Nach dem überraschenden Teilabriss am Dach und Obergeschoss der Putzi-Villa an der Königsbrücker Straße 12 hat sich nun die Eigentümerseite geäußert. Neustadt-Geflüster hatte nachgefragt, die Antworten kamen von der Architektin Yana Ilieva im Auftrag der Argenta Unternehmensgruppe.

Der Rückbau erfolge demnach in enger Abstimmung mit dem Amt für Kultur und Denkmalpflege, sei vorab abgestimmt, dokumentiert und fachlich begleitet worden. Der Grundsatz laute, ausschließlich das zurückzubauen, was zur Herstellung der Standsicherheit nötig sei. Tragfähigkeit und Zustand der Bauteile würden fortlaufend geprüft, jeder Schritt beruhe auf entsprechenden Untersuchungen. Diese Abstimmung hatte in der vergangenen Woche auch die Stadtverwaltung Dresden bestätigt (Neustadt-Geflüster vom 16. Juni 2026).
Auf konkrete Nachfragen erklärte Ilieva, das Dach sei nicht eingestürzt – die Maßnahmen dienten der Sicherung des Bestands. Weitere Eingriffe über die bereits umgesetzten hinaus würden im weiteren Verlauf anhand der laufenden statischen Bewertungen und in Abstimmung mit den Fachämtern entschieden. Die Sicherungsarbeiten sollen voraussichtlich bis September abgeschlossen sein. Also rechtzeitig vor Beginn des Ausbaus der Königsbrücker Straße. „Während dieser Bauphase kann die Sanierung der Gebäude aus Gründen der Baustellenlogistik nicht fortgeführt werden“, so Ilieva. Daher könne zum jetzigen Zeitpunkt kein Zeitplan für die Gesamtfertigstellung genannt werden.
SPD: „Geheimniskrämerei unerträglich“
Kritisch fällt die Reaktion der SPD-Fraktion im Stadtrat aus. Brisant: Erst zwei Wochen vor dem Teilabriss hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert eine Anfrage des SPD-Stadtrats Stefan Engel zur Sanierung der Putzi-Villen beantwortet – ohne den bevorstehenden Abriss auch nur zu erwähnen. In seiner Antwort vom 1. Juni heißt es lediglich, es fänden „Abstimmungen zwischen dem Eigentümer und der Landeshauptstadt Dresden zur Gewährleistung des Sanierungsbeginns“ statt.
Engel, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, reagiert entsprechend verschnupft: Der Teilabriss sei „ein echtes Armutszeugnis“. Seit Jahren werde eine Sanierung versprochen, ohne dass etwas passiere. Anstatt die Öffentlichkeit zu informieren, würden einfach Fakten geschaffen – die Geheimniskrämerei von Stadtverwaltung und Eigentümer sei unerträglich. Selbst auf explizite Anfragen sei vor zwei Wochen nur ausweichend reagiert worden. Die SPD-Fraktion erwarte einen originalgetreuen Wiederaufbau, der Teilabriss von Kulturdenkmälern dürfe „nicht Schule machen“.
Die Villen Königsbrücker Straße 12 bis 16 gehören der Münchner Dental-Kosmetik GmbH & Co. Grundstücksgesellschaft KG, einem Tochter-Unternehmen der Argenta Gruppe und stehen seit Jahren leer, mittlerweile sind sie durchweg denkmalgeschützt.


















