Freiraum Elbtal wird geräumt

Polizisten führen einen Blockierer ab.
Polizisten führen einen Blockierer ab.
Seit 9 Uhr räumt und sichert die Dresdner Polizei das Gelände „Freiraum Elbtal“. Ab etwa 7 Uhr hatten sich die Bewohner, Mitglieder des Vereins und etliche Unterstützer am Puschkin-Platz und vor dem Eingang des Geländes versammelt, um gegen die Räumung zu protestieren. Zur Stunde befinden sich noch etwa 100 Personen auf dem Gelände. Revierleiter Thomas Wurche informierte die Anwesenden darüber, dass Hausfriedensbruch eine Straftat ist.

Vor der Räumung wärmen sich Aktivisten an einer Feuertonne.
Vor der Räumung wärmen sich Aktivisten an einer Feuertonne.

Ein kleiner Umweg verhindert größere Auseinandersetzungen am Haupteingang.
Ein kleiner Umweg verhindert größere Auseinandersetzungen am Haupteingang.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem romantischen Sonnenaufgang hatten sich am frühen Morgen etwas mehr als 100 Personen um das Geländer herum versammelt. Künstler malten, Suppe wurde ausgeschenkt, Musik war zu hören. Der Termin für die Räumung durch den Gerichtsvollzieher war um 8 Uhr angesetzt.

Die Polizei schiebt Blockierer beiseite.
Die Polizei schiebt Blockierer beiseite.

Der war dann auch pünktlich vor Ort, ebenso wie die Polizei. Doch ein direkter Zugang zum Gelände war nicht möglich, die Aktivisten hatten das Tor verschlossen und sich auf alten Sofas davor platziert. Gerichtsvollzieher und Polizei sondierten die Lage. Um 9 Uhr rückten schwere Einsatzkräfte vor, drängten die Protestierenden ein wenig beiseite und verschafften sich neben dem eigentlichen Eingang durch einen Zaun Zugang zum vorderen Teil des Geländes. Ca. 20 bis 30 Polizisten verteilten sich im Gelände, während der Grundstücksverwalter mit einem Schlosser anrückte und die Türen des Vorderhauses sicherte.

Einige Personen besetzten im hinteren Bereich der Häuser die Dächer.
Einige Personen besetzten im hinteren Bereich der Häuser die Dächer.

Währenddessen versammelten sich auf den Dächern der hinteren Häuser einige junge Leute. Ab 10 Uhr räumt die Polizei systematisch Gebäude für Gebäude. Bislang ist die Situation angespannt, aber friedlich.

Hintergrund: Der Verein „Freiraum Elbtal“ hatte das Gelände von der Erbengemeinschaft Grumbt gepachtet. Die will das Grundstück an die Dresden Bau GmbH verkaufen, die dort Wohnhäuser errichten will. Das Projekt „Marina Garden“ wartet derzeit auf die Baugenehmigung (Neustadt-Geflüster vom 11. Februar 2015)


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Nachtrag: Ab den Mittagsstunden wurden die Nebengebäude auf dem Gelände mit einem Bagger abgerissen. Die Polizei meldete am Nachmittag von ihrem Einsatz: „35 Personen hielten sich bis zum Nachmittag auf dem Dach eines Gebäudes auf dem Grundstück auf. Einige von ihnen verließen das Dach selbstständig. Die verbliebenen Personen wurden mit Unterstützung einer Feuerwehrdrehleiter von Dach gebracht.“ Insgesamt waren rund 100 Polizeibeamte im Einsatz. Nach bisherigen Erkenntnissen blieb der Protest friedlich.

Am Nachmittag wurden erste Gebäude abgerissen. Foto: W. Schenk menschen-in-dresden.de
Am Nachmittag wurden erste Gebäude abgerissen. Foto: W. Schenk menschen-in-dresden.de

