Wie weiter mit der BRN-Feier?

Proppevoll war die BRN in den Abendstunden schon seit mindestens 15 Jahren.

Proppevoll ist die BRN-Feier schon seit mindestens 15 Jahren. Foto: Archiv/2010

Wird die BRN-Feier in diesem Jahr nur halb so groß? Angeblich liegen Pläne des Ordnungsamtes vor, die genehmigten Flächen erheblich einzuschränken. Offiziell wird das aber erst am 22. Februar bekannt gegeben.

Da aber zumindest einige Teile der Pläne schon an die Öffentlichkeit gedrungen sind, sah sich die Schwafelrunde gestern zu einer Stellungnahme genötigt. Unter anderem war bekannt geworden (siehe Morgenpost oder Sächsische Zeitung), dass die Flächen für Kultur- oder Getränke-Stände erheblich reduziert werden sollen. Konkret nannten beide Zeitungen unter anderem die Martin-Luther-Straße und die Seifhennersdorfer Straße.

Dem Ortskundigen wird auffallen, dass auf beiden Straßen bislang kaum oder gar keine Stände aufgebaut waren, außerdem waren diese Straßen in der 29.500-Euro-Analyse der Agentur Schröder nicht als besondere Gefahrenschwerpunkte gekennzeichnet. Die Auswertung des Drohnen-Flugs und der Vor-Ort-Begehung hatte Schwierigkeiten vor allem an der Kreuzung Louisen-/Görlitzer Straße und auf der Alaunstraße ausgemacht.

Dass die Stadtverwaltung wesentliche Teile der BRN-Feierlichkeiten aus Sicherheitsgründen verbietet, ist nicht neu. So wurden die wilden Techno-Car-Umzüge, die es noch 2001 gab, verboten oder das Kettenkarussel oder der Traktor-Umzug. Auch eine Neuauflage des Lustgartens auf dem Russensportplatz hatte keine Chance.

Die Schwafelrunde teilte gestern mit, dass sie von einer solchen Reduzierung gar nichts hält. Die lose Vereinigung mehrerer Veranstalter erklärte: „Die Reduzierung um etwa 40 Prozent der genehmigungsfähigen Flächen, ohne einen Ausgleich für die Anmelder zu schaffen, lehnt die Schwafelrunde ab.“ Leidtragende seien dabei vor allem Kulturbeiträge.

Schwafelrunde will Auszeit für die BRN-Feier:

Im vergangenen Juni hatte Schwafelrunde eine Auszeit für die BRN-Feier gefordert.

Alternativ hat die Stadtverwaltung der Schwafelrunde angeboten, die Veranstaltung der Bunten-Republik-Feier als Einzelveranstalter selbst zu übernehmen. Ulla Wacker, Sprecherin der Runde: „Dieser Kreis an Veranstaltern und Unterstützern ist nicht das geeignete Gremium die Gesamtorganisation der BRN zu leiten, ihr Ziel ist Vernetzung und Beratung der BRN-Akteure und Vermittlung zwischen Stadt und Stadtteil.“

Außerdem kritisiert sie, dass die Umsetzung der Erkenntnisse zur Sicherheit der BRN aus der Analyse der BRN 2015 in Form einer neuen Standvergabepraxis zur BRN 2016 seitens des Ordnungsamtes viel zu spät erfolgt ist. Die Schwafelrunde möchte eine neue Struktur für das Fest finden, eine, die vor allem die Kultur stärkt und alle Akteure fair beteiligt. Voraussetzung dafür sei jedoch die Bereitschaft der Stadtverwaltung Teile der Verantwortung für Bereiche, wie Sicherheit, Straßensperrung, Müllbeseitigung und anderes zu übernehmen.

Am 22. Februar will das Ordnungsamt die Pläne zur diesjährigen Feier im Ortsbeirat vorstellen. Weitere Infos zur Bunten Republik Neustadt.

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8 Kommentare zu “Wie weiter mit der BRN-Feier?

  1. E-Haller
    9. Februar 2016 at 11:39

    Zitat: „Voraussetzung dafür sei jedoch die Bereitschaft der Stadtverwaltung Teile der Verantwortung für Bereiche, wie Sicherheit, Straßensperrung, Müllbeseitigung und anderes zu übernehmen.“

    Versteh ich das richtig: Organisation -> Schwafelrunde/ Verantwortung -> Stadtverwaltung?

