Dagegen feiern: Herz statt Hetze

Solange Pegida feiert, wird es die geben, die nicht mit feiern, sondern dagegen. Herz statt Hetze hat zum 21. Oktober einen bunten Geschenkekorb zusammengestellt und einige Ständchen vorbereitet. Ein Gespräch über das Hinsehen, gerechtfertigte Empörung und das Durchhalten.

Es gibt diese Geburtstage, die man um keinen Preis erleben möchte, aber trotzdem durch muss: Fettiger brauner Kuchen mit den besten Zutaten seit ’33, ungeschickt verpackter Rassismus, glatt gescheitelter Fremdenhass und pöbelnde Gäste. Peggy „feiert“ wieder. Was auch immer.

„Ich war viele Jahre unpolitisch“, sagt Rita. Zwar war sie Mitglied der Linkspartei, erzählt sie, aber ein inaktives. Ein Ereignis rüttelte sie auf: Ein Freund aus Weimar begleitete eine Jenaer Jugendgruppe, die Opfer eines rechtsradikalen Übergriffs auf einem Rastplatz wurde. Er war erschüttert, als er hörte, dass Rita nicht protestierte. Heute ist ihre politische Arbeit gegen Rechts ein Bestandteil von Ritas täglichem Leben. Über das Bündnis Dresden Nazifrei wurde sie zur Teilnehmerin des ersten großen Bündnisses gegen Pegida im Jahr 2015.

Jeden Montag versammelt sich ein fester Kern von Pegida. „Die sehen das als eine Art Club an. Das Entsetzliche ist, dass die Leute wegschauen.“ Touristen sprachen Rita an und sagten: „Bei euch ist es ja wie ’33.“

Marc und Rita von Herz statt Hetze

Marc und Rita von Herz statt Hetze

Häufig macht sie die Erfahrung, dass nicht das rechte Gedankengut, sondern die Gegenproteste Unwillen erregen. Menschen fühlen sich belästigt, wenn Rita sagt, dass Wegsehen wie Mitmachen ist. Wer gegen Rechts ist, werde abschätzig als links eingestuft und gemieden. Rita gehört gemeinsam mit dem sechsköpfigen Team von Herz statt Hetze zu den Gegendemonstranten, die unermüdlich jeden Montag protestieren. Weil ihr Gewissen es ihnen nicht anders erlaubt. Alljährlich mahnen sie an den Geburtstag von Pegida und rufen erfolgreich zu großangelegten Gegenveranstaltungen auf. Das pink umfasste Herz wurde deutschlandweit zum Symbol für Solidarität gegen Rassismus. Unabhängig und spendenfinanziert.

Heuer besteht die Chance, dass durch die Zwistigkeiten zwischen AfD und Pegida weniger Menschen auf dem Theaterplatz aufmarschieren. Herz statt Hetze verteilte 10 000 Flyer und rechnet mit einer Teilnehmerzahl von über 4000. Demonstrationen wie #wirsindmehr und #unteilbar machen Hoffnung auf eine neue Motivation, Gesicht gegen menschenverachtende Gesinnungen zu zeigen.

Am 21. Oktober wird es zwei große Demo-Züge geben. Einer startet mit Dresden.Respekt um 14 Uhr vom Hauptbahnhof aus. Um 12 Uhr ist am Bahnhof Neustadt Sammelpunkt für die Demo unter dem Banner der Tolerave, die Pegida bunt und laut die Kerzen auf dem Kuchen ausbassen will. Bei der Abschlusskundgebung am Postplatz nimmt der OB an vier Interviews teil, in denen eine Gruppe Opfer von polizeilicher und rassistischer Gewalt Gehör geschenkt bekommt. Musik gibt es u.a. von der Offbeat Cooperative, dem multikulturellen Chor Singasylum (gemeinsam mit Kruzianern) und ChorRelations. Auf ein Gegenfest ohne Kopfklopfen, und mit viel Herz.

Ablauf am 21. Oktober

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60 Kommentare für “Dagegen feiern: Herz statt Hetze

  1. Eule
    17. Oktober 2018 um 20:59

    Pegida und AfD scheinen vielen Menschen einen neuen Lebenssinn zu geben: der Kampf gegen den Rassismus. Wahrlich größtes Problem auf Gottes schöner Erde.

    Gerade die Linken waren früher mal besonders stark in der Anwendung einer Dialektik auf die Probleme der Gesellschaft. Wenn sie diese Stärke wieder zu alter Blüte bringen dann verstehen sie vielleicht auch Phänomene wie Pegida und AfD in ihren tiefen Ursachen, anstatt sie auf vulgäre Banalitäten wie Rassismus zu reduzieren. Zugleich wären sie dann vielleicht auch in der Lage das enorme gesellschaftspaltende Moment ihres wahnhaften Kampf-gegen-den-Rassismus zu erkennen. Beides scheint leider gegenwärtig nicht erwünscht. Warum wohl?

  2. kurth
    18. Oktober 2018 um 02:45

    Bitte jetzt nich falsch verstehen, ich meine das durchaus nicht herablassend, aber es ist verdammt schwer diese Phänomene nicht auf vulgäre Banalitäten zu reduzieren. Für mich zumindest. Wenn Du mit Deinen enigmatischen ‚Phänomenen‘ und dem ’spaltenden Moment‘ tiefsitzenden Frust über gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche Entwicklungen meinst, dann willkommen im Klub. Mir aber würde es nicht in den Sinn kommen deswegen die Faschisten-Angst-Fratzenkarte zu spielen um meinen Anliegen Gehör zu verschaffen. Ich will das auch garnicht bewerten oder so, wenn das für einen OK ist, Ok, für mich isses das ni. Ich persönlich kann nur langsam dieses verschwörerische Gelaber nicht mehr hören, als wären alle anderen da draußen dauergrinsende Heititeiti-Eierkuchen-Hippies. Ich bin’s ganz sicher nicht, trotzdem wähle ich keine AfD oder mache mich mit so einem Hetzhöcke oder dem bigotten Koks-Bachmann gemein. Mal ehrlich, sollen diese Nasen den Karren aus’m Dreck fahren? Oder die Kuh vom Eis holen? Das einzige was diese Art von Menschen können ist sich selber die Taschen vollzuhauen. Ich wähle übrigens weder links, noch grün, ich weiss es verflucht nochmal selber nicht, die AfD wird’s nicht.

  3. Grenzgänger
    18. Oktober 2018 um 08:42

    Hauptsache dagegen. Wie wär es mal mit einem durchdachten Gegenentwurf? „Herz“ ist nunmal keine langfristige politische Gesellschaftsperspektive. Die Einen ein Dreier, die Anderen drei Pfennig….

