerstadt: 

    Ham­burg (dpa/​lno) – Die Ham­bur­ger CDU-Bür­ger­schafts­frak­tion will eine An­lauf­stelle für Op­fer lin­ker Ge­walt ein­rich­ten. We­gen der vie­len Op­fer sei es Zeit zu han­deln, be­grün­dete die jus­tiz­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Frak­tion, Vi­viane Speth­mann, nach ei­nem Be­richt der Zei­tung «Die Welt» (Frei­tag) den Vor­stoß. Die Stelle soll gleich­zei­tig den Links­ex­tre­mis­mus in der Stadt er­for­schen. Ham­burg ver­fügt be­reits über eine For­schungs­stelle Rechts­ex­tre­mis­mus. Der Ver­fas­sungs­schutz­be­richt zählt für das ver­gan­gene Jahr 757 Straf­ta­ten von Links­ex­tre­men (535 in 2008). Die Zahl der Ge­walt­de­likte stieg von 195 auf 334. Im rechts­ex­tre­men Be­reich sank die Zahl der Straf­ta­ten von 369 auf 297, die Zahl der Ge­walt­ta­ten ging von 45 auf 30 zurück.

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article7623064/CDU-Fraktion-will-Anlaufstelle-fuer-Opfer-linker-Gewalt.html

  28. Hams­ter­ba­cke:

    Im Ge­gen­teil zu dir han­tiere ich nicht mit Deu­tungs­ho­heit ver­hei­ßen­den Phra­sen wie "wahr" und "falsch".

    Und nein, nicht nur für mich ist der 13. Fe­bruar ein Tag des stil­len Ge­den­kens und der Trauer – tat­säch­lich sieht das die Mehr­heit der Dresd­ner Bür­ge­rIn­nen so, ins­be­son­dere jene, die den schreck­li­chen Tag vor 65 Jah­ren noch selbst mit­er­lebt ha­ben oder An­ge­hö­rige ver­lo­ren. Es ist für mich eine Frage des Re­spekts und des An­stands, diese noch im­mer sehr le­ben­dige Er­in­ne­rung an die Grauen von da­mals nicht zu po­li­ti­sie­ren und mit mar­tia­li­scher Selbst­dar­stel­lung in den Hin­ter­grund zu drän­gen, in­dem man etwa mit viel Tam­Tam Trau­er­mär­sche, De­mos, Blo­cka­den oder an­dere Hap­pe­nings ver­an­stal­tet, die vor al­lem der Prä­sen­ta­tion der ver­schie­de­nen po­li­ti­schen und ideo­lo­gi­schen Strö­mun­gen die­nen sollen.

    Ge­nauso we­nig sollte man den Män­ner­tag da­für zweck­ent­frem­den, sich als mehr oder we­ni­ger trink­feste Ma­chos zu prä­sen­tie­ren, die sich grö­lend auf die Brust trom­meln, Mä­dels be­grap­schen und nicht wo­hin wis­sen mit ih­rer ein­ge­bil­de­ten Männlichkeit.

