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Scheune-Eröffnung rückt näher

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Der Termin steht schon fest: Vom 18. bis 20. September wird die Wiedereröffnung der Scheune an der Alaunstraße gefeiert. Am Dienstag führten die Kulturbürgermeisterin, ein Scheune-Vereinsvorstand und ein Vertreter des Hochbauamtes durch das weitgehend fertiggestellte Haus.

Der große Saal, von der Bühne aus gesehen. Foto: Anton Launer
Der große Saal, von der Bühne aus gesehen. Foto: Anton Launer

Herzstück wird der große Saal mit Platz für offiziell 540 Besucherinnen und Besucher. Der Saal ist, wie das ganze Haus, in die Länge und Breite gewachsen. Die stützenden Säulen sind verschwunden, das Dach trägt sich nun selbst. Schickes Stäbchenparkett auf dem Boden sollte den einen oder anderen Pogo-Tanz aushalten. Der Scheune-Verein will noch einiges ergänzen. „Den hinteren Bereich wollen wir etwas erhöhen“, sagt Scheune-Vorstand Frank Schöne. Dort werden dann auch die Reglerpulte stehen. Alle Räume sind barrierearm zugänglich, es gibt einen Aufzug und Hörschleifen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Die mächtige Rampe vor dem Haus ist noch in Arbeit.

Drinnen sieht noch alles sehr clean und steril aus. Es wird sicher ein paar Tage dauern, bis der alte Scheune-Charme wieder zurückkehrt. Auch vor dem großen Saal gibt es nun deutlich mehr Platz. Hinzu kommen riesige Fenster mit Blick nach draußen. Erhalten geblieben ist die alte Wendeltreppe, die ins Dachgeschoss führt. Dort hat der Verein inzwischen bereits sein Domizil bezogen, während im übrigen Haus noch fleißig gearbeitet wird.

Scheune-Vorstand Frank Schöne, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Jens Lerch vom Hochbauamt. Foto: Anton Launer
Scheune-Vorstand Frank Schöne, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Jens Lerch vom Hochbauamt. Foto: Anton Launer

„Auf den letzten Metern ist immer noch besonders viel zu tun“, sagt Jens Lerch, Sachgebietsleiter im Hochbauamt, der sich freut, dass die Scheune nun bald fertig ist. Immerhin kennt er das frühere Kulturhaus auch aus persönlichen Besuchen. „Die Sanierung war für uns immer eine Herzensangelegenheit“, sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke).

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Während der Arbeiten sei es zu verschiedenen Überraschungen gekommen, die den Bau verteuert hätten, so Lerch. Insgesamt hat die Stadt für den Umbau, der 2022 begann, inzwischen elf Millionen Euro ausgegeben. Ursprünglich waren 7,1 Millionen Euro eingeplant.

„Vor Baubeginn hatten wir zwar einige Testgrabungen unternommen“, sagt Lerch. Dabei sei man jedoch lediglich auf Sand und Erde gestoßen. Als die eigentlichen Arbeiten begannen, stellte sich jedoch heraus, dass die Scheune auf Schutt gebaut worden war. Letztlich bestehe die gesamte Erhöhung aus einem einzigen Schuttberg. Auch die zentrale Wand in der Mitte des Hauses habe sich als so instabil erwiesen, dass sie vollständig ersetzt werden musste.

Erinnert noch an vergangene Tag - Wendeltreppe ins Dachgeschoss - Foto: Anton Launer
Erinnert noch an vergangene Tag – Wendeltreppe ins Dachgeschoss – Foto: Anton Launer

Rückblickend betrachtet wäre ein Neubau möglicherweise günstiger gewesen. Allerdings konnten auf diese Weise auch einige historische Elemente, wie das obere Treppenhaus, erhalten bleiben.