Ich verstehe nicht, wie man sich als Stadt wieder und wieder auf der Nase rumtanzen lassen kann. Eigentum verpflichtet: Entweder sanieren oder verkaufen an jemand der saniert. Vergammeln lassen ist nicht…
@Jonk: Naja, so ganz unschuldig ist die Stadt an der Situation nicht. Die Villen gehören zu dem großen Gelände dahinter, wo einst die Leo-Werke standen. Und dafür hatte Argenta z.Bsp. vor vielen Jahren konkrete Pläne für ein Einkaufszentrum. Die wurden nicht umgesetzt, weil die Sanierung der Königsbrücker Straße unklar war bzw. sich immer weiter verzögerte. Damit gab es keine Planungssicherheit und ging nicht weiter. War bestimmt nicht der einzige Plan, der im Laufe der Jahrzehnte gescheitert ist. Und Argenta haben wir immerhin auch zu verdanken, dass es bis heute die Dental-Kosmetik als Firma gibt und Schloß Eckberg ein etabliertes Luxushotel mit sehr schönem Park ist. Und der heutige Denkmalschutz für die drei Villen wurde erst letztes Jahr festgelegt, davor galt er nur für das Treppenhaus von Nr. 12, was vom Eigentümer entsprechend gesichert war und ist. Nein, Argenta ist ganz sicher nicht der große Wohltäter, aber eben auch nicht die so böse Firma, wie es gelegentlich dargestellt wird. Und das da niemand mal eben viele Millionen Euro investiert für Sanierungen, die sich nicht annähernd wirtschaftlich darstellen lassen, kann ich auch verstehen. Zumal die mögliche Nutzung (auch in Anbetracht der unklaren weiteren Entwicklung für das Gesamtgelände) sehr schwierig planbar ist.
@Jonk: Die Stadt hofft, dass irgendwann überhaupt saniert wird. Ein anderer Eigentümer würde sich bei den derzeitigen Baupreisen und Zinsen eine Sanierung auch nicht ans Bein binden. An dieser Stelle an einer Hauptstraße Unmengen Geld zu investieren um am Ende wenig Wohnfläche zu vermieten ist nicht gerade erstrebenswert. Und wenn dann doch saniert wird und wegen der Kosten Mietpreise von 35€ pro Quadratmeter aufgerufen werden, dann ist das Geschrei auch groß.
Derzeit baut keiner, in der Stadt stehen viele Projekte in den Startlöchern und stehen und stehen und stehen… Wie z.B. die Lingnerstadt, an der Lennestraße usw.
@Stefan und @Alles wird gut: Vielen Dank für diese Hintergrundinformationen.
@Stefan E. & Alles wird gut: Neben den hohen Kosten bremsen genauso die enormen Renditeerwartungen von Projektentwicklung und Besitzer*innen. Wenn es nur darum ging, Wohnraum zu schaffen, wäre das auch günstiger zu haben.
Nach dem letzten Stand sollten dort keine Wohnungen entstehen, sondern Büroraum.
die sanierung kann doch über das putzi-gelände erfolgen, das dürfte kein hinderungsgrund sein. ich denke den münchener besitzern geht es hier mehr um die klassische bodenspekulation. verfallen lassen und dann hoffen mehr zu bauen oder mit mehrwert zu verkaufen.
@versteher:
Putzi-Gelände bedeutet Katharinenstraße. Die wird über die Königsbrücker schlecht zu erreichen sein. Also via Bischofsweg/Alaunstraße? Da freu ich mich jetzt schon auf die Kommentarspalten.
Bessere Idee: Hubschrauber!