  2. Mirko Sennewald
    9. Februar 2016 at 12:48

    Trotz völliger Unlust noch zwei kleine Fakten allein aus der Debatte zum Lustgarten:
    (1) Der Bischofsweg wurde als ganz besonders kreuzgefährlich (gleiche Un-Sicherheits-Stufe wie an der Sozialen Ecke) analysiert. Auf konkrete Anfrage hingegen konnte die Verwaltung dafür keinerlei Zahlen vorlegen, behauptet aber immer wieder, dort würden sich Gäste auf der Straße rumtummeln, deren Zahl sich durch unsere potentiellen Gäste auf dem Lustgarten@Russensportplatz nochmal steigern würden… Ich hab mal auf dem einzig verfügbaren Drohnenfoto (nach 22:00 gemacht, weil dunkel) nachgezählt: 25 Pers. auf/an der Fahrbahn, davon queren 15 ganz normal, 3 stehen am Rand rum, die anderen 7 stehen tatsächlich auf der Fahrbahn, weil: Polizisten.
    (2) Bereits in der Ausschreibung der Sicherheitsanalyse ist von einer wörtlich: „Bedrohung“ durch den Lustgarten auf dem Russensportplatz die Rede. Wenn da mal das Ergebnis nicht dem Wusch des Auftraggebers entsprach…
    … die Liste ist noch deutlich länger, will Euch aber ni langweilen.

    Ich denke, auch daran sieht man schon, wo der (Verwaltungs-)BRN-Hase hinlaufen soll…

  3. Rolf
    9. Februar 2016 at 17:39

    PARTY, PARTY…..Oh Gott , darauf kann man nicht verzichten. Welchen Lebensinhalt hat man da noch…somal gerade die BRN zu meinen Lieblings Partys gehört…..

  4. Henrik
    9. Februar 2016 at 19:15

    Schön wärs wenn die Flächen für DJ/Techno-Buden massiv reduziert werden würden. Inzwischen knallt einem alle 20 Meter anstrengendes Gehämmer entgegen, was den ehemals doch noch recht entspannten Flair der BRN – neben der schieren Größe – zusätzlich ruiniert hat. Ganz schlimm wars letztes Jahr im Epizentrum beim Hanfladen gegenüber von Katy’s.

    Mal sehen ob ich mir den Stress dieses Jahr noch einmal antue. St. Pieschen und Hechtviertelfest haben die BRN für mich inzwischen abgelöst.

  5. TeaTime
    9. Februar 2016 at 20:51

    Genau Rolf! *facepalmT

  6. hauptmann-mumm
    9. Februar 2016 at 21:16

    Also wenn es der Schwafelrunde um mehr Kultur geht, dürften die Vorschläge der Stadt ja kein Problem sein. Kultur gibt es ab Abends (tagsüber weiss ich nicht, ich arbeite immer nur die drei Nächte) eh kaum, es sei denn, die Fress- und Getränkebuden nebst Livemusik sind die Kultur, über die sich die BRN definiert. Halb so viel Essen und Trinken und wegen mir mehr Kultur und es wären meiner Ansicht deutlich weniger Buden.

    Ob die meisten Besucher noch Kultur wollen, wer weiss, die BRN wie sie mal war, existiert eh nur noch auf der Talstraße, der Rest ist beliebig austauschbar. Den „Mad Max“ Samstagsumzug vermisse ich sehr, ich hätte ihn jetzt nicht verboten, der Umzug Sonntag Nachmittag jedoch schlief etwas später von alleine ein, weil sich keiner mehr dafür interessierte von den Gästen.

    Zur BRN Erweiterung (Lustgarten) reicht mir arbeitsmäßig nach elf Jahren BRN das, so wie sie jetzt ist, wir haben genug zu tun…

    Die Kultur allgemein der BRN sehe ich jedes Jahr auf den Kinderspielplätzen, bei denen, die wir für’s Pinkeln verweissen (teilweise 2 Meter neben den Dixis) und während ich einen rausschmeisse, kommen 5 neue und machen weiter, wie auch ich nicht das gefühl habe, dass es die Anwohner stört, dass ihre Spielplätze 3 Nächte zugepinkelt werden…

    Und vieleicht sollte sich die Schwafelrunde mal ein Auge beim „Inseln im Hecht“ holen, finde ich um Längen dem Anspruch gerechter werden dort klappt es seltsamerweise auch mit einem Gesamtveranstalter.

  7. Andreas
    10. Februar 2016 at 11:16

    Eigentlich wollte die Schwafelrunde unter den NeustädterInnen mal eine Umfrage starten, ob und in welcher Form sie die BRN sich weiter wünschen. Lärmzonen einfach auszuweiten mit der Bemerkung, dass die Kamenzer ja noch ruhig sei, halte ich für ziemlich problematisch, wenn nicht klar ist, ob das zum Beispiel die Anwohner dort auch wollen.

  8. Gast
    14. Februar 2016 at 08:15

    Schwafellt mal schoen weiter solang der Rubel rollt,irgendwann knallts halt und dann is des Geschrei gross.Sowas Unverantwortliches jetzt erst mal Festzustellen ist schon grosses Kino,aber Debatitert erstmal weiter….Gähn….
    Ps Ja_ Es ist RUHESTOERUNG UND KEIN FEST MEHR!!! Vom Muell mal ganz abgesehen! Und wer hier mit dem scheinheiligem Argument kommt -das eine Wochenende!? Fahrt doch nach Berlin oder sonstwohin,an die See ,..was weiss ich wohin..? Ich zahle hier bestimmt nicht fuer 100Tausend Wildpinkler,und die Schwarzarbeiter-Läden die sowas noch Unterstuetzen!

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