Geschäftiges Treiben und Suche nach Ruhe

Nachmittagsstau auf der Louisenstraße
Stau auf der Louisenstraße
Sie strahlt über das ganze Gesicht und hat schon leicht die Arme ausgebreitet. Er beschleunigt noch schnell seinen Schritt. Denn immerhin ist sie aufgestanden und ihm entgegengekommen. Doch dann wird er rüde gestoppt. „Sehen Sie nicht, dass wir hier zu tun haben.“ Der Müllfahrer ist genervt, fast wäre ihm die randvolle Bio-Tonne umgekippt und nur weil so ein Müßiggänger hier über den Fußweg stolpert.

Die Szene spielt sich direkt vor dem Blumenau ab, ich konnte sie aus leichter Distanz von der anderen Straßenseite beobachten. Ehrlich gesagt war der im Voraus zu ahnende Zusammenstoß der Grund meines Verweilens. Nun, da eingetreten ist, was ich ahnte, könnte ich eigentlich weiter schlendern. Gern gönne ich mir solche vormittäglichen Touren durch das Viertel, sei es mit dem Rad oder wie heute zu Fuß.

An allen Ecken wird gehämmert, gebohrt und geschraubt. Auch für die letzten unsanierten Häuser scheinen sich nun doch noch Investoren gefunden zu haben. Und die gestiegenen Mietpreise im Szene-Viertel scheinen ihnen Recht zu geben. Und ganz nebenbei wird auch mal wieder die eine oder andere Straße aufgerissen, nun das kennt der Neustädter und gewöhnt sich dran.

Doch damit nicht genug. Neben dem Bau ist auch der Handel sehr geschäftig. Diverse Transporter blockieren die engen Straßen. Die nächtens leer getrunkenen Kneipen müssen aufgefüllt werden und auch die Klamottenshops brauchen Nachschub, die neuesten Herbstkollektionen müssen in die Schaufenster.

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Ich habe die beiden dann doch noch etwas länger beobachtet. Aus der geplanten Umarmung ist nichts geworden, denn sie hatte vor Schreck die Arme fallen lassen und auch er fiel direkt in den nächststehenden Stuhl. Zwei Meter vor ihnen quitscht das Müllauto erst, um dann heftig zu poltern, der feine Geruch zieht bis auf meine Straßenseite.

Na dann, viel Spaß beim Kaffeetrinken. Ich verzieh mich lieber von diesem lauten Ort. Vorbei an knöllchenverteilenden Politessen und einer Putzkolonne mit Handkehrmaschinen entfliehe ich der geschäftigen Treiben. Am Alaunplatz finde ich ein ruhiges Fleckchen mitten in der Herbstsonne.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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