    at @: Es fällt mir wirk­lich schwer, sach­lich zu blei­ben, an­ge­sichts dei­ner pe­ne­trant-igno­ran­ten Harress­ments, die du hier vom Sta­pel lässt.
    Wer hier schon da­her kommt und meint, den da­mals Be­trof­fe­nen das Recht auf Trauer und Ge­den­ken ab­spre­chen zu müs­sen, der hat ei­gent­lich da­mit jeg­li­che Chance ver­wirkt, ernst ge­nom­men zu wer­den und Teil ei­ner ra­tio­na­len Dis­kus­sion zu sein. Und of­fen ge­stan­den wage ich zu be­zwei­feln, dass dei­ne­r­ei­ner das über­haupt will.
    Al­lein, wenn ich schon lese, dass ein Po­li­tik­stu­dium dei­ner An­sicht nach, ei­nen er­folg­rei­chen Ver­lauf vor­aus­ge­setzt, au­to­ma­tisch dazu füh­ren müsste, ex­treme po­li­ti­sche An­sich­ten zu ent­wi­ckeln und zu­dem den ex­trem-lin­ken po­li­ti­schen Rand zu stüt­zen, da greif ich mir ei­gent­lich nur noch an den Kopf.
    Ich stehe schon po­li­tisch so weit links wie mög­lich, aber ich tue ei­nes ge­wiss nicht: jene po­li­ti­sche Ord­nung ab­leh­nen und tor­pe­die­ren, die es mir u. a. er­mög­licht, mich halb­wegs frei zu be­we­gen, so­wohl in geis­ti­ger als auch in phy­si­scher Hin­sicht, die es mir er­mög­licht, ein Un­recht zu be- und meine Rechte ein­zu­kla­gen, mich po­li­tisch in bei­nahe jeg­li­cher Hin­sicht zu en­ga­gie­ren und meine Mei­nung of­fen sa­gen zu können.
    Euch fällt nichts an­de­res ein, als diese Ord­nung pau­schal ab­zu­leh­nen – ver­mut­lich ohne ei­gent­lich eine rea­lis­ti­sche Al­ter­na­tive in petto zu ha­ben, ohne Ziel, ohne Idee. Zu­min­dest hab ich eine sol­che noch nie aus dei­ner Ecke ver­nom­men, es kom­men im­mer nur Kri­tik, Vor­hal­tun­gen und Be­haup­tun­gen. Wo­für kämpfst du denn ei­gent­lich so ver­bis­sen, wie man dei­nen sich über­schla­gen­den Wor­ten hier nach ver­mu­ten muss??
    Üb­ri­gens hin­ter­fragst du für meine Be­griffe nicht, du stellst un­re­flek­tiert in­frage – das ist eni Un­ter­schied. Hin­ter­fra­gen hieße, eine kon­krete Sa­che nach­voll­zieh­bar und be­grün­det auf den Prüf­stand zu stel­len. Prüf­stand be­deu­tete aber, halb­wegs sach­lich Für und Wi­der ab­zu­wä­gen, statt ein­fach nur zu ver­dam­men. Das lernt man üb­ri­gens im Politikstudium.

    Ach ja:
    Mit ei­nem hast du durch­aus Recht: Es sind nicht nur die ex­tre­men Rän­der, die den 13. Fe­bruar miss­brau­chen. Auch alle an­de­ren Par­teien be­tei­li­gen sich re­gel­mä­ßig am öf­fent­lich­keits­wirk­sa­men Ge­denk­ma­ra­thon. Sorry, wenn ich das nicht ex­tra mit hier auf­ge­führt habe, an an­de­rer Stelle habe ich be­reits ge­nug dar­über geschrieben.
    Hier ging es mir um das Ex­trem, denn, wenn die bür­ger­li­chen Par­teien den Tag auch zum "For­men der öf­fent­li­chen Mei­nung" oder zur Selbst­dar­stel­lung be­nut­zen, so tun sie dies doch zu­min­dest nicht mit­tels volks­ver­het­zen­der Pa­ro­len wie z.B. die Na­zis und die An­ti­deut­schen oder mit­tels Ge­walt wie die ver­mumm­ten Schlä­ger auf rech­ter und lin­ker Seite.

  29. Üb­ri­gens lus­tig, wie sich hier die Ver­tre­ter der je­wei­li­gen po­li­ti­schen La­ger mit ver­meint­lich red­li­chen Quel­len be­wer­fen, die auf­zei­gen sol­len, wie gut die ei­gene und wie mies die je­weils ver­hasste Seite doch ist.

    Es kann über­haupt nicht darum ge­hen, wer mehr Men­schen auf dem Ge­wis­sen oder mehr Sach­be­schä­di­gung auf dem Kerb­holz hat. Das ist Au­gen­wi­sche­rei, die über­haupt nichts dar­über aus­sagt, was Ziel der je­wei­li­gen ideo­lo­gi­schen Ge­sin­nung ist: näm­lich die Ab­schaf­fung der be­stehen­den Ord­nung und Eta­blie­rung ei­nes Sur­ro­ga­tes, das ohne Will­kür und Aus­gren­zung nach­weis­lich nicht funk­tio­nie­ren kann.

  30. @Jane (10.52)—Treffende Zu­sam­men­fas­sung im letz­ten Ab­satz: der Kon­sens der De­mo­kra­ten auf der Ba­sis des Grundgesetzes—von den de­mo­kra­ti­schen Kon­ser­va­ti­ven bis zu den de­mo­kra­ti­schen Sozialisten.

