Plättbrett und Polizei

Da steht ein Plättbrett auf der Schiene. Foto: Youssef Safwan

Da steht ein Plättbrett auf der Schiene. Foto: Youssef Safwan

Gestern Abend an der Ecke mit den vielen Namen. Mitten auf den Schienen steht ein Plättbrett. Liebe Jünglinge, auf einem solchen Gerät bügelt eure Mami eure Untertrikotagen. Aber was soll das Brett an der sozialen Ecke? Und warum steht da eine Bierflasche drauf?

Sekunden später kommt Bewegung in die Szenerie. Junge Menschen in über­wiegend ungebügelten Kleidungsstücken treten heran. Das Plättbrett als Tresen-Ersatz. Stammtisch-Geschwätz statt Bügelfalte.

Bügel-Gespräche an der schiefen Ecke. Foto: Youssef Safwan

Bügel-Gespräche an der schiefen Ecke. Foto: Youssef Safwan

Doch nun naht die gelbe Gefahr. Die Straßenbahn traut sich nicht aus den Gleisen und klingelt die Plättbrett-Trinker beiseite.
Schnell weg, die Bahn kommt. Foto: Youssef Safwan

Schnell weg, die Bahn kommt. Foto: Youssef Safwan

So ein transportabler Tresen hat seine Vorteile, etwas abseits wird er wieder aufgestellt und das fröhliche Bügel-Trinken kann weiter gehen.

Gemütlicher Trinken ohne Bahnstörungen - Foto: Youssef Safwan

Gemütlicher Trinken ohne Bahnstörungen – Foto: Youssef Safwan

Bleibt als Frage im Raum, was kommt als Nächstes? Nach Straßenbahn­streicheln und -treten war kürzlich Ampel-Schaukeln angesagt, nun also Bügelbier. Zu späterer Stunde zeigte sich die Polizei in Hellblauhemden und schickte Ecken-Besucher auf das Trottoir. Da war das Plättbrett aber schon längst eingeklappt und weggeschafft.

Polizei mit mehr Präsenz

Polizei steht ab Mitternacht im Dunkeln.

Polizei steht ab Mitternacht im Dunkeln.

Szenenwechsel. Ein paar Meter weiter, am Betonplatz geraten ein paar junge Heißsporne aneinander. Ein Fahrrad fällt um, aggressive Worte in fremder Sprache werden gewechselt. Zwei Autos biegen ein, das Blaulicht leuchtet kurz. Uniformierte bringen die Situation wieder unter Kontrolle. Doch als sie gerade die Personalien aufnehmen, wird es dunkel. Punkt Mitternacht wird in Dresden jede zweite Straßen-Leuchte ausgeknipst. Ob das hier am Platz so eine gute Idee ist?

Der Polizeipräsident hat mehr Präsenz angekündigt, die ist nun da, wäre doch schön, wenn die Beamten auch gute Sicht hätten. Der deeskalierende Regen unterstützt sie an diesem Abend jedenfalls. Bis jetzt sind noch keine neuen Grusel-Meldungen über Straftaten eingetrudelt.

Und noch eine gute Nachricht: Der Jungesellenabschiedsmagnet namens Ronny’s Ranch ist wohl wieder zu. Die Facebook-Site ist gelöscht und die Bar hatte gestern auch nicht auf. Mal sehen, was dort als nächstes kommt.

War noch was? Ach ja, ein Horst für Vögel eröffnete. Unbezahlbar das Gefühl mit einem leckeren Lößnitz-Pils dort vor der Tür zu stehen. Übrigens einen Pfandring habe ich nicht vermisst, kaum war der letzte Schluck gelehrt, wurde mir die Flasche mit erfahrener Hand entwunden.

Ein Horst für die Neustadt.

Ein Horst für die Neustadt.

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30 Kommentare zu “Plättbrett und Polizei

  1. 17. September 2016 at 22:16

    „Unbezahlbar das Gefühl mit einem leckeren Lößnitz-Pils dort vor der Tür zu stehen“

    Mmhjaa oder mit einem leckeren Augustiner Edelstoff, einem guten Staro, einem herben Jever oder notfalls auch einem schnellen Sterni.

  2. Marius
    17. September 2016 at 22:23

    Göttliches Zitat mit dem Lößnitz :D

  3. 17. September 2016 at 23:17

    das von mir bevorzugte „Böhmisch Brauhaus“ war grad ni zur Hand.

  4. Karsten
    17. September 2016 at 23:51

    Sehr schön zu lesen, der Artikel, find ich. Super geschrieben.