53 Kommentare zu “Freiraum Elbtal wird geräumt

  1. Ich weiß nicht wie viele (gemeinnützige) Vereine es in Dresden gibt, aber es dürften mehrere hundert sein.

    Natürlich ist es legitim, dass der Freiraum Elbtal e.V. seine Interessen zu vertreten sucht, aber ich Sinne des Gleichheitsgrundsatzes wäre es fatal/ungerecht, einem einzigen Verein mit einem konkreten Platz/Raum zu versorgen, während alle anderen sich am freien Markt selber versorgen müssen. Genau diese Aussage bekam ein „Freiraum-Lobbyist“ in einer öffentlichen Einwohnerfragestunde im #staDDrat von der Stadtverwaltung.
    Immer wieder ist die Rede (in der Eigendarstellung des Vereines) davon, dass deren Kunst/Kultur unkommerzielle sei, dass die einen besonderen Freiraum für ALLE anbieten würden, einen kulturellen Mehrwert bieten würden …. und vieles mehr. Das mag alles stimmen… nur nachweisen lässt sich das eben nicht.
    Andere Vereine stellen Antäge auf (institutionelle oder Projekt-)Förderung, während sich der Freiraum Elbtal e.V. als Opfer des (Groß-)Kapitals hinstellt.
    Sind denn unter den 9000(!) Menschen, die ihre unterschrift für den Erhalt des Vereins auf dem Gelände geleistet haben, keine dabei, die bereits sind, auch nur einen Euro monatlich zu bezahlen, um ein anderes Gelände anzumieten?
    Offenbar endet deren „Zivilcourage“ am eigenen Geldbeutel.

    Lächerlicher als dieser Aufstand von Möchtegern-Anarchos ist nur noch das Verhalten von Teilen von Rot-Grün-Rot in und um den #staDDrat.

    Unter einem DNN-Artikel erdreistete sich doch tatsächlich ein Grundgesetz“liebhaber“ Satz 2 des Artikels 14 GG zu zitieren, nachdem „Eigentum verpflichtet“. Was der Schreiberling unterließ, war zu erwähnen, dass mit Satz 1 Eigentum überhaupt ermöglicht wird. Und wer Eigentum an einem Grundstück hat, kann damit eben erstmal das machen, was er will. So wenig einem das im konkreten Fall gefallen mag.

    Viele von den Freiraum-Groupies achten den Rechtsstaat nur so lange, wie er ihnen selbst Vorteile verschafft.

    Mit RGR hat die Wünsch-Dir-was-Demokratie in Dresden Einzug gehalten. Mal gucken, wie lange das gutgeht.

  2. Das Beispiel taugt überhaupt nicht für die „Die Partei, die Partei“. Im Gegenteil. Es ist gerade keine einparteienstaatliche Willkür, die diesen Fall entschieden hat sondern die konkrete Durchsetzung des Grundrechts der Erbengemeinschaft. Unabhängig ob’s einem gefällt oder nicht, dass jene dieses Grundrecht in diesem Ausmaß durchsetzen lassen kann.

  3. Die Räumung ist leider ein deutliches Signal. Jetzt Vermieter weiss jetzt, auf was er sich einstellen muss, wenn er solchen Leuten seine Immobilie zur Zwischennutzung überlässt. Da wundert es mich auch nicht, wenn die Freiräumler nichts neues finden.

  4. Ich könnte ein mittelaltes, esoterisch angehauchtes Möchtegern-Medium sehen, glaube aber nicht an so einen Quatsch.

    Du liegst falsch, ich mag bedruckte T-Shirts nicht, egal was draufsteht. Gilt auch für Beutel, Taschen, Jacken etc. und Parolen, Sprechchöre usw. im Allgemeinen, musst nicht nochmal in „Trance“ fallen.

  5. @Andreas: das habe ich auch gedacht, als ich gelesen habe, was da abgeht. Und ich plädiere dafür, dass man den Dachbesetzern den Feuerwehreinsatz in Rechnung stellt.

    Bei allem Verständnis für die Situation und auch bin der Auffassung, dass Künstler ihre Freiräume brauhen, aber irgendwann sollte man einfach mal erwachsen werden.

  6. wenn nur Einem der hier postet das Grundstück gehören würde, dessen Antwort hier kann ich mir gar nicht vorstellen.

    Alraune

  7. @Alraune usw:
    ja endlich wieder

    Ruhe und Ordnung: (http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1925/Ruhe+und+Ordnung)

    Wenn reiche Erben im schweizer Schnee

    jubeln – und sommers am Comer See –

    dann herrscht Ruhe.

    Wenn Gefahr besteht, daß sich Dinge wandeln,

    wenn verboten wird, mit dem Boden zu handeln –

    dann herrscht Unordnung.

    Die Hauptsache ist: Nicht auf Hungernde hören.

    Die Hauptsache ist: Nicht das Straßenbild stören.

    Nur nicht schrein.

    Mit der Zeit wird das schon.