Beste Grüße
Peter
Wenn es Argenta um klassische Bodenspekulation gehen würde, wäre Dental-Kosmetik schon längst geschlossen, weil sich das Grundstück ohne einen Industriebetrieb auf dem Gelände viel gewinnbringender verkaufen lässt. Und die Chance hätte man in den letzten 34 Jahren ganz sicher auch gehabt, nur momentan dürfte der Markt dafür eher schlecht sein. Also ich glaube schon, dass denen ernsthaft etwas an dem Gelände und dessen Entwicklung liegt, die drei Villen sind da nur ein relativ unwichtiges Detail. Die sind übrigens weit weniger glamourös als es die Bezeichnung „Villa“ vielleicht vermuten lässt, es sind alte heruntergekommene Wohnhäuser. Vor über 20 Jahren war ich mal in der Nr. 12, so toll war es da nicht. Gebäude dieser Art gibt es viele in Dresden, da ist es schon verwunderlich, dass man die letztes Jahr mit Denkmalschutzstatus versehen hat. Und die drei Häuser für viele Millionen Euro sanieren lassen ist das eine, es muss sich am Ende auch rechnen. Viel wichtiger dürfte für Argenta sein, was mit dem Gesamtgelände wird und dafür gab es wie oben erwähnt schon so einige Pläne, für deren Scheitern nicht nur Argenta verantwortlich ist. Und ja, die Situation der Königsbrücker Straße war da nicht ganz unerheblich, weil es die wesentliche Anbindung zu dem Gelände ist. Würde mich nicht wundern, wenn sich dann zeitnah etwas tut, wenn die Straße endlich mal saniert ist, darauf warten wir ja nun auch schon einige Jahrzehnte …
ich glaube der denkmalschutz bezieht sich auch mehr auf städtebauliche aspekte nicht so sehr auf das einzelne gebäude. nach der engen bebauung innerhalb der mauern erfolgte mit einmal eine fast ländliche bebauung ausserhalb auf beiden seiten der königsbrücker strasse. das ist glaube ich das besondere (also einen vorgründerzeitliche bebauung, ehe dann weiter nördlich wieder geklotzt wurde beziehungsweise die urspüngliche lockere bebauung beseitigt wurde)
ich glaube so ein kleines häuschen zu sanieren schafft man/frau schon, zumal das gelände von putzi ideale lagermöglichkeiten für eine baustelleneinrichtung bietet. da gibt es schlimmeres (mal auf maps nachschauen) und ja mit einem kran kann auch einiges bewegt werden. da gibt es komplizierteres.
Hier gibts mehr zu den Gründen, warum die Gebäude unter Schutz stehen:
https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/CardoMap/Denkmalliste_Report.aspx?HIDA_Nr=09307669
Alles klar, dann kann es ja losgehen mit der Sanierung. Moment, die wird ja etliche Millionen kosten, wer bezahlt die? Der Eigentümer, egal was er dazu meint? Na dann freue ich mich schon auf den Boom in der Baubranche wenn jetzt bald überall denkmalgeschützte Häuser zwangsweise auf Kosten der Eigentümer saniert werden. Gerade wo es absehbar sehr schwer sein wird, die Investitionen anschließend wieder zeitnah zu erwirtschaften. Davor wird die Bundesstraße grundsaniert, dahinter dann hoffentlich bald mal eine Großbaustelle.
Man reißt das Dach ab, deklariert das als „Sicherungsmaßnahme“, dann wird ein paar Jahre die Königsbrücker saniert, derweil tut sich nichts am Haus, und danach kann man das dann auch sanieren? Ja klar doch.
Man sollte ehrlich sein. In einigen Jahren wird die Natur in Kombination mit Regen ihr Werk verrichtet haben. Das ist der einzige Zwecke dieser „Sicherungsmaßnahme“. Sie stellt sicher, dass es irgendwann endgültig nichts mehr zu sanieren gibt.
Wobei ich den Eigentümer schon verstehen kann. Als Denkmal-sanierter Wohnraum ist das nicht gerade der ideale Standort, und schnöde Bürobauten sind mit Abriss und Neubau halt auch eine Größenordnung billiger.
interessanter artikel gestern in der sz (ich zitiere in auszügen):
eigentümer ist die agenta gruppe mit hauptsitz in der noblen prinzregentenstrasse in münchen. dahinter steht der geschäftsmann helmut röschinger. ihm gehört auch das schloss eckberg mit samt seinen 15 hektar grossen park. auch das atrium am rosengarten (sitzt da nicht unser stadtbezirk drin?)…. man schätzt sein vermögen auf 450.000.000 euro ein.
und nun soll ich den herrn bedauern, dass er seit 30 jahren der gebäude an der königsbrücker verfallen lässt? wunderliche welt.