  31. Ur­sprüng­lich ging es hier mal um den Män­ner­tag und jetzt seid ihr wie­der ein­mal bei Ja­nes Lieb­lings­thema an­ge­langt. Da kom­men Theo­rien, Pau­scha­li­sie­run­gen und keine Er­fah­rungs­werte. Da ist so­gar ste­fa­no­lix ohne? Po­li­tik­stu­dium wei­ter, auch wenn ich vie­les nicht so eng se­hen würde wie er. Das ist dann die Grau­zone die ge­lebte De­mo­kra­tie heißt und die Jane ka­te­go­risch als ex­tre­mis­tisch und un­rea­lis­tisch diffamiert.

    Die en­gen recht­staat­li­chen Gren­zen gel­ten in der Re­gel im­mer dann, wenn es um die Re­sul­tate und Fol­gen ver­fehl­ter Po­li­tik geht, aber nie, und da nimmt sich im All­tag ein Stei­ne­wer­fer oder ein prü­geln­der Po­li­zist nicht viel, um die tat­säch­li­chen Ur­sa­chen für ge­sell­schaft­li­che Konflikte.

  32. Ich bin TU-Ab­sol­vent (Dipl.-Ing.) und an Po­li­tik seit Mitte der 80er Jahre im­mer nur als en­ga­gier­ter Ama­teur interessiert ;-)

    Weil ich aber In­ge­nieur bin, möchte ich auch mög­lichst Klar­heit über die Aus­wir­kun­gen der Po­li­tik ha­ben. Deine »Grau­zone« muss es nicht ge­ben, wenn man sich ein­zelne Kon­zepte, Ak­tio­nen und Phi­lo­so­phien dif­fe­ren­ziert an­schaut. Das macht zwar Ar­beit, aber das ist ja bei ei­ner sta­ti­schen Be­rech­nung oder beim Pro­gram­mie­ren genauso.

    Prü­gelnde Po­li­zis­ten sol­len mit al­len Mit­teln des Rechts­staats ver­folgt wer­den, aber Fla­schen- und Brand­satz­wer­fer na­tür­lich genauso.

    Ge­gen Ten­den­zen der Über­wa­chung oder ge­gen Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit ha­ben wir ja glück­li­cher­weise noch ein Ver­fas­sungs­or­gan in Karls­ruhe. Und wenn es ei­nen Mi­ni­mal­kon­sens zwi­schen dem po­li­ti­schen La­ger um »An­tifa« und grund­le­gend über­zeug­ten Bür­ger­rechts­li­be­ra­len gibt, dann doch wohl die­sen: ge­gen Über­wa­chung und ge­gen Über­griffe des Staa­tes zu sein.

  33. Mit Grau­zone meinte ich bspw. Ak­ti­ons­for­men wie in Frank­reich (Streik­kul­tur) oder den Nie­der­lan­den (Haus­be­set­zun­gen). Wür­den sie hier prak­ti­ziert wer­den, müss­ten sie sich schon lange mit der Ex­tre­mis­mus­theo­rie her­um­schla­gen und dass ob­wohl sie in bei­den Län­dern Mit­tel po­li­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind bzw. im Fall von den Nie­der­lan­den waren.

    Zu Über­grif­fen durch die Po­li­zei: Der Pro­zent­satz von ver­ur­teil­ten Straf­tä­tern oder Straf­tä­te­rin­nen in Uni­form liegt un­ter 2% und das finde ich be­denk­lich. Es gibt noch im­mer kein au­ßer­par­la­men­ta­ri­sches Kon­troll­organ der Po­li­zei. Ich bin auf Grund mei­ner po­li­ti­schen Aus­rich­tung schon mehr­fach in den Ge­nuss ge­kom­men, po­li­zei­li­che Ein­sätze zu be­ob­ach­ten und ich muss sa­gen, dass das Auf­tre­ten der Be­am­tin­nen und Be­am­ten und der Um­gang mit Pro­test seit Jah­ren im­mer schlech­ter wird. Da geht es oft nicht darum, für den Er­halt von Grund­rech­ten da zu sein, son­dern Stärke zu de­mons­trie­ren und um zu provozieren.

