Mann mit Leimeimer geschlagen

Wie die Polizei soeben meldet, wurde gestern Abend ein 49-jähriger Mann auf der Königsbrücker Straße mit einem Leimeimer geschlagen. Der Mann hatte bemerkt, wie drei junge Männer an einer Hauswand ein Plakat mit einem Aufruf gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar ankleben wollten. Er sprach sie an und forderte sie auf dies zu unterlassen. Daraufhin nahm einer der Jugendlichen den Leimeimer und schlug auf den 49-Jährigen ein. Durch den Eimer wurde er im Gesicht und an der linken Hand verletzt. Der Leim beschmutzte dem Geschädigte die Kleidung. Die drei Täter entkamen unerkannt auf der Königsbrücker Straße in Richtung Bischofsweg.

36 Kommentare zu “Mann mit Leimeimer geschlagen

  1. man sollte sich den leim für die faschos aufheben!

    @Jane: mit „kleingeistigen Projekte“ meinst du hoffentlich nicht die plakataktion…

  2. Im Grunde hatte der 49-Jährige ja sogar Recht. Fragt sich nur, ob er auch so reagiert hätte, wäre es nicht um ein Plakat gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar gegangen.

  3. na klar ist das plakatieren nicht „erlaubt“ aber was geht denn mit dem? 49jahre alt und er hats immer noch nicht kapiert…naja…was soll man sagen?

  4. Someone Else:

    Doch, genau die meine ich. Schon die Tatsache, dass ich eine Aktion, bei der ein einzelner Aufmarsch von Neonazis auf jede erdenkliche Weise unterbunden werden soll, obgleich er zunächst genehmigt war, mit „nazifrei“ überschreibe, zeigt wenig gedankliche Tiefe.
    Es suggeriert ja, dass die Stadt mit dieser Aktion auf einmal frei von Nazis wäre, was natürlich Blödsinn ist.

    Diese Leute sollten sich besser Kindern aus sozial schwachen Familien und Brennpunkten Geschichten vorlesen, helfen, ihnen eine Zukunft zu geben, statt lediglich medienwirksam gegen die erwachsenen Resultate verfehlter Sozialpolitik anzustürmen.

  5. Ihr glaub doch nicht im Ernst, dass der die nur angesprochen hat. Warum sollte denn jemand mit nem Leimeimer auf jemanden einschlagen. Wahrscheinlicher wird sein, dass sich gegenseitig gepöbelt wurde und sich die Stimmung aufgeschaukelt hat. Kann mir gut vorstellen, dass die nicht aufhören wollten zu plakatieren oder der versucht hat, während die plakatiert haben, die Plakate abzurupfen, oder sowas, und dann wurde sich rumgeschubst, und er hat dabei Leim abbekommen, die sicher selbst auf. Wie auch immer, wir kennen hier nur die story, die er der Polizei erzählt hat, und die klingt doch etwas unglaubwürdig.

  6. jane: natürlich wird den leuten klar sein das es weiter nazis in dresden gibt. und ansonsten scheinst du die ja nicht zu kennen, weißt also nichts über ihre sozialen zusammenhänge und sonstigen politischen und sozialen arbeit!

    wer sonst nicht nur vorm rechner sitzen will oder sich mit den aufrufen befassen will, hier die seiten der vorbereitungskreise.
    die ich auch nicht in allen teilen gut find.
    dresden1302.noblogs.org
    venceremos.antifa.net
    dresden-nazifrei.com

  7. Na Jane, mit der Erklärung machst du es dir aber allzu einfach. Du beklagst wenig Weitsicht, aber deine Erklärung ist ja wohl kein Deut besser. Das man mit Demonstrationen nicht die Ursache beseitigt, weiß jeder. Aber deswegen geht es ja um „Zeichen setzen“ – und da ist „Nazifrei“ für ein Plakat ein gutes Wort: kurz, prägnant und bringt es einfach auf den Punkt.

    Punkt.

  8. Ein ‚Zeichen‘ wurde dem Mann auf jeden Fall gesetzt. Wahrscheinlich sollten die Täter noch stolz drauf sein, was Bob? Prima Idee, solche Zeichen zu setzen….

  9. Achtung: Ich bezweifele den Wahrheitsgehalt dieser Polizeimeldung!
    Mir hat man diesen Sachverhalt komplett andersrum erzählt…

  10. typisch Deutsch, jetzt wird wieder über die Bedeutung und Sinn einzelner Worte oder Formulierungen diskutiert… aber einfach mal spontan sein und das machen was man denkt geht wohl nicht?
    Wollen wir Nazis Demos? nein, also einfach rausgehen wie viele andere und etwas dagegen unternehmen. Ob nun nazifrei oder nazibrei, dumpfbacken… hauptsache sie merken das sie hier nicht erwünscht sind. Das hat woanders auch funktioniert.

