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Blitzumzug

Fünf Fragen an Bundestagskandidatin Merle Spellerberg, Bündnis 90/Die Grünen

Gemeinsam mit dem Online-Journal „Pieschen-Aktuell“ haben wir den aus unserer Sicht wichtigsten Kandidat*innen des Wahlkreises 160 fünf Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir täglich um 12 Uhr. Die Reihenfolge richtet sich danach, wieviel Zweitstimmen die jeweiligen Parteien bei der letzten Bundestagswahl in Sachsen erhielten.

Merle Spellerberg, Bündnis 90/Die Grünen
Merle Spellerberg, Bündnis 90/Die Grünen

Merle Spellerberg will als Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag einziehen. Sie tritt im Wahlkreis Dresden II – Bautzen II an, zu dem auch der Stadtbezirk Dresden Neustadt gehört. Auf der Landesliste ihrer Partei ist die Studentin der TU Dresden auf Platz 3 gewählt worden.

Frage: Ein Teil Ihrer Wähler wohnt in der Dresdner Neustadt. Wenn Sie einem Ihrer künftigen Bundestagskollegen den Stadtteil kurz beschreiben sollten, was würden Sie besonders hervorheben?

Die Neustadt ist ein unglaublich lebendiger und kulturell vielfältiger Stadtteil. Egal ob Clubs, Cafés, Theater oder zivilgesellschaftliche Initiativen – die Neustadt ist das Herz der alternativen kulturellen Szene, die ich an Dresden ganz besonders schätze. Hier werden Vielfalt und Toleranz gelebt und Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen. So wünsche ich mir das Zusammenleben in einer Demokratie an viel mehr Orten.

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Eines der wohl wichtigsten Themen unserer Zeit ist der Klimawandel, die Dresdner Neustadt ist einer der heißesten Stadtteile Dresdens. Worin besteht aus Ihrer Sicht der effektivste Weg, den Klimawandel aufzuhalten? Sehen Sie im Programm Ihrer Partei beim Klimaschutz noch Reserven?

Um den Klimawandel noch aufzuhalten, brauchen wir jetzt eine Bundesregierung, die mutig und so schnell wie möglich die Klimakrise angeht. Dafür fordern wir Bündnisgrüne ein Klimaschutz-Sofortprogramm und die Schaffung eines Klimaschutzministeriums. Wir wollen Deutschland bis 2040 klimaneutral machen, indem wir den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen, den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen, die Emissionen im Verkehrssektor senken und klimaschädliche Subventionen abschaffen – um nur einige der Maßnahmen zu nennen. Außerdem werden wir einen sozial gerechten CO2-Preis einführen, dessen Einnahmen an die Menschen zurückgezahlt werden. Daneben setze ich mich für eine Klima-Außenpolitik ein, damit alle Länder beim Klimaschutz mitmachen. Für mich ist klar, wirklichen Klimaschutz gibt es nur mit Grün.

Falls Sie in den Bundestag einziehen, was können Sie ganz konkret für die Bewohner oder Gewerbetreibenden hier vor Ort tun?

Mir liegt besonders die Förderung zivilgesellschaftlicher Akteur*innen und der Erhalt unserer vielfältigen Dresdner Kunst- und Kulturlandschaft am Herzen. Wir brauchen ein Demokratieförderungsgesetz um etwa Initiativen, die sich für politische Bildung, Vielfalt und Demokratie einsetzen, nachhaltig zu unterstützen. Für den Erhalt und die Förderung der Dresdner Clubs, Museen und Theater setze ich mich ein, zum Beispiel durch die Überarbeitung von Bebauungsplänen und die Überarbeitung hinderlicher Verordnungen. Für Gewerbetreibende möchte ich bürokratische Hindernisse abbauen und sie dabei unterstützen, von den Chancen der Digitalisierung zu profitieren. Außerdem ist es mir wichtig, die Lebenssituation von Frauen, Kinder und Familien verbessern. Dazu zählt eine bessere ökonomische Absicherung ihrer Lebensverhältnisse, zum Beispiel durch die Einführung einer Kindergrundsicherung oder durch die Schaffung weiterer Betreuungsplätze in Dresden.

