Mit Fliesen gegen das Wildpinkeln

Ortsamtsleiter André Barth, Schulleiter Olaf Böttger und der Projektleiter vom Gewerbe- und Kulturverein präsentieren: Die Fliese.
Ortsamtsleiter André Barth, Schulleiter Olaf Böttger und der Projektleiter vom Gewerbe- und Kulturverein präsentieren: Die Fliese.
Heute Vormittag haben drei Leiter bei reichlich Blitzlichtgewitter eine Fliese angebracht. Ortsamtsleiter André Barth, der Schulleiter der 15. Grundschule, Olaf Böttger und der Projektleiter des Gewerbe- und Kulturvereins (GUKV), Torsten Wiesener, präsentierten die erste Fliese, die vor Wildpinkeln schützen soll.

Fliesen werden im Sanitärbereich bekanntlich häufiger eingesetzt. In der Neustadt sind Fliesen in den vergangenen Jahren jedoch auch zu Kunstobjekten geworden. Auf diesen Trend sind nun Ortsamt und GUKV mit aufgesprungen. Eine stylische Fliese soll Wildpinkler davon abhalten, ihren Urinstrahl gen Hauswand auszurichten. Die Fliesen kommen in einer ziemlich drastischen Bildsprache daher, weil noch radikalere Methoden wie Elektroschocker oder Duftsprüher wohl nicht mit dem Gesetz in Einklang zu bringen sind.

Die ersten Fliesen wurden heute an der Grundschule angebracht. Der Schulleiter bestätigte, dass es im Sommer dort schon ziemlich deutlich riechen würde und er erst heute Morgen einen Wildpinkler gesehen habe.

Auch der Hinterhof am Nordbad hat Fliesen bekommen.
Auch der Hinterhof am Nordbad hat Fliesen bekommen.
Auch der Hof am Nordbad wurde gefliest, mit freundlichen Ratschlägen sind die Mitarbeiter des Malwina dort bislang nicht weitergekommen. Ob die Fliesen eine Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. Für den Ortsamtsleiter Barth sind sie auf jeden Fall ein weiterer Baustein. Dazu gehören die netten Toiletten, das öffentliche Urinal an der Alaunstraße und die geplanten Toiletten nahe der Scheune und auf dem Alaunplatz. Hausbesitzer, die ihre Immobilie mit einer solchen Fliese schmücken wollen, können sich ans Ortsamt wenden. Die Fliesen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Insgesamt drei Motive kommen zum Einsatz – anklicken zum Vergrößern

Die Textwerkstatt Dresden, Herausgeber des Neustadt-Geflüsters, betreut den GUKV bei der Pressearbeit.


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35 Kommentare zu “Mit Fliesen gegen das Wildpinkeln

  1. So ne Fliese könnten wir auch mal für unseren Hauseingang gebrauchen. Er wird nahezu mehrmals wöchentlich als Piss-Gelegenheit ausgenutzt. Widerlich!

    Viel Erfolg, Fliese!

  2. Ich würd ja sagen, wenn ihr sonst keine Probleme habt, gehts euch ja gut. Kein Grund zur Sorge …

    So sieht es eben aus wenn jede Brache zugebaut wird. Ich glaube auch die Pisser würden lieber im Grünen pinkeln … Neben Pissern bieten diese Brachen auch Platz für Vögel, Pflanzen, Luftzüge, Kinder usw. …

  3. kann man das denn im Dunkeln lesen?
    oder anders, ließt jemand im Dunkeln Fliesen?

    und dann noch, neulich mehrmals gesehn am Freigelände der Turnerstrasse, Nähe Bahnhof Neustadt machen sich die Typen nicht mal die Mühe nen Baum zu finden, sie stehen am hellen Tag mitten auf der Wiese..^^

  4. …zur „Garnierung“ passt dazu der Radiobeitrag „Die Physik des Pinkelns – US-Forscher erkunden das Spritzrisiko auf öffentlichen Toiletten“ aus der Sendung „Forschung Aktuell“, gesendet am 11.11.2013…

    Gesendetes nachlesen:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2317119/

    Radiobeitrag nachhören:
    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/11/11/dlf_20131111_1650_f910d1e6.mp3

    LG, Bildermann

    Ps.: Die Sendung ist nach Ausstrahlung auf der Internetseite des Deutschlandradio Kultur für sechs Monate zum Nachhören als mp3-Audio-Dateien im PODCAST abrufbar.

