Feuerwache wird Flüchtlingsheim

Die fast 90 Jahre alte Feuerwache auf der Katharinenstraße

Die fast 90 Jahre alte Feuerwache auf der Katharinenstraße

Ab Mitte Oktober werden die ersten Flüchtlinge in der alten Feuerwache an der Katharinenstraße untergebracht. Insgesamt sollen hier vorübergehend bis zu 120 Asylsuchende ein Obdach finden.

Ende August war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung prüft, ob in dem Objekt ein Wohnheim für Flüchtlinge eingerichtet werden kann. Ursprünglich sollte dort ein Haus für die Kreativwirtschaft entstehen. Pressesprecher Kai Schulz berichtet auf Nachfrage: „Bisher erfolgte eine Prüfung der Katharinenstraße 9 als Interimsstandort für eine kurzzeitige Unterbringung von asylsuchenden Menschen. Diese Prüfung ist abgeschlossen.“ Parallel dazu wird der Standort auch als dauerhaftes Unterbringungsobjekt geprüft, hier gibt es noch kein abschließendes Ergebnis.
An den Toren der Wache kleben seit ein paar Wochen "Refugees-Welcome-Sticker".

An den Toren der Wache kleben seit ein paar Wochen „Refugees-Welcome-Sticker“.

Der kurzfristigen Unterbringung steht nun nichts mehr im Wege. Falls das Gebäude sich auch als tauglich für ein dauerhaftes Heim erweist, müssten die entsprechenden Gremien einbezogen, die Ortsbeiräte informiert und eine Bürgerbeteiligung durchgeführt werden. Für die Interimslösung ist dies nicht notwendig, daher ist schon in den nächsten Wochen mit den ersten Einzügen zu rechnen. Zumal die Stadt unter Druck ist, die Zuweisungsprognosen sind hoch. Zurzeit wird an der notwendigen baulichen und brandschutztechnischen Ertüchtigung gearbeitet. Schulz: „Wir gehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer Inbetriebnahme Mitte/Ende Oktober 2015 aus.“

Die Stadtverwaltung sucht nun nach einem geeigneten Betreiber für das Heim. Die von den Initiativen für das Kreativzentrum angeschobenen Pläne für eine Integration von Flüchtlingen und Kreativen (Neustadt-Geflüster vom 28. August) werden vorerst zurück gestellt. Pressesprecher Schulz: „Zunächst geht es einmal um die dringend erforderliche Schaffung von Plätzen für die Unterbringung von Asylbewerbern. Ob und in welchem Umfang dort auch die Vereine, die sich bislang für das Kreativzentrum engagiert haben, einbezogen werden können, ist zu einem späteren Zeitpunkt zu klären.“

Das Vorderhaus vom Nachbarhof aus gesehen.

Das Vorderhaus vom Nachbarhof aus gesehen.

Im Frühjahr 2014 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Alte Feuerwache durch die Kultur- und Kreativwirtschaft genutzt werden soll. Dann wurde dieser Beschluss ein Jahr lang vom Liegenschaftsamt bearbeitet. Zuletzt sollte die Stesad das Gebäude herrichten.

Das Haus ist 1937 als Feuerwehrschule errichtet worden. Der steinernde Feuerwehrmann ist ein Werk von Hans Wrba (1906-1993). Das Gebäude gehörte ursprünglich zur Feuerwache an der Louisenstraße, die auch heute noch benutzt wird. Zu DDR-Zeiten und kurz danach hatte die Polizei hier in der Katharinenstraße ihren Sitz. Letzter Mieter war das Brand- und Katastrophenschutzamt. Seit etwa vier Jahren stand das Gebäude leer.

Das Vorderhaus reicht über vier Etagen plus Dachgeschoss und verfügt über einen Keller, das Hinterhaus ist ebenfalls unterkellert und eine Etage niedriger. Insgesamt beträgt die Grundfläche in den Gebäuden rund 1800 Quadratmeter. Als 2013 die Pläne für ein Kreativzentrum vorgestellt wurden, sprach der Verein damals von 973 Quadratmeter Nutzfläche. Während die Räume im Vorderhaus recht großzügig geschnitten sind, befinden sich im Hinterhaus überwiegend kleinere Räume.

