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Nettomarkt – mal wieder beschmiert

Wie die Polizei soeben meldet, haben Unbekannte in der vergangenen Nacht die Fassade des Netto-Markt an der Kamenzer Straße mit vier ölgefüllten Christbaumkugeln beworfen. Der entstandene Sachschaden ist derzeit noch nicht bekannt. Die Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Das Gebäude ist seit seiner Errichtung immer wieder angegriffen worden. (Älterer Bericht hier)

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40 Ergänzungen

  1. Wollte mich schon gerade wieder aufregen. Dann kam mir in den Sinn, daß es z.B. in Frankreich auch nicht anders zugeht.
    Haben sie wenigstens schöne Farben benutzt?

  2. „Wie die Polizei soeben meldet“
    Wie geht das? Steht bei Dir ein Volksempfänger ständig auf Empfang? Hörst Du den Polizeifunk ab?

  3. am ende ist anton der ehemalige ABV von der Rothenburger ;)

    zum thema: wenn diese leute bei anderen, wirklich wichtigen sachen, genau soviel engagement zeigen würden… steckste ni drinne

  4. Ich hoffe, ich mache mich bei Anton nicht unbeliebt, aber die Polizei funkt hier und das für die ganze freie Welt…:
    http://www.polizei.sachsen.de/pd_dresden/4939.htm

    …dass sowas in Frankreich auch passiert ist ja wirklich ein super Grund, sich nicht aufzuregen! Wobei sich aufzuregen nichts bringt, ist klar.

    Es es schon ein beachtlich, wie sich die Umgebung seit der Fertigstellung der Kamenzer Straße, des Gebäudes und der Eröffnung des Supermarktes verändert hat und die, die nächtens ihr Unwesen treiben sind nicht die Einzigen, die bei mir für Unbehagen sorgen.
    Es sind insgesamt sehr viel mehr Menschen (auch mit Autos, Fahrrädern, Hunden) unterwegs und die Entwicklung der bisher recht beschaulichen Straße geht offensichtlich in Richtung einer unteren Alaunstraße.
    Ich frage mich wirklich, wo die ganzen Leute bisher eingekauft haben. Teilweise steht man, speziell bei Getränken, vor leeren Regalen und an der Kasse an längeren Schlangen, als die Nettophilosophie erlaubt!

  5. Das mit den Schlangen und der Nettophilosophie ist mir auch schon aufgefallen. Insgesamt wirkt der Markt sehr belebend. Find ich gut, der Osten der Neustadt war ohnehin viel zu verschlafen.

  6. Anfangs war ich sauer, dass die Brache einfach „zugemauert“ wurde. Dann etwas versöhnt, da endlich eine preiswerte Alternative für den täglichen Bedarf zum völlig überteuerten Konsum auf der Alaunstraße direkt bei mir um die Ecke. Mittlerweile bin ich ziemlich ernüchtert und kaufe so gut wie gar nicht mehr im Netto ein. Der Grund: Wurde weiter oben schon angedeutet – Abends oder Samstags scheint dort nicht mehr aufgefüllt zu werden, gähnende Leere in den Regalen und die Grünzeugabteilung ist auch unter der Woche eine echte Zumutung: schimmelige Tomaten, verwelkter Salat, Kräuter – Fehlanzeige.
    Dann doch lieber zum Plus vorpilgern.

  7. Bitte? Völlig überteuerter Konsum? Klar preiswert ist der nicht, aber setzt wenigsten auf regionale Produkte und passt sich teilweise vorhanden Strukturen an. Nicht so wie die Discount-Kette NETTO die für Ausbeutung steht. Der ist doch alles egal. Aber Hauptsache billig – da kann man auch mal ne Schnitte mehr essen!

    Anschläge auf das Ding lehne ich aber strikt ab. Die Leute hätten sich schon viel früher kreativ einsetzen können. Jetzt ist es zu spät dafür. Und Beschädigungen gehen ja mal gar nicht.