  34. Ähm, An­tifa: Ich darf dar­auf hin­wei­sen, dass nicht ich die Dis­kus­sion zum 13. Fe­bruar der­art ver­tie­fen wollte, son­dern ur­sprüng­lich den Tag nur als ge­eig­ne­tes Bei­spiel zum Ver­gleich an­ge­führt hatte. Um wes­sen "Lieb­lings­thema" es sich statt­des­sen han­deln dürfte, ist wohl un­schwer aus dem Dis­kus­si­ons­ver­lauf zu erkennen ;)

    Wenn man mir wei­ter­ge­hende Fra­gen stellt und eine Dis­kus­sion an­stößt, gehe ich für ge­wöhn­lich auch dar­auf ein.

  35. Und was Haus­be­set­zun­gen in den Nie­der­lan­den be­trifft, bist du de­fi­ni­tiv nicht auf dem neu­es­ten Stand. Seit 2009 droht auch dort Haus­be­set­zern eine Haft­strafe. Und mit der Ex­tre­mis­mus-Theo­rie schla­gen die sich auch dort ge­wiss nicht erst seit 2009 herum.
    Und um in ei­ner De­mo­kra­tie auf die Po­li­tik ein­zu­wir­ken, braucht es für ge­wöhn­lich keine recht­li­chen Grau­zo­nen, son­dern ein Min­dest­maß an Ak­zep­tanz dem Rechts­staat ge­gen­über so­wie ehr­li­ches, auf kon­krete Ziele aus­ge­rich­te­tes po­li­ti­sches En­ga­ge­ment. Ver­eine und Ver­bände sind da­für auf so­wohl auf Kom­mu­nal- als auch auf Lan­des- und Bun­des­ebene ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel. Al­ler­dings müsste dazu zu­min­dest die Vor­aus­set­zung er­füllt sein, ein po­li­ti­sches Ziel nur un­ter der Prä­misse ver­fol­gen zu wol­len, dass es eine de­mo­kra­ti­sche Mehr­heit da­für in ei­nem fest­ge­leg­ten Quo­rum ge­ben muss (z.B. Pe­ti­tio­nen, Bür­ger­ent­scheide usw.).
    Und ge­nau DAS ist an­schei­nend das Pro­blem vie­ler Ex­tre­mis­ten: Sie stel­len solch uto­pi­sche oder ver­quere Ziele auf, dass klar ist, dass es keine de­mo­kra­ti­sche Mehr­heit da­für ge­ben wird – folg­lich soll das Ziel mit Ge­walt (und das heißt nicht im­mer Kör­per­ver­let­zung, son­dern eben auch In­be­schlag­nahme oder Sach­be­schä­di­gung) durch­ge­boxt werden.

  36. Das Mit­tel der po­li­ti­schen Streiks lehne ich ab. Der Streik soll das letzte Mit­tel zur Durch­set­zung von Ar­beit­neh­mer­rech­ten ge­gen­über dem Ar­beit­ge­ber blei­ben. Da­für ist das Streik­recht vor­ge­se­hen und das ist auch rich­tig so.—Einigen soll­ten sich beide Sei­ten aber bes­ser ohne Streik, denn Streik ist im Prin­zip eine sinn­lose Ver­schwen­dung von Ressourcen.

    Ne­ben­bei und zum Thema Haus­be­set­zung: was lest Ihr denn ei­gent­lich aus dem Kon­zept der Be­set­zer von Dres­den (siehe im an­de­ren Thread) heraus?

  37. "Mit Grau­zone meinte ich bspw. Ak­ti­ons­for­men wie in Frank­reich (Streik­kul­tur) oder den Nie­der­lan­den (Haus­be­set­zun­gen). Wür­den sie hier prak­ti­ziert wer­den, müss­ten sie sich schon lange mit der Ex­tre­mis­mus­theo­rie her­um­schla­gen und dass ob­wohl sie in bei­den Län­dern Mit­tel po­li­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind bzw. im Fall von den Nie­der­lan­den wa­ren." Wer le­sen kann, ist klar im Vorteil. 

    Das Ex­tre­mis­mus-Mo­dell ist ein deut­sches, aber ich lasse mich im Be­zug auf die Nie­der­lande gern ei­nes Bes­se­ren belehren.

  38. Na­tür­lich kann ich le­sen. In Frank­reich spielt der po­li­ti­sche Streik eine ganz an­dere Rolle als in Deutsch­land. Und die fran­zö­si­schen Streik­ak­tio­nen ge­hen manch­mal bis in den kri­mi­nel­len Be­reich. Was mein­test Du denn konkret?