  5. „kostenlos in vielen kneipen und läden“
    aber auch nur im traum – wir mussten bis jetzt (fast) immer für toilettennutzung bezahlen oder uns wurde sogar als nicht-gästen die benutzung unersagt!

  6. Ich warte auf den ersten Idioten der versucht so eine Fliese abzuhebeln, um sie sich in die Wohnung zu stellen.

    Abgesehen davon wird der Effekt null sein. Mehr öffentliche Urinale wären mal eine wirklich sinnvolle Aktion, war jetzt erst in Porto, gleiche enge Bebauung aber in eine Ecke musste ich nicht pinkeln, gab genug Toiletten.

  7. @Wo?
    Wenn dir der Toilettengang verwehrt wird, zeige die Besitzer/Kellner wegen unterlassener Hilfeleistung an! Da ist unter Umständen sogar ein Schmerzensgeld drin! Gerichte haben es als Notsituation eingestuft (es heiß ja auch „Notdurft“), leider finde ich da gerade keinen passenden Link.

  8. Mir kommt die Sache vor als sei sie der 5.Jahreszeit geschuldet! Was soll das? Das Wildpinkelproblem korrespondiert mit der von der Stadt so gewollten Sanierung und Nutzung des Stadtteils, als das Kneipenviertel Dresdens. Das Problem besteht aber schon seit 80-90 Jahren, wurde zu DDR-Zeiten mit dem Verschwinden vieler Kneipen nebst Bewohnern etwas zurückgedrängt, aber war nie wirklich verschwunden und kommt nun in voller Bandbreite zurück. Macht die Kneipen zu, dann wird es hier auch wieder friedlich, ruhig und abends wie tot!

  9. Einfach mal in der Kneipe gehen in der man auch sein Bier kauft. Auf der Straße rumlungern ist in meinen Augen asozial.

  10. @Lolli Wir Mädels gehen meist auf eine Toilette ;) Da in der Bunten Ecke ja leider nur ein Urinal für Herren errichtet wurde, bleibt mir in der Gegend bisher nur der Gang ins Ararat, die waren bisher aber immer sehr freundlich, sofern man wenigstens kurz nach der Toilette fragt ;) Ansonsten is da ja auch noch das Katy’s, die Pinta, das Conti und und und… In meinen Augen liegt das Problem nur in der Faulheit der Menschen. Hab kürzlich jemanden gesehen, der AN das Urinal in der Bunten Ecke gepisst hat!
    Is wahrscheinlich nur noch ne Frage der Zeit, bis auch überall hingekackt wird O_o

  11. Ihr nennt euch also: links, Demokratisch, Sozial und hab euch förmlich die freiheit auf die Fahne geschrieben?

    schön und gut, doch wer gibt euch das recht gewalt verherrlichenden / sexistischen nazi-proppagandismus unter vergewaltigung der strassenkunst zu betreiben, als dem kleinem bürger seine bedürfnisse nach einer erleichterungsmöglichkeit zu geben die mehr hermacht als eine öffentliche toilette bei der man schon im vorbeigehen einen schwanzvergleich machen kann. Die Art der piktographischen darstellung lasst eindeutig darauf schließen, dass es gewissen Personen lieber sein muss, mensche gegen einander aufzuhetzen und die fronten zu verwischen als ausnahmsweise ein problem zu lösen z.b. mit sanitäten einrichtungen für MANN UND FRAU !elf!

    Wer jetzt rum heult, dass alles sei zu teuer: wofür zahlt ihr eigentlich Steuern ?!

    P.S

    is echt niedlich wie ihr alle auf Rebell macht, und doch brav die hand zum gruß hebt.

  12. @Bernd: Mit Kritik schon. Mit unverständlichen Kommentaren weniger. Die muss ich den anderen Lesern nicht zumuten. Wenn Du hier mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse schreiben würdest, hätte ich Dich auch anfragen können, aber so …

    Was meinst Du mit „in einen Foijer!“?

