Stilbruch schließt Ende Februar

Stammgäste werden das Stilbruch wiedererkennen und dennoch staunen.

Stilbruch im August 2016

Die Traditionskneipe schließt zum Ende des Monats. Dabei hatte das „Stilbruch“, das es immerhin schon seit rund zehn Jahren auf der Böhmischen Straße gibt, erst im August 2016 als Doppelkneipe wieder eröffnet.

Mit einem kleinen Zettel wird darauf hingewiesen, dass ab 1. März ein Nachmieter gesucht wird. Die Einrichtung aus dem Pub zur Hofseite ist schon ausgeräumt. Die Kneipe hatte wohl in letzter Zeit Probleme mit der Lautstärke einiger Besucher gehabt. Wie die Sächsische Zeitung berichtete, haben sich Anwohner des benachbarten Hof-Viertels beschwert.

Stilbruch schließt Ende Februar

Stilbruch schließt Ende Februar

Außerdem hatte der Inhaber Pech mit dem Namen des Pubs im hinteren Bereich. Er hatte sich extra den Namen einer Bar aus einer Fernsehserie ausgesucht, dabei aber übersehen, dass der Name schon für einen Berliner Pub eingetragen war. Es folgten Briefe von Anwälten und der Betreiber musste den Namen streichen.

2006 war aus der ehemaligen Filmkneipe „Oscar“ hier das „Stilbruch“ geworden. Das Augenmerk lag auf spielfreudigen Besuchern. So gab es hier die recht einmalige Einrichtung eines Gollard-Tisches, eine Mischung aus Golf und Billard. Aber auch regelmäßige Veranstaltungen sollten in der insgesamt 560 Quadratmeter großen Kneipe stattfinden. Das war zuletzt, aufgrund der Anwohnerbeschwerden nur noch bedingt möglich. 2016 war dann das erste Mal Schluss für die Kneipe – aber nur für ein paar Monate.

Stilbruch schließt

Am kommenden Sonnabend wird nochmal eine große Abschiedsparty gefeiert und Ende Februar ist nun erstmal Schluss. Mal sehen, ob sich nun ein mutiger Gastronom findet, der an die langjährige Tradition der Kneipe anknüpfen kann und gleichzeitig mit den Hof-Quartier-Mietern klar kommt.

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16 Kommentare zu “Stilbruch schließt Ende Februar

  1. Johannes
    23. Februar 2017 at 15:24

    Ade Lustgarten, Ade Stilbruch, Ade Urbanität

    Folgen städtebaulicher Fehlplanungen
    Traurig

  2. LovelyNeighbor
    23. Februar 2017 at 17:49

    Endlich ist von der Seite Ruhe, den Pizza-/ Dönergestank bekommen wir auch noch in den Griff, genauso wie die Verlegung der BRN, wegen des ganzen Drecks nach Jena. Um es für alle noch ein bisschen schöner zu machen, sollte wegen fehlender morgendlicher Sonne, die komplette Bebauung östl. des Hofquatiers entfernt werden. Bei unserer Wohnungsbesichtigung war es Mittag und wir wussten nichts davon, dass morgens bei uns keine Sonne in den Arsch leuchtet.

  3. Anwohner *161*
    24. Februar 2017 at 10:44

    Nu genau, man zieht in de Neuse und regt sich dann auf, dass es zu neustädtisch is! Wenn Ruhe gewollt gewesen wäre, dann hätten sie vielleicht in die Radeberger Vorstadt oder so ziehen sollen. Das muss einem doch vorher klar sein, ganz abgesehen davon, dass die Kneipennutzung im Hofquartier im Mietvertrag enthalten ist! (siehe SZ) Hätten sie halt vorher mal ihren Vertrag lesen sollen…
    Oder kann Ich jetzt auch einfach die deutsche Bahn wegen Ruhestörung verklagen, weil Ich zwischen zwei Bahndämme gezogen bin und nachts die Güterzüge immer so laut sind? Und den Haltepunkt, der erst vor Kurzem dazu kam, sollen sie dann bitte auch gefälligst wieder abreißen, die Züge da pfiepen immer so laut beim Rumstehn! „Der Lärmpegel sei teilweise so hoch gewesen, dass das Kind der Familie nicht mehr im eigenen Zimmer übernachten konnte, so die Mutter.“

    *irony off*

    Aber mal ganz im Ernst, eigentlich war uns allen doch auch schon vorher klar, was die neue Yuppie-Legebatterie namens „Hofquartier“ fürs Viertel bedeutet, und zwar das selbe wie de Lagebatterie überm A-Park und der schicke neue Scheune-Vorplatz: es geht nur immer weiter mit ihr… https://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung

    P.S.: Unsere spontanen tagsüber (!!!) stattfindenden im-A-Park-entspannt-Reggae-Auflegsessions am Wochenende, welche jahrelang ohne Probleme liefen, endeten auch schlagartig mit den ersten Bezügen des Yuppie-Bunkers darüber. 2h aufbauen, keine 20min spielen und schon kamen die ersten Mieter in Begleitung der Polente… Wer sich noch erinnern kann, so hats geendet…

  4. toto
    24. Februar 2017 at 11:08

    oder Folgen leider verfehlten Geschäftssinns…

  5. tom
    24. Februar 2017 at 14:58

    Super. Wiedermal etwas von Luxuswohnungen und deren Bewohnern verdrängt. Erst ins laute Kneipenviertel ziehen, weil’s doch so hipp ist. Aber vor der eigenen Haustür bitte leise!!! Also die Kneipe, die es schon vor dem Bau der eigenen Wohnung gab, in den Ruin klagen!