    Ach so, ja. Ich hab grad ein herbes Jever. Im Assi-Eck meines Wohnzimmers. Draußen gibt’s Regen, glaub ich…. :-)

  5. Insider
    18. September 2016 at 00:53

    Wo zum Teufel steht hier 1 Plättbrett AUF den Schienen ?
    Und: Wissen die jungen Rüpel von heute eigentlich `was
    1 Plättbrett ist ? :-)
    Die heutigen FDJ`ler sind doch nur noch besoffen,
    sie kiffen und haben keinen Respekt vor Straßenbahnen,
    älteren Mitbürgern & Frauen ü. 40 :-)
    Ich habe fertig. Für heute.

    I.

  6. 18. September 2016 at 08:50

    Na gut, dann eben „zwischen“ den Schienen, „auf“ klingt aber schöner.

  7. Tamara Koiber
    18. September 2016 at 09:26

    Wenn man vor lauter Dussligkeit nicht weiss was man macht, stellt man ein Bügelbrett auf/neben die Schienen. Und glaubt das ist cool und toll und macht was her. Dummheit hoch drei.

  8. Malwin
    18. September 2016 at 10:44

    Schön wie hier Rufmord begangen wird:

    …“Und noch eine gute Nachricht: Der Jungesellenabschiedsmagnet namens Ronny’s Ranch ist wohl wieder zu. Die Facebook-Site ist gelöscht und die Bar hatte gestern auch nicht auf. Mal sehen, was dort als nächstes kommt. „…

    Hat weder zu noch ist die facebook Seite gelöscht! Die fcebook Seite ist nur kurz wegen Umbau offline geschaltet.

    Aber immer schön hier Hetzen Herr Frienert.

  9. 18. September 2016 at 11:06

    Am Freitag Abend war zu … und wenn man ne FB-Site umbauen will, gibt’s bessere Variante als die Seite komplett zu schließen.

    Kein Rufmord, nur Tatsachen.

  10. Malwin
    18. September 2016 at 11:35

    “ Die Facebook-Site ist gelöscht“ ist eine Behauptung die einfach erstunken und erlogen ist. Die Seite befindet sich einfach im offline Modus und wie jemand seine facebook Seite umbaut geht dich doch gar nichts an. Und nur weil mal 1 oder 2 Tage zu ist, ist nicht gleich der ganze laden zu.

    ELENDER HETZER

  11. 18. September 2016 at 12:58

    Hm, so richtig kann ich den Unterschied zwischen gelöscht und offline-Modus nicht erkennen. https://www.facebook.com/ronnysranch/

    Aber dass Du mich als „elender Hetzer“ bezeichnest, ist meines Erachtens strafbar nach Paragraph 185 StGB. Ich werde meinen Anwalt verständigen.

    Beste Grüße.

  12. Mirko
    18. September 2016 at 13:28

    Lustig. Der ganze Artikel. Aber Ironie und Satire sind bekanntermaßen nicht jedermanns Ding. Anyway, wie wär’s denn mal mit ’nem Poll.

    Welche dieser Einrichtungen sollte besser umziehen in die Altstadt? Und dann eine Liste aller in 01099 befindlichen Versorger. Das wär lustig :)

  13. Tom
    18. September 2016 at 13:49

    @Anton Launer
    Mensch Altpunk Jan-Antons launiger Frintert:
    Dünnhäutiger, dickbäuchiger?
    Dass sich das Niveau des Geflüsters hier zeitweilig grottig entwickelte und dieser Zustand es vielen AltlesernInnen verleidet, hier noch mit Genuss zu lesen oder zu kommentieren, liegt nicht an Dir und wird Dich hoffentlich nicht abschrecken, weiter zu schreiben.
    Allerdings ist Deine Reaktion, hier sofort mit Paragraphen und „Deinem Anwalt“ zu drohen, erschreckend peinlich und passt besser nach Mockritz oder an den Elbhang, als in ein Neustadt-Blog…
    „So tief musst Du Dich doch garnicht bücken!“
    Wir sollten uns hüten, schlimmer als die damals unhumorig-paragraphenkeulenden „Wessis“ zu werden… (auch wenn ich zuweilen sogar innerhalb der Nachbarschaft diese Tendenz denke, weil die „netten Rücksichtslosen“ perfide und unerträglich sind…)

  14. 18. September 2016 at 14:03

    @Tom: Es gibt so Tage, an denen die Haut tatsächlich dünner ist.