  4. Thomas Klein
    18. Oktober 2018 um 12:43

    Mal ´ne Frage an die Veranstalter der Gegen-Demos. Inwieweit bin ich bei euch gern gesehen, geduldet oder akzeptiert, wenn ich gegen Pegida demonstrieren will und eine Deutschland- und Europaflagge zeigen möchte? Hintergründe der Frage sind solche Berichte: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/unteilbar-demonstration-in-berlin-ist-schwarz-rot-gold-okay-a-1233621.html https://twitter.com/enricobrissa/status/1051115369774092290

  5. 18. Oktober 2018 um 13:51

    Statement von Oberbürgermeister Dirk Hilbert
    Veranstaltungen von „Herz statt Hetze“ am 21. Oktober 2018

    „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich für die Veranstaltungen am Sonntag ein breites Bündnis von Bürgerinnen und Bürgern zusammengefunden hat, die ein anderes Bild unserer Stadt aussenden wollen, als oftmals in den vergangen Jahren geschehen ist. ‚Herz statt Hetze‘ ist dabei für mich nicht nur ein Slogan, sondern eine Grundhaltung, die von den allermeisten Dresdnerinnen und Dresdnern auch mitgetragen wird. Es ist unsere Pflicht und sollte in einer Demokratie selbstverständlich sein, alle Menschen als gleichwertig zu achten, egal woher sie kommen. Vieles zeigt aber, dass wir weit von dieser verfassungsmäßig gebotenen Gleichwertigkeit entfernt sind. Wir erleben Vorurteile, Ablehnung, Anfeindungen, Ausgrenzungen bis hin zu Gewalt, eher eine ‚Ablehnungskultur‘ als eine ‚Kultur des Miteinanders‘ und der Solidarität.
    Wir müssen als Demokraten deutlich machen, dass unsere im Grundgesetz geregelten Werte nicht zur Disposition stehen: Die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die Gleichheit aller Menschen oder die Freiheit des Glaubens. All das ist nicht verhandelbar. Das Grundgesetz schließt Rassismus und Diskriminierung aus. Dafür trete ich persönlich ein – auch und gerade am Sonntag.
    Erst im Jahr 2016 ist Dresden – einem Stadtratsbeschluss folgend – der UNESCO-Städtekoalition gegen Rassismus beigetreten. Damit haben wir uns verpflichtet, aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen. Wir haben uns auch verpflichtet, Solidarität mit den Opfern von Rassismus und Ausgrenzung zu zeigen und sie zu unterstützen. Wenn wir Vorurteile und Abwertungen – und seien sie auch noch so subtil – hinnehmen und menschenverachtende, diskriminierende Reden und Verhaltensweisen stillschweigend dulden, dann führt das dazu, dass dieses Denken einsickert und als normal erscheint. Auch gegen diese Entwicklung sollen die Veranstaltungen am Sonntag ein klares Zeichen setzen.“

  6. Eule
    18. Oktober 2018 um 20:40

    Mir bluten die Augen wenn ich diesen Schmonzes des OB lese. Genau dieses weltfremde verlogene Geblubber treibt die Leute zu Pegida und AfD.

  7. Ole
    18. Oktober 2018 um 20:49

    „UNESCO-Städtekoalition gegen Rassismus.“ Was es nicht so alles gibt…

  8. Justus Daniel
    18. Oktober 2018 um 21:54

    @Thomas Klein
    Nationalflaggen sind bei den Gegendemos nicht erwünscht. Das betrifft grundsätzlich die Flaggen alle Länder. Wie es mit Europaflaggen aussieht, kann ich jetzt nicht sagen. Ich vermute aber, da Europa auch für Integration und Völkerverständigung steht, dass es damit kein Problem gibt.

    Wer dennoch meint, nicht ohne Nationalflagge demonstrieren zu können, muss dann eben seine eigene Demo machen.

  9. Eule
    19. Oktober 2018 um 09:34

    @Thomas Klein
    Du wärst als Demonstrant mit D-Fahne demnach Opfer von Ausgrenzung u. Diskriminierung mit dem sich der OB solidarisch zeigt?!?

  10. Felix
    19. Oktober 2018 um 10:16

    @Justus Klein: ich meine doch, irgendwo mal gelesen zu haben, dass sich Deutschland ebenso für Integration und Völkerverständigung einsetzt. Daher kann Dein Argument – Europafahne ja, Deutschlandfahne nein – nicht haltbar sein.

    Was ist mit der Dynamofahne? ;)

    Wie steht es mit Haarschnitten? Irgendwelche besonderen Wünsche? Nicht dass man der Demo verwiesen wird, weil euch der Haarschnitt nicht passt? ;)

    Da fehlt mir die oft beschworene Toleranz, oder!? Du darfst gern dabei sein, aber nur, wenn Du so machst, wie wir sagen.

    Ich lege in jedem Fall mein Deutschlandtrikot raus. ;)

  11. bob
    19. Oktober 2018 um 10:46

    @Justus Daniel

    AHA ! Europa steht also für Integration und Völkerverständigung und Deutschland nicht.

    Aber genau dafür demonstriert Ihr doch. Es wäre doch mal was ganz Neues, wenn man die deutsche Flagge mal wieder mit den Werten des GG in Verbindung bringen würde und nicht mit den kruden Gedanken von irgendwelchen Spaziergängern. Für meinen Geschmack können gar nicht genug, gerne so viele unterschiedliche wie möglich, Nationalflaggen gezeigt werden. Aber vielleicht betrachtest du ja auch den Einmarsch bei den Olympischen Spielen als rassistisch.

    Mit welchem Recht du die Regeln festlegst, wie man seinen Unmut zeigt, würde mich ja mal interessieren. Interessant auch, dass das „eure“ Demo ist. Mit einer Kultur des Miteinanders hat das jedenfalls nichts zu tun. Mit genau dieser Haltung verhindert „ihr“, dass sich an solchen sicher sinnvollen Demos deutlich mehr Menschen beteiligen.

  12. Thomas Klein
    19. Oktober 2018 um 10:55

    Warum sind ausgerechnet Nationalflaggen (Deutschlandflagge) auf Gegendemos zu Pegida nicht erwünscht? Der Ursprung von schwarz-rot-Gold hat nichts mit rechts oder Nationalsozialismus zu tun. Im Gegenteil, die Farben stehen für den Beginn der Demokratie in Deutschland und wurden von den Nazis gehasst und entfernt. In der Weimarer Republik waren des die Demokraten, die die Farben verteidigt haben. Stattdessen überlässt man diese Farben nunmehr der anderen Seite. Was gibt man als nächstes auf, wenn es bei Pegida zu sehen ist? Es wird immer groß getönt, dass man sich die Straße zurückholen will. Das wird aber nicht funktionieren, wenn man als Symbiont Pegida bloß hinterherläuft.

    Wenn man sich nicht mal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – gegen Pegida – einigen kann und stattdessen andere nur beschimpft, verunglimpft und ausgrenzt, sollte man sich nicht wundern, dass von der breiten Masse keine Unterstützung kommt.

    Wie es bereits Felix schrieb, die vielbeschworene Toleranz hört am Horizont der Untertasse auf.

  13. SHARP
    19. Oktober 2018 um 12:52

    @ Felix: Meine volle Zustimmung, ebenso @ Eule zum aktuellen Zustand der „Linken“ (IMHO sind diese Leute sowieso keinen „Linken“)

    Zum Thema Deutschlandfahne würde ich gern noch auf folgendes Zitat aus einem Interview mit dem Diskuswerfer Robert Harting verweisen:
    (https://www.zeit.de/2018/38/robert-harting-diskuswerfer-erfolg-ddr-cottbus)

    Harting:
    … Wir müssen stolzer auf das sein, was wir haben. Neulich, als ich die Bilder aus Chemnitz sah, habe ich mich geärgert, dass auf der Gegendemonstration von „Wir sind mehr“ fast keine Deutschland-Fahnen zu sehen waren.

    ZEIT:
    Wieso das?

    Harting:
    Weil ich nicht verstehe, dass wir unsere Fahne den Rechten überlassen. Die Rechtsextremen sind es nicht wert, diese Fahne zu schwingen. Das Deutschland, das diese Fahne symbolisiert, ist eine friedliche Demokratie. Nur wer das auch lebt, sollte sie tragen.