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40 Kommentare zu “Feuerwache wird Flüchtlingsheim

  1. abrazzo
    24. September 2015 at 12:15

    Finde ich super. Auch daß so schnell Lösungen gefunden werden. Entspricht so garnicht meinen Vorurteilen über die Stadtverwaltung.
    Nur zu, die Neustadt kann das schaffen!

  2. Tomdd
    24. September 2015 at 12:56

    Da bin ich echt gespannt. Die ganzen gutmenschen werden sich noch alle umschauen und danach ist das Geschrei groß. Ich finde es nicht gut, zumal auf der Stauffenberger auch noch ein Massenlager entsteht. Ich wohne schon immer in der Neustadt und fühle mich jedenfalls nicht mehr sicher. Vielleicht zieht ja die Polizei wieder in die Neustadt, damit man etwas Sicherheit bekommt

  3. clumsy
    24. September 2015 at 14:13

    ich hol schon mal popcorn…

  4. abrazzo
    24. September 2015 at 14:24

    @tomDD: Natürlich ist es nicht einfach, Menschen aus anderen Kulturkreisen zu integrieren. Wenn man sich aber die Zahlen anschaut, relativert sich das doch deutlich. 120 neue Bürger in einem Stadtteil, in dem mehrere 10 000 Einwohner verschiedenster Herkunft leben, sollten keinem Panik machen.
    Wir werden ja auch all wochendenlich von tausenden Touristen überschwemmt und kommen damit klar. Warte es doch einfach ab. Warum man diesen Leuten generell unterstellen sollte, daß sie potentiell kimineller sind als das Umfeld, ist mir auch nicht klar.

  5. tom (nicht Tomdd)
    24. September 2015 at 14:45

    Na mal sehen ob’s in der Ecke dann auch Proteste von „besorgten“ Bürgern gibt…

  6. Gustav
    24. September 2015 at 14:51

    @abrazzo 120 ??
    Stauffenbergallee I 700
    Stauffenbergallee II 500
    Katharinenstraße 120
    Total 1320 = 2,7% der Neustädter Bevölkerung*
    zzgl Offizierschule 250 =1570

    *2013

    IRGENDWANN IST AUCH MAL SCHLUSS!

  7. 24. September 2015 at 15:19

    „Da bin ich echt gespannt. Die ganzen gutmenschen werden sich noch alle umschauen und danach ist das Geschrei groß.“

    – Ich höre bisher immer nur eine Fraktion schreien. Was ziemlich jämmerlich rüberkommt.

    „IRGENDWANN IST AUCH MAL SCHLUSS!“ – Stimmt! Mit den Majuskeln.

  8. tamara koiber
    24. September 2015 at 15:21

    Na hey, gleich daneben das Down Town, quer rüber kann man sich noch lecker was aus der Konsum-Wegwerftonne holen, Multikulti ist doch sowieso in der Neustadt, Jubel Trubel Heiterkeit.

  9. twinkynt
    24. September 2015 at 15:26

    von wegen bunt und tolerant… gegen Neustadttourismus sagt auch keiner was und der ist richtig zum kotzen!
    Ich habe bis jetzt noch keinerlei schlechte Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht, mit saufenden Touristen schon

  10. 24. September 2015 at 15:30

    @Gustav: Ich habe den Wikipedia-Eintrag mal aktualisiert. Zum 31.12.2014 (letzte amtliche Zählung) lebten 48.763 Einwohner im Ortsamtsbereich Neustadt. Stauffenbergallee I (am Hammerweg) wird voraussichtlich erst Ende 2016 in Betrieb gehen. Und das provisorische Container-Dorf soll nur den Bedarf bis dahin abdecken. So ist zumindest der derzeitige Plan. Auf jeden Fall kannst Du die 700 noch nicht in die derzeitige Rechnung mit einbeziehen. Außerdem müsstest Du natürlich die Gesamtsumme der Einwohner um die Anzahl der Flüchtlinge erhöhen. Nicht zuletzt hast Du die Unterkünfte in der Buchen- und Seitenstraße vergessen und natürlich die Flüchtlinge in Wohnungen, da kommen dann noch mal rund 350 Personen hinzu.

