Alles ganz normal …

R. schrieb mir kürzlich eine Mail, mit „Mietwucher“ hat er sie überschrieben. Es geht um eine kleine Zweiraumwohnung am Martin-Luther-Platz. Dort wohnte er bislang zum Neustadt-Durchschnittspreis von 6,- Euro/Quadratmeter. Nun will er ausziehen und sucht einen Nachmieter. Bisher hat er für die 49-Quadratmeter-Wohnung 294 Euro bezahlt und nun erfuhr er, was die Verwaltung demnächst verlangen will:

403 Euro, das entspricht 8,22 Euro pro Quadratmeter.

Ohne Nebenkosten, wohlgemerkt. Solche Quadratmeterpreise kannte ich in der Neustadt bislang nur von Wohnungen mit Eichendielung und Fußbodenheizung oder für winzige Einraum-Appartements. Aber für eine ganz normale durchschnittlich sanierte Wohnung scheint mir das doch ein wenig hoch.

Teuer wohnen am Martin-Luther-Platz
Teuer wohnen am Martin-Luther-Platz
R. ist jedenfalls empört, obwohl er den Preis nun gar nicht mehr zahlen soll. Verwaltet wird das Haus von einer Berliner Firma. Haben die vielleicht nur den Stadtbezirk verwechselt und meinen, was in Prenzlauer Berg funktioniert, müsste auch hier klappen. Oder sind derartige Preise inzwischen schon ganz normal geworden?


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125 Kommentare zu “Alles ganz normal …

  1. Leider scheinen solche Preise mittlerweile immer üblicher zu werden. Konnten gleiches Phänomen auch im Hechtviertel beobachten, wo wir momentan noch für 5,50€ kalt wohnen, wiedervermietete Wohnungen nach Mieterwechsel aber bei mind. 6,50-7,00€ kalt liegen.

  2. Leider sind solche Preise normal…wir suchen schon ne Weile ne 3 Raum Wohnung in der Neustadt…finden aber auch nichts bezahlbares.

  3. als wir aus unserer wohnung ausgezogen sind, hat der vermieter auch erstmal die preise für den nachmieter um fast 20 prozent nach oben gesetzt. es wird leider immer teurer in der neustadt…

  4. Ich hatte vor 4 oder 5 Jahren mal ein Angebot in der Prießnitzstraße, 2 Raum ohne Balkon – 8€ kalt. Boden waren lackierte OSB-Platten, Heizungsrohre waren offen verlegt, überall quoll Bauschaum aus Ritzen und Öffnungen…empfand ich damals als Wucher.

    Inzwischen schießen die Preise in die Höhe – auch in Hecht und sogar Pieschen. Wahrscheinlich wird es sogar bezahlt…wer frisch aus den WBL oder dem Westeuropäischen Ausland kommt, dürfte das ja als normal/ akzeptabel empfinden.

  5. aus dem Grund

    Pro: Hundekacke auf m Boden, überquellende Mülleimer, BRN mit 150 Dezibel, Graffitis, Punks und Bettler auf dem Fussweg und Pisse in Einfahrten…

  6. ich kenn das von meiner ehemaligen wohnung auch: mieterhöhung um 100€ auf 530€ warm, 43 quadratmeter, martin-luther-straße. -.- das ist nicht mehr zu bezahlen!

  7. aber wehe, es warnt eine*r vor „gentrifizierung“!
    dann wird mensch schnell als „linker spinner“ diffamiert.

    und zum thema „Westeuropäische[s] Ausland“ (E-Haller):
    diese aussage ist dann doch eher undifferenziert und tendenziös, oder?
    ich kann mir nicht vorstellen, dass viele menschen in frankreich (da sollen die lebenserhaltungskosten durchschnittlich höher liegen als in dtl.), oder gar spanien und portugal ähnlich hohe lebenserhaltungskosten haben.

  8. ich wundere mich, dass ihr euch darüber wundert. je knapper ein gut wird, umso mehr steigt sein preis. nachdem in den letzten 1 1/2 jahrzehnten prämien und zuschüsse für vieltausendfache wohnraumvernichtung/abriss gezahlt wurden, steigen in den noch verbliebenen natürlich die preise. hinzu kommt, dass es in dresden nach dem verkauf des kompletten städtischen wohnungsbestandes praktisch keine sozialwohnungen mehr gibt…

  9. Vor allem werden die Wohnungen ja nicht besser. Bei manchen, die kurz nach der Wende auf die schnelle saniert wurden ist schon wieder eine Sanierung fällig.

    Mit ein Grund ist, dass in den letzten Jahren geziehlt der Wohnraum verknappt wurde, indem viele Platten abgerissen wurden, auch in Nicht-Gettos, also an Stellen wo nur ein paar Plattenbauten standen. Und wenn man sich anguckt, wer diese Abrisse im Stadtrat beschlossen hat weis man, dass da z.T. Eigeninteressen sind und nur denen hilft die Wohnimobilien besitzen und teuer vermieten wollen. Außerdem gilt ein höherer Mietspiegel als Qualitätsmerkmal für den Lebenswert einer Stadt. Absurd!

  10. mich regen wahnsinnig zwei menschentypen auf:
    die einen, die es verlangen ohne mit der wimper zu zucken und nochmehr die, die es lediglich mit einem schulterzucken quittieren und zahlen, es einfach so hinnehmen, als wäre es die normalste sache der welt servieren ihr sauer verdientes geld – das man eigentlich zum leben haben sollte – den raffgierigen und skrupellosen miethaien.

    normal ist das schon längst nicht mehr! und ich habe große sorge vor münchner verhältnissen! selbst wenn der eine oder andere es sich offenbar leisten kann, werden die leute je irgendwann mal wieder aufwachen und solchen überall um sich greifenden wucher nicht widerstandslos hinnehmen???

    es sollte nicht mehr so weiter gehen, sonst fallen sehr viele hier ganz schnell hinten runter und unser viertel ist nicht mehr bunter

  11. ähnlich auch auf der Alaunstrasse.
    Ich Alt Mieter 2 Raum Wohnung 59cm² zahle Warum 344€
    Neu Mieter 1 Raum Wohnung ca 33cm² zahlen 332 €

    Krasse Sache es gibt aber einen Klitze Kleinen Unterschied die „Neuen“ Wohnungen erhalten einen neuen PVC Fußboden, welchen ich mir aber als alt Mieter aber auch Kostenlos rein-legen lassen kann :)

  12. und wenn dann nur noch leute in der neustadt wohnen die sich das leisten können, werden um 18:00 uhr die bürgersteige hochgeklappt. und die stadt dresden kann dann ihre werbeschilder „szeneviertel“ abbauen. die entwicklung ist schon seit längeren zu beobachten. deshalb subversiv reiche mieter und vermieter nerven!!!

  13. ich kann beruhigen: mit dem relativ geringen plattenabriss hat dies nichts zu tun, die betroffenen grossen wohnungsunternehmen haben immer noch ca. 10000 leere buden – zumeist am standrand. das problem ist die kaputte stadtstruktur und dass es bis heute keinen verantwortlichen schert, daran was zu ändern. seit dem nachwendeboom ist quasi kein innerstädtischer wohnneubau entstanden. 15 jahre lang. alles ausser die neustadt ist leblose schlafstadt geblieben. alle wollen in die neustadt, in die nun hippe gründerzeit. pieschen und löbtau fangen gehörig von dem zuzug ab. bei 4-5euro kaltmiete wollte niemand wohnungen bauen. wir sind leider auf sog. investoren angewiesen. und die fangen bei 6euro erst an zu kalkulieren und bei 7-8euro kommen sie und bauen auch wieder innerstädtische geschosswohnungen. aber die verwaltung muss auspennen und solche geldgeber jetzt an land ziehen und loslegen. der stadtrat lässt immerhin derzeit prüfen, wieder eine städtische wohnungsgesellschaft aufzubauen. da kommt momentan einige bewegung ins verschlafene städtchen: mehr babys als gedacht, mehr einwohner als geplant, steigende mieten, fehlende schulen usw. usf. letztlich kann nur der lokale wohnungsmarkt unser preisproblem lösen. neue mietwohnungen müssen her, vor allem in den kaputten stadtteilen ums zentrum herum. dieses muss die stadtpolitik aber endlich pushen und flankierend qualität und urbanität absichern. dann wollen in 15-20 jahren nicht mehr alle in die neustadt. nur noch die meisten.