    @ Anton, keine Ahnung, ob das nun den Zitierregeln entspricht, aber ganz unabhängig von bestimmten früheren, streitbaren Aussagen Robert Hartings zum Leistungssport, Doping usw. – das obige finde ich sehr passend.

  14. kurth
    19. Oktober 2018 um 14:54

    Sich an so ’ner Fahnenfrage so abzuarbeiten ist aber auch bezeichnend… für beide seiten

  15. bob
    19. Oktober 2018 um 15:25

    @kurth

    ist dir mal aufgefallen, dass du einer derjenigen bist, die mitabarbeiten.

    Denk mal drüber nach… ;-)

  16. Eule
    19. Oktober 2018 um 18:15

    @Kurth

    Die Fahne ist doch nur ein Symbol für die Heuchelei derjenigen, die vorgeben gegen Ausgrenzung und Rassismus zu kämpfen im Gegenzug aber jedes von ihrer ideologischen Norm abweichendes Verhalten ablehnen und ausgrenzen. Damit stehen sie auf einer Stufe mit einigen Knallköpfen, die es auf Seiten von Pegida und AfD geben mag. Und es macht ihren „Kampf-gegen-den-Rassismus“ unglaubwürdig und lässt ihn vielmehr als bloßes Instrument zur Verteidiung der bestehenden Herrschafts- und Machverhältnisse erscheinen. Deswegen wird er auch von solchen feisten Pfeffersäcken wie dem OB und ähnlichen Gestalten unterstützt.

  17. Marcel Proust
    19. Oktober 2018 um 19:15

    Mal ne Frage: Spricht @Justus Daniel im Namen der Veranstalter?

  18. Eule
    19. Oktober 2018 um 19:30

    @Marcel Proust

    Um das rauszufinden gehst du am besten mal am So. mit einer schönen großen D-Fahne auf diese Gegendemo.

  19. kurth
    19. Oktober 2018 um 19:43

    @bob: hab ich wo genau behauptet?

  20. Steffen
    19. Oktober 2018 um 20:21

    Linke und rechte Marktmonotheisten. Hat die „Linke“ keine eigenen Ideen?
    „Die Empfindungen des Menschen werden rascher erregt als sein Verstand; und es ist, wie ich jüngst in einem Artikel über das Wesen der Kritik hervorgehoben habe, sehr viel leichter, Mitgefühl für das Leiden zu hegen als Sympathie für das Denken. Daher tritt man mit bewundernswerten, jedoch irregeleiteten Absichten sehr ernsthaft und sehr sentimental an die Aufgabe heran, die sichtbaren Übel zu heilen. Aber diese Heilmittel heilen die Krankheit nicht: sie verlängern sie bloß. In der Tat sind sie ein Teil der Krankheit selbst.“ – Oscar Wilde

  21. kurth
    19. Oktober 2018 um 20:38

    nochmal @bob, meine Gegenfrage genauer: Wo bitte hab ich behauptet mich nicht mitabzuarbeiten? Glaubst du mit deiner Oberstufen-Spitzfindigkeit mir jetzt bewusst gemacht zu haben dass ich nun doch nicht neutral bin, also ’ne Haltung und ’ne Meinung hab? Oh mann…

    Im Sinne konstruktiver und ernsthafter Diskussion bin ich gerne für Input offen, und lass‘ den stereotypen ‚Denk mal drüber nach‘-Schei* weg.

    @Eule: Auf der anderen Seite ist es aber nur ein Provokations-Symbol, man ‚heuchelt‘ Werte, will aber einfach nur sticheln. Das macht es m.M.n. zu dem gleichen Mist. Gegen diese linke ‚Heuchelei‘ (die ich klar auch kenne und ablehne, vllt. nicht mit der gleichen Vehemenz) hilft aber meiner Meinung diese Provokation überhaupt nicht, verhärtet nur die Fronten. ‚Die da drüben sind eh nur dumm, mit denen brauchen wir garnicht erst zu reden‘.
    ‚Die wollen Fahne? Die sind dumm‘ , ‚Die sind gegen Fahne? Die sind dumm‘. Halte ich für arg sinnlos

  22. Seldon
    19. Oktober 2018 um 23:04

    Schwarz-Rot-Gold waren die Farben der anti-Napoleonischen Befreiungskriege (Luetzow) und des Deutschen Bundes und in Folge des Deutschen Reiches als erste deutsche Nationalflagge. Seit der Weimarer Republik steht ihr als Symbol das Lied der Deutschen zur Seite. (Deutschland, Deutschland, … ihr kennt das) Letztere von den Faschisten gern beibehalten, war denen schwarz-rot-gold zu republikanisch…
    Insofern ja, Faschisten sind nicht unbedingt prädestiniert dafür, Schwarz-Rot-Gold zu führen.
    Muss man deshalb aber als Antifaschist unbedingt hinter Schwarz-Rot-Gold marschieren? Wohl kaum. Weder die frühe BRD hat sich unter diesem Farben hinsichtlich Antifaschismus mit Ruhm bekleckert, noch tut es der aktuelle Staat mit seinem „Verfassungsschutz“, einer doch recht rechtslastigen Polizei (mit in ihren Zellen verbrennenden Asylanten als extreme Spitze) oder einer Regierung, die das „Volksempfinden“ der Montagsspazierer in bürokratischer Perfektion exekutiert und nach Afghanistan abschiebt.Außerdem ist das Konzept „Nation“ mit seinen Symbolen wie Flagge oder Hymne nicht unbedingt eines, das einem Antifaschisten zwingend einleuchten müßte. Im Gegenteil ist der Zusammenhang und Übergang von Nation, Stolz, Patriotismus, Nationalismus, Überhöhung der eigenen und Abwertung der anderen Nation, Abgrenzung, Ausgrenzung, Chauvinismus, Rassismus, Faschismus nur allzu augenscheinlich.
    In diesem Zusammenhang sei folgender Artikel empfohlen:
    („Dem Inhalt nach ist der modernisierte Na­tio­nalismus, der sich auch gerne
    »Patriotismus« nennt, weil das viel harmloser klingt, ein höchst hybrides Produkt.
    Dennoch beruht auch er weiterhin auf dem Prinzip von gewaltsamem Ausschluss und
    Zwangsintegration. Zwar sind die Kriterien für die Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit
    zum nationalen Kollektiv locke­rer geworden, jedoch keinesfalls völlig beliebig. Was sich
    unter den Bedingungen der krisenhaften kapitalistischen Globalisierung entwickelt hat, ist
    eine Mischung aus altem Volks­gemeinschafts- und modernem Leistungs- und
    Standortnatio­nalismus.“
    http://www.krisis.org/2006/corporate-identity/
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/geist-nation-2018-gehaessiger-nationalismus
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/fussball-wm-deutschland

  23. DD Hecht
    20. Oktober 2018 um 00:30

    Nur `ne Fahne? Bei einigen Kommentatoren hier muss wohl viel eher angenommen werden, dass sie knüppelhart sind – Prost!

    Wer braucht denn eine Fahne und bitte wofür, wenn nicht dazu, sich symbolisch abzugrenzen, also für etwas, was doch wohl als Nationalismus bezeichnet wird, oder nicht?

    Lokalpatriotismus, also die Liebe zu den Seinen, braucht keine Nationalfahne.