  39. Umso bes­ser: Aber wo sind denn da noch deine Grau­zo­nen? Das Recht zum Streik zur Durch­set­zung von In­ter­es­sen gibt es auch hier­zu­lande, was Haus­be­set­zun­gen be­trifft, sind die Rechts­la­gen mitt­ler­weile fast über­all in Eu­ropa ähn­lich – also von wel­chen Grau­zo­nen re­dest du?
    Und was soll das hei­ßen: "das Ex­tre­mis­mus-Mo­dell ist ein deut­sches"? Wel­ches Mo­dell meinst du denn? Du willst doch nicht etwa sa­gen, dass vor der deut­schen Ex­tre­mis­mus-De­batte, was lin­ken und rech­ten Ra­di­ka­lis­mus be­trifft, noch nie ir­gendwo eine Ex­tre­mis­mus-De­batte ge­führt wor­den wäre? Viel­mehr ver­ur­sacht der Um­stand, dass die Ex­tre­mis­mus­de­batte in­folge der deut­schen Nazi-Herr­schaft eine ent­schei­dende Prä­gung er­fuhr, den Ein­druck, sie sei "eine deutsche".

  40. Das be­zog sich nicht auf Dich ste­fa­no­lix. Ich weiß dass die fran­zö­si­schen Streiks an­ders ver­lau­fen, als die deut­schen, si­cher ei­ner der Gründe, dass die Ta­rif­ab­schlüsse in un­se­rem Nach­bar­land bes­ser sind und es gibt so­gar ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn.

    Grau­zo­nen: Haus­be­set­zun­gen, Sitz­blo­cka­den, zi­vi­ler Un­ge­hor­sam ohne den jetzt ge­nauer zu be­schrei­ben (Ahaus, Gor­le­ben sind da gute Bei­spiele), Streiks ge­gen Lohn­dum­ping, ich würde in­zwi­schen so­gar De­mons­tra­tio­nen dazu zäh­len, diese Art des Pro­tes­tes ist ja quasi ausgestorben. 

    Das al­les hat aber trotz­dem nichts mit Al­ko­hol und dem Um­gang da­mit hier in Deutsch­land an eben die­sem Tag zu tun …

  41. an le­nik­ri­ti­ker:
    die ham­bur­ger cdu-bür­ger­schafts­frak­tion ist aber auch keine wertfreie/​neutrale quelle.

    an jane:
    ich bin gern be­reit zu ei­ner ra­tio­na­len dis­kusion, al­ler­dings lässt du keine an­de­ren sicht­wei­sen als die deine zu.
    des­halb: sorry, wenn ich dir ir­gend­wie zu nahe ge­tre­ten sein sollte, al­ler­dings ver­lässt mensch ir­gend­wann die geduld.
    wie du zu be­ginn der kom­men­tare festel­len wirst, bin nicht ich der­je­nige, wel­cher hier ir­gend­wel­che dis­kus­sio­nen be­ginnt, ich habe le­dig­lich auf deine ewige extremismus-)leier reagiert.
    wenn dies et­was zu er­regt und per­sön­lich aus­fiel tut mir dies leid. ist aber auch dei­ner un­fä­hig­keit über den tel­ler­rand zu schauen geschuldet. ;-)

    des­wei­te­ren habe ich mich in all mei­nen kom­men­ta­ren stets ge­gen ge­walt aus­ge­spro­chen, es sein denn zu not­wehr­zwe­cken oder um ei­ner hilf­lo­sen per­son zu helfen.

    da ich weiß, das die idee ei­ner freien as­so­zia­tion freier men­schen (ohne staat) ak­tu­ell nicht zu rea­li­sie­ren ist, übe ich kri­tik an den hier herr­schen­den ver­hält­nis­sen, um we­nigs­tens die­ses kleine biss­chen freiheit,welches "wir" ha­ben zu verteidigen.
    denn nur weil er­zählt wird dass die hier herr­schende ord­nung das non plus ul­tra sei, sehe ich stets die ge­fahr ei­ner schlei­chen­den ent­de­mo­kra­ti­sie­rung (jaja, pa­ra­noia), denn nichts ist ein­fa­cher, als die de­mo­kra­tie, suk­zes­sive im na­men der de­mo­kra­tie "ab­zu­bauen".
    und des­halb gehe ich auch auf die straße (auch am 13.02.), weil ich aus der ge­schichte ge­lernt habe wie schnell es ge­hen kann, dass sich die mehr­heit still­schwei­gend von der un­mensch­lich­keit we­ni­ger lei­ten lässt.

    und zum thema "ex­tre­mis­mus­theo­rie":
    dies ist ein­fach eine völ­lig halt­lo­ses und em­pi­risch nicht zu ve­ri­fi­zie­rende "these".