Der kleine Saal öffnet sich nach Norden - Foto: Anton Launer
Der kleine Saal öffnet sich nach Norden – Foto: Anton Launer

Ganz neu entstanden ist im Erdgeschoss ein kleiner Saal für etwas mehr als 300 Personen, der sich für Lesungen oder kleinere Konzerte eignet. Er ist hochwertig mit Holz ausgestattet und öffnet sich mit großen Fenstern zur Terrasse an der Louisenstraße. Der dritte Spielraum befindet sich ebenfalls im Erdgeschoss an der Stelle der früheren Garderobe.

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Neu ist außerdem der zweigeteilte Eingangsbereich: Während die linke Tür direkt zu den Veranstaltungsräumen führt, gelangt man rechts in das Scheune-Café, das höchstwahrscheinlich wieder von der bisherigen Crew um Rajwinder Goraya betrieben wird.

Scheune-Vorstand Schöne, der gleichzeitig für das musikalische Programm des Hauses verantwortlich ist, verspricht ein abwechslungsreiches Programm, auch wenn er die Höhepunkte des Eröffnungswochenendes noch nicht verraten möchte. Im September sind unter anderem Konzerte mit Hackedepicciotto, Skating Polly und Femi Luna geplant.

Wer sich die neuen Räume einmal ansehen möchte, hat dazu am Sonnabend, 19. September, ab 15 Uhr beim Tag der offenen Tür Gelegenheit.

Die Stadt hat zwar den Umbau der Scheune finanziert, doch der Verein muss nun selbst noch zahlreiche Investitionen stemmen. Deshalb hofft er auf Unterstützung aus der Bevölkerung und dem Stadtviertel. Eine Spendenkampagne ist bereits eingerichtet. Schöne weist außerdem darauf hin, dass Interessierte auch Fördermitglied im Scheune-Verein werden können.

Weitere Informationen

In dem großen Saal sollen nun exakt 540 Personen Platz finden. Foto: Anton Launer
In dem großen Saal sollen nun exakt 540 Personen Platz finden. Foto: Anton Launer

19 Kommentare

  1. Es gab eine „kleine Ausbauvariante“ von ca. 3,5 Mio, eine „mittlere Variante“ um die 4,5 Mio, und die jetzt gebaute Maximalvariante von 6,5 Mio. Die genauen ursprünglichen Plankosten finde ich gerade nicht mehr. Jetzt sind wir also bei ü11 Mio rausgekommen, das war absehbar, das war logisch, das Geld mußte natürlich bei anderen Dingen weggespart werden, darüber redet nun keiner. Der ganze Vorgang zeigt nur die verantwortungslose Ratspolitik, die nicht weiß was sie tut.

    Ich zitiere mich vom 22.09.2020, also vor fast 6 Jahren, leider ändert sich nichts in Dresden, die Leute schlafen in ihren Bubbles weiter.
    Zitat:
    Das Dilemma entsteht nunmal aus der überzogenen Maximal-Ausbauvariante. Dabei gabs eine kleine Variante mit Bestandssanierung, sowie eine mittlere ausgewogene Ausbauvariante. Die Kleine hätte viele Mängel nicht behoben, die Mittlere behob die meisten vorgebrachten funktionellen Nachteile.
    Die Maximalvariante mit Raumgreifung, Baumfällungen und folglicher Umfeldanpassung basiert auf turnusgemäßer Befragung der Kulturinstitution auf Bedarfe und Wünsche durch das Hochbauamt. Darauf wurde eine Matrix der Wirkungen von jenen drei Varianten gebildet. Problem der Maximalvariante ist weiterhin: Es ist ein Wünsch-dir-was der Scheuneführung unter der Annahme, man lebe im Schlaraffenland und könne sich einen Kulturpalast ja von der Gemeinschaft schenken lassen. Ein Versuch war’s wert, leider war die Ratspolitik wie so oft minder-informiert und unterstützte abwägungsfrei die überzogene Maximalvariante 3.

    Nungut, nun also plötzlich die Gestaltungskommission nach längerer Zeit der Planbekanntheit. Im Prinzip muß man auf die ausgewogene mittlere Variante rückbeschließen, Geld ist derzeit alle, auch zahlreiche andere kommunale Bedarfe sind unterfinanziert (Grünamt und Straßenbäume, Römisches Bad Albrechtsberg, Nebenstraßen etc pp, alles wartet Jahre und mehr). Eine Luxusvilla aufgrund maximaler Bedarfskonstruktion selbiger Kulturleute zur Schaffung eines höchst-optimierten Mikroparadieses ist schon damals, aber erst recht jetzt NICHT mehr vermittelbar. Ergo: Variante Zwo rules!

