Anzeige


Räuber verurteilt

Am Land­ge­richt Dres­den hat heute Rich­ter Joa­chim Ku­bi­sta den Räu­ber Ibra­him D. zu drei­ein­halb Jah­ren ver­ur­teilt. Am zwei­ten Pro­zess­tag stand vor al­lem das Gut­ach­ten von Dr. Jan Lange im Mit­tel­punkt.

Landgericht und Amtsgericht Dresden
Land­ge­richt und Amts­ge­richt Dresden

Das Ge­richt sah es als er­wie­sen an, dass Ibra­him D. in ei­nem Su­per­markt ver­sucht hatte zu steh­len, in ei­nem Wasch­sa­lon ran­da­lierte und auf der Alaun­straße durch ein Fens­ter in die Woh­nung ei­nes Rent­ners ein­ge­stie­gen ist und die­sen dann be­raubt und be­droht hatte. (De­tails im Be­richt vom 8. Juni)

Vor dem psych­ia­tri­schen Gut­ach­ten hörte das Ge­richt noch zwei Zeu­gen, die grund­sätz­lich die Vor­fälle im Sim­mel-Markt be­stä­tig­ten. Gut­ach­ter Jan Lange at­tes­tierte dem An­ge­klag­ten schwere Sucht­pro­bleme, al­ler­dings sei keine psy­cho­ti­ti­sche oder schi­zo­phrene Er­kran­kung fest­zu­stel­len. Seit sich Ibra­him D. in Deutsch­land auf­hält, be­fand er sich über­wie­gend in Haft. Die meis­ten De­likte, die er sich bis­her zu­schul­den kom­men ließ, seien di­rekt oder in­di­rekt auf seine Sucht und die da­mit nö­tige Be­schaf­fung von Geld für Dro­gen zurückzuführen.

Schwere Drogenabhängigkeit

Ak­tu­ell sei er vor al­lem von Ti­li­din ab­hän­gig, ei­nem syn­the­ti­schen Opioid, das in der Me­di­zin als ver­schrei­bungs­pflich­ti­ges Me­di­ka­ment ge­gen mit­tel­starke Schmer­zen ein­ge­setzt wird und laut Lange der Wir­kung von He­roin nicht un­ähn­lich sei. Je­doch sei der An­ge­klagte nicht wäh­le­risch bei der Wahl sei­ner Dro­gen – letzt­lich habe sich sein gan­zes Le­ben dar­auf ausgerichtet.

An­zeige

Die Seilschaft am 15. August bei den Filmnächten am Elbufer

An­zeige

Sachsen-Ticket

An­zeige

Wiedereröffnet: Villandry Dresden

An­zeige

Semper Oberschule Dresden

An­zeige

Palais-Sommer

An­zeige

Aussitzen Deluxe 2.0

An­zeige

Tranquillo Sommer Sale

Eine The­ra­pie sieht der Gut­ach­ter als schwie­rig, da der An­ge­klagte schon zweit The­ra­pien ab­ge­bro­chen habe und auch ak­tu­ell nicht ent­gif­tet sei. Lange schätzt, dass eine kom­plette Ent­gif­tung min­des­tens zwölf Wo­chen dauere und ohne kli­ni­sche Be­treu­ung wohl nicht mög­lich sei. Und auch da­nach würde eine The­ra­pie nur hel­fen, wenn es mög­lich wäre, den An­ge­klag­ten in sei­ner Mut­ter­spra­che zu be­treuen. Ein The­ra­pie­er­folg schei­tere auch an ei­ner mög­li­chen Perspektive.

Die Plädoyers

Die Staats­an­walt­schaft führte aus, dass sich die Ta­ten be­stä­tigt ha­ben, bei dem Ein­drin­gen in die Woh­nung des Rent­ners han­dele es sich um schwe­ren räu­be­ri­schen Dieb­stahl, die an­de­ren De­likte seien nicht so schwer­wie­gend. Straf­mil­dernd sei das Ge­ständ­nis und auch die Dro­gen-Ab­hän­gig­keit zu be­ur­tei­len. Al­ler­dings weise der An­ge­klagte auch di­verse Vor­stra­fen auf. Ins­ge­samt for­derte die Staats­an­walt­schaft eine Frei­heits­strafe von vier Jah­ren und sechs Monaten. 

Rechts­an­walt Curt-Mat­thias En­gel führte aus, dass der Staat für den An­ge­klag­ten ver­ant­wort­lich sei und sich darum be­mü­hen müsse, dass er the­ra­piert werde und plä­dierte auf eine Ge­samt­strafe von drei Jah­ren und sechs Monaten. 

Der An­ge­klagte, Ibra­him D., er­klärte mit sei­nen letz­ten Wor­ten, dass er sich für das Ge­fäng­nis ent­schie­den habe und gern dort blei­ben möchte. Au­ßer­dem be­teu­erte er, dass er vor ei­nem Mo­nat auf­ge­hört habe, die Schmerz­me­di­ka­mente zu nehmen. 

An­zeige

Fit together mit Claudia Seidel

An­zeige

Sachsen-Ticket

An­zeige

Die Seilschaft am 15. August bei den Filmnächten am Elbufer

An­zeige

Palais-Sommer

An­zeige

Aussitzen Deluxe 2.0

An­zeige

Kieferorthopädie

Das Urteil

Der Vor­sit­zende Rich­ter Joa­chim Ku­bi­sta folgte in sei­nem Ur­teil der Ver­tei­di­gung und ver­ur­teilte Ibra­him D. zu drei Jah­ren und sechs Mo­na­ten. Trotz der ge­rin­gen Beute sei es kein min­der­schwe­rer Fall, so der Rich­ter, der auch auf die Si­tua­tion des Op­fers auf­merk­sam machte. Die Beute des An­ge­klag­ten, das Ta­schen­mes­ser und rund 150 Euro wer­den ein­ge­zo­gen, so dass der be­raubte Rent­ner nun sein Geld zu­rück be­kom­men kann. 

Der Rich­ter machte auch noch ein­mal dar­auf auf­merk­sam, dass der An­ge­klagte auf­grund der Dro­gen­sucht nur ver­min­dert steue­rungs­fä­hig ge­we­sen sei. Je­doch lehnte er eine Ein­wei­sung in eine Ent­zie­hungs­an­stalt ab, ver­mut­lich auch we­gen der schlech­ten Pro­gnose des Gut­ach­ters. Er könne auch kei­nen Wil­len auf Hei­lung er­ken­nen. Au­ßer­dem gäbe es eine The­ra­pie nur bei Aufenthaltsrecht. 

Das Ur­teil ist rechts­kräf­tig, da der An­ge­klagte noch in der Ver­hand­lung auf Rechts­mit­tel ver­zich­tete. Vor­aus­sicht­lich wird er nun ei­nen Teil der Strafe ab­sit­zen und dann in sein Hei­mat­land Ma­rokko ab­ge­scho­ben werden.

Nach dem Prozess wurde der Angeklagte abgeführt.
Nach dem Pro­zess wurde der An­ge­klagte abgeführt.
Ar­ti­kel teilen

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.