Ortsbeirat vertagt Verkaufsentscheidung

Um das Grundstück hinter den Hecken geht es: Dr.-Friedrich-Wolf-Straße

Um das Grundstück hinter den Hecken geht es: Dr.-Friedrich-Wolf-Straße

Gestern Abend sollte der Ortsbeirat Neustadt den Verkauf zweier Grundstücke abnicken. Es geht um Grundstücke an der Weintrauben- und der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße. Die Grünen votierten gegen den Verkauf. Doch mehrheitlich entschieden die Räte auf Vertagung der Angelegenheit.

Zuerst stellte eine Vertreterin des Liegenschaftsamtes das Objekt an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße 28 vor. Ein Dresdner Investor war der Höchstbietende und das knapp 6.000 Quadratmeter große Objekt soll nun für rund 1,7 Millionen Euro verkauft werden, der Investor will dort für 48 Wohnungen errichten. Auf dem Gelände befinden sich derzeit einige Werkstätten. Nach Angaben der Vertreterin des Liegenschaftsamtes seien diese über die Verkaufsabsicht informiert. Der Investor hat in unmittelbarer Nähe schon weitere Eigentumswohnungen errichtet.
Für 9,2 Millionen Euro sollen hier 48 Eigentumswohnungen gebaut werden.

Für 9,2 Millionen Euro sollen hier 48 Eigentumswohnungen gebaut werden.

Mit einem Antrag wollten die Neustädter Grünen den Verkauf gestern stoppen. Ortsbeirat Torsten Abel begründete: „Wir wollen keine Investoren abschrecken, aber die Stadt muss Grundstücke für die geplante städtische Wohnungsgesellschaft behalten.“ Lutz Barthel (CDU) hielt ihm entgegen, dass im von rot-grün-rot verabschiedeten Haushaltsplan der Erlös aus dem Verkauf schon mit eingeplant sei. Schließlich vertagten die Ortsbeiräte die Entscheidung, da wohl der Antrag der Grünen ziemlich kurzfristig eingegangen ist. Ebenso vertagt wurde der andere geplante Verkauf. Hier geht es um das Grundstück an der Weintraubenstraße 13. Auf der 456 Qadratmeter großen Fläche will ein Investor ein Mietshaus bauen.

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14 Kommentare zu “Ortsbeirat vertagt Verkaufsentscheidung

  1. nepumuk
    9. September 2015 at 09:12

    So wird „dringend benötigter“ Wohnungsbau dilletantisch verzögert. Grund der Vertagung war ja auch, erstmal die „bösen Käufer“ vorzuladen (ha ha) und Berichterstatten zu lassen, was sie denn nun wieder schlimmes planen. Hoffentlich erscheint keiner von denen im OBR. Da ist ja auch noch nichts „geplant“, die kaufen jetzt erstmal nur die Flurstücke – mein Gott. Reine Zeitverschwendung.
    Und sicher kommt auch hier wieder ein Kreativschützer ausm Loch, der dieses wunderschöne Barackistan unter Denkmalschutz stellen würde, dabei aber in seiner Verblendung natürlich übersah, daß die „Blaue Fabrik“ ganz woanders liegt. Na egal. Ewiggleiches Spiel ohne Auswirkung.

  2. Statt Verwaltung
    9. September 2015 at 10:53

    Wenn es in Dresden – wenn auch vielleicht nicht in der Neustadt – etwas in großen Mengen gibt, dann sind das Brachen und Freiflächen (auch mitten in der Stadt), die alle zur (Wieder)bebauung zur Verfügung stehen.

  3. Gunter
    9. September 2015 at 10:58

    Es ist ein Trauerspiel, wie in dieser Stadt inzwischen mit Investoren umgegangen wird! Die Grünen wollen sie nicht verschrecken, aber Investitionen werden behindert, wo es nur geht. Nun wird der Verkauf dieser Grundstücke mit dem Argument verzögert, dass diese für die neue städt. Wohnungsgesellschaft vorgehalten werden sollen…
    Allerdings weiß noch niemand, wann es diese Wohnungsgesellschaft gegründet wird, welche Gesellschaftsform sie haben wird usw. Wohnungen werden aber jetzt schon dringend gebraucht, und die privaten Investoren würden diese zeitnah errichten. Die neuen Wohnungen an der Erna-Berger-Straße gingen weg wie warme Semmeln, es gibt also offenbar Bedarf und auch Leute, die die Wohnungen nutzen wollen.
    Hier mischt sich die Politik also mal wieder unqualifiziert ein und verzögert völlig unnötig sinnvolle Entwicklungen. Träumt weiter, Rot-Rot-Grün, und hoffentlich werden die Leute auch irgendwann mal wach…

  4. ein anderer Stefan
    9. September 2015 at 11:05

    Naja, wenn die Stadt wirklich selber Wohnungen bauen will, was ja offenbar politischer Wille ist, muss man in der Tat den Verkauf von städtischen Grundstücken überdenken. Ob es angebracht ist, dafür schon beschlossene Verkäufe zu stoppen, ist natürlich durchaus kontrovers zu betrachten.