  15. SHARP
    18. September 2016 at 14:41

    Anton, lass diesen Typen mit dem Nick „Malwin“ einfach quatschen, mit seinem verwendeten Vokabular hat er sich doch schon disqualifiziert… Ich kann da Tom nur beipflichten, weiß aber genauso gut um die weniger abgeklärten Tage ;-)

    Ansonsten ist Mirkos Vorschlag sicher mehr als nur einen flüchtigen Gedanken wert, das wäre einfach nur cool und lustig :-)

  16. Rolf
    18. September 2016 at 15:36

    Der Name “ Ronny’s Ranch“ ist Rufmord !

  17. Kleiner Malwin
    18. September 2016 at 15:49

    Der Andy Pönicke hat ja schon viele geile Clubs in DD…der hat auch viele geile Anwälte…. also las meinen bruder Malwin einfach in Ruhe spielen,,,,THX

  18. Karsten
    18. September 2016 at 18:20

    Mönnösch. Dann schreibt doch „auf dem Gleis“. Selbiges besteht aus 2 Schienen. Hin und wieder redet man auch von „Gleisen“, was hier aber falsch wäre, da es an dieser Stelle, leicht erkennbar, nur eins gibt.
    Und ja, Plättbrett ist Oma. Ich kenne es als Bügelbrett. Trotzdem hat der Insider nicht ganz unrecht. Ich staune sogar, dass sie es geschafft haben, das Teil überhaupt unfallfrei aufzustellen. Und dann tatsächlich noch mit oben nach oben und unten nach unten.
    Mahlzeit.

  19. Eckhard E. Hildebrandt
    19. September 2016 at 00:47

    Hey, wo bleibt denn der tolle Neustadt-Humor?! Hoffentlich bleibt er nicht AUF oder ZWISCHEN oder NEBEN den Gleisen, schon gar nicht AUF der Strecke!!!!! :-) Guten Durst weiterhin allen „Oma-Plättbrett-Stammtischheim-Besitz- (u.Gleisbesetz)ern“ mit dem leckeren Lößnitz-Pils!!! Hauptsache der Kopf ist dabei nicht entgleist….

    eumel

  20. Klahra
    19. September 2016 at 11:18

    Solch ein Pläättbräät auf das Gleisbrett zu stellen, ist einfach nur dämlich. Zu meiner Zeit hieß es noch Plättbrett und das Bügeleisen ganz einfach Plätte. Es wurde nicht gebügelt, sondern geplättet.

  21. Alauner
    19. September 2016 at 11:32

    Dann stammst du aber nicht aus Dresden oder?

  22. eumel
    19. September 2016 at 14:53

    Was so’n Pläätt-Brätt alles auslösen kann….. (von purem Lachkrampf bis anschwillenden K(r)ampfadern) Wissen das denn die Initiatoren dieser Aktion übehaupt???? Ob sie jemals in die Geschichtsbücher der Neustadt eingehen werden….???? (Aber ihr leckeres Lößnitz-Pils haben sie sich damit redlich verdient-!!!) Fragen über Fragen, die niemand beantwortet haben will. Ich bin schier gepläättettet!!!!
    Frohlockend an alle Freunde mit Sinn für noch mehr unsinnigen Humor,
    eumel

  23. Klahra
    19. September 2016 at 15:03

    Alauner:
    Nö, aus der schönen Oberlausitz und dort wird teilweise heute noch geplättet …

  24. Mirko
    20. September 2016 at 11:27

    Man kann auch vom bügeln geplättet sein

  25. kurt
    20. September 2016 at 15:44

    Also ich wees ni was alle mit dem Lößnitz haben, schmeckt zwar ni schlecht, aber verursacht schon nach dem 1 1/2sten ’nen Schädel. Bin wohl auch nicht der einziggste.

  26. Lucy
    20. September 2016 at 19:33

    EINZIGE!!!!!! *

    (sry das war men Grammatik-Tourette)

  27. Karsten
    20. September 2016 at 23:16

    Was isn ein Grammatik-Tourette? Sowas, wo man Tschuldigung nich mehr ausschreiben kann?

  28. kurt
    21. September 2016 at 00:47

    …und erfolgreich getriggert ;)

  29. Erpse
    23. September 2016 at 22:08

    Hahaha… zu bügeln ist das Ding also da? Na sowas muß einem ja auch erklärt werden!

    Ich dachte bisher, das sei ein mobiler Wickeltisch für kleine Hosenscheißer…

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