    Alles bringt euch die Evolution.

    So hats euer Volksvertreter entdeckt.

    Seid ihr bis dahin alle verreckt?

    So wird man auf euern Gräbern doch lesen:

    sie sind immer ruhig und ordentlich gewesen.

    (Tucholsky 1925)

    90 Jahre her, immer noch so aktuell wie eh…

    Nochmal Tucholsky:

    Es scheint, daß gerade diese Vermögens- und Erwerbssphäre eine Geisteshaltung bedingt, die platt macht und hart, chauvinistisch aus Angst, herzlos aus Mangel an Horizont und roh aus Phantasielosigkeit. Darin unterscheidet sich der belgische Spießer nicht vom amerikanischen, deutsche nicht vom französischen…

  8. @Seldon: Was möchtest du uns denn mitteilen :)? Was wäre denn deine Vorstellung zum Freiraum unter den gegebenen Voraussetzungen?

  9. @ Seldon, die zeilen haben schon was,keine Frage- Da steht aber nix von legalisierter Verwahrlosung von Grundstücken und das man sich wie die Schweine benehnmen muß um IN zu sein. Nur darum geht es, denn man hatte ja einen Pachtvertrag. In vielen Städten sieht es eben auch so aus und das kann nur notorischen Chaoten wie z.B. Hamburger Hafenstrasse gefallen.

    Alraune

  10. @ Alraune:

    Verwahrlosung? Schweine? Chaoten? Die Schlagworte mit denen ich den Freiraum kennzeichnete wären allerdings: Mut und Kreativität (und vielleicht auch ein bisschen arrogante Naivität).

    Wenn die Urteile so unterschiedlich ist, frage ich mich, welche Wahrnehmungen zu solch unterschiedlichen Urteilen geführt hat. Ich vermute: ich war des öfteren auf dem Gelände des Freiraums und habe auch mit Leuten, die dort wohnten und arbeiteten, gefeiert und gesprochen und Sie, Alraune, nicht. Ist an der Vermutung was dran?

  11. @Richard:
    Ach ja, die „Oase“ auf der Kamenzer. Ich habe nie verstanden, warum darum so ein TamTam veranstaltet wurde, während zeitgleich, ohne jeglichen Protest, das ehemalige Lustgartengelände auf der Böhmischen mit einem Mini-Volvoghetto verunstaltet wurde.

  12. @toto: Nee nee, versuch‘ mal selber zu interpretieren!
    UNter den gegebenen Voraussetzungen sind die gegebenen Voraussetzungen in Frage zu stellen!
    @Alraune: Die Präferenzen sind halt unterschiedlich: 2cm Rasen oder bunte Wiese, geleckte Fassade oder lebendiger Innenraum, genormte Ausstattung oder Improvisation…Ich war des Öfteren dort, und es sieht dort keinesfalls aus wie ein Schweinestall. Sicher auch nicht wie bei Spiessers im Wohnzimmer. ES wurde gebaut, gewerkelt, gelebt, gefeiert. Der Alaunpark sieht jedenfalls nach gutbürgerlichen Wochenenden weit schlimmer aus!

  13. @ Torsten
    des Sommers fuhr ich täglich mit dem Rad vorbei, leider hat der übelste Geruch mich davon abgehalten mich näher als 20m heranzuwagen.

  14. feige ???, das ist echt drastisch und völlig daneben, klingt eher nach angepißt weil auf den Punkt getroffen.

  15. @ Alraune:

    Stimmt ‚feige‘ war daneben. Ich meinte: ignorant und feige.

    Zu ‚feige‘: Du bist hier anonym unterwegs. Deine herabwürdigenden Kommentare kosten Dich wieviel? Genau – 10 Sekunden tippen! Der Ruf und das öffentliche Bild von Menschen oder Gemeinschaften, die Du nach eigenem Bekennen nicht kennst und auch nicht kennen lernen willst, die Du jedoch als verwahrlosende Schweine oder Chaoten bezeichnest, wird dadurch geschädigt. Das ist feige Hetzerei, ein-Mann-BILD-Zeitung, whatever.

