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Hausbesetzung wird fortgesetzt

Das Haus in der Jägerstraße 10a ist nach wie vor besetzt. Am Vormittag kam es zu einem Gespräch zwischen Hausbesetzer*innen und Vertretern des Grundstückseigentümers. Das Haus gehört dem Freistaat Sachsen und wird durch den Staatsbetrieb Immobilien und Baumanagment (SIB) verwaltet.

Oliver Gaber, Geschäftsführer der SIB (links) im Gespräch mit den Hausbesetzer*innen - Foto: Tino Plunert
Oliver Gaber, Geschäftsführer der SIB (links) im Gespräch mit den Hausbesetzer*innen – Foto: Tino Plunert

Der kaufmännische Geschäftsführer der SIB, Oliver Gaber hörte sich die Forderungen an, stellte aber auch klar, dass die Hausbesetztung nicht toleriert werde. „Es war ein sehr freundliches Gespräch, in dem die Positionen beider Seiten angehört wurden“,sagte Gaber nach dem Treffen. Wie Alwin-Rainer Zipfl, der Pressesprecher der SIB auf Nachfrage mitteilt, wurde den Besetzer*innen mitgeteilt, dass der SIB als Grundstücksverwalter und Eigentümervertreter die Illegalität der Handlung nicht dulden kann und wird. Die Besetzer wurden aufgefordert, das Gebäude bis heute Nachmittag zu räumen.

Die Hausbesetzer*innen stellten ihrerseits drei Forderungen für einen Auszug. Diese präsentierten sie heute Mittag auf einer Pressekonferenz. So fordern sie, dass es bei einem Auszug keine Identitätsfeststellung geben solle, außerdem solle es keine Strafanzeigen gegen die Besetzer*innen geben und sie fordern einen Dialog für eine Nutzung des Hauses. Nach ihren Erkenntnissen plane die SIB das Haus perspektivisch für Behörden zu nutzen. Wie lange das Haus schon leer steht, können die Besetzer*innen nicht sagen, sie haben jedoch in den Räumen Tageszeitungen von 2004 gefunden. Der Zustand sei ziemlich schlimm. „Es ist eine Baustelle“, sagte ein Besetzer, aber nichts, was sich nicht reparieren lasse.

Hausbesetzer*innen bei der Pressekonferenz
Hausbesetzer*innen bei der Pressekonferenz

SIB-Pressesprecher Zipfl sagt, dass das Gebäude seit Ende November 2008 leersteht. „Damals wurde ein Befall mit Hausschwamm festgestellt, welcher Anfang 2009 beseitigt wurde“, so Zipfel. Über die zukünftige Nutzung des Gebäudes sei noch nicht entschieden.

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Nach Angaben der Besetzter*innen halten sich aktuell bis zu 10 Leute im Haus auf, wie sie hineingekommen sind, wollen sie nicht sagen. Wie die Dresdner Polizei auf Nachfrage mitteilt, bestehe Kontakt zum Eigentümer. Eine Räumung stünde aktuell nicht bevor.

Die Hausbesetzung hängt offenbar eng mit der Besetzung des Hauses in der Schanzenstraße vom Oktober 2020 zusammen. Zum einen gibt es an der Seite des Gebäudes ein Transparent mit dem Schriftzug „Rache für Schanzi“, zum anderen verwenden sie die gleiche E-Mail-Adresse und auch die Website von damals. Seinerzeit hat die Polizei das Haus nach drei Tagen geräumt, dabei allerdings keine Menschen mehr in dem Haus angetroffen.

Rache für die Schanzi
Rache für die Schanzi
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Eine Ergänzung

  1. Immerhin wird nun breiter publik, daß das einzige Verfallsdenkmal der Vorstadt ausgerechnet dem eigenen Bundesland gehört. Man wundere sich also nicht, der Staat ist arm, in privater Hand wäre längt saniert worden. Man erinere sich an die Hutfabrik in der anderen (Wilsdruffer) Vorstadt: so recht engagieren mag sich der SIB bei „Problem bzw. „Schwamm“-Immobilien“ offenbar nicht, es erfolgt über Jahrzehnte keinerlei Schutz an den Bauten (versus: Eigentum verpflichtet, oder Denkmalrecht), naja wurscht.
    Diese Landesanstalt da wird ja laut Standortplanung in nä. Zeit nach Bischofswerda verlegt, sodaß der gesamte Bestand hier in weitere Überlegung geht. Erstaunlich am Zwangsumzug ist die enorme Kostensumme des neuen Campus in Bi-werda, ca. 65 Mio las ich vor Monaten in einem SIB-Bericht (weiß nicht mehr genau, müßte nachgucken..). Das sind eigentlich Investitionshöhen für größere Staatshochbauten in den sächs. Metropolen, z.B. kostet der große HTW-Anbau etwa ebensoviel.
    Dem SIB stehen hier diverse Varianten offen, ich sehe auch einen kompletten Grundverkauf samt Villa bzw. gesplitteten Grundverkauf, beides an privat – z.B. zur Errichtung eines Wohnparks für gerade in diesem Viertel dringend „benötigten Wohnraum“. Daß da erneut eine „Behörde“ hin solle, stufe ich als fraglich ein. Außerdem mutet jedes so versteckte Staatsanwiesen per se konspirativ an.
    Man möge also mal schauen, ob in Bi-werda schon der Neustandort steht und ob der für 2022 (???, müßte gucken…) geplante Umzug kommt. Evtl. hat Corönchen auch hier etwas Verwerfung hineingelockdowned.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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