  2. Was willst du damit wem sagen?
    Dass du bei der Stadtverwaltung arbeitest und dich auskennst?
    Vielleicht solltest du in die Lokalpolitik gehen, oder lieber Rosen züchten, oder so .. Oder einfach mehr atmen. Und langsamer schreiben.
    Frank

  3. Ah, interessant. War mir gar nicht so klar.

    Ehrlich gesagt, war ich auch etwas erschrocken, als man gefühlt 90% der Scheune abgerissen hatte. Das Gebäude war ja für viele Menschen schon sehr wichtig und mit vielen Erinnerungen verbunden. Das so abzureißen, hat mich verwundert.

    Da ich aber keine Ahnung hatte, wie die Bausubstanz genau aussah und man gerade in den Nachkriegsjahren mit Baumaterial oft improvisiert hat, vermutete ich, dass das alles eine gewisse Notwendigkeit hat.

    Um es kurz zu machen: Ich hätte mir schon gewünscht, dass etwas mehr von dem Alten erhalten geblieben wäre. Und dass das neue Gebäude noch ganz so raumgreifend ausgefallen wäre. In einer historischen Blockrandbebauung gibt es ja auch eine bestimmte Maßstabsgerechtheit. Schon die daneben stehende Sporthalle wirkt wie ein UFO.

    Aber sei es, wie es sei: Schon die alte Scheune stand da ja nicht gerade angepasst in die umstehende Bebauung. Und die neue tut es noch weniger.

    Dennoch, bei allem, was an der neuen Scheune viel zu überdimensioniert ausgefallen ist: Ich freu mich, dass das Gebäude nun fertig ist. Und hoffentlich ein genauso einmaliger Ort wird, wie die Alte (RIP).

  4. Die Wiedereröffnung der Scheune ist zweifellos eine gute Nachricht. Das Haus gehört zur Dresdner Kulturlandschaft, und dass es erhalten bleibt, dürfte kaum jemand ernsthaft infrage stellen.

    Trotzdem darf man die finanzielle Seite nicht ausblenden. Aus ursprünglich 7,1 Millionen Euro sind inzwischen rund 11 Millionen geworden – eine Kostensteigerung von mehr als 50 Prozent. Ein Teil davon mag durch die beim Bauen im Bestand entdeckten Überraschungen erklärbar sein. Genau deshalb stellt sich aber die Frage, ob die gewählte Maximalvariante tatsächlich die richtige Entscheidung war.

    Schon damals gab es mehrere Ausbauvarianten. Heute zeigt sich, dass jede zusätzliche Anforderung eben nicht nur zusätzlichen Nutzen, sondern auch zusätzliche Risiken und Kosten mit sich bringt. Im Nachhinein ist man immer schlauer, dennoch muss sich die Politik die Frage gefallen lassen, ob eine ausgewogenere Lösung am Ende nicht vernünftiger gewesen wäre. Denn elf Millionen Euro fallen nicht vom Himmel. Dieses Geld steht an anderer Stelle eben nicht mehr zur Verfügung.

    Die Scheune wird hoffentlich viele Jahrzehnte genutzt werden und ihren Platz in der Dresdner Kulturszene behalten. Wer Kostensteigerungen dieser Größenordnung einfach mit dem Hinweis auf „unvorhersehbare Umstände“ abtut, macht es sich zu leicht. Gerade bei Projekten, die aus Steuermitteln finanziert werden, sollten Nutzen, Umfang und finanzielle Tragbarkeit immer wieder neu gegeneinander abgewogen werden. Am Ende freut sich eine vergleichsweise kleine Nutzergruppe über ein modernes Haus. Die Rechnung bezahlen jedoch alle Dresdner.