    Wer jetzt reflexen nachgibt und sofort entgegnet, es sei doch die Fahne der „Demokraten“, jener übersieht dabei, dass es ja trotzdem waschechte Nationalisten und dazu oft noch mit rassistischer Weltanschauung gewesen sind, auf die diese Fahne zurückzuführen ist.

    Die Befreiungskriege waren noch nicht lange her, man sprach offen von Erbfeindschaften und der Glaube, dass ein „Deutscher“ von Natur aus viel eher geeignet wäre, andere bzw. „wilde Völker“ zu beherrschen, als etwa „der Engländer“, gar „der Franzos“ oder „der Ruß“ breitete sich damals gerade seuchenartig aus.
    Jenes „Denken“ ist eben auch eine der Triebfedern dieser strukturellen Neuordnung auf Reichsebene gewesen.

    Militärische Schlagkraft sind hierfür die Zauberwörtchen. (siehe 1870/71)

    Tja, und da ebenfalls klar sein dürfte, dass jene, welche einst Demokratie zu ihrer polit. Ordnung erhoben und für deren Einführung wohl auch keine Fahne benötigten, sie aber einer Sklavenhaltergesellschaft angehörten und wahlberechtigte Bürger einen annähernd gleichen Bildungsstand erwarben, weil sie dafür eben auch die nötige Zeit hatten.
    Dieser Umstand deutet schon zaghaft auf den Ursprung von Fahnen, welcher jedoch kaum undemokratischer sein könnte.

    Lektüre/Protokolle der sogenannten Nationalversammlung in der Paulskirche und den dort gehaltenen nationalistisch-rassistischen Reden, bis hin zu großdeutschen Expansionsfantasien zur Kenntnis genommen, wird klar, sie setzen zum Teil genau da an, in dem Moment nämlich, wenn die Frage lautete: Wie kam man eigentlich zu Sklaven bzw. Kolonien?

    Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.<<

    Trotz bzw. gerade aufgrund meiner Dienstzeit bei der BW, stelle ich immer wieder fest, gäbe es weder Hymne noch Fahne, mir wäre es wohl auch noch nie aufgefallen, dass irgendetwas fehlt.
    Warum?
    Weil es gar keine Rolle spielt in meinem Leben und wenn, nur die Art von Vorteilen beinhaltet, welche jedoch eine Benachteiligung anderer Menschen mir gegenüber zur Voraussetzung haben.

    Auf jeder Demo ist es im Kleinen zu erleben, sobald Unuhe und Bewegung aufkommt. Wenn kurz alles auseinander rennt, an was wird sich denn dann orientiert und wird genau zu diesem Zweck mitgeführt, um nicht plötzlich in der Masse der Gegner zu stehen? Fahnen … richtig!
    Sinn und einziger Zweck einer Fahne beweist sich immer erst dann, treten Mensch in Konflikt zu andern Menschen, denn da liegt ihr Ursprung und Nutzen, nämlich ein militärtaktisches Mittel zu sein, etwas, dass die Römer zu ihrer Zeit noch „Standarte“ (Feldzeichen) nannten, welche nur auf Schlachtfeldern die eigentliche Aufgabe offenbaren.

    Wer ehrlich zu sich selbst ist, kommt vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass jene Leute, welche zu dieser Gesellschaft so gut wie nichts beigetragen haben und denen hier auch nichts wirklich selbst gehört, oft am lautesten herumschreien und groteskerweise trotzdem angeblich Nationalstolz aufbringen. Nur sehr wenige Dinge sind noch skurriler und zeugen von noch größerer Dummheit, als Stolz auf etwas zu sein, an dem man gar nicht beteiligt ist, bzw. niemals daran mitwirkte.

    Was nicht nur diesem „Fahne-hoch-die-Reihen-fest-geschlossen“-Abendlandrettern und Volkstotverhinderergesindel, immer wieder klargemacht werden muss, (bestenfalls auf verbaler Ebene oder auch für den AfD´ler noch etwas besser verständlich und deshalb oft bewusst wortlos gehalten), ist der simple Umstand, dass jenes Stolzsein auf „sein“ Land/Gesellschaftssystem, innerhalb dessen ihm selbst aber beinahe gar nichts wirklich gehört, nur in seiner maßlosen Beschränktheit begründet liegt.

    Wer auf Deutschland nicht stolz ist, hat Deutschland verstanden.

    Wie sehr beschränkt, jenes kann an der Tatsache gemessen werden, dass zufällig hineingeboren wurden zu sein, eben noch gar keinen persönlichen Beitrag bzw. keine erbrachte Leistung darstellt, somit also einen Dreck zählt.

    3 Dinge sind heute zum Führen bzw. Beginnen eines Krieges maßgeblich, besonders in sogenannten Demokratien: Gott, Fahne, Vaterland!
    1. Gott bzw. religiöses Jenseitsversprechen und der Glaube an eine Art von Belohnung, für gegebenes/geopfertes Leben.
    2. Die Standarte/Fahne, hinter der sich die Kombattanten aufstellen und Frontverlauf bzw. Truppenzugehörigkeit anzeigt.
    3. Das angeblich massiv bedrohte Vaterland, welches geschützt werden muss, vor Horden wilder Barbaren.

    Da ein vernünftiger Mensch zu jenem 1. Punkt gar nicht erst kommt, wird Krieg anzetteln schon schwieriger und sehr unwahrscheinlich wird er, lässt Mensch sich von dieser Vernunft weiterhin leiten, denn dann wird er mit 99%iger Sicherheit auch keine Horden wilder Barbaren sehen können, was wiederum ein „hinter der eigenen Fahne sammeln“ völlig unnötig werden lässt.

    Tja, aber auf der kleineren Ebene sind zumindest diese Horden wilder Schrumpfkopfteutonen momentan leider keine Propagandalüge.

    Wie wir diesen Nationalfahnenmüll loswerden?…Hmm…mal nachdenken!

    VENCEREMOS!

  24. Lenbach
    20. Oktober 2018 um 01:40

    „Ich war viele Jahre unpolitisch“, sagt Rita. Zwar war sie Mitglied der Linkspartei, erzählt sie, aber ein inaktives.

    Diese Rita erinnert mich an zwei Typen aus meiner Schulzeit, mit denen niemand so recht etwas zu tun haben wollte. Sie fielen in erster Linie durch lachhaftes Macho-Gehabe auf, ließen sich, sobald es die Hormone zuließen, einen akurat gestutzten Schnurrbart stehen und traten irgendwann beide in die Junge Union ein, später haben beide konsequenterweise eine Karriere als Zeitsoldat eingeschlagen. Weniger, weil sie politisch interessiert waren, sondern weil sie hofften, mit ihrem Gehabe dort unter ihresgleichen endlich ernstgenommen zu werden und auch mal ein bißchen auf die Schulter geklopft zu kriegen.

  25. DD Hecht
    20. Oktober 2018 um 01:43

    @SHARP, bist Du auch nicht, so behaupte ich jetzt einfach. Von welchen „Linken“ redest Du? Leute, die sich so einordnen, können SHARPs und Redskins,Pazifisten, Marxisten-Leniisten, oder auch Maoisten, sogar Stalinisten, Trotzkisten, Kommunisten, Sozialisten, Friedensaktivisten, Antifaschisten, Globalisierungs- und Kapitalismuskritiker oder auch einfach Punk sein. Schon deshalb würde ich mich nur sehr ungern als links bezeichnen lassen, denn da ist nichts Homogenes, ganz im Gegenteil und die Partei „Die Linke“ wäre daher auch besser bei „PDS“ geblieben.

