Im Zeichen der Rose

weiße Rose an Rothenburger/Ecke Louisenstraße - anklicken zum Vergrößern
weiße Rose an der Rothenburger/Ecke Louisenstraße - anklicken zum Vergrößern
Der 13. Februar rückt näher. Die Diskussionen um den Umgang mit diesem Tag sind auch im Neustadt-Geflüster nachzulesen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und meine Leser dazu aufrufen, an diesem Tag und an jedem anderen Tag den Neonazis nicht die Stadt zu überlassen. Egal, ob ihr an der Menschenkette teilnehmt oder an den Demonstrationen zu denen das Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“ aufruft oder einfach nur mit einer weißen Rose im Knopfloch durch Dresden lauft. Setzt ein Zeichen gegen alte und neue Nazis, gegen Krieg und Zerstörung.

19 Kommentare zu “Im Zeichen der Rose

  1. Nachdem im letzten Jahr abends völlig unverständlich (da gleichzeitig alle anderen Brücken passierbar bleiben) DOPPELREIHIG der Zugang über die Augustusbrücke von den „Power-Rangers“ abgesperrt war, wird man mit verstärktem Schutz für die Sumpf-Dumpfen rechnen müssen.
    Mehr „fürchte“ ich den Gestank der ganztägig laufenden Wärme-Hütten (P-Einsatzwagen). Doch mehme ich dieses gern hin, als evtl. erhitzende Aktionen..-
    Habe mir extra frei genommen und bin gespannt, ob sich Frau O.& Co medial auch mal unbequem-mutiger platziert.
    Der anwesend-friedlliche Wille zählt; ob clownesk oder bitternst, leise oder laut!

  2. Es ist schon interessant, das ganze. Ich war letztes Jahr echt erstaunt, wie einfach es sich die Medien – und zwar fast alle – machen. Wie leicht sie sich hinters Licht führen lassen – oder hinters Licht geführt werden wollen. Und man fragt sich schon, ob Berichterstattungen immer so laufen.

    Erinnern wir uns: es gehörte zum Sicherheitskonzept, dass die Nazis auf der einen und die „Vernünftigen“ auf der anderen Elbseite stehen. Logischerweise bekommen die Guten auch die symbolträchtige Seite: Altstadt – mit Frauenkirche und anderen tourismusrelevanten Gebäuden. Nebenbei-Werbung für Dresden.

    Da stört es auch nicht, dass die für die Nazis verbleibende Seite die als „alternativ“ und „links“ bekannte ist (ob sie es tatsächlich noch ist, steht auf einem anderen Blatt).

    Die Folge: Nazis marschieren Parolen skandierend durch den Hecht, anteilig zu großen Teilen aus „Außerdresdnern“ zusammengesetzte Blockaden können durch stundenlanges sitzen in der Kälte aber dafür sorgen, dass es zu keinem großen Marsch kommt und die „Kameraden“ vor dem Neustädter Bahnhof stehen bleiben müssen.

    Auf der anderen Seite der Elbe finden sich für einen kurzen Moment viele Menschen zusammen, halten Händchen und gehen nach ca. 30 Minuten zufrieden über die eigene Entschlossenheit nach Hause (ist ja auch kalt draussen).

    Und dann ging es nur um diese Bilder: Menschen aus der Mitte, die Händchen halten und im Hintergrund die Frauenkirche – fertig ist der erfolgreiche Widerstand! Diese Bilder gehen durch Deutschland und um die Welt.

    Vor laufenden Kameras verkauft unsere Bürgermeisterin die nicht marschierende Nazis dann auch noch schnell als Erfolg der Menschenkette – und zwar so gut, dass sogar mancher Teilnehmer selbst dran glaubt, er hätte irgendwelche Aufmärsche verhindert…

    Auf die (überraschend investigative) Frage des MDR-Reporters, ob denn nicht vor allem die Blockaden den Marsch verhindert hätten, antwortete Frau O. jedenfalls mit „Das müsse sie erst prüfen, zum jetzigen Zeitpunkt könne sie nichts dazu sagen.“ Die Frau hat es verstanden – es geht um aktuelle Bilder, und wenn man die akute Phase überstanden hat, interessiert sich niemand mehr dafür, was wirklich war.

    Vielleicht ist das garnicht ungeschickt. Es ist doch nur das „die Wahrheit“, was die Presse daraus macht.

    Für mich stellt sich aber die Frage, was dieses Jahr passiert, wenn sich die Nazis nicht auf die Neustädter Seite schieben lassen. Wenn sie auch in der Altstadt marschieren wollen. Reicht das gute Bild einer kurzzeitigen Menschenkette auch diesmal, um schlechte Bilder marschierender Nazis zu überdecken?

  3. @ Denken: Nur mal so als Anmerkung: Überall wo die Menschenkette steht, können keine Nazis marschieren. Mag sein, dass die Menschenkette allein die Nazi-Demos nicht verhindert hätte, aber in meinen Augen ist sie ein wesentlicher Teil des friedlichen Protestes. Und es ist meiner Meinung nach die wohl beste Aktion, die von Seiten der Stadt zum 13. Februar je organisiert wurde.