    Also:
    Stauffenbergallee II 500
    Offizierschule 250
    Katharinenstraße 120
    Sonstige 350
    Summe 1220 ≙ 2,4 Prozent

    Übrigens: Schluss ist, wenn die Flüchtlinge keinen Grund mehr zum Fliehen haben.

  11. abrazzo
    24. September 2015 at 15:32

    @gustav Mit Zahlen kann man immer jonglieren. Ich würde es so sehen: 97% der Einwohner sind „Alteingesessene“. Hört sich doch gleich ganz anders an.
    Außerdem: Bei den Flüchtlingen handelt es sich oft um Menschen, die gar nicht hier bleiben wollen, sondern ihre Anerkennung abwarten müssen. Viele haben Familie in anderen Bundesländern. Auch wenn es um Arbeitsstellen geht, werden viele in die südlichen Länder abwandern. ich finde das eigentlich eher schade.
    Das generelle Problem, das viele Leute ängstigt, ist doch die Unterbringung in Sammelunterkünften. Wenn die dezentrale Unterbringung mehr gefördert würde, würden sicher viele beruhigter sein.

  12. tamara koiber
    24. September 2015 at 15:49

    @twinkynt ich dachte man erkennt meinen Sarkasmus der aus jedem Buchstaben trieft.

  13. twinkynt
    24. September 2015 at 16:28

    @ Tamara: der Kommentar war nicht an dich gerichtet, sondern ganz allgemein. da hat sich lustigerweise die freischaltzeit dazwischen geschlichen

  14. Tomdd
    24. September 2015 at 16:49

    Was hat das denn mit Touristen zu tuen??die brauchen nagen Geld und gehen wieder

  15. 24. September 2015 at 17:38

    @Tommdd:
    „Was hat das denn mit Touristen zu tuen??die brauchen nagen Geld und gehen wieder“

    – Genau: Die nagen und nicht nur Geld sondern auch an Nerven. Übrigens fehlt in Deinem Satz ein Komma zwischen ‚brauchen‘ und ’nagen‘, ohne das der Sinn komplett verlorengeht.

    Außerdem: Als ob Kapitalismus jetzt so was Cooles wäre. Bei der Rechtschreibung steht Tommdd doch bestimmt nicht auf der Gewinnerseite, oder? Ich übrigens auch nicht und ich hatte in Deutsch immer eine 1.

  16. Tomdd
    24. September 2015 at 18:54

    @torsten: oh, Komma vergessen. Sorry, aber wenn es das einzigste ist, dann bin ich ja echt zufrieden. Scheinbar bist du nun auch so ein „Gutmensch“ Dann zeige dein Interesse zu den Menschen und schimpfe nicht über den Kapitalismus. Du bist bestimmt einer, der davon profitiert. Wir im übrigen alle!

  17. 24. September 2015 at 20:06

    „Übrigens: Schluss ist, wenn die Flüchtlinge keinen Grund mehr zum Fliehen haben.“ Anton Launer

    Genauso ist es!!! Daher folgende Einladung:

    https://paligro.wordpress.com/mahnwache-dresden/

  18. Sören
    24. September 2015 at 20:36

    Hallo an euch…. nun, die Diskussion die ihr so führt is doch recht interessant. Aber hat sich schon mal einer von euch gefragt, warum wollen alle nach Deutschland und nicht nach Polen oder oder…. und warum nimmt zum beispiel Finnland nur 20000 in insgesamt 5 Jahren auf. Haben wir nicht eine europäische Union, die zwangsläufig mit der zusammenführen Deutschlands auferlegt wurde, in der es Vereinbarungen gegenüber dem Asylrecht gibt? Zum Anfang hieß es in den Medien…. es kommen Familien kriegsgebieten…. und sicher, diesen gegenüber haben wir eine humanitäre Pflicht. Nur wer is schuld an diesem Krieg. Die helfende hand, die Waffen lìefert! Es ist die Politik von einem doch so einigen Europa . ….. Dies waren die ersten die ankamen und der rest, der jetzt noch kommt…. sind die, die das Loch im Zaun gesehen haben. Mindestens 40% sind auf der Flucht vor sich selbst und genau diese, machen dem ganzen den faden Beigeschmack.