    Wer wird dagegen alles als rechts eingestuft? Richtig … Nationalisten, Monarchisten, Militaristen, Rassisten, Antisemiten, Faschisten und Fremdenfeinde. Das lässt sich dagegen alles „problemlos“ kombinieren, so sagte es einmal Volker Pispers, was es wirklich zu einer gefährlich homogenen Masse macht, weil durch die Bank auf purer Menschenverachtung und arroganter Dummheit geschuldeter Selbstgerechtigkeit basierend.

  26. DD Hecht
    20. Oktober 2018 um 04:04

    @Felix Was? Für was bitte setzt Deutschland sich irgendwo mit spürbarem und sichtbar nachhaltigem Erfolg wirksam ein? Für wen? Für benachteiligte Menschen?
    Wirtschaftliche Interesse sind die einzigen Triebfedern bzw. darf/muss Mensch auch einfach Feigenblattaktivismus unterstellen.
    Hahaha … ja klar, wenn es um wirtschaftliche Vorteile geht. Wenn dafür möglichst großspurige Ziele formuliert werden müssen, welche immer toll klingen, aber schlussendlich doch nur in unverbindlichen Zusagen münden, wird das gemacht und nicht viel mehr, denn natürlich darf das heimische Wachstum, also auch der Warenexport, der darf dadurch nicht gefährdet oder behindert werden.

    Ein Diktat dürfte kaum als Verständigung durchgehen und ein Blick nach Mali ist dahin gehend sehr aufschlussreich. Puhhh … Völkerverständigung,… mit Frankreich vielleicht…und das mittels BW-Einatzes in Mali zur polit. Stabilisierung, wie sie es nennen, aber im Grunde doch zur Sicherung französischer Interessen an dortigem Uranerz und das trotz einer angeblich ausgerufenen Energiewende hierzulande … nuglar … hahaha … nuklear … am Arsch!

    Was die Regierenden und Mächtigen aus Wirtschaft bzw. dem Finanzwesen darunter wirklich verstehen, wird Terrorbekämpfung genannt.
    Gegen unser Wirtschaftswachstum zu handeln, lässt Leute Terroristen werden und ganze Länder über Nacht zu Terrorstaaten mutieren. Dieser wird dann entweder gefördert oder brutal bekämpft, das kommt ganz auf die Tageslage an den Börsen an.
    BND-Mitarbeiter die in Südamerika tätig waren/sind, könnten da wirklich kranke Wirtschaftskrimis erzählen und über Vorgänge berichten, dafür gäbe es hierzulande bei erwiesener Tatbeteiligung sicherlich Höchststrafen. Hahaha…Völkerverständigung, bis in die Managerebene von VW in Brasilien, das muss dann aber doch schließlich genügen. Von Colonia Dignidad in Chile will ich gar nicht erst anfangen zu reden. Alles beides sind herausragende Beispiele jener aktuell gelebten Völkerverständigung.

    „Wir bedauern, denn wir haben zwar alles gesehen, es aber leider nicht erkannt“ und „wir haben zwar alles gewusst, aber nicht richtig verstanden, was es bedeutet“, das ist einzig, was dazu von jener Völkerverständigerseite kommt.
    So, und dann kommst du … und daher möchte ich es mit einem Zitat von Dieter Hildebrandt sagen:
    „Da weiß ich nicht, wo ich mir hinfassen soll, der Kopf ist mir dafür einfach zu schade.“

  27. SHARP
    20. Oktober 2018 um 11:43

    @ DD Hecht
    Wen Du so alles ganz individuell zu kennen und einzuordnen glaubst…

    Das ganze WhitePC- und vollkommen oberflächliche Rassismus-, Gender- und was weiß ich BlaBla ist ein wunderschönes Beispiel für Haupt- und Nebenkonflikt und die große Mehrzahl der selbsternannten Linken arbeitet sich wunderbar am Nebenkonflikt ab. Die Akzeptanz des Hauptkonflikts könnte ja auch den eigenen bequemen Wohlstand gefährden.
    Das genau beinhaltet meine Zustimmung zu Eules Kritik an den „Linken“. Die sonstige Interpretation ist Deine Ansicht.

  28. bob
    20. Oktober 2018 um 14:46

    @kurth

    „Oberstufen-Spitzfindigkeit“ nehm ich mal als Kompliment. Und nöö. Ich entwickel hier im Gegensatz zu anderen, die mitten in der Nacht Texte in epischer Länge verfassen, kein Sendungsbewusstsein. Und diskutieren will ich auch nicht.

    Denk mal drüber nach…. ;-)

  29. Jan F
    20. Oktober 2018 um 16:54

    Eines ist mir nach der interessanten Diskussion hier klar geworden: Ich werde wohl nicht an der Demo teilnehmen.

    Ich möchte gerne gegen Rechtspopulismus, Faschismus und Ausgrenzung auf die Straße gehen, weil ich in den Handlungen von AFD, Pegida und dem ganzen restlichem Müll einen klaren Widerspruch zu unserem Grundgesetz sehe.

    Unter dem Motto „Herz statt Hetze“ schien mir diese groß organisierte (Danke dafür!) Demo geeignet. Nun habe ich aber doch aufgrund der vielen Kommentare hier wieder den Eindruck gewonnen, dass mir die ganze Sache zu links ist.

    Leute, ohne auf die Überzeugungen der Teilnehmer zu achten, sollte es langsam mal möglich sein, sich geschlossen gegen Rechts zu stellen. Und da gehört die schwarz-rot-gelbe Flagge für mich nun mal dazu.

  30. Zackbäm
    20. Oktober 2018 um 20:24

    @Jan F: vielleicht macht mal jemand eine Demo gegen Rechts, wo linke und Antifa-Spinner ausgeschlossen sind, da wäre ich dann glatt dabei, und sicher viele andere auch.

    Oder generell ne Demo gegen links- rechts- und religiösen Extremismus. Der 9. November, 100. Jahrestag der Republikgründungen, würde sich da ja fast schon aufdrängen.

    Meiner Meinung nach muss der „Kampf“ gegen rechts eh aus der Mitte der Bevölkerung kommen, linke sehe ich dafür nicht geeignet, da diese ja „Erbfeinde“ der rechten sind.

    Durch verkorkste Politik, drohende Altersarmut und steigende Kinderarmut driftet diese Mitte aber nach rechts ab, so dass man das nur gerade biegen kann, indem man u. a. die beiden genannten Dinge löst und noch einiges mehr, was die Leute beschäftigt.

    Und die Leute, die hier so gegen Deutschland bzw. die Flagge sind, widersprechen sich da ja eh krass in ihrer angeblichen Toleranz. Toleranz für Flüchtlinge einfordern, aber gegen das eigene Land hetzen? Hmm… da passt irgendwas nicht so ganz.

    Man kann übrigens auch patriotistisch sein und gleichzeitig die Menschen und Leistungen anderer Staaten anerkennen und respektieren und dabei sogar noch gegen rechts und gegen Kriege sein.

  31. Eule
    20. Oktober 2018 um 21:06

    @Jan F

    Dann nutze die frei gewordene Zeit und gehe auf die andere Demo und sprich mit den Menschen dort. Vielleicht hilft dir das, andere Menschen zukünftig nicht mehr als Müll zu deklarieren.

  32. bob
    20. Oktober 2018 um 21:24

    @eule

    Ist mir hier schon mal weggestrichen worden. Aber du bist wirklich *entfernt *.