  11. „Nazifrei“ ist ein Wort, das für eine Form der Utopie steht, so viel ist ja klar. Aber gerade das ist es, was seine Verwendung meiner Meinung nach rechtfertigt. Aber trotz allem gilt: Wortverwendungsdiskussionen haben noch niemals irgendetwas verhindert – außer nachhaltige Aktivitäten. Lieber ein Zeichen setzen, als sich in Analysen verlieren, wann welches Wort gut oder schlecht zu verwenden ist, gerade in diesem Kontext. Genau darauf spekulieren ja die ganzen „Einfachdenker“, welche sich vorm Bahnhof Neustadt (!!!) zusammenfinden werden: auf die sich selber nicht einig werdende Gegenseite. Und diese Gegenseite besteht ja aus allen, die ein halbwegs realistisches Geschichtsdenken besitzen. „Nazifrei“ ist ein wunderbares Wort. Und in diesem Fall hilft es enorm dabei, sich eindeutig und unmißverstädnlich zu positionieren.

  12. LÜÜÜÜÜÜÜGE !!!

    Egal ob plakatieren gut oder schlecht ist. Ich bin Augenzeugin gewesen. Der Mann hat zunächst den
    Eimer der Plakatierer umgetreten und nach den Jugendlichen
    geworfen. Er hat einen der Jugendlichen am Kopf verletzt.
    Sollte froh sein, dass die nicht Anzeige erstatten…

    Der Mann, wo sich alles abgespielt hat, hat den Jugendlichen auch Rechte Parolen hinterhergerufen.

  13. (3 Unerwachsene haben sich pubertär benommen).
    Es ist ein Plakat. Es soll kurz und klar ansprechen.
    Es kann nicht 100%ig ausgeklügelt werden und es ist ein Kompromiß der Beteiligten.
    Kleingeistig scheint schon mal eure Gewaltdefinition zu sein.
    Legale Mittel- neues Versammlungsgesetz in Sachsen? Wunsiedel
    konnte es besser.
    Hoffen wir weiter auf legale Mittel!
    Bitten wir darum.

  14. Möchte gern noch etwas zur Ausgangssituation sagen:
    Die Plakate waren doch Anlaß zu Hausdurchsuchungen in Berlin und DD sowie für eingeleitete Ermittlungsverfahren. Zitat d. Staatsanwaltschaft:“wir möchten etwas über die Leute erfahren die hinter dem Aufruf stehen“. (Zum Glück wehrt sich unsere Demokratie ;-)
    In DD hat vergangene Woche dieser Patrik Schreiber (CDU) Anzeige gestellt weil diese Plakate (von seinen polit. Konkurrenten der Linken) u.a. an einen Lampenmast geklebt wurden.

  15. Wenn wir mal ganz sachlich über die Sache nachdenken, dann wissen wir, dass auch eine Demonstration nicht ansatzweise auch nur ein Fleckchen Dresden “nazifrei” bekommen wird, der das vorher noch nicht war.
    Das Motto geht an der Realität vorbei – eine Menge “angry young people” feiert sich bei solchen Events vielmehr in der kollektiven Beruhigung eines schlechten Gefühls, das man wegen des Naziproblems hat.
    Warum muss man derartige “Zeichen setzen”? Muss ich denn Angst haben, dass mich irgendwer anderenfalls für einen Sympathisanten der Nazi-Szene hält? Da wäre dann ja wohl schwer was nicht in Ordnung.

  16. Liebe Jane,

    wie ich bereits geschrieben habe, enthält das Wort „nazifrei“, welches Du so ganz unmöglich findest, die Utopie eines von Nazis freien Dresdens. Das wird es niemals geben. Einverstanden.

    Zeichen setzen bedeutet nun wiederum eine Aktion, die nicht zuletzt auch überregional wahrgenommen werden wird. Wenn es in einer Stadt wie Dresden dazu kommen kann, dass ideologische Nachfolger eines auf Vernichtung ausgelegten Systems sich auf einem Platz, der selbst Ausgangspunkt von Deportationen war, versammeln dürfen, dann sollte man meiner Meinung nach schnellstens etwas dagegen tun, und wenn es die Unmutsäußerung dagegen ist. Ich erinnere hier gleich noch einmal an den unsäglichen Naziaufmarsch vor ein paar Jahren, welchen die Stadt an der Synagoge vorbeilaufen ließ… Ich denke nicht, dass sich die Leute auf einer Gegen-Demonstration lediglich selber feiern, indem sie ihr schlechtes Gewissen erleichtern… Das ist eine ziemlich dreiste Unterstellung. „Angry young people“ haben außerdem heutzutage eher weniger Probleme mit Gewaltsystemen…

    Zum eigentlichen Thema: Es gibt auch Rentner, die einen vom Fahrrad schubsen, wenn man über die Augustusbrücke fährt. Es ist durchaus möglich, dass der 49jährige nicht ganz unbeteiligt war. Aber das müssen andere klären.

