Trödeln, Demos und eine Soli-Party

Am kommenden Sonnabend ist so einiges los in der Neustadt. Ab 14 Uhr wird wieder getrödelt. Unter dem Motto „2. Chance am 2. Juni“ bietet die Werbegemeinschaft einen Ersatztermin zum 5. Mai, an dem das schlechte Wetter den Trödlern den Umsatz verhagelte.

Währenddessen ist schon der Cristopher-Street-Day-Umzug unterwegs. Leider wird er nicht mehr wie in der Vergangenheit durch die Neustadt ziehen, sondern schon am Albertplatz umkehren.

CSD-Parade auf der Görlitzer Straße
2009 führte die CSD-Parade noch über die Görlitzer Straße


Nachttanzdemoplakat am Bischofsweg
Nachttanzdemoplakat am Bischofsweg
Ein anderer Umzug soll um 16 Uhr am Alaunplatz starten. Nach Angaben des Veranstalters, dem Libertären Netzwerk Dresden, sollen fünf Musikwagen durch die Stadt ziehen. Den Organisatoren geht es darum Modelle aufzuzeigen, in denen alle ein gleiches Mitspracherecht und unter Abstimmung einen gleichberechtigten Zugang auf vorhandene Ressourcen haben und damit eine ökonomische, politische und soziale Alternative zur gegenwärtigen Gesellschaft darzustellen. Die Route führt vom Alaunplatz über die Marienbrücke durch Friedrichstadt nach Löbtau, für die 7,5km Strecke sind dabei sechs Stunden eingeplant. Spannenderweise hatte sich gerade dieses Bündnis gegen die kürzlich von der Linksjugend und den Neustadtpiraten organisierte Nachttanzdemo ausgesprochen, die damals in einer Blockade endete (Neustadt-Geflüster vom 19. April).

Musikfreunde im Sektor Evolution
Musikfreunde im Sektor Evolution
Am Abend dann die gemeinsame Solidarität gefeiert. Wenn es brennt, sind die Freunde da. Aus diesem Anlass steigt im Sektor Evolution eine Party. Als es im Schallplattenladen „Fat Fenders“ auf der Böhmischen Straße brannte (Neustadt-Geflüster vom 3. April), gab es eine tolle Unterstützung von Kunden und Nachbarn mit Spontansoliaktionen, Spendenaufrufen und tatkräftiger Hilfe. Der Laden hatte nach etwas mehr als 14 Tagen wieder geöffnet und konnte seine Arbeit in nahezu vollem Umfang wieder aufnehmen. Die Feier nun ist aber ein Dankeschön aller beteiligten Künstler, Acts, Crews und Helfer an ihren Plattenladen zu verstehen. Die Teilnehmer lesen sich wie der Monatspartyplan eines Stadtmagazins. Neben Groovestation, Altes Wettbüro und Salection sind auch Labels wie Uncanny Valley, Etui, Melted, Sleepy City und Suburban Trash am Start. Partyveranstalter wie Sub Sickness, Danger Movement, Bon Voyage und Highfinesse sind ebenso dabei wie Buschfunk, banq.de, Green Planet, Kurz&Schmal, We like… oder die Hasen. Abschließend wird in den frühen Morgenstunden das Blasorchester Banda Communale die letzten Tänzer aus der Höhle treiben und in die Outdoorarea begleiten.


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Vincent Drews

38 Kommentare zu “Trödeln, Demos und eine Soli-Party

  1. Euch ist da gleub ich ein kleiner Fehler unterlaufen: das „Sabotage“ ist das ehemalige „U-Boot“, der „Sektor Evolution“ ist woanders…

  2. ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaub das ehemalige U-Boot nennt sich jetzt „Sabotage“ und der Sector ist überm Industriegelände… ;)

    aber danke für die info!

  3. Um gleich sprachlich zu deeskalieren, weil ich es zufällig sehe: »spack« bedeutet im übertragenen Sinne jung oder unreif, es kommt eigentlich von »dünn« oder »dürr«.

    Herkunft: http://de.wiktionary.org/wiki/spack

    »Spacken« sind in der Umgangssprache Halbwüchsige.

    Das hat nichts mit dem ähnlich klingenden (üblen) Schimpfwort zu tun.