@Stefan E.: „die Investitionen zeitnah wieder zu erwirtschaften“ -> Warum soll das nötig sein? So ein Haus hält ja schon ein paar Jahrzehnte (bis Jahrhunderte). Absurdes Anspruchsdenken gepaart mit Vollkaskomentalität bei einem Eigentümer mit ner halbe Milliarde Vermögen.
@tsetse: Üblicherweise werden aber Häuser schon gebaut oder saniert, damit man die dann zeitnah einer Nutzung zuführen kann. Und ja, damit sollen auch die getätigten Investitionen refinanziert werden. Wohnungen sind dort nicht möglich, Bürogebäude am Markt aktuell wenig gefragt, zumal dort die Lage mindestens die nächsten Jahre problematisch ist. Hm, vielleicht übersehe ich etwas, aber ich würde in der Situation kein Geld investieren. Und nur weil wir es schön fänden oder vielleicht moralisch richtig (?), ist es doch am Ende für den Eigentümer unerheblich. Von Zwangssanierungen habe ich noch nie etwas gehört, egal wie vermögend die Eigentümer sind. Und vielleicht sind die nicht selten genau deswegen so reich, weil sie nicht in Projekte investieren, die sich nicht rechnen.Und wie viele liquide Mittel jemand trotz hoher Vermögenswerte hat, wäre auch noch die Frage, schöne Grüße an Herrn Benko ;-)
PS: Ja, mir gefällt es auch nicht, dass wir nach 34 Jahren dort so eine große Brache haben, die wirklich sinnvoller genutzt werden könnte als als Wendeplatz für LKWs u.ä.. Könnte mir ganz viele Nutzungen vorstellen und hoffe, das dieser Zustand möglichst bald ein Ende hat. Spätestens dann wird sich auch die Situation der drei Villen ändern. Wobei mir, meine persönliche Meinung, deren Fortbestand nicht sooo wichtig ist. Und mir erscheint es schon eigenartig, dass man die erst letztes Jahr unter Denkmalschutz gestellt hat, hätte man ja auch schon vor 30 Jahren tun können, wenn es den stadtgeschichtlich so wertvolle Gebäude sind. Oder hat das zuständige Amt, 500 m Luftlinie entfernt, vorher keine Kenntnis von diesen drei Häusern gehabt ;-)
Ist immer wieder spannend zu lesen wie viele sich sorgen um unsere multmillionäre machen. wenn ich das geld habe erziele ich immer eine rendite. doch die meisten der reichen wollen eine hohe rendite und das nennt mensch dann Spekulation
Immer dieser Neid auf das Vermögen anderer. Kann man nicht jeden selbst entscheiden lassen, was er mit seinem Eigentum oder Geld macht? Steht es nicht jedem frei die Wege zu bestreiten, die das eigene Vermögen vermehren? Wie soll es auch attraktiv sein, zu investieren: alle wollen in zentralen Lagen oder im coolen Szeneviertel wohnen. Der Wohnraum muss großzügig und top ausgestattet sein. Kosten darf das ganze natürlich nichts, denn die Mietpreise sind ja ohnehin viel zu hoch. Auch darf der Vermieter nicht entscheiden wer am Ende einzieht – nicht das er sich Diskriminierung vorwerfen lassen muss. Dazu soll es auch umfangreiche Außenanlagen geben, die zwar in Errichtung und Betrieb viel Geld kosten, aber keine direkten Mieteinnahmen generieren. Bei dem ganzen Prozess darf dann ruhig die Gewissheit herrschen, das der Eigentümer drauf zahlt um sein Vermögen zum schmelzen zu bringen. Besonders gut lässt sich dann auch hinter dem eigenen Balkonkraftwerk darauf anstoßen, dass die Steuern für Reiche erhöht werden. Ist es wirklich verwunderlich, warum vermögende mit ihrem Geld ins Ausland abwandern? Oder warum nicht investiert wird oder es Instandhaltungsrückstau gibt?
jetzt kommen mir die tränen. ich glaube, ich schaffe es nicht vorgefertigte meinungen aufzubrechen. wäre ja auch ein wunder. das problem ist nicht der gewinn sondern die gewinnmaximierung.