  5. Kommentator
    9. September 2015 at 12:00

    Wo ist denn in der Timaeusstraße noch eine Baulücke?

    • 9. September 2015 at 12:13

      Nirgends. Konzentrationsfehler meinerseits. Weintraubenstraße ist gemeint. Jetzt auch oben im Text korrigiert.

  6. _
    9. September 2015 at 12:52

    @Gunter: Bist du dir auch sicher dass die Leute die die Wohnungen wie warme Semmeln gekauft haben auch unbedingt in so einem uniformen Wohnpark wohnen wollten? Bist du dir sicher, dass solche Riesenanlagen wie in der Tannenstrasse die Neustadt lebenswerter machen? Die Stadt täte gut daran selbst günstig (Miet)Wohnraum zu schaffen oder aber eben die Strategie wie in der Kiefernstrasse auch weiterhin zu verfolgen. Es braucht nun mal nicht zwangsweise einen Investor um Wohnraum zu schaffen.

  7. 9. September 2015 at 13:23

    Die von #RGRO (herauf-)beschworene Situation eines knappen UND überteuerten Wohnungsmarktes in Dresden muss wohl angesichts der ankommenden und unterzubringenden Flüchtlinge erst noch schlimmer werden, bevor #RGRO umsteuert.
    Dass #RGRO und ganz zuvorderst die Grünen in der Neustadt auch noch ihre Priorität der Schaffung von Räumen für die Kreativwirtschaft beibehält und eine Mischnutzung in der alten Feuerwache anstrebt, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
    Stringent würde ich eine solche „Politik“ nicht nennen, eher stur.

  8. Gunter
    9. September 2015 at 13:43

    @sagt: Wer nicht dort wohnen wollte, hätte nicht hinziehen brauchen. Ich finde die Häuser dort gut gelungen, und auch in der Tannenstraße waren alle Wohnungen ganz fix weg. Wie soll denn bitteschön der Bedarf sonst gedeckt werden? Die öffentliche Hand war noch nie das bessere Unternehmen… Aber wir werden ja sehen, ob, wann und wie (und zu welchen Preisen) Rot-Rot-Grün die städt. Wohnungsgesellschaft hinkriegt…

    Und noch was: da macht Rot-Rot-Grün im letzten Jahr einen Haushalt, der bereits 8 Monate später schon wieder Makulatur ist, weil es hinten und vorne nicht reicht. Das Geld für den Verkauf auch dieser beiden Grundstücke war darin mit etatisiert. Und nun kommen die Rot-Rot-Grünen Neustadtortsbeiräte daher und stoppen die Veräußerung. Woher soll eigentlich die Knete für die ganzen Rot-Rot-Grünen Haushaltsmätzchen kommen…?

    Für mich ist das jedenfalls kein verantwortungsvolles Handeln. Es ist nichts anderes als Investorenfeindlich, und die Schaffung von dringend benötigten und nachgefragten Wohnraum wird verzögert. Hurra, so kommen wir voran… einfach nur traurig!

  9. studi
    9. September 2015 at 15:32

    Großer Gott! Ist das hier das Neustadt-Geflüster oder das FDP-Fanforum? Dieses Gehetze gegen einen demokratisch gewählten Stadtrat nervt total.

  10. ein anderer Stefan
    9. September 2015 at 21:29

    Fidel: RGRO ist für die Wohnungsknappheit verantwortlich? Wie das?

    Gunter: Die öffentliche Hand ist kein Unternehmen, war es nie und soll es auch nicht sein. Die Aufgabe der öffentlichen Hand ist die Daseinsvorsorge für den Bürger. Ein Unternehmen soll Gewinn machen.

    Letztlich ist es doch egal, ob die Stadt Wohnkostenzuschüsse zahlt oder eigene Wohnungen nicht kostendeckend vermietet – bezahlt werden muss Wohnraum für arme Menschen ohnehin.