  4. nach rücksprache mit meinem anwalt werde ich beim ordnungsamt eine einstweilige verfügung auf untersagung beantragen – die lärmbelästigung verstößt eindeutig gegen EU-recht

  5. also wenn das noch unter „bitte recht freundlich“ läuft, dann hat anton wohl andere maßstäbe als ich, aber wahrscheinlich bringt das ein paar klicks mehr, weil sich hier sicher in den nächsten tagen eine rege „diskussion“ entwickeln wird. „spacken“ machen halt gut das säckel voll.
    warum schreibt „bad boy“ nicht gleich „homos“ und „schwuchteln“? immer raus damit oder geht es nur um bewusste provokation? wahrscheinlich… schäm‘ dich!

  6. „Homos“ als Pendant zum in Schwulenkreisen üblichen „Heten“ ist doch in Ordnung.

    Oder wie möchten unsere homosexuellen Mitbürger denn zur Zeit genannt werden? Man gilt ja schnell als intolerant und/oder ewiggestrig, wenn man das Vokabular des doch recht kurzlebigen Zeitgeistes verpaßt, den Stiefel möchte sich natürlich niemand anziehen, gerade in Szenevierteln wie der Neustadt.

  7. @stefanolix: Danke. @someone else: Freundlich ist es nicht, aber eine Antwort auf Deine Frage vom 31.05.2012 um 16:12 und die wollte ich Dir nicht vorenthalten.

  8. @anton: danke.
    @lenbach: das verschiedene verbände „schwule und lesben“ im namen tragen, ist das wohl die (politisch) korrekte benennung. „homos“ ist mir mittlerweile zu sehr zum schimpfwort geworden und ich benutze es nicht.
    das ist hier aber auch nicht das thema, oder? „spacken“ ist in jedem falle beleidigend, ob im zusammenhang mit sexueller ausrichtung oder sonstwie verwendet.

  9. Wer seine sexuelle Ausrichtung spazieren trägt, wie man das zum CSD ja gemeinhin tut, darf auch entsprechend benannt werden. Schwule und Lesben sind Homos, so wie die AmRandeSteherundGucker eben Heten sind. Was soll’s?

  10. wieso müssen wir immer freundlich zueinander sein? wenn ich schon diese peinlichen plakate zum csd sehe….na ja, geschmäcker sind verschieden

  11. Lieber böser Junge … Du musst natürlich nicht immer freundlich sein, aber es wäre ein feiner Zug von Dir, wenn Du es hier in den Kommentaren probieren würdest. Provokation um der Provokation willen ist albern.

  12. Es muss für Menschen aller sexuellen Orientierungen gelten: Gleiche Rechte und gleiche Pflichten. In den letzten Jahrzehnten (seit dem ersten CSD) wurde auf diesem Weg schon sehr viel erreicht.

    Wenn ich von gleichen Pflichten rede, gehört dazu aber auch die Pflicht, eine gewisse Rücksichtnahme und einen gewissen Anstand an den Tag zu legen. Meinungsäußerungen zu dem aktuellen CSD-Aufzug sind — anders als Beleidigungen — nicht nur zulässig, sondern das Recht eines jeden Bürgers.

  13. @lenbach: du weißt schon um die konnotation von „homosexualismus“ im gegensatz zu „homosexualität“?

  14. @Someone Else
    Danke für den Einwand.
    (stellt sich mir dien Frage ob Unwissenheit oder der bewusste gebrauch eben diese Begriffes grundlage des Komentares ist)

    Ich bin ein wenig überrascht über die Grundstimmung die die letzten 2 Komentare (Lenbach,p-har) verbreiten

  15. @Someone Else

    Ja, das mit den „-ismen“ ist mir bekannt. Allerdings war mir beim Schreiben nicht bewußt, daß es dieses Wort tatsächlich schon gibt, wie ich eben gesehen habe. Es sollte eigentlich eine nicht ganz ernste Verhohnepiepelung werden.

    Vielleicht müßte es daher analog zum Heterosexismus heißen: Homosexismus.

  16. ja, da war die tastatur wieder schneller als ich… ;)
    sollte natürlich ein „fettnäpfchen“ werden.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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