    ;-)

  33. kurth
    20. Oktober 2018 um 21:46

    Nee Bob, das mach‘ ich jetz ni! ;) Eins, muss ich allerdings, und nicht ganz neidlos, zugeben, hast du mir voraus: Ein gutes Stück mehr Gelassenheit. Die habsch ni. Und Symbole, naja, reduzieren komplexe Zusammenhänge, oder, von Mensch zu Mensch total verschiedenen Ideen von etwas, herunter auf ein bisschen Geometrie und Farben. Meinetwegen auch auf einen geschnitzten Kasperkopp oder ’nen Märtyrer. Ist aber trotzdem nur eine Illusion, war’s schon immer. Man hat über den symbolischen Anker so ein wohliges Gefühl gemeinsam an der selben Sache dranzusein, bzw. das klare Feindbild auf der anderen Seite zu haben. Das ist auch schön einfach, aber die Zusammenhänge und die Unterschiede bei den Ideen werden dadurch nicht weniger kompliziert. Aber weil das so gut funktioniert gab’s immer wieder Leute die es saugut verstanden haben Menschen damit zu manipulieren. Quer durch alle Lager. Ich will jetzt hier auch kein hyphotetisches Fass aufmachen, aber wie gesagt hab ich weniger Gelassenheit was das angeht. Wenn man sich schon an ’ner Fahne so hochzieht kann ich mir das Konflikt- und Radikalisierungspotenzial auf beiden Seiten ganz gut vorstellen. Weil, mal ernsthaft, reden will keiner um’s Verrecken miteinander. Also bleibt nur mehr Eskalation. Und dann noch mehr, und so weiter. Als friedliebender Mensch bricht mich diese Vorstellung an.
    So, jez‘ hab ich auch noch einen sendungsbewussten abgelassen. Hab auch vergessen drüber nachzudenken. Prost. Worum’s ging’s eigentlich?

  34. Eule
    20. Oktober 2018 um 21:48

    @DD Hecht

    Deine historisch-geprägte „Fahnen-Analyse“ ist zwar sehr interessant aber auch sehr einseitig und zeugt von einem gewissen Hang, der Dinge Schlimmstes nach oben und ihr Bestes nach unten zu kehren, wenn du so willst. Übrigens eine unter den großen Kriegsherren gern gewählte Strategie, ihre Untergebenen „kriegsreif“ zu machen;)

    Das Mitführen einer D-Fahne (auf einer Demo, im Alltag wäre das wohl schon etwas schräg) lässt sich auch als Bekenntnis zum deutschen Grundgesetz, dem prägenden Merkmal der Verfasstheit des Deutschen Staates, verstehen. Das mag jene ausgrenzen, die dem deutschen Grundgesetz nichts abgewinnen können, aber mir scheint es doch eher vereinend (und konsequenterweise antirassistisch) zu sein.

  35. Dialog
    21. Oktober 2018 um 01:45

    Eine recht kontroverse und vielseitige Diskussion.

    Ich bin der Auffassung, dass wir wieder in den Dialog miteinander treten sollten, statt nur übereinander zu reden!
    Einige werden jetzt natürlich sofort denken und/ oder sagen, dass man mit Pegidisten weder reden kann, noch sollte, da man ihnen keine Plattform bieten darf.
    Das sehe ich ein wenig anders, denn wenn wir Argumente und Ansichten der anderen Seite nur aus den Medien, vom Hören-Sagen und durch einige Redensführer kennen, dann verlieren wir aus dem Blick, dass auf beiden Seiten Menschen mit einer individuellen Lebensgeschichte und persönlichen Erfahrungen sowie Meinungen stehen.
    Selbstverständlich gibt es Auffassungen und Äußerungen, die weder unkommentiert bleiben, geschweige denn hingenommen werden dürfen, aber es gibt eben auch jede Menge dazwischen und das scheinen wir gern und schnell zu vergessen.
    Aus meiner Sicht wäre es wichtiger, kontroverse Sichtweisen auszutauschen und die/den Andere(n) zum Nachdenken anzuregen und mit Argumenten zu überzeugen.
    Wahrscheinlich wird es dazu zwar heißen, dass man mit TeilnehmerInnen von PEGIDA-DemonstrantInnen kein Gespräch führen kann, aber die 7 Wochen, in denen ich mich jeden Montag am Rande von PEGIDA aufhielt und das Gespräch suchte, lehrten mich etwas anderes: Es gibt die Gesprächsbereiten und die Menschen, die gern in den Dialog mit Andersdenkenden treten würden und ich glaube, dass dies der Schlüssel sein könnte, um wirklich etwas zu bewegen.
    Dazu braucht es aber Offenheit und die verliert man ggf. recht schnell aus den Augen, wenn man pauschalisiert – egal auf welcher Seite!

    Ich halte ein Bürgerforum mit dem Ziel des Zuhörens und Miteinander-Ins-Gespräch kommen für sehr wichtig.
    Aus diesem Grund werde ich auch beiden Demos morgen wieder einen Besuch abstatten.

    ZUGEHÖRT – diskutiert und verändert, ist mein eigener Ansatz.

  36. Uwe Goeldner
    21. Oktober 2018 um 12:44

    @ SHARP, Felix und Eule
    Ich kann Euch nur zu stimmen, diese Toleristen sind keine Linken.
    Sie selber grenzen aus und tolerieren keine Abweichung von Ihrer Meinung.
    Demokratie sieht anders aus.

  37. (In)Toleranz
    21. Oktober 2018 um 13:06

    Das Dilemma über Intoleranz gegenüber den Intoleranten ist euch aber bewusst?
    Eine Toleranzgesellschaft, die die Intoleranten toleriert wird früher oder später von den Intoleranten übernommen.
    Deshalb endet JEDE Toleranz da, wo Intolerante im Spiel sind.

    An dieser Stelle wird mit Sicherheit wieder eine weise Eule kommen, und einen Vortrag darüber halten, dass je beide Seiten ob ihrer Intoleranz gegenüber der Anderen gleich sind.

    Das ist aber – gelinde gesagt – Bullshit und diese Meinung kann man auch nur vertreten, wenn man das Problem nicht gesamtgesellschaftlich betrachtet.

    Die Menschen, die auf Protektionismus und Abgrenzung sowie Ausgrenzung von Minderheiten setzen, sind der Inbegriff der Intoleranz. Eine Intoleranz nicht nur (und das unterscheidet sie von der Gegenseite) vom politischen Gegner, sondern gegenüber allem, was „fremd“ ist.
    Eine Bekämpfung dieser Subjekte rechtfertigt jedes Mittel, welches sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegt.

  38. seldon
    21. Oktober 2018 um 15:16

    Hallo Uwe. Was bitte sind Toleristen und was wäre denn Deiner Meinung nach stattdessen „Links?
    Was heißt denn Ausgrenzen? Wir der Hockeyspieler von den Fußballern „ausgegrenzt“, weil er beim Spiel seinen Schläger nicht verwenden darf? Wenn es um politische Diskussionen geht, geht es nicht um theoretische Selbstbefriedigung, sondern darum, festzustellen, wie Gesellschaft funktioniert und ggf. praktisch zu verändern wäre. Ansichten und Erkenntnisse werden dargelegt und begründet. Die Begründungen mögen plausibel, nachvollziehbar, dumm, überzeugend, aggressiv vorgetragen oder schlicht falsch sein. Oder eben auch richtig. Was richtig oder falsch ist, ist nicht Meinungssache, verhandelbar oder Gegenstand von Toleranz, sondern beweisbar, empirisch belegbar, zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit zutreffend. Darum akzeptiere ich hier auch keine andere Meinung per de, sondern möchte sie zumindest halbwegs stichhaltig begründet haben. Ggf. Muße ich bisherige Erkenntnisse revidieren, relativieren oder fallen lassen, aber bestimmt nicht nur, weil es hält eine „andere Meinung“ ist…
    Interessanter Beitrag zum Begriff Toleranz:
    egenstandpunkt.com/artikel/toleranz

  39. seldon
    21. Oktober 2018 um 16:21
  40. Andreas
    21. Oktober 2018 um 18:30

    War ja heute wieder ein lustiger Haufen in der Neustadt. Stilecht mit Sowjet Flagge und der Agitator wärmt nochmal das Märchen von den Menschenjagden in Chemnitz auf.
    Ich bin dann doch lieber einen Kaffee trinken gegangen.

