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Welche Carolabrücke soll kommen? Entwürfe vorgestellt

Mal filigrane Bogenbrücke, mal Flaniermeile über der Elbe: Vier Planungsbüros haben am Dienstag ihre Ideen für die neue Carolabrücke präsentiert. Die Entwürfe zeigen, wie unterschiedlich Dresdens künftige Elbquerung aussehen könnte.

Entwurf: FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft
FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft
Entwurf: Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS
Entwurf: Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS
Entwurf: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects
Entwurf: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects
Entwurf: Ingenieurbüro GRASSL GmbH
Entwurf: Ingenieurbüro GRASSL GmbH

Wie soll die neue Carolabrücke aussehen? Diese Frage nimmt langsam konkrete Formen an. Vier Planungsbüros haben am Dienstag erstmals ihre Entwürfe für den Ersatzneubau vorgestellt. Damit startet die nächste Phase eines der derzeit wichtigsten Dresdner Bauprojekte.

In den vergangenen sechs Monaten arbeiteten die Teams unter hohem Zeitdruck an ihren Konzepten. Die Herausforderung: Die neue Brücke soll nicht nur möglichst schnell gebaut werden, sondern auch mitten im historischen Stadtbild funktionieren – zwischen Altstadt, Neustadt und Elbe.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert sprach von einem „ungewöhnlichen Weg“, weil die Stadt gleich vier Büros parallel mit Entwürfen beauftragt hat. So solle möglichst schnell die beste Lösung für diesen zentralen Ort gefunden werden. Ab 13. Juni werden die Vorschläge erstmals öffentlich im Stadtforum gezeigt.

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Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) ergänzt: „Die vier Entwürfe werden von den Dresdnerinnen und Dresdnern, den Mitgliedern des Stadtrates und des Begleitgremiums und auch den Fachexperten intensiv diskutiert werden.“ Man habe die Beteiligungsmöglichkeiten am Entscheidungsprozess mit Absicht so umfangreich angelegt, damit am Ende die Gestalt des Ersatzneubaus auch möglichst breit von der Stadtgesellschaft getragen werde.

Zwischen Verkehrsbrücke und Flaniermeile

Auffällig ist vor allem, wie stark sich die Konzepte unterscheiden. Fast alle greifen zwar historische Elemente früherer Carolabrücken auf – etwa Bögen oder besonders transparente Konstruktionen. Gleichzeitig versuchen die Büros aber, der Brücke zusätzliche Aufenthaltsqualität zu geben.

Das Team aus FHECOR Deutschland und TSSB nennt seinen Entwurf „Carolabrücke 3.0“. Vorgesehen ist eine leichte Konstruktion mit modernen Brückenbögen und möglichst freiem Blick auf Altstadt und Elbe.

Carolabrücke 3.0 - Entwurf: Fhecor TSSB
Carolabrücke 3.0 – Entwurf: FHECOR TSSB

Das Ingenieurbüro GRASSL plant sogenannte „Stadtbalkone“ – kleine Aufenthaltsorte direkt über dem Fluss. Die Brücke soll damit nicht nur Verkehrsweg sein, sondern auch ein Ort zum Verweilen.

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zeitgenössischer Beitrag zur Dresdner Brückenfamilie - Entwurf: GRASSL
zeitgenössischer Beitrag zur Dresdner Brückenfamilie – Entwurf: GRASSL

Ähnlich denken Schüßler-Plan und DKFS. Ihr Konzept setzt auf breite Aufenthaltsbereiche, eine „Carola-Promenade“ und einen Elbbalkon mit Blick auf die Stadtsilhouette.

eleganter, zentraler städtebaulicher Baustein im Elbtal  - Entwurf: Schüßler-Plan und DKFS
eleganter, zentraler städtebaulicher Baustein im Elbtal – Entwurf: Schüßler-Plan und DKFS

Leonhardt, Andrä und Partner gemeinsam mit Knight Architects orientieren sich dagegen stärker an der historischen Königin-Carolabrücke. Geplant ist unter anderem ein breiter Promenadenweg, der das Altstädter und das Neustädter Elbufer stärker miteinander verbinden soll.

Symbiose aus der Formensprache der historischen Königin-Carolabrücke mit ihren schlanken Bögen und der großen Transparenz der Carolabrücke 2.0 - Entwurf: Leonhardt, Andrä und Partner und Knight Architects
Symbiose aus der Formensprache der historischen Königin-Carolabrücke mit ihren schlanken Bögen und der großen Transparenz der Carolabrücke 2.0 – Entwurf: Leonhardt, Andrä und Partner und Knight Architects

Entwürfe und Videos bald öffentlich zu sehen

Die Visualisierungen der vier Vorschläge sind in Kürze auf der Website der Stadt Dresden abrufbar: www.dresden.de/carolabruecke. Ab Mittwoch sollen zusätzlich kurze Videos der Planungsbüros veröffentlicht werden.

Bewertet wurden die Entwürfe bei der ersten Vorstellung noch nicht. Zunächst ging es vor allem darum, die Konzepte kennenzulernen und offene Fragen zu klären. In den kommenden Wochen prüfen Fachämter und externe Expertinnen und Experten die Vorschläge genauer.

Ab 13. Juni werden die vier Entwürfe dann im Stadtforum an der Waisenhausstraße ausgestellt. Bis Mitte Juli sollen dort Modelle und Visualisierungen zu sehen sein. Spätestens dann dürfte die Diskussion darüber beginnen, welche Brücke Dresden eigentlich haben möchte.

Ein Kommentar

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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