  14. @buxi
    das ist schon teil der wahrheit, aber leider nur ein teil. wie „egal“ sehe ich auch die gentrifizierung als knackpunkt. und mal ehrlich in 15 – 20 jahren ist bei der momentanen entwicklung die neustadt längst ein ruhiger stadtbezirk für wohlhabende menschen, nur ohne szene und mit hochgeklappten bürgersteigen. auch gut in anderen städten zu beobachten. hier schlägt einfach der kapitalismus zu. nicht mehr und nicht weniger. richtig ist, dass der gewählte souverän es in der hand hat, was in der stadt passiert. der souverän wiederum ist aber in der hand des kapitals oder sitzt selbst in den aufsichtsräten. ein teufelskreislauf… wie hieß es doch so schene: wir sind das volk! also, lasst uns nicht vertreiben!!!

  15. ja wir haben das bei der Wohnungssuche auch gemerkt…hatten quasi unsere Traumwohnun gefunden! Großer Balkon, Maisonettwohnung, großes Wohn- und Schlafzimmer für 430€…da hätten wir nicht nein gesagt! Dann kam der Anruf vom Vormieter: jetzt kostet sie 530€!! Ja schöne scheiße, das konnten wir uns nicht mehr leisten!
    Es ist nun mal so das auch immeer mehr Familien in die Neustadt ziehen (was man ja an den neuen Schulen und Kitas auch auch gut merkt)! Klar das die meisten davon auch mehr Geld haben als ein Auszubildender, Student usw.!
    Hinzu kommt, das wenn ein paar Eigentümer mit der Mieterhöhung anfangen, es nur noch eine Frage der Zeit ist bis andere nachziehen! Denn um wirklich alles bei der Steuererklärung richtig absetzen zu können, darf man den Durchschnittlichen Mietspiegel nicht sehr stark unterschreiten…ein Teufelskreis!

  16. Also in anderen deutschen Großstädten geht der Mietpreis noch als Schnäppchen durch, von daher sehe ich da nicht unbedingt so eine große Sorge zu Panik.

    Was mich nur maßlos ärgert, ist die Subventionierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, in diesem Fall die Eigentümer. Erst die Steuervorteile beim Kauf, bzw. der Abzahlung einheimsen, dann davon profitieren das die Allgemeinheit, sprich der Steuerzahler die Verknappung des Wohnraums durch Abrissprämien finanziert und dann die Miete soweit anheben, das die armen Mieter wieder eine soziale Leistung, sprich Wohngeld in Anspruch nehmen müssen.

    Ich weiß nicht genau, was in diesem Staat falsch läuft, aber es läuft auf jeden Fall etwas falsch…

  17. Es gibt leider zu wenig Gründerzeitviertel in Dresden. Wenn ich an die Seevorstadt oder das ehemalige Amerikanische Viertel rund um die russisch orthodoxe Kirche denke oder auch an weite Teile der nur noch rudimantär vorhandenen Johannstadt denke, welche vor 1945 allesamt reichhaltige Gründerzeitviertel waren, könnte ich heulen. Und warum wollen sehr viele Menschen im Gründerzeitviertel wohnen? Weil sich die Menschen wohlfühlen. In Leipzig, wo der Gründerzeitbestand viel höher ist,mangels fehlenden Großflächenbombardement durch unsere Befreier und Demokratiebringer, sind die Mieten niedriger als in Dresden. Tja – und dann kommen irgendwelche Architekten und bauen moderne Häuser für den neuen Menschen,banalen Bauhausabklatsch oder Skulpturalarchitektur aber in jedem Falle unfähig einen stinknormalen und lebenswerten Stadtraum zu schaffen. Das hatten unsere Altvorderen Gründerzeitler nämlich perfekt drauf. In Dresden besonders durch Licht und Luft (keine 3 Häuserreihen hintereinander wie z.B. in Berliner Mietskasernengebieten sondern auch Wohnungsbau nach sozialen und menschenfreundlichen Gesichtpunkten)gekennzeichnet. Von daher – zurück zur Postmoderne :-)

  18. also wer sich einfach so 100 euro mieterhöhung gefallen lässt, ist selber doof. das darf der vermieter überhaupt nicht! dafür gibt es gesetze. es sei denn, dass geschah aufgrund eurer heiz- und badegewohnheiten.

    das problem in der neustadt ist doch, dass kaum ein haus noch einem vermieter aus dresden gehört.
    ich ziehe hier schon eine weile von wohnung zu wohnung und jedesmal sitzen die vermieter in münchen oder köln und legen von dort die konditionen fest bzw. geben dem dresdner verwalter die anweisungen.
    was auch gerne gemacht wird, ist der betrug über nebenkostenabrechnungen oder man der vermieter setzt diese bewusst niedrig an, um die wohnung attraktiv erscheinen zu lassen. hatte ich in einem neubau auf der böhmischen (münchner vermieter). ungenutzte tiefgarage mitbezahlt und für ca. 2 jahre fast 1000 euro nebenkosten. da war ich dann mal weg.

    leider hat unsere liebe stadt auch fast bei allen sozialwohnungen diesen status auslaufen lassen bzw. sie verkauft. ich habe auch mal auf der prießnitzstraße in einer STESAD/WOBA-wohnung gewohnt und da war man auf der sicheren seite, was mieterhöhungen anging. leider verfällt das haus jetzt zusehens, weil die GAGFAH scheinbar besseres zu tun hat, als sich um ihre objekte zu kümmern.

    der dank geht also an die, die unsere stadtväter wählen und an die geifernd-gierigen geldmacher.

    MIETHAIE ZU FISCHSTÄBCHEN!

  19. ich glaube es ging in dem artikel nicht um die heiz- oder nebenkosten, sondern um die kaltmiete. und ja, bei neuabschluss eines vertrages darf der vermieter die miete erhöhen wie er lustig ist, solange das nicht unter „mietwucher“ fällt.

  20. 1. nur ein tipp für die ganz armen: das jobcenter weigert sich ja bis jetzt, die vom stadtrat 2011 per beschluss leicht erhöhten angemessenen mietkosten zu genehmigen. die SäZ, oho, berichtete über diesen skandal. die verarschen rotzdreist die leute. jeder muss klagen und bekommt immer recht. die rechtskosten allerdings werden gern aus steuermitteln bedient. hier der tipp: über den rechtsweg gibts sogar noch gehörig mehr, was als angemessen durchgeht (bundessozialgesetzgebung). also informiert euch und dann können selbst die hartzler fast überall wohnen bleiben.

    2. in paris, so hörte ich mal, waren über die nachkriegsjahrzehnte die mieten, ähnlich wie in der ddr, staatlich auf niedrigem niveau eingefroren. grund war die absicherung eines millionenheers an bedrohten alteinwohnern vor verdrängung. diverse sozialistische regierungen waren sogar bestrebt, nicht nur ein bißchen sozialismus in der grande nation einzuführen. damals galt es durchaus als möglich, dass die neue gesellschaftsform über kurz oder lang tatsächlich alles andere aussticht. die folge dieser mieten war allerdings ein deutlicher verfall des alten paris. kaum ein eigentümer, welche oft als einzelhausbesitzer noch unter ihren mietern wohnten und freundschaftlichen kontakt hatten, konnte etwas grundlegendes an den gebäuden erhalten. schlussendlich war der pariser bürgermeister gezwungen, die mieten auf dem markt freizugeben. das war ende 70er/anfang 80er, also noch gar nicht so lange her.

    3. finanzbürgermeister vorjohann dieser stadt rückte letztens mit einer sehr unpopulären wahrheit heraus: er sagte, wenn die ostdeutschen mieten (auch die dresdens) auf dem niveau bleiben wie bisher (was sich alle mieter gern wünschen), dann wird die nächste sanierungswelle in 20-30 jahren, die notwendig ist, kein eigentümer bezahlen können. das bedeutet also in 30-40 jahren wiederum zusehends verfallene städte flächendeckend in ostdeutschland.
    nunja, bis auf die ballungszentren kann es so kommen. herr vorjohann begrüßte also die steigenden mieten, denn diese garantieren den dauerhaften baulichen (wert)erhalt in seiner stadt.