  11. nepumuk
    9. September 2015 at 22:33

    Es entscheidet letztlich der Finanzausschuss und wenn die ihre Ortstraumtänzer in den Lokalräten kennen, dann erübrigt sich ohnehin die Vorladung und der OBR-TOP, weil schon alles verkooft ist.
    Ochs und Esel halten demnach eben doch nicht alles auf, es wird schon seinen sozialistischen Gang der Dinge gehen.

    Ob die Fläche für die spätere Neu-Woba in kommunaler Hand zu halten ist, stellt sich nicht. Die Stadt sitzt auf großem Flächeneigentum – immer noch – zwar nicht in der Neustadt, aber sonst. Außerdem ist ein großer Flächenumsatz permanenter Turnus – es wird viel verkauft (im Haushalt eingeplant), es wird aber auch viel erworben. Das geht jährlich in die Millionenbeträge. Sorgen braucht man sich nicht zu machen.

    Richtig bleibt letztes Kommentar von e.a.Stef: der weitaus Großteil des heutigen „sozialen Wohnbaus“ findet über Belegungsrechte statt, die ebenso im Turnus stets erworben werden müssen. Da fließen Zigmillionen rein und das bleibt auf lange Sicht auch so. Ein nennenswerter Unterschied zum kommunal eigenerrichteten Sozialwohnbau besteht weder für den Mieter noch fiskalisch für die Stadt. Erst über lange Zeiträume und nur bei hohem Eigenbestand könnte die Stadt damit besser fahren – wohlgemerkt nach sehr hohen Anfangsinvestitionen. Die neue Woba, so klein sie auch erstmal sein wird, steht und fällt mit der Wohnbauförderung durch Bund und Land. Gibt das Land die Bundesmittel wie bisher nicht weiter (eigentlich ein Skandal) und legt auch nichts selbst noch oben drauf, dann ist eine neue Woba nicht umsetzbar. Das Ding durchzuboxen, schließt die städt. Haushaltslage aus. Also: das Land muß hier „liefern“. Wer sitzt aber dort „im Land“: na der Poldiretter Ullabich. Wer sitzt dort noch so: na die CDU bis in den letzten Winkel der Fachabteilungen. Die CDU setzt weiterhin auf Förderung der ländlichen Gebiete und sieht im Alleinlassen der Großstädte einen dämpfenden Impuls gegen die Landflucht. Gleiches Agieren auch bei der Mietpreisbremse. Eine Entschärfung der Wohnraumfrage in der Landeshauptstadt saugt weiterhin das Land ringsum leer. Ich denke, der Leute Umzugsmobilität setzt sich längst über solcherlei politische Strategien hinweg. Es nützt also nichts, lieber Herr Chillich, werter Herr Poldi … ähm Ulli, ihr müßt die Großstädte stützen und eine neue Wohnbauförderung auflegen. Die Asylfrage wird das noch verschärfen, da nach Statusklärung die meisten derer gern in urbane Umfelder zieht – aus vielerlei Gründen. Wenn mans jetzt nicht tut, dann wird die Staatsregierung in 4-5 Jahren spätestens doch darauf reagieren. Nur daß dann wieder der Untätigkeitsvorwurf kommt und man habe die Entwicklung doch schon früh erklärt bekommen. Eben das übliche Spiel: erst langes Sesselfurzen – und dann retten was zu retten ist. Amen.

  12. Kurt
    10. September 2015 at 14:23

    Der jetzige Stadtrat schadet der Entwicklung Dresdens mehr, als es Pegida je könnte.
    Zum Glück gibt es Bachmanns Bunte Truppe, der man alle städtischen Fehlentwicklungen heute und in Zukunft in die Schuhe schieben kann!

  13. googlehupf
    11. September 2015 at 21:37

    @Ein anderer Stefan
    „Letztlich ist es doch egal, ob die Stadt Wohnkostenzuschüsse zahlt oder eigene Wohnungen nicht kostendeckend vermietet – bezahlt werden muss Wohnraum für arme Menschen ohnehin.“

    Nö. Die verschiedenen Maßnahmen für den sozialen Ausgleich (wie auch bei anderen sozialpolitischen Maßnahmen, z.B. Stichwort Subjekt- vs. Objektförderung) im Wohnungsmarkt können jeweils anders kosten und wirken und deswegen kann man bestimmte Formen anderen vorziehen. Mietpreiskontrollen halte z.B. ich für die schlechteste Form.

    @studi
    Großer Gott! Es gab ein paar Kommentare gegen meine Meinung! Da hilft nur die Anrufung des parteigewordenen Belzebub! Das jüngste, magentafarbene Gericht steht kurz bevor!

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