  5. Ick freu mir!
    Inhaltlich finde ich die ersten drei Monate allerdings etwas sehr comedy-lastig. Da dauert es ja langweilig, bis das alles wieder eingepunkt ist.

  6. Eigentlich wollte ich mich bei @Anton Launer bedanken, dass er meinen gestrigen Kommentar über AI-Slop nicht abgedruckt hat- im Nachhinein schien der mir auch ein wenig heftig. Inzwischen hat der betreffende Forist aber fleißig weiter KI-Müll in dieses Forum gegossen und ich frage mich, ob ich nicht eigentlich zu zahm war….
    Aus Sicht des Verfassers mag der Einsatz einer KI verständlich sein, denn diese Beiträge sind zwar ähnlich sinnbefreit wie die handgemachten, aber im Gegensatz zu denen meistens weniger aggressiv und unhöflich und deutlich besser formuliert. Statt Binsenweisheiten kommen halt Gemeinplätze zum Einsatz…
    Aber was treibt einen Menschen an, seine Duftmarke gefühlt unter jeden Artikel hier setzen zu müssen, wenn es nicht mal seine Duftmarke ist? Ich verkneife mir meine Vermutung, aber mir will doch scheinen, dass jede mögliche Erklärung den Promptgeber in keinem günstigen Licht erscheinen lässt. Meine Frage ans Forum: Wie damit umgehen?

  7. Schweesdo Onie, warum hast Du es nötig, andere Äußerungen als Müll zu bezeichnen?

    Generell erscheint mir dieser Tage mal wieder, dass ich die Zügel bzgl. der Genehmigung von Ergänzungen zu locker lasse. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere hin und wieder mal einen Blick in die Hausordnung wirft, oder wenigstens auf die kleine Zeile, die über dem Ergänzungsfeld steht: „Bitte recht freundlich“.

  8. Ja, wie damit umgehen? Gute Frage…vor allem an Anton. Andere Frage wäre, was die Motivation des Foristen ist? Ich denke sie ist politisch und er setzt darauf Stimmung zu machen indem er andere aus der Fassung bringt und lächerlich macht… ich denke es geht im Grunde gegen die Neustadt und unsere Art hier zu leben. Solange die Hausordnung hier keinen Riegel vorschiebt, wird das genau so weiter gehen, vermute ich. Aber selbst wenn, ist ja auch die Beweisführung mittlerweile praktisch unmöglich geworden. Dies hier ist auch ganz sicher nicht der einzige Blog, der betroffen ist. Die Problematik von Blade Runner beginnt jetzt, leider haben wir bisher bei der Erfindung des Voight-Kampff-Tests geschludert…jetzt müssen wir einfach damit leben…und den Taschenrechner ignorieren???
    https://www.google.com/search?client=firefox-b-m&q=voight%20kampff%20test

  9. @Anton Launer:
    Ich stimme ja grundsätzlich zu, würde aber gerne zu meiner Verteidigung anführen, dass der Begriff „AI-Slop“, bzw. „KI-Müll“ als Bezeichnung für den übermäßigen bzw. unverhältnismäßigen Einsatz von LLMs und anderer künstlicher Intelligenz inzwischen weit verbreitet und gebräuchlich ist. Ich habe nie (oder fast nie) konkrete Inhalte als „Müll“ bezeichnet (so groß die Versuchung oft auch war).
    Zudem halte ich den so offensichtlichen Einsatz von KI (wie z.B. bei diesem Artikel) selbst für eine extreme Unhöflichkeit den Forist:innen gegenüber, die an einem konstruktiven Gedankenaustausch interessiert sind.
    Und schließlich liegt mir tatsächlich etwas an diesem Magazin und diesem Forum. Wenn hier aber eines Tages hauptsächlich Bots mit Bots diskutieren sollten, verlöre beides stark an Attraktion für mich.
    Zusammenfassend gebe ich zu, dass es mir schwer fällt, solch erwiesenermaßen destruktiven Foristen gegenüber die gebotene Freundlichkeit walten zu lassen. Die alte Frage, leicht abgewandelt: Wie tolerant soll man Intoleranten gegenüber sein? Ich sehe ja ein, dass man mit Beleidigungen nicht zur Verbesserung beiträgt und möchte auch künftig wieder mehr Umsicht walten lassen- es ist halt schwer, wenn man fragliche Beiträge für im Grunde deutlich beleidigender hält…
    Die Frage ans Forum, wie damit umzugehen ist, bleibt bestehen.