  8. Nix für ungut, Chris, aber als Studentin mit chronisch leerem Geldbeutel kann ich mir den Luxus von biobio und fairtrade leider nicht leisten, so gut ich die Ideen dahinter auch finde. Eine gute und zudem recht preiswerte Bio-Abteilung findest du im Übrigen auch bei plus.

    Und wenn ich im Konsum für 150 g Krabbensalat 2,59 € zahle, während ich bei Lidl für 1,79 € 200g bekomme, dann ist das für meine Begriffe selbstverständlich „überteuert“. Zahlt man bloß den Markennamen mit und bekommt obendrein noch weniger fürs Geld – und nee, Nadler ist nicht aus der Region ;)
    Noch ein Beispiel gefällig? 200 g Tiramisu kosten bei netto 1,59 €, 160 g beim Konsum 1,79 €.

  9. Liebe Jane, die Debatte um Lebensmittelpreise, denke ich führt zu nichts, insbesondere nicht in diesem Rahmen. Vergleichspreise habe ich nicht im Kopf und interessieren mich auch nicht. Dazu ist mir die Zeit zu schade. Ich bin auch Student und habe es bisher ganz gut hinbekommen. Aber wie gesagt, da könnte man sicherlich stundenlang weiter diskutieren.
    Ich wollte ansich nur damit sagen, dass ich lieber ein bisschen mehr an die Firmen, die sich außerhalb des Kapitals noch mit anderen Dingen beschäftigen, bezahle – ob nun Ausbeutung hin und „Überteuerung“ her.

    Obwohl die Sache mit der Brache Kamenzer Straße Geschichte ist, habe ich trotzdem noch soviel Ideal, um die Firmenstrategie eines Discounters wie NETTO einfach nicht zu akzeptieren und daher, komme was wolle, dort nicht einkaufe. Das ist meine Meinung, andere gibt es und sind zu akzeptieren – Sachbeschädigung ist hier der falsche Weg. Der bittere Nachgeschmack der ganzen „Kami-Debatte“ ist doch schlussendlich der, dass es keinen in der Neustadt mehr interessiert was eine Straße weiter passiert und am Ende nur der kleine Kreis der unmitterlbar Betroffenen übrig bleibt. (bin übrigens nicht unmittelbar betroffen)

    Fazit der Geschichte – vielleicht ein bisschen bewusster leben – gerade in der Neustadt?!

  10. Hi Chris,

    glaubst doch nicht wirklich, dass die Mitarbeiter mehr Kohle bei Konsum verdienen, als die bei Netto? Die haben garantiert nichts von den wesentlich höheren Preisen. Genau so wenig, wie der Bauer bzw. Erzeuger der Produkte. Ein schöner Traum, der Konsum kauft direkt beim regionalen Erzeuger und gibt die Premiumpreise weiter. Schon mal was von Großhandel gehört? Die meistens vermeintlichen Ostprudukte werden eh im Westen produziert. Oder woher kommt der ganze Wein für den Rotkäppchensekt? Nur so als Beispiel. Lieber Chris träum weiter. Die Philosophie von Netto ist echt ätzend. Aber die sagen wenigstens die Wahrheit und tun nicht so.

    Mattze

  11. @Jane…..so sieht also ein studentischer Speiseplan aus…wenn überhaupt, würde es nur Sinn machen Grundnahrungsmittelpreise zu vergleichen, weil gerade in dieser Region kaum ein Mensch seinen Grundenergiehaushalt mit Krabbensalat bestreitet…
    noch ein wenn überhaupt…dann fängt man sich hier Flusskrebse und zerhackt die Viecher zu „Salat“.SO.
    c.