@Amsterdam Vallon
Warum Neid? Niemand schreibt von Neid oder neidisch sein außer dir. Bist du neidisch auf das Vermögen anderer? Oder ist das ein Strohmann (also ein richtiger, nicht dass was du für einen hältst)?
„Kann man nicht jeden selbst entscheiden lassen, was er mit seinem Eigentum oder Geld macht?“ Ja klar in den rechtlichen Grenzen – und da gibt es eben auch Artikel 14 GG („Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“).
„alle wollen in zentralen Lagen oder im coolen Szeneviertel wohnen.“ Ganz sicher nicht. Das ist selbst beim Blick auf Äußerungen hier im NG faktisch falsch.
„Kosten darf das ganze natürlich nichts, denn die Mietpreise sind ja ohnehin viel zu hoch.“ Die Alternative zu „Mietpreise zu hoch“ ist nicht „darf nichts kosten“. Was du schreibst ist also Quatsch (oder etwas höflicher eine falsche Alternative).
„Auch darf der Vermieter nicht entscheiden wer am Ende einzieht“ Wie realitätsfern bist du? Vermieter*innen tun genau das. Ja, dabei dürfen sie niemanden diskriminieren. Aber diese Erwartung sollte ja hoffentlich Standard sein.
„Dazu soll es auch umfangreiche Außenanlagen geben, die zwar in Errichtung und Betrieb viel Geld kosten, aber keine direkten Mieteinnahmen generieren.“ Hmm, hätten Vermieter*innen nur die Möglichkeit Betriebskosten auf die Mieter*innen umzulegen. Moment mal…
Kritik an Spekulation und Profitmaximierung bedeutet doch im Umkehrschluss nicht, Vermögen abzuschmelzen. Das ist nen ganz schwächlicher Dualismus, den du da bemühst.
„Ist es wirklich verwunderlich, warum vermögende mit ihrem Geld ins Ausland abwandern?“ Das ist falsch. Die Zahl der Vermögenden in Deutschland steigt (Anzahl der Millionäre um über 10%).
„Oder warum nicht investiert wird oder es Instandhaltungsrückstau gibt?“ Das ist, wenn mensch bissl Ahnung hat, gar nicht so schwer. Instandhaltungsrückstau hat eben nicht 1:1 den Einfluss auf den Verkehrswert einer Immobilie (wird nicht automatisch in voller Höhe vom Verkehrswert abgezogen). Es kommt nicht nur auf die kalkulierten Beseitigungskosten an. Wichtiger ist, wie sich der jeweilige Mangel am „MARKT“ auswirkt. Damit wieder ein gutes Instrument für Spekulation und Gewinnmaximierung.
Was du hier machst, stinkt nach Fisch (red herring). Spar dir doch die Nebelkerzen und trage noch etwas Inhaltliches bei.
@Spatz
„…und trage noch etwas Inhaltliches bei.“
Der war gut!
Ich habe Sie zwei schon irgendwie lieb, daher freue ich mich auch, dass ich von euch Beachtung erfahre, dafür herzlichen Dank! Vorab: Amsterdam Vallon war ich glaube schon, dabei gibt es noch so viele Rollen die noch keine Erwähnungen fanden. Aber zum Thema:
@Spatz
Interessant. Sie werfen mir Nebelkerzen vor und beantworten dabei selbst keine einzige meiner eigentlichen Fragen.
Natürlich gilt Artikel 14 GG. Eigentum verpflichtet. Er verpflichtet allerdings nicht dazu, unrentable Investitionen zu tätigen oder Vermögen aus moralischen Gründen zu vernichten. Er garantiert gerade auch das Eigentum. Das eigentliche Problem bleibt doch bestehen: Wenn sich Investitionen wegen Baukosten, Zinsen, Regulierung, Denkmalschutz, Genehmigungen und unsicherer Rahmenbedingungen immer schlechter rechnen, überrascht es dann wirklich, dass weniger gebaut oder saniert wird? Sie nennen das Gewinnmaximierung. Ich nenne es wirtschaftliche Vernunft. Niemand investiert Millionen mit dem Ziel, möglichst wenig Rendite zu erzielen. Und was die steigende Zahl der Millionäre betrifft: Das widerlegt meine Aussage überhaupt nicht. Es können gleichzeitig neue Vermögen entstehen und andere ihr Kapital ins Ausland verlagern. Das eine schließt das andere nicht aus.