  10. @Schweesdo Onie: Ich weiß es nicht. Für meinen Teil habe ich beschlossen, mich in ausufernde Diskussionen über Binsenweisheiten oder in Kommentarstränge, die sich – _für mich, das muss nicht der Realität entsprechen_ – anfühlen wie KI-generierte Allgemeinplätze oder schlimmer noch, in ständige (auch KI-versteckte) Meckerei, selbst wenn sie höflich formuliert wird, einfach nicht mehr reinziehen zu lassen. Ich langweile mich schnell. Und hab die Zeit dafür nicht.

    Dann zähle ich eben zur „vergleichsweise kleine[n] Nutzergruppe“ die sich „über ein modernes Haus“ freut. So what, da passe ich gut hin und fühle mich dort pudelwohl. Für größere Nutzergruppen, die jedes Dynamo-Spiel zum Steuerloch umfunktionieren, zahle ich ja auch indirekt.
    Jetzt noch ein paar Millionen für den Sektor und das oka und wir sind quitt. ;-D

  11. Auch wenn es mir widerstrebt, auf diese inzwischen recht absurde Nebendebatte einzugehen, hier einmal die Kurzfassung dessen, was ich in den letzten Tagen gelernt habe:

    Der Nickname ist falsch.
    Die Meinung ist falsch.
    Freundlichkeit ist falsch.
    Beim Thema zu bleiben ist falsch.
    Vollständige Sätze zu bilden ist verdächtig.
    Eine andere Art zu leben oder politische Ansichten zu vertreten als der vermeintliche Neustädter Mainstream sind ebenfalls falsch. Zu den Rahmenbedingungen dieser oft beschworenen „Art zu leben“ konnte ich bislang allerdings weder eine Quelle noch verbindliche Kriterien finden.

    Nicht die Argumente werden diskutiert, sondern der Absender. Man erklärt Beiträge zu KI-Texten, unterstellt politische Motive, philosophiert wie real der Absender ist und fordert dann seine Ausgrenzung, im besten fall noch mit weniger netten Worten bestückt, nur um sich anschließend über mangelnde Diskussionskultur zu beklagen.

    Was soll nun daraus die Lehre sein? Einen anderen Nickname wählen, sodass frühere und spätere Kommentare nicht mehr miteinander in Verbindung gebracht werden können? Einfachere Sprache? Meinungen nur noch äußern, wenn sie dem vermeintlichen Neustädter Konsens entsprechen? Argumente auf drei Stichpunkte reduzieren? Oder Freundlichkeit nur noch in homöopathischer Dosierung einsetzen, damit sie nicht versehentlich als KI-verdächtig gilt?

    Oder ist das eigentliche Ziel schlicht, missliebige Stimmen so lange persönlich zu diskreditieren, bis sie irgendwann keine Lust mehr haben, sich zu beteiligen? Oder einfacher, die Unliebsamen einfach ausgrenzen. Letzteres wäre mir jedoch als gelebte Praxis in der hier genannten „Art des Neustadtlebens“ ein völlig neuer Ansatz.

  12. Was die Kosten der Scheune betrifft:

    Laut Google kostet die Semperoper das Steuerzahly 65-70 Millionen Euro, also 6 Scheunen. Pro Jahr. Was völlig ok ist, ich bin sehr für Kulturförderung. Das Geld (pro Karte aufgerundet an die 200 Euro, ebenfalls laut Google) kommt wahrscheinlich überwiegend Touristys zu Gute, was auch völlig ok ist.