  42. "@" schrieb: und zum thema “ex­tre­mis­mus­theo­rie”:
    dies ist ein­fach eine völ­lig halt­lo­ses und em­pi­risch nicht zu ve­ri­fi­zie­rende “these”.

    Al­les klar. Die Po­li­tik­wis­sen­schaft wird nach die­sem Dik­tum wohl noch mal von vorn be­gin­nen müssen. 

    PS: Aus wel­cher Spruch­samm­lung stammt ei­gent­lich die Wen­dung »em­pi­risch nicht zu ve­ri­fi­zie­rende These«? Egal. Wirf sie weg!

  43. @: To­ta­ler Blöd­sinn. Ich lasse jede Sicht­weise zu, die sich nicht un­be­grün­det und halt­los ge­gen die be­stehende Ord­nung wen­det oder sinn­los zur Ge­walt aufruft.
    Du hin­ge­gen kannst oder willst ein­fach nicht ra­tio­nal dis­ku­tie­ren, das zei­gen auch deine per­sön­li­chen Aus­fäl­lig­kei­ten im­mer wie­der, mit de­nen du deine Postings füllst.
    Ich emp­finde es als pu­ren Hohn und ab­so­lute Dreis­tig­keit, wie du dich hier hin­stellst und an­de­ren er­klärst, dich ver­ließe die Ge­duld in Sa­chen ra­tio­nale Aus­ein­an­der­set­zung. Was für ein Trep­pen­witz. Alle deine Postings an meine Adresse be­gan­nen bis­lang mit per­sön­li­chen At­ta­cken und kaum ver­hoh­le­ner Ge­ring­schät­zung – wenn du das un­ter ra­tio­nal und sach­lich ver­stehst, dann tust du mir leid. Al­ler­dings würde das naht­los ins bis­her ver­mit­telte Per­sön­lich­keits­bild passen.
    Und wer un­ter "über-den-Tel­ler­rand-schauen" die be­in­dungs- und wi­der­spruchs­lose An­er­ken­nung der ei­ge­nen Po­si­tio­nen ver­steht, der stellt im Grunde seine ei­gene Un­fä­hig­keit zur To­le­ranz und zum ra­tio­na­len Dis­kurs nur aber­mals her­vor­ra­gend un­ter Beweis.

    Und schau doch mal dei­nen Schrieb an! Über­all vor­aus­ei­lende Pa­ra­noia, in Be­zug auf die Ein­ord­nung des­sen, was du als dei­nen Stand­punkt be­trach­test, durch an­dere und Vor­ab­be­wer­tun­gen der Marke "ihr habt ja eh alle keine Ah­nung, wo­von ich ge­rade rede". Unmöglich.
    Wenn du ge­gen Ge­walt bist, dann ist doch al­les gut da müss­ten wir beide uns doch blen­dend ver­tra­gen. Also ent­we­der schei­tert das Ganze an dei­nem Ge­walt­be­griff oder aber du bist doch we­ni­ger ge­gen Ge­walt, als du hier glau­ben ma­chen willst.
    Eine Haus­be­set­zung ist selbst­ver­ständ­lich ein Ge­walt­akt, denn es wird gel­ten­des Recht ver­letzt (hier spricht das Wort schon Bände) und die­ser Übe­tritt wird ge­gen jene, die dem Recht wie­der zu sei­ner Gel­tung ver­hel­fen wol­len, zur Not auch ge­walt­sam ver­tei­digt (Fla­schen­würfe, Ran­ge­leien mit Polizei).
    Ge­nauso wird Recht ver­letzt, wenn man ent­ge­gen Recht und Ge­setz an­de­ren Men­schen ihr Recht auf De­mons­tra­ti­ons­frei­heit ver­wehrt. In je­dem Fall wird hier Ge­walt aus­ge­übt in der Form, dass Volks­ge­walt sich un­recht­mä­ßig über die Staats­ge­walt erhebt.