    Zu ‚ignorant‘: Neben dem Freiraum befindet sich das Eselnest. Das ist im Sommer durchaus Quelle von Gerüchen, die Manche als unangenehm bezeichnen würden. Wenn Du Eselnest und Freiraum nicht auseinanderhalten kannst, tja dann…

    So weit. Ich werde künftig nicht mehr mit dem Synonym „Alraune“ oder anderen Synonymen diskutieren, die anonym hetzen. Das Verhältnis zwischen deren Produktionskosten und meinen ist für mich einfach zu ungünstig. Wahrscheinlich sind das nur PEGIDA-Bots. (Scherz)

    Note to self: Gute Lektion für mich gewesen, nicht vergessen!

  16. @ Torsten: „Note to self: Gute Lektion für mich gewesen, nicht vergessen! “

    manche lernen eben erst später, aber immerhin.

    Ende des privaten Chats.

    Alraune

  17. @Alraune: Netter Abschlusspost, gefällt mir.

    Ich war selbst da gewesen, um mir die ‚Räumung‘ anzuschauen. War schön amüsant zu beobachten, wie die verwöhnten Vollkasko-Sorglos-Kids unter Mamis Sofa hervorgekrochen sind, und im begrenzten Rahmen einen auf Widerstand gemacht haben. Bin allerdings auch dafür, dass sie die Rechnung für Polizeieinsatz etc. zahlen. Wird wohl eine unerfüllte Hoffnung bleiben. Geändert hat das ganze allerdings auch nichts, aber wenigstens konnten alle mal bei schöne Wetter raus an die frische Luft. Die Krankenkasse freuts.

  18. @alraune + nurmalso: Worin liegt nun „eurer“ Vorteil, das Gelände nicht noch 2-3 Jahre bis zur Baureife nutzen zu können? Ist der Schutthaufen über Jahre ein schönerer Anblick für euch als ein „Freiraum für viele“ mit natürlich gewissem und gewolltem upfuck-charme?
    (Die 2-3 Jahre sind nahezu feststehend, vielleicht dauerts auch 4-5 Jahre, bevor jemand dort bauen darf.)

  19. @nepumuk: Glauben Sie denn wirklich, dass es in 2-3 bzw. 4-5 Jahren weniger Theater um die Räumung gegeben hätte bzw. der Freiraum freiwillig und ohne Lärm gegangen wäre?

  20. @nepumuk: Gar keiner, und ehrlich gesagt finde ich die Zubetonierung alles andere als ne gute Idee. Bescheuerter finde ich nur die Pseudo-Proteste, die nichts bringen, weil eh schon alle Messen gelesen sind. Die kosten nur Geld und sind unproduktiv. Da gehts doch vielen nur darum, das eigene Ego zu streicheln, weil man mal sagen kann, man hat was gemacht.

    Dass übrigens die gleichen Leute mehr oder weniger ‚zeitnah‘ auf dem Theaterplatz beim Flüchtlingscamp anzutreffen sind, bestätigt das nur noch. Es geht darum, Protest zu zelebrieren, anstatt was zu bewirken. Wenn einem was wirklich am Herzen liegt, wäre es vielleicht besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren und die durchzuziehen.

    Zeit wäre vorher besser investiert gewesen, wenn man politisch/über Vereine mehr Druck gemacht hätte, oder nette Ideen entwickelt/Spenden zusammengetrommelt etc., um ein gutes Gegenkonzept zu entwickeln, was mehrheitsfähig ist. Wenn einem das nicht gelungen ist, muss man es halt akzeptieren, sich eben mal nicht durchgesetzt zu haben. Dann hinterher ein bisschen protestieren ist einfach nur Unsinn.

  21. Jung schon, aber vielleicht mit weniger jugendlich-biologistischem Sensus für die Ungerechtigkeiten dieser Welt gesegnet.