    Ich persönlich finde es daher aber auch super in Ordnung, ortsansässigen Steuerzahlys bzw. deren Kindern, die zu anderen/jüngeren Zielgruppen gehören, auch was zu spendieren, ihre Interessen auch zu subventionieren. Und eigentlich gehören da noch andere Clubs mit rein, auch die Dresdner Clubkultur ist schließlich ein Aushängeschild der Stadt. Die Dresdner Jugend geht illegal raven, weil sie sich den Eintritt nicht leisten kann – mittelfristig führt das zur Schließung solcher weit über Dresden hinaus bekannter Orte wie dem Sektor.

    „Wo geht man denn hier am Wochenende abends hin“ ist bei jungen Wissenschaftlys/Azubis/Angestelltys durchaus auch ein Kriterium bei der Standortentscheidung, man muss seinem Nachwuchs nur mal Studienorte wie Zittau oder Görlitz oder Karlsruhe vorschlagen. Da muss die Not oder das Fachinteresse schon groß sein… und danach schnell wieder weg. Jede Dresdner Hochschule wirbt zB. mit dem „bunten Ausgehviertel“ Äußere Neustadt um immer weniger werdende Studienanfängys (siehe demografische Entwicklung).

  13. @Peter Macheli
    Vermutlich ist es tatsächlich die beste Lösung, sich nicht (mehr) provozieren zu lassen- es kommt ja nichts dabei heraus, mit KI oder Trollen zu diskutieren. Ich will versuchen, mir den Rat zu eigen zu machen. Es bleibt halt der Beigeschmack der Kapitulation…

  14. @reality check
    Ich stimme zu- die Zahnpasta bekommen wir nicht mehr in die Tube zurück. Bei der Frage, wie damit umgehen sehe ich zwei Möglichkeiten: Bei jedem Verdacht auf KI einen kurze Hinweis (copy and paste reichte da völlig) – oder konsequent ignorieren. Bin bequem, habe mich für letzteres entschieden. Möglicherweise erledigt sich das Problem aber auch, wenn die kostenlose Bereitstellung von KI endet. (Dann werden wir allerdings wieder mit mehr Pöbeleien und Binsenweisheiten rechnen müssen – ich glaube, Ignorieren ist in jedem Fall die bessere Lösung.) Die Verantwortung auf das Magazin abzuschieben ginge halt wirklich nur mit einem sicheren Testverfahren.
    Über die psychologische Verfassung des Betreffenden möchte ich nicht spekulieren. Nicht, weil mich das Thema nicht interessierte (genauer: faszinierte), sondern aus Mitmenschlichkeit: Ich müsste befürchten, dass dieses Ego mit noch mehr Aufmerksamkeit massiv Gefahr liefe, zu platzen, wo es doch jetzt schon bis zum Bersten aufgeplustert ist. Nehmen wir ein wenig Rücksicht…

  15. Sind wir nun fertig mit der KI Debatte und können wieder zum eigentlichen Beitrag bzw. dessen Inhalt zurückkehren oder möchte noch jemand eine Dissertation zur Psyche von vermeintlichen Sparfuchs-KI-Nutzern zum Besten geben. In diesem Fall würde ich das NG um einen Beitrag bitten, in dem sich diese Ergüsse zusammenfassen lassen. Ich maße mir an, die Diskussion wieder zum eigentlichen Thema zurückzuführen.

    @Peter Macheli führt hier mehrere Ansätze an und auf den letzten möchte ich näher Bezug nehmen. Meines Wissens sind die Zahlen an Studierenden weniger rückläufig bzw. haben sich stabilisiert. Sofern wir jedoch von weiterhin sinkender Nachfrage sprechen, würden mich die Hintergründe dazu interessieren. Sinkt die Nachfrage, wegen einem Geburtenrückgang? Möchten einfach mehr junge Menschen Influencer, Realitystar oder Lifecoach werden? Oder können Handwerksberufe parallel wieder steigende Bewerber verzeichnen? Wenn uns dazu jemand erhellen könnte, wäre ich sehr dankbar.

