Kein Bus, kein Laden, kein Streetworker

Der Kontaktladen hat geschlossen.

Der Kontaktladen hat geschlossen.

Das Jugendamt der Stadt Dresden hat der Treberhilfe die Mittel für die Neustadt gekürzt. Die Folge: der große Jumbo-Bus hält dienstags nicht mehr auf dem Alaunplatz, der Kontaktladen auf der Albertstraße hat ab sofort geschlossen und auch der Streetworker der Treberhilfe wird nicht mehr in der Neustadt unterwegs sein.

Der Grund ist eine Analyse der Jugendhilfeplanung des Jugendamtes der Stadt. Nach dieser sogenannten Fachkräftebemessung gibt es zu viele Sozialarbeiter für Jugendliche in der Neustadt. Allerdings wird bei dieser Analyse ein wesentlicher Fakt ausgeblendet. „Die Neustadt ist ein Magnet für Jugendliche aus der ganzen Stadt“, berichtet Luisa Neumann, die bisher als Streetworkerin hier tätig war und sich künftig auf Löbtau und Johannstadt konzentrieren wird. „Uns hat es getroffen, weil wir uns nicht nur um Jugendliche, sondern um alle Obdachlosen kümmern“, erklärt sie.

Für die mobile Jugendarbeit in der Neustadt ist damit nur noch das Diakonische Werk zuständig.

Kein Treber-Bus mehr auf dem Alaunplatz.

Kein Treber-Bus mehr auf dem Alaunplatz. Foto: Archiv/Treberhilfe

Das Ganze ist insofern verwunderlich, da zum Zwecke der Kriminalitäts­­­prävention immer wieder auch der Ausbau von Sozialarbeit in der Neustadt gefordert wurde. Laut Sächsischer Zeitung ist Dieter Wolfer, der Chef der Treberhilfe, noch im Gespräch mit den Ämtern, um wenigstens den Sozialbus zu erhalten.

Paradoxe Situation: Für die Räume des Kontaktladens an der Albertstraße gibt es weiterhin eine Förderung vom Jugendamt, allerdings nur für die Mietkosten. „Aber ohne Mitarbeiter können wir den Laden nicht öffnen“, sagt Luisa Neumann.

Die anderen Projekte der Treberhilfe, wie die Straßenschule oder der Abenteuerspielplatz Panama sind von den Einsparungen nicht betroffen. Dort wird normal weiter gearbeitet.

Der Kontaktladen hat geschlossen.

Der Kontaktladen hat geschlossen.

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10 Kommentare zu “Kein Bus, kein Laden, kein Streetworker

  1. banker
    29. Juni 2017 at 18:23

    Sehr gut. Wir sollten weiterhin dem Namen unserer Gesellschaftsform gerecht werden. Am besten mit einem Turbo.

  2. Franken Steinmeier
    29. Juni 2017 at 22:40

    Aber 300 tsd EUR für einen unnützen Biathlon an der Elbe rausballern an dem sich zwie abgehalfterte MDR-Möchtegernjournalisten gesund stoßen. Dürfen die Obdachlosen da wenigstens kostenlos rein?

    Kann man eigentlich irgendwo eine nachvollziehbare und zweckbezogene Aufstellung der jährlichen städtischen Finanausgaben und -einnahmen einsehen? Für einen Link wäre ich dankbar.

  3. Vince
    30. Juni 2017 at 00:24

    Es wäre hilfreich, wenn die Treberhilfe an der richtigen Stelle Geld beantragt. Zuständig wäre das Sozialamt. Sie wissen seit März von der Entscheidung. Schade, dass seitdem kein Antrag gestellt wurde. Geld für die Arbeit mit Wohnungslosen wäre da.

  4. 30. Juni 2017 at 08:28

    Werde ich nochmal nachhaken, wenn der Chef der Treberhilfe wieder da ist.

  5. abrazzo
    30. Juni 2017 at 09:50

    @Anton Launer. Du hast einen Chef?? Wer ist das denn?

  6. 30. Juni 2017 at 10:00

    Ich meinte den Chef der Treberhilfe. Danke für den Hinweis, habe meinen Kommentar entsprechend angepasst.

  7. Rolf
    30. Juni 2017 at 13:12

    Ach ja….Unser schönes Dresden!

  8. Marcus
    30. Juni 2017 at 14:06

    Meiner Meinung nach zu kurz gedacht.
    Immer, wenn ich solche Maßnahmen beobachten konnte, hatte es schlechte Folgen für die direkt Betroffenen und das Umfeld, genau wie die Verdrängung von Obdachlosen und Abhängigen in Randbezirke.
    Besser jetzt mehr Streetworker bezahlen, Hilfe und eine soziale Teilhabe bieten, anstatt später mit den negativen Folgen und Folgekosten zu leben.
    Im Interesse der Menschen auf Trebe und allen, die hier leben.

  9. Ralf
    30. Juni 2017 at 16:34

    das ist verdammt schade. So wie ich mitbekommen habe, war die Treberhilfe immer ein Anlaufpunkt für viele Leute. Sei es zum Austausch oder für Jugendliche die Hilfe brauchten.

    falls es eine Möglichkeit gibt, sich als Bürger dafür einzusetzen, dass die streichung der finanzmittel rückgängig zu machen, wäre ich aufjedenfall dabei. Sei es eine Demo, Unterschriftaktion, Spenden etc.

  10. Marcus
    30. Juni 2017 at 17:41

    @Ralf: Hört sich gut an. Man könnte auch mit vielen Leuten auf der Ortsbeiratssitzung auftauchen.
    14. August ist aber leider noch lange hin :o(

    Ich nehme an, wenn man helfen kann, wird es hier im Ticker einen Aufruf geben.

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