  21. Der Link für den Mietspiegel ist von 2010…das ist nun leider auch schon wieder ein Weilchen her, seit dem hat sich da ja schon wieder einiges geändert!! Ich bin auch 2010 in die Neustadt gezogen, da waren die Mieten noch nicht so hoch wie jetzt!

    Und das die Mieten nach einem Mieterwechsel angehoben werden, ist nicht unüblich! Während man drin wohnt, darf der Vermieter die Miete nicht einfach nach belieben anheben!

    Und das Die Eigentümer die Objekte sanieren müssen, ist auch klar…nur leider machen Sie das ja oftmals nicht! Das heißt Sie erhöhen die Miete, aber der Zustand des Hauses verbessert sich nicht im geringsten…

  22. @buxi alles schön und gut. ich bin kein h4 empfänger. habe einen durchschnittslohn mit dem sich ganz gut leben lässt. jedoch ist so eine miete mit diesem lohn nicht zu tragen. fazit: verdrängung aus der neustadt, selbst der leute die recht gut verdienen. wer wohnt dann in 10 bis 15 jahren dann noch hier? richtig, es sind die yuppies. tolle entwicklung. bürgersteige ab 18:00 uhr hoch und fertig ist die laube…

  23. au ja und dann eine BRN (dann: „neustadtfest für die ganze familie“) nur mit kuchen, walzer, katie melua und andré rieu; schön leise und um 20.15 ist schluss. das wird schön!

  24. jo, ist schon traurig und sollte auch mehr im viertel diskutiert werden. empörungspotential hat es ja. aber ganz ehrlich seh ich da kein mittel um das zu ändern:

    irgendwer schrieb, dass es die stadt ja in der hand hat, aber ganz ehrlich: was soll die denn machen? den vermietern den preis vorgeben? so viel einfluss hat die politik zum glück nicht… und das konstrukt mit dem mietspiegel ist ja eigentlich ne gute sache!
    in berlin zur letzten wahl haben die grünen ja nen renovierungsstopp gefordert um gentrifizierung zu minimieren. aber das find ich auch arg daneben, wenn ein eigentümer sich seine wohnung nicht mehr so gestalten kann wie er es für schön hält…

  25. die 2raumwohnung mit großem balkon ist noch zu haben.

    vielleicht findet sich ja ein interessent, der dem vermieter die hohe miete wieder austreiben kann.

  26. Bei meiner Wohnung wurde die Kaltmiete von 360€ für 62 m² (Balkon, zwei Zimmer) seit 2000 trotz einmaligem Mieterwechsel nicht erhöht – im Gegenteil, die Fenster und der Fußboden wurden erneuert.
    Vielleicht kommt ja in 15 Jahren doch alles ganz anders und ab 18:00 Uhr werden die Straßen hochgeklappt, damit die Yuppies Autofrei ihre Happenings feiern können – bis zum Morgengrauen natürlich.

  27. „böse“ laute menschen im szeneviertel, luther-straße, „bermuda-dreieck“ etc. sind ja von einigen leuten hier oft in endlosen diskussionen angeprangert worden. und jetzt geht die angst um vor hochgeklappten bürgersteigen und ner schön leisen brn.

    auweia, bitte erklärt mir doch mal jemand wie so ein ordentliches „szeneviertel“ auszusehen hat
    vielen dank

    sorry, passt zwar nicht wirklich hier hin, aber ich kann dem ganzen nicht mehr folgen…..

  28. Ich finde auch, alle die sich 8€ pro qm leisten können sind Yuppies.Vermieter sind immer böse Kapitalisten.
    Ich will weiter in der Innenstadt wohnen, mit Holzparkett, Stuck an der Decke, schicker Einbauküche und nicht mehr als 6€qm bezahlen.
    .
    Ok mal im im Ernst….
    Bis Mitte der 90er hatten wir einen Vermietermarkt. Dann gab es bis ca. 2010 einen Mietermarkt.
    Und jetzt dreht sich das Blatt mal wieder zum Vermietermarkt.
    Das man mit 5 bis 6 € den qm nicht wirklich die Kosten für einen normal ausgestattet Wohnung bezahlen kann, sollte
    jeden klar sein. Das viele Jahre lang Vermieter eher Verlust gemacht haben, hat auch keinen Mieter interessiert.
    Jetzt wächst Dresden und gute Lagen werden etwas teurer. Aber die Neustadt hat auch Wohnungen genügend in „B“ Lagen
    die weiter auch für günstiges Geld zu haben werden sein.
    .
    Auch in den 90 Jahren hat schon mal ein Bewohnerwechsel stattgefunden. Das sich einige der damaligen „Alten“Bewohner gerne noch mal im Leo zusammenfinden gefällt ja auch nicht allen „Neuen“.Und so bleibt auch jetzt die Bewohnerstruktur in Bewegung. Im Vergleich mit anderen Städten sind wir immer noch günstig.Und was höheres Einkommen mit „Bordsteinhochklappen“ zu tun haben soll verstehe ich eh nicht.

  29. Kann den Anton nicht einen Mietspiegel auf seiner Seite aufbauen.
    Bei der Bekanntheit des neustadttickers und den vielen menschen, die hier mitlesen, sowie einem Aufruf bei Facebook brächte das hier sicher einiges an Zulauf. Vor allen Dingen, weil das ein Thema ist, was alle interessiert.

    Einfach ein Formular hier auf die Seite, wo man Strasse, Grösse der Wohnung und Kaltmiete einträgt und fertig?

  30. @jan: Formulare finde ich doof …

    Übrigens im Bogenviertel (auch fälschlicherweise südlicher Hecht genannt) gibt es noch günstigere Wohnungen. Siehe hier. Und mit 3,50 Euro/m² Nebenkosten schon sehr realistisch gerechnet.

  31. Hallo miteinander,

    schön zu lesen, aber leider nicht die ganze Wahrheit, wer nur ein wenige von Vermietung versteht, der wird wissen, das mit 5,-Euro pro m² der Vermieter drauflegt.
    Ich kann natürlich verstehen, das es aus Meitersicht toll ist, aber leider können und ich will auch nicht auf Ksoten der kommenden Generation leben. Häuser müssen instandgehalten werden, moderniesiert werden und für Meiter auch attraktiv gestaltet werden. Das alles macht ein Vermieter allerdings nur wenn für Ihn auch etwas dabei rummkommt. Von 5,- Euro kann er im Bestenfall seine Bank bedienen, von Ertrag für seine Investition kann keine Rede sein.
    Wir sind immernoch am unteren Ende der Mieten für eine der schönsten Städte in Deutschland. Das kann und wird nicht so weitergehen und wäre auch sicher ein falsches Signal.

    Insofern sollten wir uns trennen von den Trauben die hoch hängen und die wir uns die letzten 10 Jahre für kleines Geld haben leisten können. Da ist ja nichts schlimmes bei, die Zeiten ändern sich und das ist gut so.

  32. @Alexander: Da ist sicherlich was Wahres dran. Ich schätze in westlichen Gefilden wird die Dresdner Neustadt bei Leuten, die Immobilien investiert haben, auch einen unguten Eindruck hinterlassen haben. Denn die Erwartungen in den 90ern waren doch deutlich höher. Und Mietpreise um 5,- Euro/m² waren lange Zeit auch für sanierte Wohnungen hier normal.

    Ich kenne jedoch Vermieter, die mit diesem kalkulierten Preis Häuser in der Neustadt saniert haben, ohne was draufzulegen. Es hängt immer auch ein bisschen davon ab, ob man jeden Kaufpreis für ein Haus unbedingt mittragen muss.

    Die Zeiten von 5,- Euro sind aber auch vorbei. Derzeit sind 6,- bzw. 6,50 Euro gängig für normal sanierte Wohnungen. Ich denke, damit kann ein vernünftig wirtschaftender Immobilienbesitzer gut arbeiten, vor allem, wenn man die Auslastung in der Neustadt zu Grunde legt.

    Aber klar, wenn man 8,- Euro und mehr kriegen kann, steigt natürlich der Gewinn.

