Offener Brief eines Dresdner Unternehmers

Der Neustädter Unternehmer und Händler Heiko Liepack-Arlt hat in den vergangenen Wochen mit vielen seiner Kollegen gesprochen. Er führt normalerweise ein Bekleidungsgeschäft im Barock-Viertel. Seit dem 14. Dezember sind die vielen kleinen Läden in der Äußeren und der Inneren Neustadt geschlossen. Die wichtigen Wochen des Weihnachtsgeschäfts sind nun ausgefallen. Und dennoch: Die Infektionszahlen fallen nicht. Mit einem offenen Brief an die Landesregierung greift Liepack-Arlt die Stimmung unter den Gewerbetreibenden auf und macht seinem Ärger Luft.

Neustädter Unternehmer: Heiko Liepack-Arlt
Neustädter Unternehmer: Heiko Liepack-Arlt

Happy New Year…

oder mit den Worten von Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Manchmal hat man das Gefühl, dass man auch mal lauter werden und drastischere Worte finden muss, um gehört zu werden.“

Wenn man aktuelle Pressemeldungen liest, wird uns der Lockdown wohl noch bis in das neue Jahr begleiten. Nur, wie konsequent ist eigentlich dieser Lockdown?

Geschlossen sind schon seit einer Weile Gastro und Kultur. Seit Mitte Dezember nun auch Friseure, Kosmetik und der Einzelhandel.

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Aber was ist mit den Kontakten in anderen beruflichen Bereichen? Laufen die einfach weiter? Steckt man sich dort nicht an?

Auf einigen sächsischen Baustellen lautet das Motto: „Wer Maske trägt, ist ein Mädchen“. Und Stichproben bestätigen diesen Eindruck. Was hinter den Werkstoren passiert, lässt sich auch nur schwer kontrollieren. Auf geschlossenen Bühnen wird weiter geprobt, in Werkstätten weiter gearbeitet. Handwerker besuchen weiter ihre Kunden. Büros, Agenturen, Kanzleien, selbst die Gerichte arbeiten weiter. In vielen Branchen ist Home-Office gar nicht möglich. Und all diese Angestellten fahren auch täglich mit Bus und Bahn zur Arbeit.

Kein Wunder, dass die Infektionszahlen trotz Lockdown nicht fallen.

Was aber definitiv schon längst gefallen ist, sind die Umsätze im Handel. Nee, Moment, nur die in den Läden. Denn der Online-Handel – er boomt ja gerade. Keine Ahnung, wie viele Läden diesen zweiten Lockdown noch überleben.

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Vielleicht könnte uns die Politik wenigstens den Hauch einer Chance lassen und unseren Kunden erlauben, dass sie vorbestellte Ware abholen. Bei Schnitzel mit Pommes geht es doch auch.

Klar gibt es den Hoffnungsschimmer mit den ersten Impfungen, aber bis das greift, sind weite Teile des Einzelhandels gestorben. Da nützt dann auch eine neue Online-Steuer nichts mehr.

Also, liebe Politiker, gebt uns eine Chance oder schließt alles, was nicht lebensnotwendig ist. Also auch Büros, Baustellen und Fabriken. Vielleicht lassen sich so die Zahlen zügig senken.

Für einen Neustart sind wir bereit.

10 Kommentare zu “Offener Brief eines Dresdner Unternehmers

  1. Er hat absolut Recht. Die Menschen stecken sich privat an und nicht im Laden. Wir haben x Filialen in ganz Deutschland. Es ist kein Fall aus Sachsen bekannt, wo ein MA Corona hat. Es läuft alles als gebe es kein Corona in den Arbeitsabläufen und generell. Das „Hygienekonzept“ ist ein Papiertiger der nur proforma existiert. Masken gibts, wenn ein Kunde in Sicht ist ansonsten trägt die keine Sau nirgends auch nicht wenn 3 Leute auf 1qm hocken….
    Aber Hauptsache alles dicht machen…
    Zuhause wird sich angesteckt und nicht bei flüchtigen Begegnungen.
    Wir müssen einfach mit der Krankheit und den Folgen leben haben wir bei den Pandemie der 50er und 60er auch. Wirf Zeit, das das in den Schädel der Politik rein geht.