Dass Sie jede wirtschaftliche Betrachtung reflexartig als Spekulation oder “red herring” abtun, ersetzt leider kein Gegenargument.
Immerhin sind wir uns mit @Schweesdo onie ausnahmsweise einig: Der Hinweis, ich möge “inhaltlich” werden, wirkt ausgerechnet unter einem Kommentar, der hauptsächlich Schlagworte wie Strohmann, Dualismus und Red Herring sortiert, tatsächlich unfreiwillig komisch. Inhalt ersetzt ein Glossar nun einmal nicht.
gehen wir mal davon aus. mir gehört die immobilie. ich saniere und vermiete sie dann. das geld nehme ich aus meinen privatvermögen, weil ich vermögend bin. dann ergibt sich etwas pauschal gerechnet die miete (abzüglich verwaltung, wartung, rücklagen und so weiter zusammen rund 25%) geteilt durch die investitionskosten meine rendite. diese ist in dieser lage mit sicherheit deutlich über 0, also ein gewinn. wertsteigerungen im zuge der sanierung der königsbrücker strasse (öffentliche investition) nicht mit gerechnet. also wo ist das problem für herrn röschinger (der eigentümer) mit seiner atrium firma? auch hier ist die antwort ziemlich einfach: gewinnmaximierung. offensichtlich kann er woanders mehr rausholen und dann lässt man eben das gebäude 30 jahre lang verfallen und realisiert den gewinn über den bodenwert und da heisst das spekulation.
Schlaue Unternehmer finanzieren ihre Investionen nicht aus ihrem Privatvermögen. Zumal hier sehr wahrscheinlich das Grundstück auch nicht Herrn Röschinger direkt gehört, sondern zum Betriebsvermögen der Dental-Kosmetik zählt. Warum sollte er da einige Millionen aus seinem Privatvermögen ausgeben, noch dazu wenn sich die Investition nicht rechnet bzw. die weitere Entwicklung des Gesamtgeländes unklar ist? Und zum Thema Spekulation, dann hätte ich aber ganz sicher schon lange die Firma auf dem Gelände plattgemacht, weil 22.000 m² in der Lage lassen sich ohne einen Industriebetrieb nun wirklich viel besser verscherbeln. Und die drei „Villen“ hätte ich auch längst abgerissen, was ganz viele Jahre überhaupt kein Problem gewesen wäre. Und warum wurden eigentlich immer wieder Planungen für das Gelände erstellt, die kosten nur viel Geld und es geht ja schließlich nur darum, das Gelände dann in einigen Jahrzehnten mit maximalen Gewinn zu veräußern? Ist schon erstaunlich, mit wie wenig unternehmerischen Weitblick der Herr zu einem so großen Vermögen gekommen ist. Zum Glück kann er hier nachlesen, wie man es richtig macht.
@versteher
Ja das erklärst du richtig. Problem ist dabei nur, dass ein Vermögen nicht zwangsläufig Geld auf dem Konto ist. Dies benötigt man jedoch, um die Handwerker und Baufirmen zu bezahlen. Dazu kommt, dass die Investition, auch wenn sie komplett durch den Eigentümer selbst finanziert wird, im Verhältnis zu den möglichen Einnahmen stehen muss. Investitionen die sich erst in 50 Jahren rechnen, sind wirtschaftlich nicht zu empfehlen. Gewinnmaximierung zu verteufeln ist legitim, anders gefragt: warum sollte man anderen etwas Schenken? Sogar schaut das Finanzamt hin, wenn jemand zu großzügig ist. Mit großem Immobilienbesitz hat sich sogar die Kirche schwer, der es eigentlich nicht im Maximierungen gehen sollte. Die hier diskutierten Immobilien könnten z.B. an die WiD verkauft werden, damit diese zur Entwicklung beiträgt. Aber auch dafür bedarf es einen marktgerechten Kaufpreis. Zum Thema „an anderer Stelle mehr rausholen“: ein gutes Ziel wäre doch, genau so ein attraktiver Standort zu werden, mit Mietpreisen die Investitionen erlauben und entsprechender Nachfrage nach gutem Wohnraum.