  33. Tach,

    was mich etwas erstaunt ist dass der Punkt des Verdienstes noch niemand ins Spiel gebracht hat.
    Ich glaube irgendwo in den letzten Tagen gelesen zu haben,
    dass Dresden zwar vom Quadratmeterpreis, wie schon o.g., am unteren Ende Deutschlands Mietskala rangiert, aber und dies scheint mir viel wichtiger im Verhältnis zu den monatlichen Haushaltseinkommen in Deutschland ganz vorn liegt.
    Soll heißen wenn ich in DD schon fast 50% meines Lohns in Wohnen stecke, bleibt logischerweise nicht viel Kaufkraft über.

  34. „Wir sind immernoch am unteren Ende der Mieten“ — DAS hätte ich bitte endlich gern einmal belegt, bisher ist das für mich hohles Geschwätz. Google mal, klicke auf den erstbesten Link (in meinem Fall war’s der Focus, leider, klicke die erste Stadt – Aachen – und komisch, 5,10 Euro). Sicher machen die Aachener Hausbesitzer unglaubliche Verluste.

    Bei deutlich weniger Einkommen im Durchschnitt ist übrigens auch eine Sanierung billiger.

    „Das kann und wird nicht so weitergehen und wäre auch sicher ein falsches Signal.“

    Weiteres hohles Geschwätz.

  35. muss auch noch was zu sagen:
    modernisiert und investiert wird doch von vielen vermietern überhaupt nicht mehr und wenn, dann nur deshalb, weil sie ihre häuser nach dem billig-kauf kurz nach der wende, so kostengünstig wie möglich „saniert“ haben.
    natürlich geht dann irgendwann das dach kaputt und die billigfarbe bröckelt von der wand, aber warum soll der mieter für den fehler und die geldgier des vermieters blechen?
    ich selbst habe kurzzeitig in dem haus auf dem ehemaligen gelände er lederfabrik gewohnt und das ist das paradebeispiel für das, was so oft geschieht.
    ein billig-bau aus gipskarton, das sich langsam immer mehr verzieht und das haus risse bekommen lässt, jährliche dachsanierung, billigfenster, kaum luftaustausch in den wohnungen ohne balkon möglich, nachts kaum schlaf weil tiefgaragen-entlüftung in den innenhof, fast ganztägigen lärm vom fitnessstudio und dem springbrunnen im „zen“-garten und dann zuguterletzt noch horrende nebenkostenabzocke des münchner vermieters.
    wir alle kennen doch die negativbeispiele von promis, die im osten schön billig immobilien gekauft haben, um damit steuern zu sparen und sich gesund zu stoßen. so war das damals, kurz nach der wende und bei einigen ist das konzept, dank niedriger sanierungskosten und staatlicher zuschüsse, halt aufgegangen und die zeche zahlt jetzt der mieter.

    ich bin durchaus bereit, für ein gewisses maß an komfort auch etwas mehr auszugeben, aber nicht für die wohlfahrt eines vermieters, der irgendwo im westen hockt und von der neustadt soviel ahnung hat wie ich von bayern.

  36. da lob ich mir s‘ hechtviertel und pieschen!
    allerdings auch bühlau :rcain:
    Die Neustadt ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war.
    Da find ichs Hecht wirklich noch entspannter..

  37. @ludwig: der hecht wird die gleiche entwicklung nehmen, versprochen! die anfänge waren diese jahr schon auf dem hechtfest zu sehen.

  38. Es mag im Hecht noch guenstige Wohnungen geben, aber schoen saniertes mit Parkett in guter Lage hat da auch vor mehr als fuenf Jahren schon ueber 7,-/qm gekostet… Im Hecht gibts dafuer mehr „gute Lage“, also mit Blick auf Park oder anderes gruenes und trotzdem in Laufreichweite zu allem Tollen :)

  39. Da lob ich mir meine Plattenbauwohnung in der Genossenschaft mit Blick über die Stadt. In die Neustadt fahre ich nur noch ab und zu in die Kneipe. Aber ich bin ja auch keine 20 mehr…

  40. @Someone Else

    „ich bin durchaus bereit, für ein gewisses maß an komfort auch etwas mehr auszugeben, aber nicht für die wohlfahrt eines vermieters, der irgendwo im westen hockt und von der neustadt soviel ahnung hat wie ich von bayern.“
    .
    du kannst auch gern als Neustädter in Wohnungen in der Neustadt investieren…Steuervorteile bekommen und fette Mieten einziehen….kannst aber auch Pech haben und 6 € den qm Miete reichen nicht für alle Kosten. Bauen ist eben die letzten Jahre extrem teuer geworden. Das fängt bei den Baumaterialien an und hört bei den Stundenlöhnen für Handwerker auf…und das leute bereit sind das Risko einzugehen und hoffen das ihr Geld gut angelegt ist hat am ende die Neustadt saniert…Aber ohne dieses Geld wäre die Neustadt schon lange zusammen gefallen. schaut mal hier ab min 1:14..http://www.youtube.com/watch?v=YpNBDmtVZl4
    nur mit Hausbesetzer hätten diese Menge an Ruinen nicht gerettet werden können…

    Wer im Internet nach Wohnung sucht findet immer noch genügend Angebote. Oft auch noch unter 6 €. Keiner wird gezwungen für 8,11€ am Lutherplatz einzumieten.

  41. ich sag nur 7,7 auf der louisenstraße – klar ruhiger hinterhof und balkon haben hier extrem saftige preise… passt zum neuen bio-markt. unsere neustadt wird halt zum ausschließlich reichen-viertel. in welchem stadtteil treffen wir uns denn alle demnächst wieder??

  42. @unfassbar: in den letzten jahren hat doch hier auch kaum einer gebaut, nur mehr oder weniger sinnvoll saniert bzw. irgendwelche schuhkartons hochgezogen.
    fakt ist, dass es auch vermieter gibt, die mietpreise noch verantwortungsvoll gestalten, aber eben auch das gegenteil davon.
    mich stört nur, dass soviele immobilien an leute aus dem westen verschachert worden sind, weil die stadt geld gebraucht hat und deshalb die planung und gestaltung unseres viertels so oft in den falschen händen liegt. ein münchner oder kölner hat halt null ahnung davon, wie die neustadt entstanden ist und welche menschen für das flair hier verantwortlich sind. sie sehen zu oft nur das, was in ihren kassen ankommt.
    und dann verkauft die stadt noch ihre wohnungsbaugesellschaft an eine heuschrecke. hossa!
    mir wäre es lieb, wenn wir nicht die gleichen fehler machen, die z.b. berlin und andere metropolen in europa begangen haben. bei den trüben aussichten die sich derzeit auftun, wäre es gefährlich, vorstädte wie in paris zu fördern, was per se schon geschieht.

  43. der klassiker is ja grad, schööne metallfertigteilbalkone an die häuser zu schrauben, das ist dann keine instandhaltung/ rennovierung und so kann man durch den vermeintlich gesteigerten wohnkomfort die miete erhöhen

  44. @ SO: Die Häuser in der Neustadt waren in der Regel auch zu DDR-Zeiten im Privatbesitz – und nicht wenige dieser Eigentümer (bzw. später Erben) saßen im Westen. Die meisten hatten innerlich ihr Eigentum schon abgeschrieben, aufgrund der niedrigen erzielbaren Verkaufspreise aber lieber die niedrige Miete eingenommen – und im Gegenzug auch nichts mehr an den Gebäuden gemacht (wie auch…). Dass die nach der Wende saniert haben, kann ihnen niemand vorwerfen. Dass sie an Private (woher auch immer) verkauft haben, auch nicht. Das war also nicht zwangsläufig die Stadt. Die Häuser, die heute noch unsaniert sind, gehören meist zerstrittenen Erbengemeinschaften oder unbekannten Eigentümern.

    Allgemein kann man die Entwicklung bejammern, wie man will – aber das ist die Marktwirtschaft. Wenn ich mir anschau, wieviele Leute mir gerade von ihrer Wohnungssuche berichten (Neustadt, 4 Zimmer, Dielen, Stuck, Garten oder zumindest Südbalkon, ruhige Ecke, 6 € kalt – dann wundert mich das alles nicht.

