Wie das Militärhistorische Museum Tarnfarben in die Neustadt brachte

Vor knapp einem Jahr hat das Militärhistorische Museum am Olbrichtplatz in der Hans-Oster-Straße hier in Neustadt eröffnet. Seitdem habe ich den Eindruck, dass das Thema Militär in unserer Stadt präsenter ist. Selbst vor dem Kleidungsstil der Einwohner scheint es keinen Halt zu machen.

Foto: PR (c) BananaStock/Thinkstock
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„Achtung: Stillgestanden“ möchte man rufen, wenn einem jemand in einem mit Tarnfarben gemusterten Hemd entgegenkommt. Die Neustädter scheinen sich auch modetechnisch an ihrem näheren Umfeld zu orientieren. Stiefel im Bundeswehrdesign und gefärbte Kleidung in Kaki- und Grüntönen läuft einem zwar schon seit geraumer Zeit immer mal wieder über den Weg; ich zumindest habe jedoch den Eindruck, dass dies vermehrt vorkommt, seit voriges Jahr das Militärhistorische Museum wiedereröffnet hat.

Der Military Look

Der Military Look, oder zu deutsch: die Militäroptik, ist ein immer wiederkehrender Trend. Bei dieser Modeerscheinung werden normale Kleidungsstücke mit echtem oder simuliertem Tarndruck versehen bzw. mit Accessoires in diesem Stil kombiniert. Dieser Bekleidungsstil wurde längst massentauglich gemacht und ist nicht länger nur bei Angehörigen bestimmter Szenen zu sehen. Zu kaufen gibt es Armeebekleidung im Internet beispielsweise im Onlineshop Zalando.de. Dieser ist für sein umseitiges Sortiment bekannt und führt Bekleidung in Tarnoptik nicht nur als Teil einer bestimmten Kollektion, sondern das ganze Jahr über. Die Farbkombinationen aus Grün- und Brauntönen erfreuen sich auch bei den Neustädtern großer Beliebtheit. Jung und Alt machen den Anschein, von der durch das Museum gegebenen Präsens des Themas geprägt worden zu sein.

Das Museum und sein Einfluss

Der Förderverein des Bundeswehrmuseums machte die siebenjährigen Renovierungsarbeiten inner- und außerhalb des Gebäudes möglich. Seit der Wiedereröffnung der Dauerausstellung sind viele Menschen in die Expositionsräume geströmt, um das neue inhaltliche Konzept selbst beurteilen zu können. Die verschiedensten Exponate zeigen auf insgesamt 20.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche über 800 Jahre der deutschen Militärgeschichte. Ganz klar, dass sich unter den Exponaten auch verschiedenste Kleidungsstücke der Bundeswehr wiederfinden. Das Konzept der Sammlung konzentriert sich auf Ursachen und Auswirkungen von Krieg und Gewalt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht jedoch der Mensch. Zwischen Flugzeugen, Panzern und anderen Modellen militärischer Fortbewegungsmittel findet sich das eine oder andere Teil, das die Besucher auch modisch inspiriert. Das Militärhistorische Museum zeigt nicht nur die Kulturgeschichte der Gewalt, sondern lehrt zudem auch, dass dieses Thema ganz normal behandelt werden sollte. Auch in Deutschland gibt es keinen Grund, über die Geschichte Stillschweigen zu bewahren. Der Einzug des Themas in die Modewelt ist ein erster Schritt in Richtung eines ungezwungenen Umgangs.

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