Seit Anfang April ist die „Hundert“, eine der ältesten Szenekneipen der Neustadt, geschlossen. Die Bar mit Café und Weinkeller im Hinterhaus der Alaunstraße 100 hatte im Frühjahr 1990 eröffnet – und damit sogar noch vor der „Planwirtschaft“ auf der Louisenstraße.

Ihren Namen verdankt die „Hundert“ ganz schlicht ihrer Hausnummer. Die Kneipe selbst hat eine ziemlich wechselhafte Geschichte hinter sich. Eröffnet wurde sie von Michael Meyerhöfer. Der hatte gerade den Osten für sich entdeckt – und kurzerhand auch gleich das Haus gekauft. Ein Vorderhaus gab es damals noch nicht, und in der Kneipe ging es entsprechend wild zu – Menschen lernten fliegen.
Später verpachtete Meyerhöfer die Gastronomie. Café und Weinkeller gingen zwischenzeitlich auch mal getrennte Wege, bis Ali Habiballah übernahm. Er feierte hier ein Vierteljahrhundert Hundert und brachte den Laden wieder in erfolgreiche Bahnen.

2018 übernahm dann Erik Baumann die Kneipe. Gemeinsam mit Geschäftsführer Lars Knorr brachte er sie durch die Wirren der Corona-Pandemie. Vor zwei Jahren feierten sie dann noch den 33. Geburtstag.
Überraschende Schließung
Die Schließung kam überraschend – sowohl für die Stammgäste als auch für den Vermieter. Inzwischen ist die „Die Hundert – Bar und Weinkeller GmbH“ insolvent, das Insolvenzverfahren soll im Juni eröffnet werden.
Tobias Meyerhöfer, Sohn des Gründers, verwaltet mittlerweile das Haus. „Jetzt müssen wir wieder jemanden finden, der das Café Hundert übernimmt“, sagt er auf Nachfrage gegenüber dem Neustadt-Geflüster. Die Kneipe sei eine Herzensangelegenheit, idealerweise soll sie im bisherigen Stil weitergeführt werden. „Erste Interessenten haben sich schon gemeldet, aber noch ist nichts fest.“
Ziel sei es, bis zum Sommer einen neuen Pächter zu finden – damit im Herbst wieder eröffnet werden kann.

Die Hundert
- Alaunstraße 100, 01099 Dresden
- Nachfolge gesucht



















