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Soko für gewalttätige Jugendgruppen

In den vergangenen Wochen gab es fast an jedem Wochenende Meldungen aus der Äußeren Neustadt oder vom Alaunplatz mit Raubüberfällen. Dabei taucht ein bestimmtes Muster immer wieder auf: Raubstraftaten aus größeren Gruppierungen Jugendlicher. Die Dresdner Polizei reagiert nun auf das Phänomen mit der Einrichtung einer Sonderkommission.

Seit Jahresbeginn hat die Polizeidirektion Dresden insgesagt 113 Raubstraftaten registriert, die durch jugendliche Gruppierungen begangen worden sind oder bei denen Jugendliche geschädigt wurden. Im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2020 haben sich die Fallzahlen verdoppelt, zu 2021 sogar verdreifacht.

Polizeipräsident Lutz Rodig - Foto: Polizei Dresden
Polizeipräsident Lutz Rodig – Foto: Polizei Dresden

Polizeipräsident Lutz Rodig betont aber, dass Dresden dennoch im Vergleich zu anderen Großstädten eine sehr sichere Stadt sei. „Trotz dieser positiven Gesamteinschätzung gibt es immer wieder Phänomene, die herausragen und durch ihre besondere Charakteristik Menschen verunsichern können“, so Rodig. Aktuell seien es jugendliche Gruppierungen, die seit Oktober verstärkt durch Raubstraftaten und Gewalt in Dresden in Erscheinung treten.

Die Straftaten würden überwiegend aus Gruppen heraus begangen. Den Opfern, meist ebenfalls im jugendlichen Alter, werde Gewalt angedroht und dabei die Herausgabe alterstypischer Statussymbole wie Handys, Kopfhörer oder Bluetooth-Boxen gefordert. Nicht selten würden zur Drohung Waffen wie Teleskopschlagstöcke und Schlagringe, aber auch Messer genutzt. Oftmals würden Beraubten von den Angreifern geschlagen oder getreten.

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Delikte in der ganzen Stadt

Die Straftaten geschehen in der gesamten Stadt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in den Abendstunden ab 17 Uhr. Besonders häufig kommt es an den Abenden am Wochenende zu den Raubüberfällen.

„Kriminalität, die von Jugendgruppen ausgeht, ist für Großstädte nicht ungewöhnlich“, sagt Rodig, „in Dresden haben wir seit einigen Wochen eine Häufung insbesondere von Gewaltdelikten, der wir frühzeitig entgegen treten wollen.“ Für eine effektivere Bearbeitung hat die Dresdner Polizei daher eine Sonderkommission mit 15 Ermittlern ins Leben gerufen. Die Soko trägt den Namen „Iuventus“, der sich aus der lateinischen Bezeichnung für „Jugend“ ableitet.

Bislang konnten 87 Tatverdächtige ermittelt werden, darunter sind acht junge Intensivtäter. Mehr als die Hälfte der bisher ermittelten Tatverdächtigen hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Außerdem wurden Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Russland besonders häufig als Tatverdächtige ermittelt.

„Grundsätzlich sieht das Jugendstrafrecht eher milde Strafen vor“, so Rodig. Von daher könne die strafrechtliche Konsequenz nur ein Baustein sein. „Einrichtungen der Jugendhilfe und Sozialarbeit stehen genauso in der Pflicht, sich dem Phänomen zu stellen“, sagt der Polizeipräsident. Behördenübergreifende Maßnahmen wie regelmäßige Fallkonferenzen seien aus seiner Sicht ein erfolgversprechender Lösungsansatz. Darüber hinaus werde die Dresdner Polizei anlassbezogen Jugendgruppen verstärkt kontrollieren.

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Arbeitsgruppe „Sicherheit“ in der Neustadt

Im Stadtbezirk Neustadt gibt es schon seit mehreren Jahren eine Arbeitsgruppe zum Thema Sicherheit. In der treffen sich regelmäßig Vertreter*innen der Jugendarbeit mit der Polizei, dem Ordnungsamt und dem Stadtbezirksamtsleiter und dem Neustadt-Kümmerer. Nach Bedarf sind auch Stadtbezirksbeiräte und Vertreter*innen anderer Ämter und Vereine bei den Sitzungen mit dabei. Bei der letzten Sitzung wurden die Schwerpunkte in der Neustadt, wie die „Schiefe Ecke“, der Alaunpark und der untere Bereich der Alaunstraße besprochen.

Regelmäßig berichtet Stadtbezirksamtsleiter André Barth aus der Gruppe im Stadtbezirksbeirat. Indirekt geht es zum Beispiel am kommenden Montag in der Sitzung darum, wenn die Arbeit der Nachtschlichter ausgewertet wird.

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