  12. @ Christoph: Wer „so“ sagt, hat noch nichts gemacht…, oder? ;-)

    Offensichtlich ist der alltägliche Einkauf ein wichtiges Thema. Ich persönlich scher mich da ja (leider) recht wenig drum und kauf da ein, wo es gerade passt. Das Könnte man wirklich mal eruieren, ob die Verkäuferin im Konsum besser bezahlt wird, als die beim Netto. Gefühlt ist mir der Konsum natürlich sympathischer, gerade auch, weil sie sich bewusst gegen den Standort in der Kamenzer Straße entschieden haben, und natürlich, weil es ein Dresdner Unternehmen ist und nicht zuletzt, weil es eine Genossenschaft ist.
    Die billigen Preise im Netto sind aber sogar mir aufgefallen, manchmal frag ich mich da, wie das zu diesem Preis überhaupt noch produziert werden kann. Im Übrigen gibt es in der Neustadt mehrere Verbrauchergemeinschaften, die ihre Lebensmittel direkt vom Bauernhof beziehen. Ich werde mich bei Gelegenheit mal in die Spur machen und ein paar Adressen veröffentlichen.

  13. Christoph: Wie sollte denn deiner Ansicht nach ein „studentischer Speiseplan“ aussehen? Jeden Tag gestreckte Kohlsuppe und zum Sonntag mal einen sauren Hering zu den Pellkartoffeln? :D

    Außerdem ging’s ums Prinzip: Der Konsum ist nachweislich verdammt teuer – man bekommt die selben Lebensmittel anderswo weitaus preiswerter.

    @ Chris: Ich glaube, dir steht so ein wenig dein Idealismus im Wege bei dem Versuch, das Grundanliegen meines Ausgangsbeitrags zu verstehen. Es gibt gerade in der Neustadt jede Menge Leute, die keinen Goldesel daheim stehen haben – und die müssen sich schließlich irgendwie ernähren. Im Konsum kaufe ich nur noch ein, wenn ich mal zu bestimmten Gelegenheiten „was Gutes“ haben will. Täglich würde mich der Einkauf beim Konsum in den Ruin treiben. Ist es wirklich so schwer, sich einmal in die Lage anderer zu versetzen und deren Beweggründe zu verstehen?

  14. Jane, ich dachte hauptsächlich an Tütensuppen und geschmacksneutrale Tiefkühlkost…Döner, Pommes usw.

  15. Jane: Wie gesagt, eine solche Diskussion sprengt hier den Rahmen – den Ausgang bildet ja mal die Sachbeschädigung am NETTO. Ich denke, dass an dieser Stelle eher über das Warum und Weshalb, insbesondere das Wie gesprochen werden sollte.
    Zwecks Idealismus haste vielleicht gar nicht so unrecht – steht mir wirklich manchmal bisschen im Weg.

    Goldesel habe ich auch keinen Zuhause – für eine artgerechte Haltung ist dafür unser Hinterhof zu klein. Ist vielleicht auch gut so. ;)

  16. @jane
    schon mal über containern nachgedacht?!
    Kostet gar nix und is dazu noch politisch korrekt
    – egal woher die Artikel kommen. Da brauchste nichmal
    beim Krabbensalat n schlechtes Gewissen zu haben.
    Die Sache mit der Kohle is meiner Meinung nach ne reine Ausrede. Is halt nur ne Frage, wie man die Prioritäten setzt. Zweimal Containern, einmal Konsum aber auch nur wenns sein muß, ansonsten Verbrauchergemeinschaft, oder vielleicht der Markt (Hygienemuseum, Alaunplatz -kann man sogar handeln, u es gibt regionale Erzeuger)
    Ansonsten: Vielleicht haste sogar Eltern oder Freunde mit Gärten – regionaler gehts kaum.
    Vielleicht kann man dann halt nich einmal die Woche ins Kino gehn, sondern nur alle zwei oder allabendlich n Coctail inner überteuerten Neustadtbar schlürfen… naja, wie man halt die Prioritäten so setzt.
    Netto is jedenfalls für mich Tabu…auch mit bunter Fassade:-)