  41. bob
    21. Oktober 2018 um 20:31

    @Andreas

    Echt ? Ne Sowjet Flagge ? Und ich dachte, dass Flaggen nicht erwünscht sind.
    Komisch !

    Den Kaffee hab ich mir ohne und ganz nebenbei gegönnt.

  42. Eule
    21. Oktober 2018 um 20:54

    Dilemma der Intoleranz!? Meine Güte. Private Theorien zur Rechtfertigung der eigenen Intoleranz bringen uns nicht weiter. Entweder toleriert man Andersdenkende und setzt sich sachlich, argumentativ mit ihnen auseinander, wenn man schon der Meinung ist, den besseren Standunkt zu vertreten, oder eben nicht.

  43. oha
    22. Oktober 2018 um 06:21

    @DDHecht

    „Lokalpatriotismus, also die Liebe zu den Seinen, braucht keine Nationalfahne“

    Sieht man schön an der BRN…Direkt eine eigene Flagge und auch noch ne andere Währung….

  44. Klaus "doch" Lieber
    22. Oktober 2018 um 09:09

    Bin jestern mit meina Roter-Halbmond-Fahne nich jut bei Pegida anjekomm, dabei wollt ick nur erste Hilfe leistn, natürlich nur für Deutsche. Vasteh ick einfach nich, ham die was gegen Hansaplast-Pflaster? Ick will meine Fahne einfach üba all schwenkn dürfen, dit is doch en freiet Land, oda? Dafür tretn die doch ein, oda? Freiheit hamse jeschrien, aba meine Fahne wolltense nich. Den‘ kannste also och nich hintaherloofn.

  45. seldon
    22. Oktober 2018 um 09:41

    Ähm… ursprünglich war die Flagge doch eher auf Satire und Bloßstellung von Nationalismus gemünzt…das eigene Geld wurde im Zusammenhang der Währungsunion ebenfalls im Sinne einer Ablehnung der neuen großdeutschen Ambitionen eingeführt. Deutlich auch die Aussagen der ersten Dekrete der provisorischen Regierung …naja, lange her…

  46. SHARP
    22. Oktober 2018 um 12:41

    @ seldon
    was auch immer die Aussage war (oder sein sollte – im Rückblick wird es ja immer etwas verklärend und auch in Richters ausgezeichnetem 89/90 habe ich einige kleine sachliche Fehler gefunden): Die Fahne war und ist ein Symbol für eben eine Aussage und Gruppen von Menschen sammeln sich gern hinter oder unter Symbolen. Nach meiner Lesart ging es hier grundsätzlich über den Sinn und Unsinn von Symbolen und oha wies nur darauf hin, dass auch die BRN Symbole hat(te).

  47. goldfish
    24. Oktober 2018 um 22:21

    @Eule

    Jetzt bin ich aber gespannt. Was sind denn die tieferen Ursachen von Phänomene wie Pegida und AfD. Was ich lese, klingt für mich wie: ich lass mir doch nicht mein letztes Butterbrot wegnehmen.

  48. Eule
    26. Oktober 2018 um 22:38

    @goldfish

    Jahrzehntelange Politik gegen das Allgemeinwohl und die Interessen der Mehrheit des deutschen Volkes.

  49. goldfish
    27. Oktober 2018 um 15:17

    Gut, jetzt weiß ich woher der Wind weht. … „die Interessen des deutschen Volkes“. Danke für die Offenheit.

  50. Ole
    27. Oktober 2018 um 18:17

    Bei einigen scheint ja beim Wort „deutsch“ und „Volk“ oder schlimmer noch deren Kombination ein Würgreflex einzusetzen. Gern zitiere ich hier nochmal Ernst Thälmann, roter Arbeiterführer und von den Nazis eingesperrt und im KZ umgebracht:

    „Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk; und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation. Eine ritterliche, stolze und harte Nation. […] Ich bin Blut vom Blute und Fleisch vom Fleische der deutschen Arbeiter und bin deshalb als ihr revolutionäres Kind später ihr revolutionärer Führer geworden.“ – Ernst Thälmann: Antwort auf Briefe eines Kerkergenossen

    E.T. wußte sehr wohl zu differenzieren zwischen Nazis und deutschem Volk. Heutzutage wird in bestimmten Kreisen beides über einen Kamm geschoren, um politische Anhänger zu indoktrinieren und sie anschießend für politische Ziele zu benutzen.

  51. Eule
    27. Oktober 2018 um 21:02

    @goldfish

    Nach gängiger Definition ist Deutschland ein Staat. Ein Staat hat ein Volk. Ein deutscher Staat hat ein deutsches Volk. Bestreitest du das?

    Wüsste auch ganz und gar nicht wo hier eine besondere Offenheit erforderlich wäre, das auszusprechen.

  52. goldfish
    28. Oktober 2018 um 19:10

    @ Eule, wenn es dir wichtig ist, mach, es gibt sicher neutralere Formulierungen als die einer romantischen Völkerphilosophie. Die Frage ist ja, was du damit transportieren willst.

    In Zeiten eines immer schneller werdenden gesellschaftlichen Wandels plus den zunehmend fragmentierten Interessen in modernen politischen Großgebilden erfassen Veränderungen auch Menschen in den „hintersten“ Winkel einer Nation. Die Welt gerät ins Gleiten, und zwar „für Alle“ – das ist beileibe kein Merkel Problem.

    Die Ecke in die man sich stellt, ob der Erkenntnis, man sei zu langsam für „diese“ Welt bleibt zunächst selbstbezogen. Sie wird irrtümlich, wenn die Langsamkeit sich aggressiv z. B. gegen andere aufstellt.

    Kurz runter gebrochen: Solange ein Mensch sich als Produzent und Zuschauer einer Veränderung betrachten kann, erlebt er sie mit Gewinn. Sieht er sich als Opfer eines Wandels, den er ablehnt – ersetzt Unbehagen, die Stelle von Gewinn.

    In diesem Sinne, viel Erfolg und vor allen Spaß, bei der Auswahl der Ecke. ;)

  53. Felix
    29. Oktober 2018 um 09:25

    @goldfish: legst Du fest, was eine vermeintlich „romantische Völkerphilosophie“ ist? Oder magst Du einfach nur so herablassend sein, weil es Deine Art ist? Die Frage ist, was Du mit Deinen aufgeblasenen Sätzen transportieren willst? Du meinst es nicht so ganz Ernst, oder!?

    Da muss ich schon echt lachen, wenn ich Deine „Ergüsse“ lese. Also danke dafür.