  19. 24. September 2015 at 20:42

    @Tommdd

    Aber nur weil „wir […] alle“ vom Kapitalismus profitieren, heißt das nicht, dass er gerecht ist.

    Es gibt offensichtlich einen Unterschied zwischen „wir alle“ und „alle“.

    Opium- und Öl-Versorgung powered by Bundeswehr

    MADE IN BANGLADESH

    Wie steht’s um dein Gerechtigkeitbewusstsein, Tomm?

  20. 24. September 2015 at 21:10

    @Tommdd & Kapitalismus

    Deutschland ist Exportweltmeister!

    “Gern lassen sich Industriemanager öffentlich für ihre Erfolge feiern. Nur in einer Sparte herrscht eigentümliche Verschwiegenheit, nämlich wenn es um den Waffen-Export geht. Deutsche Panzer nach Saudi-Arabien oder Sturmgewehre nach Mexiko, da herrscht sogar Geheimhaltung. Die einschlägigen Betriebe wie Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann oder Heckler & Koch lassen sich nicht in die Karten gucken; Produktion, Verkauf, Lieferung, alles geheim. Exportiert werden darf nur, was die Bundesregierung genehmigt – im geheim tagenden Bundessicherheitsrat. Dagegen lehnen sich inzwischen viele Parlamentarier auf, darunter auch Vertreter der Regierungsfraktionen. Sie wollen mitreden, denn in einigen der Empfängerländer werden die Menschenrechte missachtet, herrschen Krieg und Krisen. Und wer garantiert, dass eine legal an Polizei oder Armee gelieferte Waffe nicht doch in dunklen Kanälen verschwindet? Ein Argument der Waffen-Lobbyisten pro Export: Es geht um Arbeitsplätze in Deutschland. […]”
    aus: Tod für die Welt – Waffen aus Deutschland (ARD)

    Paligro ist jedoch davon überzeugt, dass es der Waffen-Lobby um weit mehr als Arbeitsplätze geht. Ihr geht es vorallem um Milliardengewinne, die hauptsächlich in die eigenen Taschen fließen und nicht in die der Arbeiternehmer. Unter Managern gelten Arbeitsplätze nur noch als Kostenfaktor, was nicht nur Kassenautomaten in den IKEA-Filialen beispielhaft darstellen. Aber wer ist denn der größte Gewinner, wenn sich die Bevölkerung eines fremden Landes mit unseren Waffen die eigene Lebensgrundlage wegschießt? Wir! Denn wir werden uns anbieten, das Land wirtschaftlich und politisch nach unserem Vorbild (Interesse) wieder aufzubauen. Unsere Investoren werden das nun kapitalistisch privatisierte Land unter sich aufteilen und wie gewohnt ausbeuten. Für die zivile Bevölkerung bleibt in der Regel übrig, was die Oberschicht nicht will: z.B. ressourcenarme und trockene Landstriche oder Gebiete mit hoher Strahlungsbelastung, wie wir sie im durch die USA mit Uran-Munition zerbombten Irak finden können.
    Wer Waffen produziert, muss damit rechnen, dass sie eines Tages auf einen selbst gerichtet werden. Wer das ausschließt, ist naiv. Wer das in Kauf nimmt, ist lebensmüde oder gut gesichert mit hohen Mauern, Panzerglas, Stacheldraht, Wachhunden, Kameraüberwachung, Leibwächtern, Geheimhaltung, Vorkostern, und und und.

    https://paligro.wordpress.com/2013/04/11/doku-tod-fur-die-welt-waffen-aus-deutschland-ard/

  21. Ecki
    24. September 2015 at 21:18

    @Tomdd: es reicht langsam! Abgesehen von Deinen Deutsch-Unkünsten (Steigerung von „einzig“ uvam.) gibst Du so viel Stuss von Dir, dass es weh tut. Brauchst Du das? Bist Du Masochist?
    Du kannst gern Deine Meinung haben, aber Deine Äußerungen hier grenzen an Volksverhetzung. Bist Du selber jemals im Ausland gewesen? Oder fehlt Dir jeder Weitblick über Deinen Tellerand hinaus? Kaum ein Flüchtling verlässt seine Heimat freiwillig. Im Gegenteil: für die meisten ist das furchtbar! Schau Dir ruhig mal bei der ARD das soziologische Profil der syrischen Flüchtlinge an – das spricht Bände!
    Meinetwegen bezeichne auch mich als „Gutmenschen“ – für mich ist das kein Schimpfwort wie für Tatsachenverdreher Deiner Art.
    Bei Kommentaren wie den Deinen fällt mir der alte Hilferuf ein: „Ausländer, lasst uns mit den Deutschen nicht allein!“ Schäm Dich einfach.