  17. @anton launer
    wir sprechen hier immer noch über ein Wohnviertel, oder?
    Vielleicht sind manche Menschen (dort leben überwiegend Familien) auch ganz froh, keine Partymeile vor der Haustür zu haben…Aber man könnte die natürlich auch weggentrifizieren…

  18. also wenn ich auch was sage darf der markt wird beliefert und zwar teilweise rund um die uhr als anwohner des hinterhofes muss ich es wissen denn bei anlieferung bzw dem öffnen der kühlautos warnt ein unglaulich nerviges „piep“ alle 15 sec das die türe offen ist oder so soviel zur nachtruhe kann seit ner stunde nicht mehr schlafen weils „piept“

  19. @ Klaus: 1. Was ist Containern? 2. Der untere Teil der Alaunstraße ist für mich auch nicht unbedingt Partymeile, sondern Einkaufsstraße und eine solche Belebung gönne ich auch der Kamenzer. Die Äußere Neustadt war nie Wohn- sondern immer schon ein Mischviertel. Und gegen die These von der sogenannte Gentrifizierung spricht für mich zum Beispiel auch die Eröffnung eines Discounters mitten auf der noblen, ruhigen Galerie-Meile.

  20. In der heutigen Gesellschaft dient ein Discounter sicher nicht zur Abwertung eines Wohnviertels, im Gegenteil. Die Deutschen sind ja u.a. dafür bekannt, unabhängig von ihren Einkommensverhältnissen am ehesten beim Essen zu sparen (etwas über 10% des Einkommens) – daher auch solche Einstellungen, wie „Bio und regional kann ich mir nicht leisten“ (im übrigen, wenn jemand anderes den Konsum von regionalen Produkten empfiehlt und man dann an Rotkäppchen-Sekt und andere „Ostprodukte“ denkt und meint, damit das Argument zu widerlegen, hat man da noch Weiterbildungsbedarf). Als wir kürzlich umgezogen sind, wollte uns unser Vermieter in eines seiner Objekte Nähe Kamenzer werben, mit der Verheißung, dass da die Infrastruktur jetzt ja enorm aufgewertet worden sei durch den neuen Supermarkt.

  21. Wie Anne schon schreibt, wird ein Stadtteil oder Straßenzug durch einen Discounter nicht ab- sondern aufgewertet – schliesslich ist es eine Steigerung der Lebensqualität, wenn man nicht 5km bis zum nächsten Lebensmittelhändler fahren muss.
    Und mit Verlaub – wer nicht erkennt, das der Prozess der Gentrifizierung seit Jahren auch hier in der Neustadt stattfindet, ist auf mindestens einem Auge blind (steigende Mieten, Verdrängung von kleinen alteingesessenen Händlern…wie lange wird es wohl den kleinen Lebensmittelladen 2 Häuser neben dem Netto noch geben…?).

  22. Offenbar ist das Ansichtssache. In meinen Augen hätte ein Konsum oder ein Park oder ein Kinderspielplatz die Straße aufgewertet, ein Discounter eher nicht, denn fünf Kilometer braucht in der Neustadt niemand zu nem Supermarkt zu fahren.
    Und was den Lebensmittelladen neben dem Netto angeht, der hat doch jetzt die Chance, mit frischem Obst und Gemüse zu punkten, eben den Dingen, die ein Netto nicht leistet. Außerdem könnte er von der Schließzeit des Netto (20 Uhr) profitieren.

  23. @ Anne: „Bio und regional kann ich mir nicht leisten“ (hab ich so nicht gesagt, aber ich lass es mal so stehen) ist keine „Einstellung“, sondern primär für viele Leute eine alltägliche Tatsache, die ich persönlich auch sehr bedauere.