  13. die aktion mit der beschriftung ist mal wieder typisch – gedanklich nur in der eigenen kleinen welt unterwegs und blinder aktionismus ohne sinn …

    verwende doch lieber eine „nette toilette“ steht auf der fliese …

    klar, weil der männliche „tourist“, der in die neustadt kommt und sich irgendwann an hauswänden, in hauseingängen, an haustüren, an autos usw. entleert, ja weiss was eine „nette toilette“ ist und auch weiss, wo eine „nette toilette“ ist, weil er das ja bei neustadt-ticker.de gelesen hat.

    auch in diesem fall interessiert mich, was die motivation ist, wie kann man sich einbilden, dass irgendein angetrunkener oder besoffener männlicher „tourist“, von so etwas abgeschreckt wird?

    das möchte ich gern mal erklärt bekommen.

    ist denjenigen, die derartige ideen haben, nicht bewusst, dass alkohol ab einem bestimmten level vorübergehend die geistigen fähigkeiten einschränkt und enthemmend wirkt.
    wie kommen die initiatoren darauf, dass menschen im alkoholisierten zustand noch lesen (können/wollen) und das gelesene dann auch noch verarbeiten (können).

    selbst dem nüchternen, der den text im dunklen auf der fliese noch erkennen/lesen kann, hilft die fliese nicht weiter, weil kein KONKRTER(!) hinweis bezüglich nächst-naheliegender toilette angegeben ist.

    wissen möchte ich ausserdem,
    ob diejenigen männer, deren idee die fliesen sind,
    von einer fliese mit text
    – nüchtern, angetrunken oder besoffen –
    dazu animiert/motiviert werden würden,
    wenn sie zu einer „bestimmten art von neustadtbesuchern“ gehören würden,
    sich woanders zu entleeren,
    wenn sie dringend müssen.

    finde die denkweise/vermutungen/argumentation der initiatoren der fliesenaktion in bezug auf „wildpinkelnde“ alkoholisierte männer völlig absurd und an der realität vorbei.

    das geld, das für diese aktion ausgegeben worden ist, hätte aus meiner sicht lieber in müllschlucker investiert werden können – an den „hauptmagistralen“ in der neustadt aller zwei häuser ein müllschlucker. ich gehe davon aus, das sehr viele menschen ihre „abfälle“ (z.b. dönerpapier, schiókoriegelpapier, leere zigarettenverpackungen burgerverpackungen, pommestüten, beckleckerte servietten, coffe-to-go-becher und -deckel, essensreste uvm.) ungern in ihre taschen/beutel stecken (ich mache das auch nicht) bzw. ungern durch die gegend tragen, in der hoffnung, dass irgendwann mal ein mülleimer auf dem weg ist (das mache ich), würden aus meiner sicht gut sichtbar gemachte müllbehälter in sichtweite dazu beitragen, dass menschen diversen müll nicht einfach fallen lassen. das würde vermutlich ín geringem mass der „vermüllung“ von fusswegen etc. entgegenwirken.

    natürlich macht das nur sinn, wenn die müllbehälter regelmässig gelehrt werden.

    geld, welches zum „schmücken“ der neustadt ver(sch)wendet wird, könnte dafür genutzt werden, mit dem ansatz bzw. mit der motivation sich „nachhaltig“ – hinsichtlich des „gesamtbildes“ der neustadt – einzubringen.

  14. Ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Selbstherrlichkeit ihr Leute fordern das andere kostenlos ihren Müll wegräumen.

  15. den meisten müll hinterlassen aus meiner sicht die „touristen“, nicht diejenigen die in der neustadt wohnen/leben/arbeiten.

  16. Die Spießigkeit dieser Aktion ist reichlich amüsant. Das Problem ist nun wirklich nicht, wenn jemand an eine Mauer pinkelt. Das Problem ist die völlig verknöcherte, dumpfe Spießbürgerlichkeit, mit der so eine unbedeutende Kleinigkeit zumn Problem erhoben wird. Da wird lieber an einem solchen harmlosen Nicht-Problem unter großem Medienrummel sinnlos herumgedoktert, als sich den wirklich drängenden und notwendigen Aufgaben zu stellen. Die ganze Aktion ist blinder und völlig bedeutungsloser Aktionismus … beschämend…

  17. Wenn ein Sturm kommt, bauen die einen Mauern und die anderen Mühlen, oder Schneisen wo der Sturm durch kann.

    Unrealistisch ist es zu glauben, dass hunderte und tausende von Menschen in Feierlaune sich in Freundlichen Kneipen anstellen wenn der Harndrang kommt. Da kann man noch so viel schimpfen und drohen.

