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Fit together mit Claudia Seidel

Von müden Gestalten und aufgewecktem Sonnenschein

Boule
Boule
Klack. „Jawoll!“ Ein bärtiger, knapp zwei Meter großer Mann jubiliert. Fast möchte ich meinen, dass er einen kleinen Freudentanz aufführt, so springt er von einem Bein auf das andere. Doch dann, mit Blick auf seine Kameraden, beruhigt er sich schnell wieder, zieht sein knallrotes T-Shirt zurecht, weist lässig mit dem Arm und tritt drei Schritte zurück. Der nächste ist an der Reihe, die Herren, mancher mag sie auch als große Kinder sehen, spielen Boules an der Alaun-/Ecke Louisenstraße. Das ist für mich immer der untrügerische Beginn der warmen Jahreszeit.

Doch heute erinnert mich das Geklacker der Metall-Kugeln an ein anderes Spiel, dass ich am vergangenen Osterwochenende am oberen Ende des Alaunplatzes erstmals entdeckte. Dort hatten sich mehrere Familien mit kleinen und ganz kleinen Kinder versammelt. Die üblichen Picknickkörbe waren zu sehen, Hunde kläfften und das eine oder andere Kind schrie ein wenig. Soweit so normal.

Doch am oberen Ende des Platzes gibt es einen kleinen Hügel, der im Winter gern von Hobby-Rodlern genutzt wird. Da standen nun mehrere ernsthaft dreinblickende Herren in Begleitung der lieben Kleinen und hatten kunterbunte Ostereier in der Hand. Neugierig geworden, ließ ich mich in eine hundekotfreie Stelle der Wiese fallen und folgte den Dingen, die sich da entwickelten. Einer der Herren hockte sich nieder und schob recht zaghaft ein blaues Ei an. Diese folgte den Gesetzen der Schwerkraft und rollte den Hügel hinab, allerdings nicht allzu weit, dann blieb es an einem Grasbüschel hängen. Der nächste Herr, mal wieder ein Vollbart-Träger, gab seinem Ei, diesmal ein rotes, mehr Schwung und prompt flutschte es deutlich weiter.

Eine offenbar eingeweihte Dame klärte mich auf. „Ostereiertrudeln nennt man das“. Und gewinnen würde der, der am weitesten kommt, ohne das Ei zu zerbrechen. Diese einfache Regel brachte mich auf eine Idee, denn der Boden war vom Vortagsregen noch ganz weich. Aber offenbar war ich nicht der Einzige mit der Idee, denn ein Drei-Käse-Hoch schnappte sich sein Ei, ein grün-gelb kariertes und wirft es mit aller Kraft den Hügel hinunter, prompt flog es viel weiter als das rote und das blaue und natürlich ging es auf dem weichen Boden nicht kaputt, denn wie jeder weiß, Ostereier werden hart gekocht.

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Nachtrag

Anmerkung 2009: An der Alaun-/Ecke Louisenstraße kann man nicht mehr Boules spielen, da dort jetzt ein mexikanisches Restaurant steht, dafür erfreut sich das Kugel-Werfen am süd-östlichen Ende des Alaunplatzes großer Beliebtheit.
Anmerkung 2016: Aus dem mexikanischen Restaurant ist eine Burgerbraterei geworden.

Espitas im April 2014
Espitas im April 2014

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