  45. @e-haller: mit „das ist die marktwirtschaft“ kann man sich natürlich alles erklären, aber hinnehmen?
    dass in der DäDäRä nicht saniert wurde, mag doch wohl eher daran liegen, das es schlichtweg keine baumaterialien gab, oder? ich kann mich erinnern, dass es schon fast unmöglich war, ein schlichtes bad zu renovieren, wenn man nicht „jemanden kannte, der jemanden kannte“.
    Nochmal: ich werfe niemandem vor dass er saniert hat, eben nur teilweise wie er es tat und das für die folgen jetzt der mieter aufkommen darf. es gibt natürlich ausnahmen, auch das sei noch einmal erwähnt.
    können die leute nicht einfach auf den hirsch o.ä. ziehen, wenn sie denn „dielen, stuck, garten oder zumindest ruhige ecke(n)“ suchen? wou simmer denn hier?
    und: für diese leute ist doch die neustadt/“neuse“/“noise“ viel zu dreckig und laut. und erst diese punker an der bunten ecke… kaum auszuhalten, also würklisch!

  46. Was heißt denn „hinnehmen“? Wenn Du ein Haus/ eine Wohnung hättest, würdeste doch auch auf maximalen Profit gehen. Warum die Neustadt so anziehend wirkt, kann ich mir nur mit „Image“ erklären – man will eben hipp sein.

    Als mir neulich mal ein Westimport-Pärchen erklärte, dass sie ne Wohnung in der Neustadt suchen, „…am liebsten im Kunsthof…“ war ich echt erstaunt, was man sich selbst so bereit ist, anzutun…

    Ist doch – wenn man es sich selbst eingesteht – so, wie in diesem legendären (etwas älteren) ZEIT-Artikel beschrieben:

    http://bit.ly/1a4S3W

  47. nein, genau das würde ich eben nicht tun! ich würde mich als vermieter in der rolle des aktiven gestalters einer stadt sehen und das fördern, was in meinen augen wertvoll für das soziale und kulturelle klima ist. z.b. jungen, kreativen mit guten ideen und wenig geld in der tasche eine chance ermöglichen. die oberhäupter dresdens haben diese, ihre eigentliche aufgabe, nämlich längst vergessen und bauen uns stattdessen einen konsumtempel nach dem anderen vor die nase und sind dem wachstumsbegriff genauso anhängig wie die regierung.

    die neustadt war früher alles andere als hip und in bestimmten stadtteilen hat sie immer noch einen mehr als schlechten ruf. die neustadt hat charakter und das macht das wohlfühl-gefühl hier aus. das zusammenspiel von dörflichkeit, natur, toleranz, sicherheit, innovation und kreativität macht meinen stadtteil zu dem, was er ist.
    bei deinem „westimport-pärchen“ siehst du genau das, was ich bereits angeprangert habe. diese leute haben einfach keine ahnung von der neustadt! die sehen ein klein-berlin mit weniger stress und coolness-faktor und vergessen, dass wir hier ein völlig anderes tempo haben und dass das viertel organisch über lange zeit gewachsen ist. es ist eben nicht, wie besagtes berlin, aus dem boden gestampft worden und durchsubventioniert, um potente startups aus der gesamten welt zu ködern. hier ist vieles durch eine menge eigeninitiative und mit viel herzblut entstanden, ohne die idee, besonders „hip“ sein zu wollen und das finde ich mehr als sympathisch und das darf auch ncht kaputt gehen, sonst beraubt man die neustadt ihrer seele.

  48. Wieviel Prozent der Neustadtbewohner das tatsächlich leben, was Du hier beschreibst, würde ich gern mal wissen. Wieviele von denen leben denn länger als 5 Jahre hier, um „organisch über lange zeit mit-gewachsen“ zu sein?

    Das ist doch alles nicht mehr…

  49. klar, das ist alles sehr idealistisch gedacht, aber auch eine gewisses maß an „idealismus“ gehört eben zur neustadt; ganz zwangsläufig, wenn man sich die situation nach der wende ansieht.
    es sind zum beispiel die, die hier einen kleinen laden mit einer guten idee eröffnet haben und denen steigende mieten für die gewerbefläche und ihre wohnung, langsam aber sicher das wasser abgräbt. es gibt eine menge beispiele für menschen, die hier schon um einiges länger als fünf jahre existieren und sich ihren kundenstamm und ihr netzwerk „organisch“ und langfristig aufgebaut haben und es sind eben genau solche ideen, die menschen aus ganz deutschland und darüber hinaus zum erkunden anlocken. wenn das verschwindet, geht der charakter und die existenzgrundlage des viertel kaputt. was dann passiert, kann man sich im teilweise grauen einerlei der innenstädte im westen anschauen.
    wir haben hier die chance, nicht die gleichen fehler zu begehen und dazu bedarf es einer aktiven gestaltung, eben auch von vermieter- und stadtseite.

  50. @ PeterMacheli: Vielleicht weil Du im Hintergrund einen Kredit laufen hast, dessen Zinsen es Dir auch nicht einfach machen und den Du so schnell wie möglich lo werden willst. Vielleicht auch, weil Du weißt, dass in 5 Jahren das Dach wieder dran ist, saniert zu werden. Oder weil die Stadt Geld für die Maßnahmen im Sanierungsgebiet wiederhaben will…

    Wenn das alles so einfach und kostendeckend wäre, wie hier manche denken, würden wir doch alle in Eigentumswohnungen leben und uns entspannt zurücklehnen.

  51. sowas überlegt man sich vielleicht vor dem hauskauf, oder?
    vielleicht will ja einer wie ich gar keine eigentumswohnung..?

  52. @ SO „sowas überlegt man sich vielleicht vor dem hauskauf, oder?“

    Was wäre denn dann die Alternative? Das Haus verfällt, weil man nicht soviel Miete einnehmen darf, wie sie nötig wäre, um normale Instandhaltungsprozesse möglich zu machen?

    Einer wie Du ist dann eben flexibel und macht aus der Friedrichstadt das neue selbstlose Alternativ-Viertel ;)

  53. @unfassbar … was für ein zeugs du hier schreibst :/

    die zustände in dem von dir eingestellten link wurden vor nunmehr über fünfzehn jahren beseitigt, für mieten, die damals nicht halb so hoch waren. es hat funktioniert! heutige handwerkerrechnungen sind aufgrund von ausschreibungen deutschlandweit vergleichbar und rechtfertigen niemals die hohen mietunterschiede.
    und ich habe wahrlich von keinem verarmten vermieter je gehört, es sei denn er wurde von noch cleveren geschäftemachern übers ohr gezogen. aber ich höre von vielen, die sich ihre wohngegend nicht mehr leisten können, in der sie einmal aufwachsen konnten. wer meint, dresden wäre im vergleich zu (wahrscheinlich westlich gelegenen) städten günstig, übersieht offenbar das hier vorherrschende ostlohnniveau .
    dir erschließt sich nicht der zusammenhang von „bordsteinhochklappen“ und hohem einkommen, dann laufe mal durch den weißen hirsch, oder irgend eine „gut situierte“, wohlhabende, teure wohngegend in beliebigen städten, am besten die mit vorgärten, mach da party, lass deine kinder regelmäßig toben und dein dortiger freundlicher nachbar lässt dir post von seinem anwalt zustellen. regelmäßig liest man es in den zeitungen, da kommt so ein neureicher hergezogen, verdrängt mit seinem geld die alteingesessenen, die werden ja nicht gezwungen über 8€ zu zahlen (wie zynisch ist das denn eigentlich?) und bekommt nach seiner klage gegen die etablierte stammkneipe, oder einen nebenan liegenden biergarten mit freiluftbühne auch noch recht und traditionsreiche lokalitäten schließen –

    denk mal bitte darüber nach

  54. 1. du scheinst nicht wirklich zu wissen was Anfang bis Mitte der 90er für Mieten gezahlt wurden, für sanierte
    Wohnungen bzw. was für qm Preise damals bezahlt wurden.
    Da machen die meisten Vermieter heute noch Verlust wenn sie verkaufen müssen. Die Spanne zwischen Neubau und Bestandswohnungen sind in Dresden immer noch extrem negativ.
    2. Es wird immer so sein das sich nicht alle Innenstadt wohnen können. Heute ist das Geld ausschlaggebend vor 25 Jahren war Kinderreichtum oder Systemtreue von Vorteil um in den guten Innenstadtlagen wohnen zu können.
    Den Platz ist nun mal begrenzt.Gerecht wird das nie für alle sein
    3.das Lohnniveau ist in Dresden bei immer mehr Einwohnern mit dem Westen vergleichbar.
    4. Wenn es immer noch genügend Wohnungen für ca. 6€ gibt es (siehe Wohnungsanzeigen) ist keiner gezwungen
    einen übermotivierten Vermieter 8,22 € zu zahlen
    5. und das mit dem „Boardsteinhochklappen“, Post vom Anwalt, im Zusammenhang mit mehr Einkommen steht, verstehe ich immer noch nicht.
    Hat meiner Meinung nix mit Geld sondern hat mit der Einstellung zum Leben zu tun.
    Es gibt genügend Leute in Dresden, die gut Geld haben und den Spaß am Dasein nicht verloren haben.
    .
    Einfach mal versuchen ein paar Vororteile abzulegen….lebt sich lockerer!!