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Zu guter Letzt möchte ich mit unseren Klimaschutzmaßnahmen zu einer Stadt der kurzen Wege, einer grünen Stadt mit Freiraum, beitragen.

Warum sollte man Sie und Ihre Partei wählen?

Wir Bündnisgrüne bieten ein Programm für echten Klimaschutz an. Dazu fordern wir soziale Maßnahmen wie das Bürger*innengeld und eine Erhöhung des Mindestlohns, um die Herausforderung des Klimawandels sozial gerecht zu meistern.

In meinem persönlichen Themengebiet der Außenpolitik setze ich mich dafür ein, dass menschliche Sicherheit und Menschenrechte in den Mittelpunkt gestellt werden. Das gilt insbesondere für die Rechte von Frauen, queeren Menschen oder Indigenen. In der Innenpolitik stehe ich für den Schutz der Freiheits- und Bürger*innenrechte und für eine klare Kante gegen Rechts. Bei der kommenden Wahl bieten wir Bündnisgrüne die Chance für eine wirklichen Aufbruch.

Assi-Eck, schiefe Ecke oder soziale Ecke, wie bezeichnen Sie die bekannteste Kreuzung der Neustadt?

Ich benutze meist den Begriff „Schiefe Ecke“. Diese Bezeichnung passt einerseits zur baulichen Gestaltung der Ecke, beschreibt andererseits auch gewisse problembehaftete Aspekte dieser Kreuzung, ohne sie jedoch hierauf zu reduzieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen zu Merle Spellerberg

  • geboren 1996
  • Landessprecherin der grünen Jugend Sachsen, Delegierte in der BAG Wirtschaft & Finanzen und im Bundesfrauenrat
  • Studentin der „Internationalen Beziehungen“ an der Technischen Universität Dresden. Der Studiengang verbindet Völkerrecht, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften
  • mehr über Merle Spellerberg auf ihrer Homepage

Morgen erscheint das Interview mit Charlotte Brock – Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI)

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3 Ergänzungen

  1. Eine Kandidatin auf dem Weg der Vollendung?
    Nach Kreißsaal und derzeit Hörsaal bald Plenarsaal?
    Immer schön am eigentlichen Leben vorbei.
    Und der Politikplan beschreibt auf der einen Seite mehr Geld ausgeben und auf der anderen Seite Mindereinnahmen durch das Herunterfahren der deutschen Wirtschaft. Stellt sich doch die Frage, wie der Staat dann noch funktionieren soll und wo z.B. das Geld für Hartz4 und Kindergeld herkommen soll.
    Aber das Format verbot ja Nachfragen.

  2. Fr. Spellerberg hat leider nicht den Bedarfsplan vom Amt für Kindertagesbetreuung studiert, der in den nächsten Jahren einen Überhang von Betreuungsplätzen in der Landeshauptstadt prognostiziert.
    Für eine Kandidatur muss präzises Fachwissen Voraussetzung sein – wann und wo Bedarfe entstehen.
    Da gilt: erst studieren und dann kandidieren.
    Mit freundlichen Grüßen

  3. @Anton A) Halte ich die Definition von Guardians Kommentar als ergänzend zum Artikel Inhalt für eher fragwürdig, da es nur die Meinung der Person wiederspiegelt, auch der Teil mit dem Programm.

    Und B) Möchte ich provokant fragen. Was denn das „eigentliche“ Leben ist, wer es definiert und ob ein Bankkaufmann, der aus der Oberschule rein in die Sparkasse bis zum Lebensende auch nicht bei zum Beispiel der Kreditvergabe nicht qualifiziert genug ist, da er ja das eigentliche Leben außerhalb der Sparkasse mit mitbekommen hast.

    Schöne genervt Grüße

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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