  22. Radlerin
    24. September 2015 at 21:39

    Den TomDD stecken wir ganz einfach in nen Deutschkurs, da lernt er die neuen Menschen in seiner Nachbarschaft vielleicht einfach mal kennen …

  23. 24. September 2015 at 22:23

    @Sören

    warst du mal in Polen? Ich schon und ich möchte da nie wieder hin! Lass doch die Leute leben wo sie wollen, Union hin oder her! Vielleicht möchten sie mal auf’s Oktoberfest gehen, Lukas Podolski kennenlernen oder Vita-Cola trinken.

    „Völlig egal!“
    – Patriotische Mallorquiner gegen die Germanisierung der Balearen –

  24. nepumuk
    24. September 2015 at 22:54

    Die Aussage „vom Kapitalismus profitieren wir alle“ muß ich doch scharf zurückweisen, und da ist mir sogar ziemlich schnuppe, ob da was „gerecht“ oder „ungerecht“ ist. Der Kapi… – nennts wie ihr wollt, ich nenns tägliches Handeln von Personen – kann sicher zur Kurzfrist-Illusion des „Profitierens“ bei manchen führen. In Real vernichtet er nur all unsere Lebensgrundlagen. Erde, Wasser, Luft – alles steht zur Debatte. Nein, „wir“ „profitieren“ überhaupt nicht, „wir“ verblöden nur immer mehr und schlittern bereits in das Zeitalter der selbstverschuldeten Multikrisen. Und das hat nichts mit derzeitiger tagespolitischer Brisanz zu tun, sondern wird seit Jahren sichtbarer. Am Ende „profitiert“ niemand mehr – auch „wir“ nicht, die wir uns noch im „Paradies“ wähnen. Kapitalismus ist Mist, aber für mich gibts keine Ismen. Es gibt nur gewähltes Handeln von Personen (ich sage bewußt nicht Menschen, denn dazu müssen „Personen“ erstmal werden) und das Handeln der weitaus meisten dieser Personen ist Mist. Diese haben aber durchaus die Wahl – so unbewußt, dämlich und abgestumpft sie auch sein mögen. Jede(r) kann sich täglich entscheiden. Teil der Lösung – Teil des Problems. Hallelujah.

  25. Karschti
    24. September 2015 at 23:02

    nur 2,4% Ausländeranteil in der Neustadt – ach was

    hier offenbart sich wieder mal das Problem einiger in Sachsen – sie haben Angst vor dem was sie nicht kennen. Ausländer kommen in deren Umgebung nicht vor. Das ist zunächst nicht tragisch, bedenklich ist, dass sie nicht in ihrem Weltbild existieren.

    Ich habe über ein Jahr in Heilbronn (BaWü) gelebt. Diese Stadt hat 45% Menschen mit Migrationshintergrund. Dennoch fühlte ich mich keineswegs unsicher oder benachteiligt. Einigen Pegida-Anhängern würde diese Erfahrung mal gut tun. Übrigens – das einzige Verbrechen wurde in diesem Zeitraum von rechtsradikalen Deutschen verübt, der Mord an einer Polizistin.

    Mal darüber nachdenken @Tomdd und Gustav

  26. Tomdd
    24. September 2015 at 23:03

    Ihr spinnt doch total. Lasst sie rein und werdet glücklich. Rechnung bitte wo anders bezahlen

  27. zwergspitz
    24. September 2015 at 23:19

    Ach, Tomdd, wenn es doch nur ein Komma wäre… Überdenke mal ernsthaft die Idee der Radlerin!

    „…und schimpfe nicht über den Kapitalismus. Du bist bestimmt einer, der davon profitiert. Wir im übrigen alle!“ – Kannst denn du etwas näher erläutern, wen du genau mit „wir alle“ meinst?