  4. @ Denken: Klar kann man sich fragen, was eine Menschenkette bringen soll, die zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet als der Marsch der Rechten (und zumindest letztes Jahr führte sie auch noch woanders entlang, als der geplante Marsch). Aber andererseits ist es in unserer medial geprägten Welt tatsächlich so, dass symbolträchtige Bilder entscheiden. Und da frage ich mich, ob Frau O. nicht doch irgendwie das Richtige tut? (Vor einem Jahr hätte ich nocht nicht gedacht, dass mir so eine bemerkung jemals über die Lippen, äh – die Tastatur geht).

  5. Es sind ja Gedanken von mir, die eine Diskussion anstoßen sollen. Ich finde es gut, wenn sich Menschen für die Kette finden. Was ich letztes Jahr zum kotzen fand, war aber, dass man sich danach feiern ließ, als die Kette die Nazis gestört hätte…

    Letztes Jahr war eine klare räumlich Trennung da. Aber jetzt mal praktisch gefragt für dieses Jahr: „Überall wo die Menschenkette steht, können keine Nazis marschieren.“ Kann man jetzt also in ganz Dresden eine Kette planen und die Nazis müssten ihre Route dann in den dadurch begrenzten Rahmen legen/ könnten eben nicht marschieren oder wie meinst Du das?

  6. Noch Fragen?
    Nach dem Posting von „Denken“ hab ich keine mehr, da fehlen mir komplett die Worte. Hier wird gar nicht mehr darüber nachgedacht, dass es vielleicht illegitim sein könnte, eine genehmigte Demo zu torpedieren, ob so etwas überhaut etwas am Problem ändert. Nein, hier wird schon im Vorfeld wieder um die Verteilung der Lorbeeren gestritten, die noch nicht mal errungen sind. Grausam.

  7. Frank:

    Die Ausstellung ist auch schon ausführlich in der lokalen Presse angekündigt und sogar besprochen worden, kann ich ebenfalls nur empfehlen. Leider hab ich heute keine Zeit, zur Eröffnung zu gehen, aber das Ding wird ja ne Weile laufen.

  8. ich kann Denken nur beipflichten;
    war letzes Jahr auch fast zufällig auf hiesiger Seite standhaft; aber dann späterhin bewusst mit (friedlicher) Courage (und fühlte mich späterhin persönlch medial als Heldin veräppelt)/
    Erstmalig ist in diesm Jahr nicht die symbolhaft-traditionelle Attitüde gefragt (kaum ein Zeitzeuge traut sich seit Jahren zum Ge(h)-Denken!), sondern klares Bekenntnis gegen „demokratisches Mißverständnis“ und deren demokratisch-auslegbaren Konsequenzen.
    Auch Frau O. war übrigens im letzten Jahr zur abendlich-TRADITIONELL-leisen-alljährlichen Gedenkveranstaltung vor der Frauenkirche NICHT präsent!

  9. Liebe Jane,

    zum Glück leben wir ja nicht mehr in der Zone und haben ja hier ja jetzt das Recht auf Redefreiheit und politische Betätigung (übrigens „illegitim“ errungen).
    Wenn Du das alles so furchtbar findest , könnteste ja am fraglichen Tag wandern gehen. Oder Dir ne weiße Rose anstecken und die Frauenkirche verteidigen. Oder seitenlange postings schreiben. Oder mit ner Flasche Bier in der Hand auf dem Albertplatz rumstehen. Oder mit 2 Flaschen Martini in die Badewanne. Oder das : blogsport.de/2011/01/24/die-linke-formierung/ lesen. Oder oder oder. Worauf man halt eben steht.
    Nur eins nervt : ständige moralische Belehrungen !

    Gruß,
    (ein anderer) Frank

  10. dd-jazz eine Heldin? Daraus schließe ich, dass du weiblich bist. Ist das nicht clever um 1:10?
    Ansonsten habe ich wenig verstanden, was – natürlich – auch an der Zeit und den sonstigen Bedingungen […] liegen kann.
    Bekenntnis gegen […] Mißverständis? Wasissndis?

  11. @S.Ebnitzer
    Von der Presse überzogen wurden die Menschen des „zivilen Ungehorsams“ als „Helden“ tituliert. :-)
    Es scheint ja ein „gordicher Knoten“ zu sein, dass Demokratie auch abtruse Gesinnungen zulässt (so auch…., ich will es nichteinmal ausschreiben: „das braune Missverständnis der Demokratie“)
    Wünsche „verständiges Wochenende“. ;-)

  12. Frank:

    Wenn du tatsächlich den Unterschied zwischen staatlich verordneter Unterdrückung und staatlich verordneter (Rede-, Demonstrations-)Freiheit nicht erkennst, ist das dein Problem. Genau jener Unterschied markiert auch den Unterschied zwischen „Zivilem Ungehorsam“ und Krawallen bzw. Blockaden, die darauf abzielen, einem Gesinnungsfeind ans Bein zu pinkeln.