  55. je langweiliger die neustadt, desto weniger müssen dahinziehen. je weniger attraktiv der stadtteil, desto moderater wieder die mieten. so schließt sich der kreis. allerdings erst in x jahren. nach der party kommt der kater – wer noch feiern will, muss weiterziehen. leider ham wir keine zweite neustadt. doch in görlitz ist alles da und steht leer, nur die lustigen leute fehlen, zittau noch schlimmer. wunderschöne alte kompakte wertvolle städte für 4-5 euro auf den qm – ein jammer!

    machen wir ne neue bunte sache auf, am rande der republik,
    wo es eh keinen interessiert. halleluja BRGö, BRZ.

  56. @PM: Logisch. 650€ für ein I-Phone werden auch genommen, weil man sie nehmen kann. 80€ für ne Jeans auch. Kannste niemandem vorwerfen…that’s capitalism!

  57. Ja klar, mit’m Messer kann ich Tumore rausschneiden oder schlagende Herzen, kann man niemandem vorwerfen, wofür er sich entscheidet.

    Mir gefällt es nicht und wenn es mir nicht gefällt, mache ich es nicht. Und ich verzichte häufig auf Gesellschaft von Menschen, die da anders drauf sind, die sind mir einfach zu oft unsympathisch.

  58. Und wenn es niemand mehr mitmacht, kann man die Preise nicht mehr nehmen. Aber wie gesagt: noch machen genug mit…

  59. @unfassbar: Du schreibst ja ziemlich wirr, inhaltlich und orthografisch und der Wahrheitsgehalt sei auch dahingestellt, aber „Vororteile“ ist wirklich gut. Daumen hoch für diese subtile Doppeldeutigkeit.

  60. wir machen einfach jedes wochenende BRN, dann ist es laut und dreckig genug und die vermieter müssen die preise für ihre häuser und wohnungen senken… ;)

  61. oh ja, jedes we brn – ich bin dabei, mit reichlich fischstäbchen!
    und für die yuppies keine bühne und keinen parkplatz ;-)

  62. @p-har: das mein ich aber auch, deshalb war es mein beweggrund anton mal anzuschreiben.
    ich hatte extra die hausverwaltung angerufen, da ich dachte es handelt sich um eine verwechslung.

    mein anliegen war es, dass die wohnungsverwalter registrieren das man sich in diesem stadtteil nicht alles gefallen läßt und es einfach so hinnimmt. den vermietern muß klar sein, man kann die hohen mietpreise auch in der neustadt verlangen, aber man muß mit protest rechnen.

    deshalb ein großes dankeschön an anton,
    die rege beteiligung hat mir gezeigt, dass es richtig war diesen wucher öffentlich zu machen.

  63. gebracht hat es noch nichts, da ich erst die nächsten tage die anzeige für die wohnung freischalten werde und nen aushang mache.

    ich wünsche dem vermieter viele interessenten, die eine erklärung verlangen, warum die kaltmiete um satte 27% gestiegen ist ohne irgendeine modernisierung oder schönheitsreparatur.

    wenn der vermieter sich mehrmals dafür rechtfertigen muß, wird er hoffentlich etwas nachdenklicher gestimmt und erkennt das unsere neustadt kein viertel wie jedes andere ist, wo man nach belieben die miete auswürfeln kann.

    die hoffnung stirbt zuletzt…

  64. Und wenn sich ein Mieter findet der 8,22 € bezahlt? Muß der dann hier Rechenschaft ablegen?
    Ich verstehe den ganzen Aufruhr nicht. Wir leben seit 20 Jahren in einer Marktwirtschaft, der immobilienmarkt befindet sich nicht in der Hand von Monopolen, weder auf der Anbieter noch auf der Nachfrageseite. Also klärt sich das von ganz alleine. Und wenn es zur Zeit eine wachsene Nachfrage gibt ist das der wachsenden Stadt Dresden zu verdanken. Die Angebotsseite wächst auch. Sieht man gut an dem verschwinden von Brachen. Gefällt auch wieder nicht allen, aber das ist ein anderes Thema….
    Ich freue mich das Dresden wächst.

  65. jaja, der markt reguliert sich selbst. diese annahme bzw. dieses konzept kann man doch mittlerweile unter ulk verbuchen. in frankreich hat der markt auch alles geregelt und dort kann man genau sehen, was dann passiert. gleichartige entwicklungen haben wir in städten wie berlin und münchen auch schon und ich verstehe nicht, warum wir nun hier unbedingt die gleichen fehler machen müssen.

  66. Wer sind denn „wir“? Was machen „wir“ denn falsch? Was können „wir“ denn dagegen machen?

    Die Neustadt ist hipp und die selbsternannten Hippen wollen hier wohnen. Nun regen sich die Hippen, die es sich nicht mehr leisten können, auf, dass es andere Hippe gibt, die die Kohle haben, bestimmte Wohnungen zu bezahlen.

    Daran ist doch nix zu ändern…auch nicht durch ne BRN jedes Wochenende.

    Schaut doch die Wohnungen an der Groove-Station an: keiner, der die Neustadt kennt und ETWAS Ruhe haben will, würde da hin ziehen. Trotz des Lärms jedes Wochenende ist das Haus voll: zum günstigen 7,50 kalt http://www.neustadt-ticker.de/foto/balkonien-in-der-neustadt/

  67. @unfassbar @e- haller
    löhne wie im westen in dd?? das wäre mir neu.
    mal was grundsätzliches zum verständnis. vielleicht versteht ihr es dann.
    zu meist sind solche sogenannten szeneviertel (ob nun in dresden, leipzig, berlin, kopenhagen oder sonst wo) in runtergewirtschafteten vierteln entstanden. es herrschte dort tristesse, kriminalität, armut. die mieten waren dementsprechend billig, weil da kein hipper neureicher wohnen wollte. in solchen vierteln wohnten dann zumeist arbeitssuchende, studenten, arme künstler, kinderreiche familien etc. auch gab es da besetzte häuser. dementsprechend war die vielfalt groß. man half sich gegenseitig, organisierte partys, betrieb hinterhofkeipen (wo es bier zu billigpreisen gab)etc.. die leute ließen sich was einfallen um mit billigen mitteln aus der tristresse auszubrechen. durch die vielfalt an kunterbunten angeboten zog es immer mehr leute zu solchen orten. anfänglich noch leute die mitmachten, sympathisierten. später wurde der kapitalismus darauf aufmerksam und begann die sogenannte szene zu vermarkten. immer mehr geldgierige zog es in solche quartiere. und immer mehr neureiche hippe leute wollten da pötzlich auch wohnen. dementsprechend stiegen die mietpreise, wohnungen wurden teuer saniert und für viel geld verkauft. nun sind aber meist diese leute pötzlich genervt von all dem lärm der von den kneipen, hinterhofpartys undsoweiter ausgeht. pötzlich sind das alles assis (und zwar die, die erst das viertel zu dem gemacht haben). so funktioniert die kapitalistische verdrängungspolitik. deshalb lieber „unfassbar“ werden in der neustadt irgendwann 18:00 uhr die bürgersteige hochgeklappt. und wenn du es immer noch nicht glaubst, dann schau dich endlich mal in der welt um!

  68. Auch wenn für manche Menschen die Welt am Albertplatz endet, diese Entwicklung betrifft nicht nur die Neustadt. Politik hat darauf Einflussmöglichkeiten, es lässt sich also auch etwas dagegen tun. Es fehlt nur die Solidarität unter den Betroffenen, und gerade für die, hoho, was ham wir gelacht, a l t e r n a t i v e Neustadt ist das ziemlich traurig.