  28. abrazzo
    24. September 2015 at 23:32

    Magnetismus. Das muß es sein. Das Wort „Kapitalismus“ ist irgendwie magnetisch. Deshalb artet früher oder später jede Diskussion hier in Kapitalismuskritik aus. Nicht das ich das System gut finde, aber die Holzschnittartigkeit dieser Reaktion ist echt ätzend. Übrigens, hoffentlich stehen wir nicht noch zusätzlich vor einem Polsprung…

  29. Tom
    25. September 2015 at 01:06

    Die Neustadt ist doch ein Stadtteil in der alle willkommen sind. Also lasst doch die Flüchtlinge in die alte Feuerwache einziehen, vielleicht brennt dann mal das Feuer der Völkerverständigung. Drogen werden auch zum Teil von Einheimischen verteilt, nicht nur auf der Alaunstr 1 :-)

  30. 25. September 2015 at 08:47

    abrazzo, genau!

    Flüchtlinge kommen nämlich alle ohne Grund und dazu noch aus dem Nichts. Warum sollten wir uns dann also holzschnittartig über mögliche Fluchtursachen austauschen?

    Aber vielleicht ist das ja auch der Magnetismus, der die Menschen hier her zieht. Vielleicht entsteht hier ja ein neuer Pol!? An der Flüchtlingsdebatte sollten sich unbedingt mehr Physiker beteiligen. Dann geht bestimmt was voran.

  31. poreefetischist
    25. September 2015 at 11:28

    Cool – da kann ich meine interkulturellen Kompetenzen updaten.

    @ Tom – Alaunstr.1 ja? Danke für den Tipp. Coll²

  32. HinzundKunz
    25. September 2015 at 13:33

    @Sören
    Du bist nicht auf der Höhe der Zeit, denn der Großteil Deiner Kameraden hat schon gemerkt, wie substanzlos dieser Einwurf ist, der so nicht zieht! Stell Dir vor, Du bist auf der Flucht und hast die Wahl in Ungarn zu bleiben oder nach Deutschland weiterzuziehen? Na wie würde Deine Entscheidung wohl lauten? Also, Ball flachhalten!

    Jeder wird dahin ziehen, wo er ein Höchstmaß an rechtlicher wie wirtschaftlicher Sicherheit erwarten kann. Alles andere wäre geradezu dumm vom Flüchtling, oder nicht?
    Jetzt musst Du nur noch behaupten diese Punkte würde bei Dir keine Rolle spielen und Du würdest Dich wie die Sinti & Roma in Ungarn behandeln lassen, nach dem Motto, Hauptsache nicht in ständiger Lebensgefahr! Den will ich sehen, der Dir das abnehmen würde!
    Vielleicht überlegst Du Dir einmal, warum nach außen dieser Eindruck von Sicherheit und Reichtum besteht, aber Du davon doch recht wenig Anteil hast! Dann kommst Du auch auf der richtigen, der dafür verantwortlichen Seite heraus!

    @paligro
    Um zu unterstreichen, dass ich dass in großen Teilen so sehe wie Du, möchte ich noch diesen Link platzieren. Ich habe die Doku sicher schon einmal hier gepostet, aber die Doku zeigt sehr schön alte und bis heute fortgeführte Gründe für Massenfluchten und die Politik bzw. die Wirtschaftspolitik wurde dahin gehend nicht geändert. Was nicht durch verbrecherische Freihandelsabkommen abgedeckt wurde, wird bis heute, in mehr oder weniger im Geheimen ausgetragenen Kriegen, oft unerklärten Kriegen, mit den bekannten Fluchtbewegungen ausgetragen. (Siehe Aufgabengebiet der CIA zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen von US-Konzernen, der US-Weltwirtschaft im Allgemeinen)

    „The CIA’s Black Ops – The War Against the Third World“
    https://www.youtube.com/watch?v=ZRPbSZSQpNg

    Ein weiteres Beispiel: Die Verteidigung der französischen Uranminen in Mali unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung! Man könnte eine ellenlange Liste aufstellen, die mich stets verwunden lässt, wie dreist verlogen Politiker ihr erstaunen über hausgemachte Probleme ausdrücken, um dann medienwirksam in Lagern ihre persönliche Anteilnahme zu heucheln.