    Ich bin der Meinung, dass das Angebot in der Neustadt nicht wegen mangelnder Nachfrage gesunken ist, sondern weil die „junge Bevölkerung“ einfach andere Ansprüche hat bzw. sich die Interessen dieser Menschen von denen, die vor 30, 20 oder 10 Jahren „jung und wild“ waren unterscheiden. Mitunter hat diese Generation andere Ansprüche an Kultur oder auch die Abendgestaltung. Als Club, Lokal oder auch Kultureinrichtung kann man den Trends folgen muss es aber auch nicht, schließlich gibt es ja nicht nur Studenten, die sich in der Neustadt aufhalten. Aber eventuell führt eine eingefahrene Einstellung auch dazu, dass man weniger Kundschaft hat. Damit könnte man auch ein mögliches sterben im Bereich der Gastronomie erklären.

  16. @M.: Statista / KI-Zusammenfassung durch Ecosia:

    „Die Geburtenstatistik in Deutschland zeigt einen Rückgang der Geburtenzahlen von 809.114 (1991) auf 654.267 (2025) und eine Fertilitätsrate von 1,35 Kindern pro Frau.“

    Grob 18-20% weniger, ohne Taschenrechner. Das hat natürlich Auswirkungen auf die (deutschen) Bewerbungszahlen an Hochschulen. Deshalb wird u.a. verstärkt im Ausland um internationale Studys geworben, mit dem Ziel, die späteren Absolventys möglichst als Fachleute im Land zu behalten, was schwieriger wird, gerade auch in immer mal xenophob auffallenden Gegenden wie der unseren. Noch kann die „Auslastung“ der Dresdner Hochschulen dadurch gehalten (und teilweise auch leicht gesteigert) werden, der – auch internationale – Wettbewerb (Stichwort Bildungsmessen) wird aber härter – und die (deutsche) Geburtenrate wahrscheinlich nicht höher, im Gegenteil.

    Eine Stadt tut deshalb aus meiner Sicht gut daran, ihre Kulturlandschaft divers und vielfältig zu halten, sich attraktiv zu machen (Kneipen lasse ich dabei außen vor) – und sich nicht nur auf Touristys zu verlassen. Kultur ist auch für (potentielle) Ortsansässige ein Standortfaktor.

    Der finanzielle Aspekt spielt dabei definitiv eine Rolle, wenn nicht sogar die tragende. Frag doch mal in Deinem jungen Umfeld. In meinem auf jeden Fall, gerade wenn die billige Konkurrenz durch Smartphones und Co da noch reinspielt (was ja auch gern mal beklagt wird).

  17. Nachtrag: Das gilt natürlich auch für Ausbildungsberufe, damit kenne ich mich aber noch weniger aus.

  18. @reality check
    Ein kleiner Nachtrag zur psychologischen Verfasstheit eines künstlich Intelligenten, dem Sie so finstere Absichten unterstellen. Obwohl es dafür durchaus Anhaltspunkte geben mag, schlage ich doch vor, sich an Hanlons Rasiermesser zu halten: „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend zu erklären ist“. Zudem ist es meiner Meinung nach sehr viel freundlicher, jemanden nur als minder intelligent zu bezeichnen als als geradeheraus böse- und auf Freundlichkeit wird hier im Forum – zu Recht – Wert gelegt. Und das Allerschönste ist: Da nichts auf der Welt so gerecht verteilt ist wie der Verstand, weil jeder glaubt, er habe genug davon (sagt Descartes), wird sich hier auch keiner angesprochen fühlen, wenn man ihm einen Mangel daran attestiert.

  19. Noch ein Nachtrag: Man merkt es übrigens, wenn Du selbst formulierst…
    Dass Dein Nickname als Provokation wahrgenommen wird, ist Dir wahrscheinlich mittlerweile auch klar. Dass Du Dich nicht Marx nennen würdest (wie irgendwann mal geschrieben, ich suche jetzt aber nicht), deutet auch auf eine gewisse Identifikationsattitüde hin, anscheinend isses Dir ja nicht egal, wie Du Dich hier nennst.
    Damit klinke ich mich aus _dieser_ Diskussion aber wieder aus.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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