  69. @s keine Angst ich habe schon genug gesehen in der Welt, und ich wohne schon mein ganzen Leben in der Neustadt. ich bin froh das sie saniert wurde. ich weiß noch genau wie der Geruch vom Winter smoke roch. Und nur durch lustige Hausbesetzer hätte man das Viertel nicht gerettet. Ich kenne Hausbesetzer von Anfang der 90er die jetzt in schicken teuren Eigentumswohnungen im preußischen Viertel wohnen. So ändert sich mit der Zeit die Ansichten…

  70. @ S.

    Erst mal habe ich nicht behauptet, dass die Löhne hier auf Westniveau wären.

    Zweitens danke – aber Deine lange Erklärung fasse ich mit einem Wort zusammen: Gentrifizierung. Ich kenne den Prozess. Was mir in Deinen Ausführungen fehlt ist das Entscheidende: wie willst Du es stoppen? Und muss man es stoppen? Und warum reagiert ihr nicht einfach auch, wie die „Verdrängten“ in den anderen Städten und sucht Euch neue Paradise (Friedrichstadt, Görlitz, Zittau, Cottbus…)

    Auch ich kenne die Neustadt länger, hab als Kind Kohlen in den 4. Stock geschleppt und bin durch angewrackte Häuser zur Schule gestiefelt. Wäre das der bessere Zustand?

    Ich habe übrigens eine Idee, wie z.B. R vom MLP aktiv was tun kann: einfach nicht kündigen, wenn ihr wegzieht und die Wohnungen zum aktuellen Preis „halbillegal“ untervermieten. Klar, ihr tragt dann ein gewisses Risiko (Mietnomaden, Wohnungszerstörer, Nebenkostennichtnachzahler,…) – aber wir sind ja alle Kumpels. Passiert dann schon nicht. Besser, als wenn die bösen Kapitalisten das abbekommen…

  71. @peter: was reicht denn die solidarität, um etwas zu verbessern? die politik wird daran nichts ändern, weil sie dem absurden „wachstum“ verschrieben hat und stolz auf einen großteils deregulierten wohnungsmarkt ist und ich selbst kann es nicht, weil der vermieter mein „herr und meister“ ist. ich empfinde mich übrigns weder als „hipp“, noch als „alternativ“ mit batikshirt und kuschelkurs am wochenende.

    es wird hier auch niemand was dagegen haben, dass die neustadt saniert worden ist. jedem, der hier aufgewachsen ist oder schon zu DäDäRä-Zeiten hier wohnte, sollten die maroden zustände noch vor augen sein.
    darum geht es im kern auch nicht. vielmehr darum, ob die preise für die wohnungen HEUTE noch angemessen sind.
    ich selbst kenne sogar jemanden, der nach der wende zwei nahezu einsturzgefährdete häuser auf dem malupla gekauft hat, die höherwertig sanieren ließ, dafür natürlich den entsprechenden preis nehmen konnte und die beiden immobilien jetzt verkauft hat, da die zeit des ruhestands naht.
    der kann und darf relativ hohe mieten verlangen, weil eben „luxus“-saniert wurde. warum dann aber auch die mieten der normal und schlecht sanierten häuser drumherum in absehbarer zeit in ähnliche höhen klettern müssen, ist das eigentliche unsinnige. meine lebens-/wohnqualität steigt doch nicht dadurch, dass ich neben einem schloss wohne oder weil es in den straßen, dank des gehobenen, reichen publikums nach parfums duftet!

  72. Ich hätte kein Problem mit einem „Mietpreisdeckel“. Den zu erkämpfen, erfordert Solidarität und nicht zusammengefasst „Is halt Kapitalismus“ & „Kann man halt nicht hier wohnen“ & „Braucht man gar nicht über Gegenwehr nachzudenken“ (sieht man doch schon hier im Thread sehr schön).

  73. ich auch nicht, aber ich befürchte, dass ist dann wieder „kommunismus“ oder irgendwas schlimmes, linkes.
    da sagste was! wären gerade wir ostler vor der wende so drauf gewesen („is halt so“, „kammer nüscht machen“,…); kein mensch wäre demonstrieren gegangen und hätte die veränderung erzwungen!

  74. @ SE: Wo war ich denn unsachlich? Wegen meinem Ansatz zum Erhalt der Mieten? Ich finde den Praktikabel, jetzt ohne Scheiss. Ob sich dafür genug finden, die das Risiko tragen, ist die andere Frage.

    Eben: der Komminusmus wurde 89 abgeschafft – zugunsten des Kapitalismus. Jetzt muss man mit den Konsequenzen leben.

    Aber im Prinzip haste da auch wieder ne gute Idee: Da Kommunismus scheinbar nicht lange funktioniert (u.a. runtergewirtschaftete Häuser) machen wir mal 20 Jahre Kapitalismus (der aber auch doof ist), lassen uns alles wieder schön aufbauen und führen dann den Komminusmus wieder ein für 40 Jahre. Dann wieder von vorn das ganze…

    Einen Mietpreisdeckel wird man ohne Grund kaum einrichten können, ich empfehle u.a. das Grundgesetz, Art. 14.

  75. „Und warum reagiert ihr nicht einfach auch, wie die “Verdrängten” in den anderen Städten und sucht Euch neue Paradise (Friedrichstadt, Görlitz, Zittau, Cottbus…)“ – sachlich?

    was soll überhaupt dieser sarkastisch-lakonische unterton? ich und andere schreiben hier sicher nicht aus einem pathologischen anti-kapitalismus-reflex heraus, sondern weil uns unser viertel, die menschen und die vielfalt am herzen liegen. kein mensch will hier häuser verfallen lassen und die alten zustände zurück! da scheinst du etwas falsch verstanden zu haben.

  76. @e-haller
    die unsachlichkeit bezog sich auf deine aussage:“Und warum reagiert ihr nicht einfach auch, wie die “Verdrängten” in den anderen Städten und sucht Euch neue Paradise (Friedrichstadt, Görlitz, Zittau, Cottbus…)“
    und someone else hat diesbezüglich recht. mir fallen da noch ganz andere worte ein.
    und ja, mensch kann gegen gentrifizierung vorgehen. wie?, dass bleibt jedem selbst überlassen. ob nun mit halbillegaler untervermietung oder dem dreisten vermieter in den briefkasten zu schei*en.
    kein mensch spricht hier davon, die unsanierte neustadt wieder haben zu wollen. es geht hier einfach um die dreistigkeit einiger vermieter, die mit ihrer mietpolitik die einfachen leute, stutenden und arbeitssuchende verdrängen werden.
    vielleicht will es ja der eine oder andere der hier im thread schreibt ja so. zumindest habe ich das gefühl. da sie ja schon zu ddrzeiten durch die heruntergekommene neustadt stapften, haben sie ja jetzt ein entsprechendes alter erreicht, wo mensch sich nach ruhe und ordnung sehnt. oder? ironie aus.

  77. Nur mal um auf das Thema Mietpreissteigerung bei Wohnungswechsel zu kommen. Selbstverständlich kann der Vermieter den Preis bei Nutzerwechsel anheben, was auch die gängige Methode ist, da es wesentlich unkomplizierter als ein Mieterhöhungsverlangen ist. Zwar hat der Viermieter/Eigentümer immer noch das Recht alle 15 Monate die Miete zu erhöhen, dann muss er sich aber auch an Mietspiegel bzw. Mietpreis für Vergleichswohnungen und die Kappungsgrenze von 20% halten, welche im konkreten Fall deutlich überschritten wäre.

    Wenn man aber jemanden kennt, von dem Man die Wohnung zu selben Mietkonditionen übernehmen will, so lässt man sich einfach in den bestehenden Mietvertrag als Mietmieter eintragen (WG-Prinzip) und ein Monat später zieht dann der Vormieter aus und schon ist man Hauptmieter. Hat auch dahingehend den Vorteil, dass der Vormieter beim Auszug die (meist) dreimonatige Kündigungsfrist nicht einhalten muss, da die Wohnung ja nicht in dem Sinne gekündigt wird.

  78. Ich habe die „richtige“ Neustadt verlassen und wohne im Bogenviertel, wo man noch vernünftige Mieten hat. Ich habe mich also verdrängen lassen – und kein Problem damit.