    Es mag Leute geben, für die ist „Ja zu Bio und regional“ reine Einstellungssache und dann wird eben entsprechend an anderer Stelle übermäßig gespart und gekürzt. Ich aber möchte eigentlich nur ein ganz normales Leben führen – und da bleibt eben nicht allzu oft Geld übrig für den teuren fair-trade-Kaffee oder Tomaten aus dem Bio-Supermarkt am Bischofsweg, die ungefähr dreimal so teuer sind, wie die am Grünzeugstand.

    Außerdem: Konsum ist nicht die einzige Möglichkeit, regionale Produkte zu kaufen. In Sachen Obst/Gemüse/Eier bevorzuge ich schon seit Langem den Wochenmarkt auf dem Alaunplatz. Und dass Bio-Produkte nicht unerschwinglich sein müssen, zeigen andere Supermärkte wie bspw. Plus. Dort kann selbst ich ab und an mal zu Bio greifen.

    Unterm Strich bleibt: Konsum ist einfach unverschämt teuer und sowohl hinsichtlich Angebot als auch Qualität längst nicht ohne Alternative. Netto ist zwar billig – aber Service und Qualität lassen des öfteren unheimlich zu wünschen übrig. Und ich stimme Anton darin zu, dass die Brache anders weitaus sinnvoller hätte genutzt werden können.

  24. Ehm, inwieweit kann ein Discounter eigentlich ein Wohnviertel abwerten, in dem es in unmittelbarer Nachbarschaft u.a. eine Suppenküche für Obdachlose und diverse Einrichtungen für Straßenkids gibt? Wenn diese These zuträfe, dann müssten die genannten Einrichtungen ja schon vorab die Wohngegend entsprechend so abgewertet haben, dass eine weitere Abwertung durch den Discounter unmöglich wäre.
    Ich finde nicht, dass die Qualität des Wohnumfeldes von der Preisklasse des Supermarktes abhängt. Anderenfalls sollte man meinen, dass es entweder in Vierteln wie Blasewitz oder Loschwitz keine Netto-Märkte gibt oder aber diese Wohnviertel im Umkehrschluss ihren Status als „upper-class“-Wohngegend aufgrund des Vorhandenseins solcher Märkte einbüßen müssten. Ein Blick auf den Mietspiegel lässt Letzteres zumindest nicht erkennen.

  25. @anton launer
    zum „containern“.
    jeder Supermarkt hat irgendwo in seinem Umfeld Müllcontainer, in denen Artikel, deren Verfallsdatum abgelaufen ist oder die nich mehr so hübsch aussehn (Obst, beschädigte Verpackung, etc.) entsorgt werden.
    Also alles Dinge, die für Mensch eigentlich noch ziemlich genießbar sind. Wäre doch zu schade, oder?!
    Gibt sogar inzwischen Menschen, die soetwas organisiert betreiben und für andere Menschen lecker Essen für wenig bis nix davon kochen (Volxküchen), auch in Dresden.
    Ein weltweiter Zusammenschluß dieser Organisierung ist http://www.foodnotbombs.net

  26. @Jane: Ich bleibe dabei, dass es bei den meisten Menschen eine Frage der Einstellung ist. Immerhin leben wir in Deutschland auf einem Standard, der es sich „leisten“ kann, zu sagen, damit ich mir mein Auto, eine größere Wohnung, einen Urlaub jährlich oder einen großen Fernseher (oder eben Krabbensalat und Tiramisu zum Abendbrot) leisten kann, spare ich bei den Lebensmittelpreisen und ignoriere dabei, dass die Sichersteller meines billigen Konsumverhaltens dafür mit einem Dumpinglohn oder ihrer Gesundheit bezahlen müssen. Die meisten Leute verstehen nicht, dass sie an diesem Teufelskreis aktiv mitwirken („Ich arbeite bei Netto und verdiene so schlecht, deswegen muss ich im Billigdiscounter meine Lebensmittel kaufen“).
    Wenn ich einfach nur die Preise vergleiche, und mir keinen Kopf mache, wie der Unterschied zustande kommt, dann habe ich immer ein sanftes Ruhekissen. (Hast du dich mal gefragt, wie es auf einen südamerikanischen Kaffeebauern wirken mag, wenn ein deutscher Student sagt: „fairtrade kann ich mir nicht leisten?“).
    Ich will hier keinen angreifen, fände es nur schön, wenn man manche Allgemeinplätze mal ein bisschen kritischer hinterfragen würde, oder eine Diskussion dazu entfacht, was wir ja hier gerade tun ;-).