  2. Nicht zu vergessen, die Papier und Stoffmasken reduzieren zwar, sind aber nicht perfekt.

    Man zieht sie auf Arbeit hoch und runter wenn jemand näher kommt, wie eine Brille.
    Ärzte wechseln FFP2 stündlich.

  3. genau so schaut es aus, der angestellte hat wohl recht! und wenn frau merkel ihr privates motto „kein sex zuhause“ bundesweit ausrollen würde, ich könnte meine freude hinter keiner maske verbergen. waldschutz statt mundschutz, ihr einwegflaschen. kulturarbeiter winkt mit hungertuch, OMk

  4. Ich arbeite im sozialen Bereich und habe wöchentlich mit bis zu 15 verschiedenen Familien Kontakt. Das heißt, ich könnte theoretisch alle nacheinander infizieren. Meine FFP-2-Masken muss ich mir privat finanziert anschaffen. Es sind nur Behelfsmasken Pflicht, die Familien dagegen tragen keine Masken. Richtig sinnvoll.
    Privat schränke ich mich komplett ein, beruflich dagegen geht alles weiter wie bisher…
    Und in diversen Unternehmen wird so rein gar nicht auf Abstände, Home-Office etc. geachtet. Dort findet der reguläre Alltag statt wie bisher.
    Daher stimme ich dem offenen Brief absolut zu. Die Sinnhaftigkeit der Beschränkungen sollte neu diskutiert werden.

  5. 24 Millionen treue Bundesbürger haben doch mittlerweile die Bundes-Corona-App installiert.
    Läuft doch.
    Ist halt einfacher als zur Wahlurne zu laufen.

  6. Es wird in Deutschelande alles dicht gemacht, Einzelhandel Gaststätten, Sportstätten von kleinen Vereinen, usw.
    Die Europameisterschaft im Handball, im Fussball, jetzt gerade die 4 Schanzentournee, die Meisterschaften im Handball, Fussball werden weitergeführt, es wird gereist in andere Länder und jeder Sportler, jeder Trainer, jeder Funktionär fährt mit seinem eigenem Auto oder fliegt mit seinem eigenem Jet.
    Ökologie ist hier in Deutschelande groß geschrieben aber keiner, auch nicht der grünen Politiker hält sich dran, handelt danach.
    Damit der Staat im Deutschelande mehr ausgeben kann, werden Steuern hochgeschraubt, damit der Pendler seiner Arbeit nachgehen kann.

  7. Ich hätte da mal eine Frage, was sagt der Arbeitsmedizinische Dienst dazu unter Last mit Maske zu arbeiten oder sind das alles nur Egoistische Kommentare!‍♂️

  8. Wo er recht hat, hat er recht. Für die Baustellen kann ich dies absolut bestätigen. Dort trägt keiner eine Maske, außer vielleicht die Bauleiter und gerade in den Pausenzeiten ist die Personalkonzentration auf engstem Raum in den Unterkünften doch außerordentlich hoch.

  9. Es sollten sich mehr Händler auf diese Art zu Wort melden!
    Wie kann es sein, dass ich mir kein bestelltes Buch im Laden abholen darf und dadurch gezwungen werde, auf Postdienstleister zurückzugreifen. Es wird uns derzeit nicht erlaubt, die heimischen Läden zu unterstützen. In der Innenstadt gibt es bereits einige Läden mit „Räumungsverkauf“-Aufklebern in den Schaufenstern.

  10. Ja mein geliebtes Dresden – Neustadt…ich bin am 2.1. nachmittags durch Deine Straßen gelaufen.
    Was ist noch übrig von..
    Das alles,und noch viel mehr, würde ich machen, wenn ich König von Deutschland wär…
    Das ist das,was Dresden – Neustadt ausmacht.
    Ziehen wir doch vor den Landtag und rufen,wir machen die Läden auf und natürlich auch das geliebte
    Katys Garage.
    Lieber Herr Ministerpräsident Kretschmer,wir können einkaufen und tanzen mit Hygienekonzept,aber es geht nicht so.
    Unser Stadtteil ist eine Geisterstadt ohne indische Spezialitäten auf der Straße,ohne Älternabend bei Katys Garage,ohne ….ohne….und ohne die bunten Menschen, Diskussionen der Weltverbesserer,ohne die schönen Frauen in den Straßen.
    Das alles….Rio Reiser hätte das nicht zugelassen.
    Wir sollten etwas tun…

    Torsten Lungwitz

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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