    Und der Unterton war nicht sarkastisch-lakonisch. Ich hab im Gegensatz zu allen anderen her ne Lösung entwickelt (Untervermietung), wie man aktiv was tun kann. Ok, man kann auch in Briefkästen scheissen.

    @ PM: Art. 14(3): Entschädigung.

  79. @oskaralfons: das ist ne tolle idee, untermieter eintragen und später ausziehen.
    leider is die kündigung schon abgeschickt.
    muß der vermieter einen untermieter akzeptieren? jetzt wo er weiß, dass ich vorhabe auszuziehen.

  80. Was nimmt man Dir denn weg? Die Chance auf (hohe!) Einkünfte durch anderer Menschen Arbeit? Dann drehen wir doch den Spieß um: Wer das nicht will, kauft sich kein Haus.

  81. ein mietpreisdeckel wäre politisch machbar. jedoch niemals in dresden, wenn mensch sich das wahlverhalten so über die 20 jahre anschaut.
    @e-haller
    was machste eigentlich, wenn die gentrifizierung das bogenviertel erreicht? nach cottbus, görlitz oder zittau ziehen?

  82. @ S.: Görlitz und Cottbus sind echt nicht schlecht. Da gibts Häuser, da kriegste ein Auge.

    @ Anton: Ja, haste recht – aber das ist ja das halbillegale an der Geschichte ;)

    @ PM: Ab wann ist denn ein Mietpreis nun hoch? Ab wann lohnt es sich denn nun tatsächlich, zu sanieren und zu vermieten? Deinen umgedrehten Spieß zuende gedacht würden dann wieder alle Häuser verfallen, oder wie?

  83. @kannneko druff geschie**en
    mensch will es ni vertehn, so solls bleibn…
    e-haller nu nu schene häuser in cot.. oda wie hieß das glei nochma…?

  84. @Untermieter:
    der Vermieter muss einem Untermieter nur zustimmen, wenn sich an den Lebensumständen des Mieters gravierend etwas geändert hat (Frau ausgezogen, weniger Einkommen, etc. pp.).
    @WG-Vermietung:
    Es gibt eigentlich keinen WG-Vertrag, der einen beliebigen Wechsel der Mieter zulässt. Eigentlich muss dafür der Mietvertrag gekündigt werden und ein neuer geschlossen werden. Normalerweise regelt man dies über einen seperaten Vertrag,in dem alle Mieter und der Vermieter zustimmen, dass eine neue Mieterpartei die Rechte und Pflichten aus dem alten Vertrag übernimmt. Ein Recht darauf lässt sich vermutlich nur aus dem Gewohnheitsrecht: einmal WG, immer WG ableiten.
    @Gentrifizierung:
    wer in einem Viertel wohnen bleibt, obwohl sich seine Lebensumstände ändern (nicht mehr arbeitslos, nicht mehr Student, jetzt mit Kind und Kegel) trägt selbst aktiv zur Gentrifizierung bei.

  85. DRESDEN: Rund 28.450 Wohnungen standen Ende 2010 leer – etwa 9,7 Prozent – doch mehr dazu unten: zwei artikel der letzten drei tage:

    Leipziger Volkszeitung am Do., 26.01.2012

    Leipzig hat die höchsten Wohnungsmieten in Sachsen.
    In Toplagen werden bis zu 10 Euro pro qm verlangt / weiterhin steigende Preise:
    Bereits 2011 beobachtete man einen Anstieg um fast 6% (Baujahr bis 1948) und 4% (Bj. bis 1948) bei einer Inflationsrate von 2,4%. Das Angebot frisch sanierter oder neu gebauter Wohnungen halte mit dem Nachfragewachstum kaum noch Schritt. … Für Erstbezüge in Spitzenlagen wie Waldstrassen- und Musikerviertel, Gohlis-Süd und Zentrum werden derzeit bis zu 10 Euro Kaltmiete verlangt. Das seien zugleich die höchsten Preise in Sachsen.
    In Dresden lägen die Spitzenmieten bei 8 Euro. Auch wenn es momentan einige Neubauprojekte in Toplagen gibt, ist die Nachfrage durch den Bestand nur schwer zu decken.

    Sächsische Zeitung am Sa., 28.01.2012

    Auf Sachsen kommt in den nächsten Jahren eine neue Leerstandswelle zu. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Demnach steigt die Zahl der leerstehenden Wohnungen landesweit bis zum Jahr 2020 um etwa 150 000 an. Lediglich Dresden und Leipzig sind demnach von dem Trend ausgenommen. Gründe für die sinkende Nachfrage sind laut Bericht vor allem der Bevölkerungsrückgang und die zurückgehende Zahl der Privathaushalte. Laut Schätzungen werden 2020 in Sachsen nur noch 3,9 Millionen Menschen leben – heute sind es 4,2 Millionen. „Der Rückbau von Wohngebäuden muss weiter forciert werden“, sagte eine Sprecherin der SAB. Die Kommunen müssten sich auf ein geordnetes Schrumpfen einstellen.

    Allein in Dresden wurden im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau-Ost bisher 6.661 Wohnungen abgerissen, in diesem Jahr sollen weitere 434 folgen. Rund 28.450 Wohnungen standen Ende 2010 leer – etwa 9,7 Prozent. Künftig werde der Fokus weniger auf dem Abriss liegen, teilte die Stadtverwaltung mit.
    In Leipzig sind rund 34.000 Einheiten unbewohnt (10,5 %). Vor allem in großen Neubaugebieten wie Grünau gebe es weiteren Rückbaubedarf. Bis Ende 2011 wurden in Leipzig insgesamt 12 200 Wohnungen abgerissen, also doppelt so viel wie in dresden.

  86. interessante statistik. handelt es sich bei den rückbauten nicht um sogenannte neubaublöcke? da wo sowieso keiner freiwillig wohnt?

  87. viele langjährige bewohner der neustadt sind älter geworden & damit ändern sich deren ansprüche. bis 2005 war es mit sicherheit kein gutes geschäft wohnungen in der neustadt zu vermieten, insbesondere wenn man kurz nach der wende gekauft hatte. eine ähnliche entwicklung der mietspreise ist doch in sehr vielen städten zu beobachten. das ist der lauf der dinge. ich finde die mieten passen sich hier einem angemessenen niveau an. dresden ist begehrt & das schlägt sich in den preisen nieder. das dies für ärger sorgt ist verständlich (siehe auch benzin oder lebensmittel), nur ändern kann man daran nichts. so funktioniert nun mal unser ziemlich unromantisches wirtschaftsleben. ich finde die preise bei uns im deutschen oder europäischen vergleich jedoch immer noch günstig…

  88. @ alter neustadtbewohner:

    Gut gesprochen. Will nur niemand wahrhaben. Nimm den Menschen was weg (vor allem Geld) und sie rasten aus.

  89. Dabei fällt mir wieder was ein. Ein Freund von mir hatte in den frühen 90ern eine der ersten sanierten Wohnungen in der Neustadt. Er hat damals 15 Mark/Quadratmeter bezahlt, mit Staffelmietvertrag. Und das Haus war scheußlich saniert.

  90. Nachtrag:
    Die Miete für die 2-Raumwohnung wurde nun angepaßt.

    Der Quadratmeter kostet jetzt 9 Euro.

    Mitteilung der Berlin Verwaltung:
    „Dies sind unsere üblichen Preise für die Neustadt.“

    Nach mehreren vergeblichen Nachmieter-Marathons ohne Erfolg, steht die Wohnung für wilde Party-Orgien zur Verfügung ;-)

  91. sag‘ ich doch: vermieter aus anderen städten, die wahrscheinlich irgendwelche portfolios von miethaien/-maklern in die hand gedrückt bekommen und sich daran orientieren, ohne einen blassen schimmer davon zu haben, wo ihr wohnobjekt steht.
    solche leute empfehlen dann sicher auch, eine reizstrom-workout-bude auf der görlitzer aufzumachen. hossa!

  92. Nur zur info, es werden aktuell Wohnungen am Martin-luther Platz zu 9.50 Euro kalt für den Quadratmeter geboten!

    Somit sind die 8.33 Euro wieder Schnee von gestern!

    Es wird nun mal alles teurer!!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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