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Unterschriften für Klimaneutralität

Seit Ende Juni stehen sie bis zu dreimal pro Woche auf dem Alaunplatz und sprechen Passant*innen an. Sophie, Hannah und Johannes sammeln Unterschriften für die Initiative „DresdenZero“ – ihr Ziel ist ein klimaneutrales Dresden im Jahr 2035.

Sammeln Unterschriften für Dresdens Klimaneutralität: Hannah, Johannes und Sophie von DresdenZero
Sammeln Unterschriften für Dresdens Klimaneutralität: Hannah, Johannes und Sophie von DresdenZero

Die Unterschriften sammeln sie, um ein Bürgerbegehren vorzubereiten. Die Initiative will den Klimawandel als wichtigste Herausforderung des 21. Jahrhunderts auf die lokalpolitische Agenda setzen. Bislang strebt die Stadt Dresden die Klimaneutralität vor 2050 an. Zu spät, sagen die Initiator*innen von „DresdenZero“. Parallel zum Bürgerbegehren haben sie auch eine Online-Petition gestartet.

„Die Reaktionen sind überwiegend positiv“, sagt Johannes, den Menschen sei es ein Anliegen sich einzubringen. Immerhin seien auch in Dresden schon die Folgen der sich verändernden klimatischen Bedingungen zu sehen.

Nach Empfehlung des Weltklimarats muss in den nächsten Jahren die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, um Schlimmeres noch abwenden zu können. Um Klimaneutralität zu erreichen, wäre eine weitreichende Reduktion von Treibhausgasemissionen notwendig. Diesem Ziel verpflichteten sich bereits im Jahr 2015 insgesamt 195 Länder im Pariser Klimaabkommen, darunter auch Deutschland. Doch konkrete Maßnahmen fehlen bisher.

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„Aus Studien wissen wir, dass eine Klimaneutralität bis 2035 ohne weiteres möglich und notwendig ist, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern“, sagt Professor Christoph Röllig, einer der beiden Gründer von „DresdenZero“. Die Zeit dränge. Ohne entschlossenes und schnelles Handeln drohten in den nächsten Jahrzehnten Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlstand, die verheerender als jede Pandemie wären.

Bürgerbegehren für ein klimaneutrales Dresden

Um das Ziel zu erreichen, will DresdenZero Fakten schaffen: Mit 30.000 Unterschriften soll ein rechtlich bindendes Bürgerbegehren auf den Weg gebracht werden, der Grundstein für eine bis 2035 klimaneutrale Landeshauptstadt. „Für den Einzelnen ist es unmöglich, klimaneutral zu leben, weil die entscheidenden Stellschrauben in den Händen der Politik liegen. Hier müssen wir ansetzen, um wirksam etwas zu erreichen“, erklärt Moritz Piepel, Physikstudent an der TU Dresden und ebenfalls Mitgründer von „DresdenZero“. Gleichzeitig könne man nicht warten, bis auf Bundesebene die notwendigen Entscheidungen getroffen wurden. Der Wandel müsse auch von unten kommen.

„DresdenZero“ ist eine von mehreren regionalen Bürgerinitiativen von „GermanZero“. Die bundesweite Dachorganisation erarbeitet mit unabhängigen Expert:innen aktuell ein 1,5-Grad-Klimaschutzpaket, das als Gesetzesentwurf in den Bundestag eingebracht werden soll. Seit der Gründung von „DresdenZero“ im Januar 2021 sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Unterstützer*innen unterschiedlichster Altersgruppen, Berufe und Konfessionen zur Initiative gestoßen. In verschiedenen Arbeitsgruppen bereiten sie momentan das angestrebte Bürgerbegehren vor. Es wäre der erste Klimaentscheid in Sachsen.

Bereits viele Unterschriften für Online-Petition

Parallel zu der Unterschriften-Sammlung wurde auch eine Online-Petition gestartet. Inzwischen fordern knapp 3.000 Unterzeichnende Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf: „Schärfen Sie Ihre Klimaschutz-Ziele und verankern Sie die Klimaneutralität bis 2035 im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept!“ Die Petition, die sich unter change.org/DresdenZero findet, wird darüber hinaus von 25 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus allen Ecken Dresdens mitgetragen.

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„Wir nutzen verschiedene direktdemokratische Elemente, um auf Dresdens Klimapolitik direkt Einfluss nehmen zu können“, sagt Christoph Röllig, Arzt am Dresdner Universitätsklinikum. „Sind wir mit dem Bürgerbegehren erfolgreich, wird aus dem Bürgerwillen direkte Klimapolitik, jenseits von Wahlen und Parteien.“ Es wäre eine Chance, Dresden noch lebenswerter und nachhaltig zukunftsfähig zu machen.

Weitere Infos unter dresdenzero.de.

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