  27. @Anne
    Du kannst es ruhig glauben, es gibt Menschen die haben die richtige Einstellung, haben einen mit Kräutern bepflanzten Balkon und können sich dem Bioboom aus rein finanziellen Aspekten einfach nicht anschließen. Containern ist ja wohl nicht wirklich eine Option, seinen Tisch mit Lebensmitteln zu decken.
    Wir leben auch in einem Deutschland, wo man mit 331 Euro im Monat seinen Lebensunterhalt bestreiten können muss.
    Ich finde Deine Einstellung recht oberflächlich und sehr undifferenziert.

  28. @Anne:

    Wir reden da von 2 verschiedenen Paar Schuhen, Anne. Das eine ist die grundlegende Ungleichverteilung von Reichtum und Wohlstand in der Welt, die natürlich zu beanstanden ist und die es zu beseitigen gilt.

    Das andere ist die Ungleichverteilung von Reichtum und Wohlstand innerhalb der Gesellschaften – sowohl innerhalb der reichen als auch innerhalb derer in den Entwicklungsländern. Auch das ist ein ernstes Problem und muss berücksichtigt werden. Auch wenn ein deutscher Student in Bolivien vermutlich mit seinem Einkommen ein reicher Mann wäre – in Deutschland ist und bleibt er es bei den hiesigen Preisen und Fixkosten eben nicht. Und die Armut hier ist eben nicht bloß eine gefühlte, sondern gemessen am durchschnittlichen Lebensstandard, eine reale.
    Das eine kann man mit dem anderen nicht in einen Topf werfen, sondern man muss hier differenziert betrachten. Ich bin dafür, dass jeder nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag für mehr Gerechtigkeit im Welthandel leistet.

  29. @Mattze:Ich würde dich bitten, erstens nicht von drei Blogcomments auf meine Meinung zu schließen und zweitens einfach mal genauer zu lesen.

    Im Übrigen kenne ich auch Leute, die von ALG II leben, und trotzdem Möglichkeiten finden, kritisch zu konsumieren.

  30. Anne: Meines Erachtens nach ist es richtig, so verantwortungsbewusst wie möglich zu konsumieren.

    Allerdings muss man auch beachten, dass die eigentliche Verantwortung dafür, dass sich grundlegend etwas ändert, zwar auch beim Individuum liegt, aber nicht hauptsächlich dahingehend, dass man versucht, sich als Einzelner durch ein weithin etabliertes System irgendwie durchzumogeln (indem man selbst halt bloß schaut, dass man fair kauft und das war’s), sondern dass man eher schaut, wie könnte man etwas am System als solchem ändern (siehe Politik), denn nur dann wird Veränderung auch dort ankommen, wo es den Menschen durch das westliche Konsumverhalten schlecht geht. Fair-trade-Aktionen bringen da leider eben immer nur punktuell was, trotzdem halte ich sie für gut und richtig.