    In diesem Sinne, viel Erfolg und vor allem Spaß, bei der Auswahl Deiner nächsten Sätze. ;)

  54. Ole
    29. Oktober 2018 um 17:29

    @ Joldi – wat meinst Du denn konkret mit „Produzent und Zuschauer einer Veränderung“ ? Welche Veränderung beschert Dir persönlich einen Gewinn?

    Schwulstige Worte kann jeder in den Raum werfen.

    Ick frag ja nur – weil oft heißt es „…die (also Wutbürger usw.) haben ja nur Angst vor Veränderungen“…

  55. goldfish
    29. Oktober 2018 um 20:59

    @ Ole @Felix

    Nichts von alledem, dass sind Denkräume, Hypothesen, Mechanismen, …
    Jede Ideologie hat ihre Schattenseiten, Religionen sowieso, … ich persönlich wurde niemandem vertrauen, der allzu einfache Antworten bietet.

  56. Eule
    29. Oktober 2018 um 22:00

    @goldfish

    Neutrale Formulierungen sind hier fehl am Platz, denn es geht um nichts dazwischen oder aussenrum, sondern um ein im Sinne des internationalen Völkerrechts klar definierbares Subjekt. Das ist mit „deutsches Volk“ hinreichend benannt. Was du sonst mit diesem Begriff assoziierst ist dein Problem.

    Und auf welchen gesellschaftlichen Wandel und welche Veränderungen beziehst du dich? Etwa auf die durch „Jahrzehntelange Politik gegen das Allgemeinwohl und die Interessen der Mehrheit des deutschen Volkes.“ herbeigeführten Veränderungen? Wieso muss ich diese als Gewinn betrachten? Ist jede Veränderung per se ein Gewinn?

  57. Seldon
    30. Oktober 2018 um 10:57

    Hallo Eule,
    Die „Interessen der Mehrheit des deutschen Volkes“ werden nicht durch verfehlte (Flüchtlings-)Politik verletzt sondern durch die konsequent durchgeführte Politik im Interesse einer extremen Minderheit des Volkes: der Besitzer von Kapital. Deren Interesse steht dem der besitzlosen und vom Verkauf ihrer Arbeitskraft abhängigen Mehrheit diametral entgegen, wird jedoch von „der Politik“, dem Staat, konsequent exekutiert. Ob durch Räumung des Hambacher Forstes, lächerlicher Steuergesetzgebung oder Schleifung fundamentaler sozialer Errungenschaften. Eine Wahrung des „sozialen Friedens“ im Sinne der Aufrechterhaltung des status quo bzgl. der Eigentumsverhältnisse wird mehr und mehr durch Sicherheits- statt Sozialpolitik angestrebt, verbunden mit Schürung von Ängsten und Präsentation von Sündenböcken. Wahlweise faulen Griechen, Flüchtlingsmassen oder asozialen H4lern.
    Insofern haben wir es nicht mit „verfehlter“, sondern mit konsequent durchgeführter Politik im Interesse der Herrschenden zu tun, die IMHO auch nicht durch Wahlkreuze an der einen oder anderen Stelle „repariert“ werden kann.
    „In der Tat, man muss jeder historischen Kenntnis ermangeln, um nicht zu wissen, dass es die Regierungen sind, die zu allen Zeiten sich den wirtschaftlichen Verhältnissen fügen mussten, aber niemals die Regierungen es gewesen sind, welche den wirtschaftlichen Verhältnissen das Gesetz diktiert haben. Sowohl die politische wie die zivile Gesetzgebung proklamieren, protokollieren nur das Wollen der ökonomischen Verhältnisse.“ K. Marx, Elend der Philosophie

  58. Ole
    30. Oktober 2018 um 18:24

    @ Seldon – schön. Und Du wirst von den Besitzern von Kapital eingesetzt, um deren Kapital zu vermehren durch Deine Arbeitskraft. Nebenbei erarbeitest Du die Anschubfinanzierung für jene, welche hierherkommen und dann für noch weniger Geld arbeiten gehen als Du. Konsequenterweise solltest Du aufhören zu arbeiten. Wenn das alle täten, käme es allerdings noch schneller zu Verteilungskämpfen als es ohnehin kommen wird, da weniger produziert als verbraucht würde. Ob Du dann mit z.B. Eritreern oder doch Deines(deutschen)gleichen eine starke Gang bildest? Blut ist dicker als Wasser. Allen no nations – no border Fanatikern wird spätestens dann ein kick in their fat bottom die Augen öffnen. Vorher ganz bestimmt nicht.

    @ Joldi – nix Konkretes. War ja klar.

  59. goldfish
    30. Oktober 2018 um 20:55

    @ Eule – ganz allgemein, Politik ist der Schmerz, der entsteht, wenn andere Leute anderes wollen. Das ist leider so und gilt für alle. ;) Aber du hast recht, es wäre falsch Begriffe wie „deutsches Volk“, nur den Populisten zu überlassen, auch weil gerade diese ihre Adressaten gern im Regen stehen lassen.

    @ Herr Ole, genau – es beschreibt nichts Konkretes. Sondern, es meint jegliche Veränderung und wie allein durch die Zunahme der Geschwindigkeit, diese allerorts wahrnehmbare Nervosität entsteht. Und zwar in allen Richtungen: links gegen rechts, Geschlecht gegen Geschlecht, Inländer gegen Ausländer, Alt gegen Jung. Sämtliche Differenzen, aus denen moderne Gesellschaft gewoben sind, befinden sich in Aufruhr.

    Zitat: „Die Welt gerät ins Gleiten, und zwar „für Alle“ – das ist beileibe kein Merkel Problem.“

    Es macht also keinen Sinn, die Politik für etwas zu schelten, was weit über sie hinausgeht.

  60. Eule
    30. Oktober 2018 um 21:59

    Hallo Seldon,

    ich sprach weder von „verfehlter“ Politik, noch davon, dass diese erst mit einer bestimmten Flüchtlingspolitik eingesetzt hätte. Es ist vielmehr, wie du auch sagst, eine Politik, die klar benennbaren Einzelinteressen dient, welche mit denen des gemeinen Volkes nichts zu tun haben, ihnen ziemlich genau gegenteilig sind und dem Allgemeinwohl großen Schaden zufügt. Gekennzeichnet durch eine stetig zunehmende Umverteilung von arm zu reich, letztlich ein Wesenszug des Kapiltalismus. Das ganze vollzieht sich aus meiner Sicht, wie gesagt seit Jahrzehnten, und verschärft seit der „Kolonialisierung“ der DDR durch die BRD (anderes Thema, müssen wir hier nicht weiter behandeln;).
    Wenn du allerdings deine Gedanken weiter denkst, dann wirst du erkennen müssen, dass genau diese menschenfeindiche Politik ihre Fortsetzung in der seit 2015 anhaltenden Einwanderungspolitik (bzw. „Flüchtlingspolitik“) findet (wieso sollte es in diesem Falle auch anders sein). Diese Politik ist angetan, den Verfall der letzten sozialstaatlichen Elemente weiter zu beschleunigen und dient in ihrer jetzigen Form ausschließlich den Interessen der kapitalbesitzenden Elite. Solange in D auch nur ein einziger Rentner darauf angewiesen ist, Pfandflaschen zu sammeln oder bei der „Armenspeisung“, den sogenannten Tafeln (was ein widerwärtiger Euphemismus), um Essensreste zu betteln, damit er halbwegs überleben kann, ist D kein Einwanderungsland – zumindest nicht in der Form, in der es seit 2015 stattfindet.

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