  44. "Ge­nauso wird Recht ver­letzt, wenn man ent­ge­gen Recht und Ge­setz an­de­ren Men­schen ihr Recht auf De­mons­tra­ti­ons­frei­heit ver­wehrt." Das Recht gilt für beide Sei­ten und Sitz­blo­cka­den sind sehr wohl (siehe Link) eine recht­li­che Grauzone.

  45. An­tifa:

    "Das Recht gilt für beide Sei­ten" – GENAU! Und warum ach­ten es die Blo­ckie­rer dann nicht? Wel­ches Grund­recht musste denn ver­tei­digt wer­den? Grau­zone hin oder her, es dient doch al­lein der Pro­fi­lie­rung, den Rech­ten eine ver­pas­sen zu wol­len. Kein hö­he­rer, ra­tio­na­ler ge­sell­schaft­li­cher Zweck wird da­durch be­dient. Im Ge­gen­teil, es ver­ur­sacht ei­nen um­fang­rei­chen Po­li­zei­ein­satz, der den Steu­er­zah­ler je­des Jahr Mil­lio­nen kostet.
    Pro­fi­tie­ren tut da­von al­lein das Ego der Blo­ckie­rer, an die­sem Tag ei­nen "Sieg" da­von­ge­tra­gen zu ha­ben. Sorry, aber da­für fehlt mir ein­fach jeg­li­ches Verständnis.

  46. Das »Recht auf De­mons­tra­ti­ons­frei­heit« gilt üb­ri­gens ers­tens grund­sätz­lich für alle po­li­ti­schen Kräfte. Und zwei­tens nicht es nicht ab­so­lut, denn un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen kann eine De­mons­tra­tion nicht durch­ge­führt wer­den oder nicht am ge­wünsch­ten Ort durch­ge­führt werden. 

    Wenn zwei In­ter­es­sen mit­ein­an­der kol­li­die­ren, zum Bei­spiel das In­ter­esse an der De­mons­tra­tion und das In­ter­esse am Ver­hin­dern der De­mons­tra­tion, dann muss zwi­schen die­sen bei­den In­ter­es­sen ab­ge­wo­gen werden. 

    Ich will die De­batte um den 13. Fe­bruar jetzt nicht neu be­gin­nen. Aber es ist klar, dass man Dei­nen Satz

    Ge­nauso wird Recht ver­letzt, wenn man ent­ge­gen Recht und Ge­setz an­de­ren Men­schen ihr Recht auf De­mons­tra­ti­ons­frei­heit verwehrt.

    nicht so ab­so­lut ste­hen las­sen kann. Denn ganz ohne Ver­weh­ren geht's eben manch­mal nicht.

  47. Ste­fa­no­lix:

    Ich denke, der Pas­sus "wenn man ent­ge­gen Recht und Ge­setz an­de­ren Men­schen ihr Recht … ver­wehrt" ver­weist ja ge­rade auf jene Fälle, in de­nen das Ver­weh­ren des De­mons­tra­ti­ons­rech­tes im Rah­men deut­schen Rech­tes stattfindet.

  48. an @ : was soll denn die ent­schul­di­gung bei jane, pein­lich, unnötig…
    und was hat es ge­bracht? die bei ihr üb­li­chen per­söhn­li­chen an­griffe. sind für sie na­tür­lich keine.
    ge­nau wie: ich lasse jede sicht­weise zu, hihi, aber es muß schon meine sein…

  49. Dank an "In­for­ma­tion" für die Information ;)
    Wenn ich es ir­gend­wie ein­rich­ten kann, werde ich an die­ser Dis­kus­si­ons­runde teil­neh­men. Und wenn sie über nur ein Fünk­chen je­ner Cou­rage und In­ter­esse an tat­säch­lich sach­li­chem Dis­kurs ver­fü­gen, den sie hier so höh­nisch vor­ge­ben, wäh­rend sie an­de­ren sel­bi­ges ab­spre­chen, dann er­warte ich leni und @ auch dort. Ich bin dann die mit der ro­ten Ge­werk­schaf­ter­nelke am Revers.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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