  13. Frau jazz, mein nächtliches Unverständnis lag bestimmt daran, dass sich meine primären Bedürfnisse tageszeit- und konsumbedingt frech in den Vordergrund geschoben haben.
    Nüchtern und bei Tageslicht betrachtet, erscheint mir Ihr vorletzter Kommentar nun recht verständlich.
    Der Knoten aus deinem letzten Beitrag mag aber weder von der Schreibweise her (Kleinigkeit) noch vom Sinn her zu überzeugen.
    Nicht dass ich gewusst habe, was „Gordischer Knoten“ bedeutet. Aber wenn das gegoogelte „W“ recht hat, passt es so nicht. Im Ergebins vielleicht schon, aber nicht in diesem Satz.
    Merkt man eigentlich schon, dass ich z.Z. Hausaufgabenbetreuung bei Grundschülern mache? ;-)

    Die Gedanken sind frei und sie ohne Gefahr von Sanktionen aussprechen zu dürfen, egal wie abnorm sie sind, ist wichtig, damit die Gesellschaft weiß, was Sache ist, und entsprechend darauf reagieren kann.

    Lasst doch die bedauernswerten und lächerlichen Nazis und Pseudonazis ihren Wandertag machen. Die tun doch niemanden was. Und wenn doch ist es bestimmt nicht hilfreich, wenn sie eine Flasche Sterni an den hohlen Kopf bekommen – von jemand, der zwar was anderes, aber bestimmt genauso wenig in der Birne hat.
    Zur Überwachung ist schon die Polizei dabei, der man allerdings vertrauen sollte. Deren Arbeit wäre wesentlich einfacher, wenn sie nicht ständig entscheiden müssten, wer gut oder wer böse ist und die Straße für Einsätze frei wäre.
    Gut, vielleicht noch ein paar neutrale Beobachter (Nicht: Journalisten!), aber bitte nicht die Massen…

  14. „Staatlich verordnete Freiheit“ ???
    Huiiiiii. Zum Glück muss ich nicht in deiner korrekten Welt leben. Gute Reise !

    Frank

  15. Reise?! Sehr gut, Frank:
    Staatlich verordnete Reisefreiheit.
    Das ist keinesfalls selbstverständlich. Und das weißt du.
    Korrekt, oder?
    „Verordnet“ ist vielleicht eine unglückliche Wortwahl. Aber wenn du weißt, was gemeint ist, solltest du dich nicht an Begrifflichkeiten aufdingsen.

  16. Frank:

    Ich stelle fest, dass du an einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema nicht interessiert bist – auch ne Haltung, ist angekommen.

    Für alle anderen: Mit „staatlich verordneter Freiheit“ ist der qua Verfassung festgeschriebene Grundrechte- und Freiheitenkatalog gemeint, den es so in der DDR selbstverständlich nicht gab, und den sich zu erstreiten das gute Recht der DDR-Bürger war (siehe Ziviler Ungehorsam).
    Von einer solchen Situation sind wir heute meilenweit entfernt, stattdessen versucht der sogenannte „Zivile Ungehorsam“ der Blockadeure, eben jene errungenen Freiheiten des Systems einseitig zu torpedieren, das ist Zivile Willkür, kein „ziviler Ungehorsam“

  17. ach janie.. „prophylaxe vor therapie“ hat dir dein kinderzahnarzt in der zone immer gepredigt, bevor er dir die fetzer-geloecherten zaehne mit amalgam verschmiert hat.

    ich muss nicht erst in der nationalbefreiten zone leben um hinterher dagegen anzugehen.

    selbst die hoffnungsvolle prekaerjournalistin sollte einen graduellen unterschied sehen, zwischen dem potentiellen untergang der demokratie durch zivilen ungehorsam und den zustaenden, die kommen, wenn das an die macht kaeme, was da blockiert wird.

  18. Zitat Anton: „Nur mal so als Anmerkung: Überall wo die Menschenkette steht, können keine Nazis marschieren.“

    Die Affen können überall dort marschieren, wo es ihnen vorher genehmigt wurde und jegliches Blockieren ist dank unseres Rechtsstaates illegal. Die Polizei wird dieses Jahr vermutlich nicht so vernünftig sein wie letztes Jahr und eine Menschenkette wird sie als letztes Aufhalten. Schon deswegen nicht weil sie nicht auf der Route des braunen Zuges genehmigt werden wird.

    Ich sehe die Blockaden auch zwiespältig, aber es ist einfach Fakt, dass der Aufmarsch gar nicht anders verhindert werden kann.
    Wenn es nach mir ginge, gäbe es an diesem Tag in Dresden ein komplettes Demonstrationsverbot. Ob man es „Trauermarsch“ oder „Demokratische Pflicht“ nennt, die Demos werden ja doch nur von allen dazu verwendet sich zu Profilieren. Ob das die NPD, AntiFa, JLO, DGB, Die Linke, Grüne, SPD, Piraten usw. sind… in meinen Augen protestiert nur glaubwürdig, wer auf diese Profilierung verzichtet!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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