  31. Ich denke, langsam strapazieren wir hier den Rahmen der Blogdiskussion mit dem (interessanten) Thema ;-)
    Deine Argumentation ist unbestritten, ich habe auch nie gesagt, dass man das eine tun und das andere lassen sollte. Solche Kommentar-Diskussionen bergen die Gefahr, dass in der Debatte polarisiert wird und man sowieso in der Kürze eines comments nie alle Aspekte streifen kann. Mich ärgert nur bei vielen dieser Diskussionen, dass es erst immer recht platt heißt, Bio und Regional wären Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. ICH empfinde es eben nicht als MEINEN Luxus, das zu kaufen, sondern es wäre dann „Luxus“ für einen Kaffebauern, gesunde Produktionsbedingungen zu haben und fair bezahlt zu werden – irrationaler Weise habe ich hier als Konsument die Macht, mich dafür oder dagegen zu entscheiden und das hat eben nichts mit persönlichem „das gönn ich mir“-Luxus zu tun.
    Die Macht der Konsumenten ist, wenn sie geballt auftritt viel höher, als die „der“ Politik (deswegen haben wir ja all die Dumpingpreise im Lebensmittelmarkt mit ihren Folgen). Und so lange der Einzelne denkt, ich kann nicht viel ausrichten und mein bewusster Konsum ist ein „Durchmogeln“, wird sich auch in der Tat nichts ändern. Spannend ist in der Debatte auch, dass immer gleich der ALG II-Empfänger als Bezugsgröße genommen wird, denn ich beziehe mich viel mehr auf die breite Mittelchicht, für die Geiz geil und Schnäppchen jagen Sport ist.

  32. Wir könne uns ja mal im Biergarten treffen und das Thema ausdiskutieren. Im Übrigen, wenn wer interessante Informationen zum Thema „fair“ und „günstig“ einkaufen in der Neustadt hat, immer her damit. Gerne auch per Mail.

  33. @anne: „kritischer konsum“ scheint mir ein wiederspruch in sich. bliebe nur ganz gnostisch zu sagen, dass es kein richtiges leben im falschen gibt…deinen kommentar hab ich genau gelesen und will auch nur auf einen teil deiner meinungen zurückschliessen (den teil, der sich im text niederschlägt…). Ich glaube der weg durch die institutionen- den du ja nicht ablehnst zum glück, scheint mir angebrachter.
    dass biokonsum zumindest auch (und ich sage bewusst nicht „nur“…) repräsentativen charakter hat und vor allem das eigene gewissen beruhigt, scheint mir, zumindest nach der lektüre einer soziologie-magisterarbeit eines bekannten über biokonsum, die ich teilweise korrektur gelesen habe unbestreitbar- da gibt es übrigens auch mittlerweile eine ganze reihe von veröffentlichungen zu. ich will damit sagen: bio ist sehr wohl luxus und wird auch als solcher von den entsprechenden gesellschaftsschichten konsumiert. so wie man nicht nicht konsumieren kann, kann man eben auch nicht nicht konsumieren. das ist ein problem dieser ganzen bewegung von wegen „kritischer konsum“- solange das ein randphänomen bleibt und nicht gesellschaftlicher standard wird, wird es auch immer für leute als unterscheidungsmöglichkeit im sinne einer elite zur verfügung stehen, denen es eher auf das „wie“ des konsums ankommt und weniger auf das was… wie du das selbst empfindest (ob als luxus oder eben nicht) spielt da eigentlich keine rolle- denn die frage ist ja vielmehr wie es ist und nicht, wie dieser oder jener das so empfindet. soll heißen: deine idealistischen beweggründe unbenommen, nützt dein argument nichts gegen die realität. und die widerliche selbstgewißheit mit sich im reinen zu sein und das richtige zu tun, gerade der leute, die sowas machen, wie farbe schmeissen, der ganze narzissmus der hinter solchen aktionen steckt, ist mir oft ein dorn im fleisch. ganz ähnlich empfinde ich auch gentrifizierungsverfechter, da bewundere ich den mut von anton, das schon damals auszusprechen, dass es irgendwie fraglich ist, was solche thesen überhaupt sollen und wem sie vielleicht nützen. „linken“ (zugegebenermaßen oft) unfreiwilligen faschos vielleicht, die sich als „revolutionäre avantgarde“ empfinden und der gentrifizierung hinterherheulen. deshalb hab ich auch die brachenverteidiger damals oft als ziemlich seltsame wesen empfunden, überbleibsel jener freaks die zum glück in der neustadt allerorts immer noch rumlaufen und da auch bitte weiter rumlaufen sollen, mit denen man sich aber nicht immer gleich solidarisieren muss. ich bleib da auch gern mal eher in der beobachterposition.