  6. 24. Februar 2017 at 15:19

    Das Phänomen nennt man Nimby. ;-)

  7. strabak.uscheln
    25. Februar 2017 at 06:54

    recht hast Du ….

    Wenn die Yuppies dann noch Kinder bekommen ist man ganz schnell bei „ruhe bitte“ … mein Kind muss schlafen …
    Weil Umziehen will man ja nicht mehr … wegen der Eigentumswohnung.

    Auf der anderen Seite, wartet mal ab bis die letzte Kneipe weg ist … „na huch“, dann heißt es in die Bahn setzen und 30 Minuten fahren …
    Noch besser, wenn die ganzen Ladenzeilen dann leer stehen und es aus ist mit dem Szeneviertel …. (andere Stadtviertel stehen schon in den Startlöchern.)

    Ich denke ähnlich Diesem : „Wer in die Neustadt zieht, muss wissen auf was er sich einlässt und er muss eine gesunde Portion Toleranz mitbringen“.

  8. Alauner
    25. Februar 2017 at 17:04

    Naja…für den Untergang des Stilbruchs ist wohl eher der jetzige Betreiber verantwortlich. Das hat nicht mehr viel mit dem früheren Stilbruch zu tun. So kann man sich schön die alte Stammkundschaft vertreiben.

    Und weiter „Wer in die Neustadt zieht, muss wissen auf was er sich einlässt und er muss eine gesunde Portion Toleranz mitbringen“
    Die Zeiten sind doch längst schon vorbei. Wer jetzt noch in der Neustadt wohnt, muss doch gemerkt haben, das sich das Viertel längst gewandelt hat. Toleranz ist hier nicht mehr gefragt.

  9. Fino
    25. Februar 2017 at 19:21

    Interessant, dass sich die Kommentare primär um die sogenannte Gentrifizierung des Viertel drehen nicht um den primären Inhalt des Artikels. Liebe „ICHBINGEGENALLESWASNICHTSOISTWIEICH“ tut Euch die Schließung der Kneipe leid? Mir scheint, dass Ihre Euch über die Schlißeung freut, um endlich mal wieder über Yuppies zu schimpfen. Schade dass Euch die Kneipe nicht fehlt.

  10. strabak.uscheln
    26. Februar 2017 at 20:22

    „Fehlen“ wäre tatsächlich übertrieben … Mich ärgert der Wandel der Neustadt nur und noch weiter getrieben – die Entwicklung der Stadt ist in meinen Augen auch nicht die Beste (wohnungsbaupolitisch gesehen). Ich geb Dir aber recht mit deinem ersten Satz … mal schauen wann Godwin zuschlägt *zwinker* … ups, da war sie schon wieder die „Quirks Ausnahme“ …

  11. SHARP
    27. Februar 2017 at 17:24

    Nun ja, gleichzeitig lese ich an diversen Hauswänden was von „Kiez zurückholen, Sauftouristen vertreiben“…
    Mal davon abgesehen, dass das Wort „Kiez“ eher nix mit Dresden zu tun hat (aber sowas liest man ja öfter, zum Beweis des Selber-Hinzu-Gezogen-Seins der Autoren), ist da aber einige Wahrheit drin.
    M. M. ist die unerfreuliche Entwicklung des Viertels nicht nur auf „hinzugezogene Yuppies“ zurückzuführen. Außerdem: Was heißt das schon? Die, die Neustadt zu dem angesagten Szeneviertel gemacht haben, sind inzwischen im Mama-und-Papa-Alter und wohnen zum großen Teil immer noch hier, das war dann eben keine „Gentrifizierung“, gelle?
    Die Neustadt ist einfach Opfer ihres eigenen Erfolges geworden. Viertel entwickeln sich halt so, irgendwann dreht sich das auch wieder. So what?

  12. fino
    28. Februar 2017 at 11:38

    … da hast Du recht.
    Auch ich habe schon von Studenten gehört, die ihr Studium
    tatsächlich abgeschlossen haben und die
    tatsächlich gutes Geld verdienen und
    tatsächlich in der Neustadt bleiben und
    tatsächlich irgendwann mal Familie bekommen und denen
    tatsächlich irgendwann die 2-Raum-Wohnung zu eng wurde und
    tatsächlich eine der Neubauwohnungen gezogen sind.

    Mal schauen was in 25 Jahren sein wird…. Seniorenviertel GRINS

  13. SHARP
    28. Februar 2017 at 11:51

    Tja, die Zeit kann keiner aufhalten…
    Und von dem „tatsächlich“ in Deinem Kommentar – ich kenne tatsächlich mehrere Beispiele, mich eingeschlossen, wobei ich in den vergangenen 28 Jahren immer am Rand der Neustadt gewohnt habe, lustigerweise 4 Wohnungen in allen 4 Himmelsrichtungen :-)

    Wir sehen uns dann in 25 Jahren, Senior ;-)

  14. 28. Februar 2017 at 12:08

    Zum Thema Geriatrifizierung der Neustadt gab es zur letzten BRN eine lustige Talkshow auf der Sebnitzer Straße.

  15. jubee
    2. März 2017 at 16:32

    Gibt es eventuell eine Statistik über die Anzahl der gastronomischen Einrichtungen in Bezug auf die vergangenen 25 Jahre?
    Seit ich hier wohne, sind es auf jeden Fall mehr geworden.

  16. 2. März 2017 at 19:13

    Sind in den letzten 25 Jahren auf jeden Fall mehr geworden, aber das Vorkriegsniveau haben wir noch nicht erreicht.

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