    @ nurmalso: Wenn du Besetzung, Räumung, Abriss und Bebauung doof findest, was willst du dann eigentlich? Und wozu muss man durch Beifall für einen dummen Kommentar einen Stadtrat ins Zwielicht zerren, der hier nicht mal eine besondere Aufgabe hatte? Im Übrigen waren so einige Leute aus dem Stadtrat vor Ort, zB Thilo Wirtz, sogar junge Landtagsabgeordnete begehrten per Pass Zugang zum Gelände zwecks Kontrollfunktion beim Räumungsablauf. Diese Leute zeigten immerhin Präsenz und dafür besten Dank. Vielmehr war richtigerweise an dem finalen Tag auch nicht möglich. Hier gings nicht um gewalttätigen Widerstand, aber natürlich um ein Zeichen, daß es auch noch andere Inhalte in einer Gesellschaft geben kann.
    Ich vermute ja auch, daß die Freiraumler zuwenig Erfahrung oder Willen hatten, wie man einen guten Draht zum Eigentümer aufbaut, aber sich über die Art der Protestierer lustig zu machen, ist schon etwas abwegig. Als wäre es früher anderes gewesen. Im Prinzip wars ne friedliche Demo, mehr nicht. Was erwartest du von den Leuten? Randale wie zu den 68ern? Ausserdem sind wir hier in Dresden, da geht alles ruhiger und gemiedlischer über die Bühne als andernorts. Deine Aussagen wie „Pseudo-Protest“ bleiben inhaltsleer. Und: Wenn dir der Polizeieinsatz zu Schade war, dann kümmer dich doch bitte mal um Fußballspiele und diese lächerlichen „Spaziergänge“ neuerdings.
    Frau Töbi, die hier nur optionale Eigentümerin im Falle einer Baurechtserlangung ist, also erst dann zum Grundbuchamt stiefeln wird, hat bereits ausgesagt, daß es bis dahin keinen weiteren Abriss geben wird. Damit bleibt uns nun diese „Schutt-Furunkel im Stadtgefüge“ als Mahnmal heutiger Unvernunft, Gestreßtheit, Egozentrik und Entsolidarisierung – selbst den Mitbürgern im eigenen Stadtteil gegenüber. Alternative Stadtrundfahrten können nun hier vorbeiführen und deutlich machen, daß der Begriff „Gesellschaft“ heutzutage stets am eigenen Gartenzaun aufhört. Hier haben nun alle verloren und die blanke Unvernunft hat gesiegt. Dies abzuwenden war allerdings Aufgabe der letzten beiden Jahre und nicht Sache am Räumungstag.

    @ Martin Luther: Das kann ich nicht beurteilen, vielleicht so oder so. Möglicherweise hätte sich eine Etablierung des Freiraum ergeben – who knows.

  22. Eure Utopien, so ihr denn überhaupt noch irgendwas konkretes in der Richtung habt, richtet sich gegen die Lebensvorstellungen der Mehrheit der Bevölkerung hier bzw. geht an deren Problemen und Nöten vorbei. Daran sind schon die Staatssozialisten gescheitert und daran scheitern auch die heutigen Salonlinken.

    Ob Schuttfurunkel, Betonklotz oder versifftes Dreckloch mit „Kunst für alle“, alles der gleiche Dreck.

  23. @ Peter:
    Verschwende Deine Zeit nicht mit dem Stopfen solch zschertnitzer oder alrauniger nurmalso-Energielöcher. Die wandeln Deine Fragen direkt in schwarze Materie um.

    peAce ;)

  24. „Zeit wäre vorher besser investiert gewesen, wenn man politisch/über Vereine mehr Druck gemacht hätte, oder nette Ideen entwickelt/Spenden zusammengetrommelt etc., um ein gutes Gegenkonzept zu entwickeln, was mehrheitsfähig ist. Wenn einem das nicht gelungen ist, muss man es halt akzeptieren, sich eben mal nicht durchgesetzt zu haben. Dann hinterher ein bisschen protestieren ist einfach nur Unsinn.“

    Sehr schön getroffen. Und mit übersteigerten Selbstanspruch alternativer als alle anderen sein zu wollen, lassen sich auch wunderschön Defizite an Sozialkompetenz kaschieren ;)

    Es gibt massig Vereine in Dresden die bessere Arbeit leisten. Schade ist es um den Verein sicherlich nicht.

  25. Was die „Probleme und Nöte“ der Mehrheit sind, war noch nie wirklich relevant, sondern daß was die Wenigen an den Schaltstellen wollen und absegnen. Die „Mehrheit“ hält sich in selbstverschuldeter Desinformation und Unmündigkeit – das ist sogar menschlich, allzumenschlich, aber auch unschön und doof. Von „Lebensvorstellungen“ würde ich da nicht sprechen, es sind eher herrische Bedürfnisse oder dreiste Ansprüche des Mehrheitspöbels, die fast immer oder zumindest toleriert auf Kosten anderer gehen dürfen. Aber wie der Vorredner bereits feststellte ………

  26. Wer soll den diese Mehrheit sein? Man kann sich gern einreden, wie schlecht es unsere Gesellschaft gehen muss. Da kommen dann so Vorstellungen raus wie „Wenige an den Schaltstellen“ vs. „die Mehrheit“.