    Der Realität entgegenkommen würden vielleicht Pissrinnen, wie sie vom Prinzip her manchmal bei Festivals aufgestellt werden. Wenn die künstlich aus sterilem Metall/Plastik und Ordnungsamt-mäßig und an unpraktischen Stellen daherkommen werden nur die wenigsten es annehmen. Wenn sie genau da stehen wo man sie braucht oder sich „cool“ vorkommt und in coolem Stil gemacht sind, vielleicht sogar „Spaß“ machen weil man so richtig gegen diese (vor der eigentilchen Mauer stehende) richtige Mauer pissen darf (und es fließt runter und eine Rinne entlang), oder ganz andere Konzepte, dann macht es Spaß und wär eine stylische und vielleicht sogar Touristen aus aller Welt anlockende Lösung.

    Ich habe auch einige Ideen wie man überhaupt in Innenstädten, nicht zuletzt für Frauen, Toilettenlösungen anbieten kann ohne jedesmal eine viertelstündige Aktion draus machen zu müssen. Das ist es doch was wir brauchen. Wettbewerbe für moderne Toilettenmöglichkeiten :)

    Herzliche Grüße

  18. Hallo Babs, die Rinnen-Idee wurde auch diskutiert. Zu den BRN-Feierlichkeiten wurde das im BRN-Lustgarten auch schon umgesetzt. Ob das aber so für dauerhaft funktioniert, ich weiß es nicht. Im Übrigen ist der Verweis auf Frauen auch ein schöner. Denn die bekommen es doch auch hin, sich auf Toiletten anzustellen, warum sollte das den Männern nicht auch gelingen.

  19. Ganz ehrlich… wenn ich draußen im Dunklen mit Freunden mein Bier trinke, geh ich lieber in ein hohes dichtes Gebüsch als zur nächsten Toilette, wenns denn überhaupt eine Toilette gibt, die man unentgeldlich benutzen kann. Wenn es eine gibt, dann ich die so weit weg, dass man sich auf dem Weg dahin schon fast in die Hose macht.
    Und jetzt erzählt mir ni, da muss ich mein Bier eben in der Nähe einer Toilette trinken. Ergibt nicht viel Sinn, wenn die Freunde wo anders stehen.

  20. Ganz im Sinne von „nette Toilette“ biete ich an, dass wir die Pissrinne aus dem Lustgarten temporär zur Verfügung stellen, vielleicht als Idee für den Durchgang am Nordbad. Probieren wir es doch einfach aus, kostet nix, die Rinne ist ja fertig. Ne Gestaltung wäre zwar noch wünschenswert, da hat uns bislang immer die Zeit gefehlt vorm Lustgarten… Bei Interesse: Anton Du hast ja meine Nummer.

    Für Frauen ist die Rinne allerdings nicht der Knaller, obwohl sie im Lustgarten immerhin von einer Frau genutzt wurde, wahrscheinlich hieß sie Netti Toiletti…

  21. @Nine: Wo genau in der Neustadt ist die nächste Kneipe weit weg? Normalerweise ist die wesentlich näher als ein hohes, dichtes Gebüsch. Ich habe in den vergangenen 23 Jahren noch nie in einer Kneipe für den Toiletten-Gang zahlen müssen (Ausnahme BRN). Mit freundlichem Fragen hat das immer funktioniert.

    @Mirko: In der Diskussion um die Pinkelrinne tauchte das Argument auf, dass dann der Ort ja noch mehr zum öffentlichen Klo werde und ständig Pinkelgäste da seien, es steht aber auch ein Wohnhaus unmittelbar daneben.

  22. Naja, stimmt auch wieder. Ich hab ja selbst dort mal gewohnt, vollurinierte Hausflure und Durchgänge sind echt übel, überdies mit kleinen Kindern…

    Mögen sich die Anwohner beraten, unser Angebot jedenfalls steht, testweise.

  23. @ Anton: z.b. genau da, wo das hübsche pinkelbeckenhäuschen aufgestellt wurde. klar kann man auch fragen und aufs klo gehen, aber nach dem 2-3 mal haben se meistens keine lust mehr einen aufs klo zu lassen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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