    wenn du bemängelst, dass man immer gleich mit dem algII empfänger als totschlagsargument kommt, hast du recht, machst das aber beim kaffeebauern ähnlich. wenn man von armut dort (wo auch immer dieses imaginierte dort ist…) spricht, dann meint man wohl eher landlose. kaffeebauern sind auch oft ziemlich dekadente grossgrundbesitzer, denen du hoffentlich glaub ich (weil ich dir die idealistin sogar abnehm…) keinen cent freiwillig zukommen lassen würdest.

  34. Kleine Anmerkung: Habe gerade im Nettomarkt eine geschlagene halbe Stunde in der Schlange gestanden. Alle Fahrradstellplätze belegt, keine fahrbaren Körbe mehr und jede Menge schreiender Kinder. Da es kaum nutzbare Parkplätze gibt, würde ich jetzt mal frech behaupten: der Nettomarkt wird angenommen. Von genau den Leuten, die in der Umgebung wohnen.
    @Anne: wenn Deine Blogcomments nicht Deine Meinung wiederspiegeln, warum soll ich da genauer lesen. Ich denke, hab schon sehr gut verstanden, was Du meinst. Komm aus Deinem Prinzessinenzimmer runter in die Realität :-)

  35. Mattze:
    Nix gegen schreiende Kinder bitte, da schreit nämlich das Sozialsystem von in 20 Jahren ;))

    Anne:
    Du hattest doch selbst geschrieben, dass die „breite Masse“ angeblich nicht bewusst kauft (was mal so dahingestellt sei, denn Studien belegen da eher das Gegenteil, nämlich einen allgemeinen Trend hin zu durchaus ökologisch bewusstem Konsum, besonders was Lebensmittel angeht) – also gehst du davon aus, dass Leute wie du, die verantwortungsbewusst konsumieren, Einzelfälle sind, die sich abseits des etablierten Konsumsystems bewegen. Das ist doch dann ein „Durchmogeln“ – gar nicht negativ belegt.
    Tatsache ist, dass das westliche Konsumverhalten allein nicht in der Lage ist, bestehende Strukturen zu verändern, dazu bedarf es politischer Eingriffe.

    Beispiel: Wenn hierzulande reihenweise Geflügelbauern pleitegehen würden (aufgrund nicht vorhandener Subventionen z.B.), wenn der Export von Billig-Geflügel nach Afrika einfach so eingestellt werden würde, um so den afrikanischen Markt und die dort lebenden Bauern vor dem Kollaps bzw. dem Ruin zu bewahren, wird derartiges doch sicherlich auch NIEMALS geschehen – hier benötigt es landwirtschafts- und marktpolitische Schritte, die möglichen Schaden durch Umstrukturierungen dauerhaft auch von hiesigen Bauern fernhalten und deren Ruin verhindern.
    Frage: Bestellst du etwa dein Geflügel in Afrika?

  36. Hallo Anton,

    was hast Du denn hier losgetreten?

    Empfehle universelles PROTESTKLO. Einsetzbar für oder gegen Netto, Brutto ;-), Konsum, schreiende Kinder, Prinzessinnen & Prinzen, Krabbensaltat & Zwiebeln, wiederspiegeln und widerspiegeln….

    Ist das nun eigentlich eine FDP-Forderung: Mehr NETTO für alle?

    Der Niemals-Netto-(sondern immer LECKER)-und-selten-KONSUM-Einkäufer

    HMD
    (empfiehlt an dieser Stelle unerlaubterweise GrillGUT von Fleischerei During)

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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