  17. Liebe(r) memo,

    Prinzipiell gibt es nichts dagegen zu sagen, „Zeichen zu setzen“, solange es friedlich bleibt und nicht darauf hinausläuft, den „Nazis aufs Maul“ zu schlagen, wie in diversen, sich selbst als antifaschistisch einstufenden Kreisen des Öfteren gefordert wird.
    Ein Zeichen kann ich auch setzen, ohne den Rechststaat infrage zu stellen, weil er Neonazis prinzipiell dieselben Rechte in Sachen Versammlungs- und Meinungsfreiheit einräumt, wie allen anderen Gesinnungen. Es gibt jedes Jahr auch Demos von Linksextremisten, die quasi eine erneute Bombardierung Dresdens und den Abriss der Frauenkirche fordern. Dass dies alles möglich ist, bedeutet gelebte Demokratie, dass diese Randgruppen die Mehrheit nicht mit sich zu reißen in der Lage sind, obwohl sie demonstrieren dürfen, spricht für die insgesamte Stabilität der deutschen Demokratie.
    Und gerade was die Verlegung der Kundgebung an den Neustädter Bahnhof betrifft, gebe ich dir völlig Recht. Unmutsäußerungen? Ich bin dabei – aber doch nicht in Richtung der Nazis (die wollen sicherlich lieber in der Stadt marschieren), sondern an die Adresse der Richtigen: nämlich der Verantwortlichen der Stadt!

  18. P.S.: Es gibt auch jugendliche Radfahrer, die einen auf dem Fußweg fast umfahren, wenn man nicht schnell genug zur Seite springt ;)
    Ich habe lediglich meine Zweifel an der geschilderten „Zeugenaussage“ geäußert, weil es mir doch ziemlich schleierhaft ist, weshalb geschlagene Opfer anschließend die Flucht ergreifen sollten, während der Täter die Polizei informiert.

  19. jane: vielleicht wollten die nicht ihre personalien zeigen müssen? (plakatieren)
    das in der neustadt nicht noch mehr nazis rumlaufen und leute bedrohen oder gar angreifen, liegt bestimmt nicht an irgendwie immer von gewaltfrei labernden leuten sondern daran das es welche gibt die denen notfalls auch aufs maul hauen! NAM

  20. Leni hat allerdings recht! Wohne seit 89 hier, kenne Leute aus dem ganzen Spektrum und kann es bestätigen.

  21. Ich und du:

    Und was soll das jetzt beweisen? Ich wohne seit 79 hier, bin hier mit kurzer Unterbrechung aufgewachsen – hab ich deshalb die Deutungshoheit gepachtet?

    Insgesamt fällt es mir schwer, mit jemandem zu diskutieren, der sich solch erschreckender Gewaltverherrlichung bedient und die gewaltbereiten Chaoten dann quasi auch noch zu „Rettern des Viertels“ erhebt, wie Leni und einige andere. Da fehlt mir irgendwie jedweder Bezug zur Realität und vor allem fehlt es an Vernunft.

    Warum sollten Opfer etwas dagegen haben, ihre Personalien zu zeigen? Und welches Interesse sollte ein Täter haben, sich freiwillig die Polizei auf den Hals zu hetzen?
    Warum nur sind alle immer Nazis, die die Methoden mancher selbsternannter Antifaschisten nicht gutheißen? Diese ganze bescheuerte wilde Plakatiererei hat in der Neustadt derartige Ausmaße angenommen, dass es einfach nicht mehr schön ist. Wer macht die Dinger letzten Endes ab? 1-Euro-Jobber auf Kosten des Steuerzahlers, wenn die Plakatschicht so dick geworden ist, dass halbe Bücher an Hauswändern kleben und langsam runterblättern! Das geht bei den Graffiti weiter und endet bei handfesten Randalen, die ich im Zuge des 13.2. schon wieder vorprogrammiert sehe.

    Wer auf die Aufforderung hin, illegale Plakatiererei zu unterlassen, den Kritiker mit dem Leimeimer versohlt, der schlägt auch U-Bahn-Fahrer nieder, die dazu auffordern, doch bitte fremde Kinder nicht zu belästigen.