    Realistisch betrachtet ist es aber nicht so. Nur dass die Unzufriedenen sich gern in der Mehrzahl sehen, laut sind, und die anderen oder gar das System Schuld sind.

    Es lebt sich weit ehrlicher, wenn man mal sich selbst in die Schuld nimmt, statt immer woanders zu suchen.

  27. Dann formuliere ich es noch mal anders. Hier geht es um die Interessen einer kleinen, selbstverliebten Peergroup und daran ändert sich nichts, wenn man an alles einfach ein „… für alle!“ ranhängt.

  28. Ich finde, man hätte den Verein noch bis zur Bauvorbereitung machen lassen können. Es waren nun einmal alte Buden und ich fand, die hatten im Rahmen der Möglichkeiten etwas daraus gemacht. Somit hatten sie zumindest eine gewisse Sicherungsfunktion übernommen und die Standfestigkeit der Gebäude war halbwegs sichergestellt. Und ich finde das ist jetzt der eigentlich aktuelle Skandal: Mit dieser total kindischen ich-mach-mit-dem-Bagger-alles unbrauchbar-Aktion ist das ganze jetzt ein riesiger, schwer abzusichernder und lebensgefährlicher „Abenteuerspielplatz“. Ich maße mir zumindest geringfügige statische Kenntnisse an und behaupte, es ist keine gute Idee z.B. unter Deckenbalken die Stütze mal kurz wegzubaggern. Entweder ganz oder gar nicht! Wie will man Kinder von diesem Gelände fernhalten? Im Sachsenbad ist es übersichtlicher und war es immer besser abgesichert und ist trotzdem schief gegangen. Ich will ja nicht unken…..Das ist aber so kein akzeptabler Zustand!!

  29. „Hier geht es um die Interessen einer kleinen, selbstverliebten Peergroup und daran ändert sich nichts, wenn man an alles einfach ein “… für alle!” ranhängt.“

    Ich wusste gar nicht, dass Töberich sich oder ihre Firma Peergroup nennt.

  30. @Anton: Impliziert Deine rhetorische Frage, dass man den Kindern doch ein bisschen Unfug lassen soll? Oder dass zum jung sein Hausbesetzung und ein bisschen Polizeiaufmarsch gehört? Bei ersterem ist meine Antwort zustimmendes Lächeln, bei zweiterem lächelndes Kopfschütteln.

    @nepumuk: Deiner Mutmaßung, was ich doof finde, entnehme ich, dass Du meinen Post nicht richtig gelesen hast. Egal, gern beantworte ich es trotzdem: Besetzung – finde ich doof. Räumung nicht, nur doof, dass sie durch Besetzung notwendig wird. Abriss kann ich nicht beurteilen, weil ich die Bausubstanz nicht kenne oder was man draus machen könnte, so man denn wöllte. Bebauung finde ich auch nicht doof, nur die vorgeschlagene Variante. Sorry, undifferenzierter geht’s nicht.
    Polizeieinsätze, die für Fußballspiele oder Demos notwendig werden, finde ich auch doof. Hast übrigens die Aufmärsche von Linksextremisten in Deiner Aufzählung vergessen.

    Was ich sinnlos finde, ist diese ganze kleinbürgerliche Scheinaufregung. Veränderung gern, und Einsatz für Veränderung gern. Vieles sollte in unserer Gesellschaft verändert werden. Aber dann sollte das ganze in einer Art und Weise erfolgen, die erfolgversprechend ist. Mit so einer unsinnigen Aktivität wird man sicher keine nachhaltige Veränderung herbeiführen.

    Und was den Radweg angeht, das ist nur der nächste lächerliche Tanz im kleingeistigen Dresdner Hauen und Stechen. Was hier fehlt ist die mangelnde Bereitschaft zur Einigung, von allen Seiten. Hat man bei der Waldschlösschenbrücke gesehen, sieht man an der Köni, und hier wieder. Solange auf allen Seiten diese einbetonierte (teilweise ideologische) Verbohrtheit bestehen bleibt, und jeder sich mit Macht durchsetzen will, wird das Theater weitergehen. Sinnlos, Zeit- und Energieverschwendung.

  31. Na, das (Elberadweg wegbaggern) nenn‘ ich mal ein erwachsenes und zukunftsweisendes Verhalten. Mal gespannt, wann hier die Eigentumsverfechter vom „guten Recht“ des Eigentümers daherpalavern!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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