  33. ML
    25. September 2015 at 18:22

    @Gustav & Anton: die in der Offizierrsschule darf man aber nicht mitzählen, die gehen ja immer mal verloren :-)

    Aber ernsthaft: Ecki hat das Wesentliche geschrieben: keiner flieht freiwillig.

    Was mir eher Sorgen macht, sind die Großzelte… man lernt einfach nicht dazu. Es dient der Sache nicht zum Guten, so viele Menschen auf engen Raum zu sperren.

  34. anne
    25. September 2015 at 20:25

    „Übrigens: Schluss ist, wenn die Flüchtlinge keinen Grund mehr zum Fliehen haben.“ Danke für diesen Satz!

  35. Andreas
    26. September 2015 at 17:35

    @ML: Ecki schrieb „kaum einer“, nicht „keiner“.

  36. Sabine Graul
    26. September 2015 at 19:28

    Oooh, Andreas – haben wir etwas gefunden, ja? Schön!

    Dann hat Ecki sich vielleicht missverständlich ausgedrückt, denn „freiwillig fliehen“ ergibt nur in einem Fall Sinn. Entweder man geht freiwillig, dann ist es keine Flucht oder aber man flieht, dann nicht, weil man gerade mal so Lust dazu hat.

    Und bevor Sie, Andreas, hier ankommen: ein Sonderfall sind Staaten (wie die ehem. DDR), aus denen die Menschen ausreisen wollen (=freiwillig), aber das Land nicht verlassen dürfen – ja, die fliehen freiwillig).

    Das kann ich bei Syrern, denen gerade das Haus weggebombt wurde, so nicht erkennen.

  37. Andreas
    27. September 2015 at 15:05

    Frau Graul, ich habe nur Differenzierung angemahnt (die Ecki mit Recht vornahm), bin aber selber kein „Rechter“, was Sie mit Ihrem herablassenden ersten Satz vermutlich sagen wollten.

    Es nützt nicht der Debatte und den Flüchtlingen (steht zur Zeit ja synonym für „Asylbewerber“) am allerwenigsten, wenn man generalisiert. „Kaum einer“ (was ich geschrieben habe) bedeutet ja, die allermeisten haben (unter Anwendung der Kriterien der UNO-Flüchtlingskonvention) legitime Gründe, ihr Land zu verlassen, nichts anderes habe ich gesagt. Zu weitgehende Verallgemeinerungen spielen doch nur Pegida und Konsorten in die Hände.

    Und noch etwas: Ausreiseanträge sind in der DDR in vielen Fällen nicht freiwillig gestellt worden, sondern hingen häufig mit den äußeren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen, auch wenn ich die Situation nicht mit einem Bürgerkriegsland vergleichen möchte – aber den Schritt zur DDR haben Sie ja gemacht (in einem rüden Tonfall „bevor Sie hier ankommen“; vielleicht sollten Sie sich einmal klar machen, dass man auch im Internet Menschen verletzen kann – das kann zwar bisweilen angebracht und notwendig sein, aber vielleicht sollten Sie künftig dann doch erst einmal nachfragen, wie ein Beitrag gemeint ist, bevor Sie so heftige Attacken reiten).

  38. Sabine
    30. September 2015 at 03:48

    @Andreas: Sie kennen den Spruch „nur getroffene Hunde bellen“?

    Und um noch weiter zu gehen: es ist völlig egal, ob jemand hier herkommt, weil er vor Krieg flüchtet oder vor Armut; völlig egal, ob freiwillig oder erzwungen – beides ist legitim.

    Im Übrigen: eine „freiwillige“ Flucht ist immer aufgesellschaftliche Rahmenbedingungen bezogem, auf Unzufriedenheit, auf Druck – sonst gäbe es ja keinen Grund auszureisen bzw. zu fliehen.

  39. Nickibude
    6. Oktober 2015 at 08:37

    @Sabine, in dem Artikel, von dem diese Diskussion ausgeht, ist von 120 Asylsuchenden die Rede. Unabhängig von persönlichen Empfindungen (ob wir auch nicht in Ungarn geblieben wären oder das Schicksal dieser Menschen uns berührt usw.) ist Armut kein Asylgrund oder ?

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