  22. jane:
    es macht wirklich keinen sinn mit dir zu diskutieren. rechthaberich und argumente verdrehen oder net drauf eingehen. und da mein ich viele komentare von dir.
    zum letzten:warum sollten opfer ihre personalien nicht zeigen und dann weiter unten, illegale plakatiererei – he?
    und wie du dann von plakatiererei und leimeimer auf niederschlagen von u-bahnfarer kommst ist ekelig.
    ich bin hier auch aufgewachsen und über 40, hab leider schon viele nazis im viertel erlebt und nicht von rettern des viertels gesprochen.

  23. Leni:

    1. Welche Argumente hast du denn gebracht, die ich hätte verdrehen oder ignorieren können?

    2. Bevor ich eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung riskiere, riskiere ich in aller Regel lieber ein Platzverbot wegen illegalen Plakatierens. Das steht glaube ich in keinem Verhältnis. Und wenn schon illegale Plakatierer Angst vor der Polizei haben und deshalb keine Anzeige erstatten, wieso tut das dann einer, der angeblich sogar zuvor Jugendliche mit einem Leimeimer geschlagen haben soll?

    Das sind Argumente, die ich hier bislang sehr sachlich vorgetragen hatte, die aber von dir mit einem aggressiven Gassen-Jargon gekontert werden, dass es einem vergeht, sorry.

    4. „das in der neustadt nicht noch mehr nazis rumlaufen und leute bedrohen oder gar angreifen, liegt bestimmt nicht an irgendwie immer von gewaltfrei labernden leuten sondern daran das es welche gibt die denen notfalls auch aufs maul hauen!“

    Das waren deine Worte. Du implizierst hier, dass die Neustadt heute ein echtes Naziproblem hätte, gäbe es nicht jene Leute, die denen gerne mal eins aufs Maul hauen. Das entspricht im übertragenen Sinne genau dem, was ich über die „Retter des Viertels“ schrieb. Du wirst dich schon an dem messen lassen müssen, was du hier schreibst.

    3. Das verbindende Element hinsichtlich des Vergleiches von mit Leimeimern um sich werfenden Jugendlichen und solchen, die Leute in U-Bahnhöfen niederschlagen, lautet: Gewaltbereitschaft. Gewalt als ultimatives Mittel der Konfliktlösung, wenn ich mich durch irgendwen kritisiert und angegriffen fühle. In beiden Fällen schreitet jemand bei einer offensichtlich rechtswidrigen Tat ein – und bezahlt dafür mit Prügel. Wer das nicht versteht, der ist entweder nicht fähig, oder aber nicht gewillt.

  24. Ich denke, es gibt noch eine Gemeinsamkeit: beide erkennen den Rechtsstaat nicht an. Beide schaffen sich ihre eigene Legitimation, um Gewalt ausüben zu können.

  25. Off Topic gemeint übrigens: @Stefanolix, Jane,
    – es gibt die gesetzliche Legitimation von Gewalt,
    diese Gewalt akzeptierst du (sog. Rechtsstaat).
    Es gibt auch eine moralische Legitimation für Gewalt, und
    im Idealfall bestehen beide wenn z.B. der Staat sein Monopol ausübt.
    Oft fehlt aber in einem Fall eine der beiden Legitimationen.
    Gewalt kann nötig sein.

  26. Gewalt kann in Notwehrsituationen geboten sein. Aber es darf keinesfalls Gewalt nur aufgrund von Meinungsäußerungen angewendet werden.

    Die Rechtsextremen halten sich vor dem 13. Februar bedeckt und wahren noch den äußeren Schein. Rechtsextreme kann man politisch nur anhand der Wahlplakate von NPD & Co. einordnen, auf denen ja kaum verhüllt gegen die Demokratie und gegen Ausländer gehetzt wurde. Übel. Aber solange wir Meinungsfreiheit haben, muss man ihnen wohl mit Argumenten begegnen, solange sie gegen kein Gesetz verstoßen. Und wenn sie das tun, gibt es immer noch das Gewaltmonopol des Staates.

  27. Gewalt ist so lange legitim, wie sie durch den Rechtsstaat legitimiert wird. Z.B. in Form von Notwehr, wie Stefan schon richtig anmerkte, oder aber zum Zwecke der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung.
    Eine genehmigte Demo verstößt nicht gegen die öffentliche Ordnung, eine gewaltsame, nicht genehmigte Gegenaktion hingegen schon.
    In einem Staat, der die Meinungsfreiheit auf den Fahnen stehen hat, muss es zumindest jedem möglich sein, diese zu äußern. Im Falle von rechtswidrigen Verstößen (z.B. Volksverhetzung) besteht immer noch die Möglichkeit der Ahndung.
    Jemandem aber bereits gewaltsam verbieten zu wollen, seine Meinung überhaupt zu äußern, ist undemokratisch, selbst, wenn diese Meinung selbst gegen demokratische Werte gerichtet ist.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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