nein leider so läuft das im allgemeinen nicht. man/frau kauft in bester innenstadtlage ein grosses grundstück, gern auch mit ein paar häusern und einer firma drauf und lässt es so lange laufen wie es geht. die gebäude interessieren eigenlich nicht. und dann verscherbelt mensch das ganze bei bester gelegenheit. das ist dann grundstücksspekulation in reinstkultur und darum geht es meistens. die bodenrichtwerte liegen jetzt bei 1.000 euro/qm (themenstadtplan dresden https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/statistik/geoinformationen/gutachterausschuss/bodenrichtwerte.php). anfang der neunziger hatten wir umgerechnet so um 100 euro/qm. wahrscheinlich bekam man den ganzen putziladen weitaus günstiger. man hat ja einen betrieb erhalten!
@Monsieur Calvin Candie: „Problem ist dabei nur, dass ein Vermögen nicht zwangsläufig Geld auf dem Konto ist. Dies benötigt man jedoch, um die Handwerker und Baufirmen zu bezahlen.“
Das scheint mir doch eine ziemlich niedliche, wenn auch ehrenwerte Weltsicht zu sein, die eher auf Deine Einkommens-/Vermögenskohorte zutreffen wird. Du verteidigst aus meiner Sicht die Falschen – zu denen Du mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie gehören wirst.
@versteher
Den von dir beschriebenen Prozess bestreite ich nicht. Ich frage mich eher, was daran falsch ist. Jedem steht doch frei, ein Grundstück zu kaufen und wenn es ihm beliebt, dort Wohnraum günstig anzubieten. Auch hätte jeder nach der Wende günstig kaufen können und wäre nun entweder reich oder in der Lage, seine Objekte oder sein Vermögen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Einige haben damals an den Aufschwung geglaubt und gekauft und freuen sich heute eventuell darüber. Ich war, kaum zu glauben, zu dieser Zeit noch „Quark im Schaufenster“. Um sein Vermögen zu mehren ist denke ich der Ankauf von Grundstücken, die deutlich humanere Geschäftsidee. Das der Bodenrichtwert gestiegen ist, ist so normal wie, dass ein Bier heute auch mehr kostet als damals. Es ist ja nun auch nicht so, als wäre der aktuelle Wert im Vergleich zu anderen Städten besonders hoch.
@Peter Macheli
Auch ohne deine Glaskugel zu bemühen gehe ich davon aus, das deine auf mich zutreffende Aussage auf dich auch zutrifft. Ich sehe es lediglich aus der Sicht eines Spitzensteuersatz-Bezahlenden-Bürgers und empfinde die Forderung danach, dass jemand der mehr hat oder mehr verdient auch mehr geben muss als falsch. Am Ende ist jeder seines Glückes Schmied. Die einen können eben besser mit Hammer und Amboss umgehen als die anderen. Oder eben mit Hammer und Zirkel… Um Geld zu verbrennen, muss man auch nicht für die Allgemeinheit in Projekte investieren…
Bzgl. dem anderen deiner Hinweise: der durchschnittliche Investor finanziert und nimmt dafür nicht das Geld was irgendwo rumliegt. Die Bank finanziert nur, wenn die Rendite stimmt. Ob nun eine Wohnung oder 1000 Wohnungen im Besitz, niemand sollte zur Solidarität genötigt werden.
@Amsterdam Vallon (das war nicht die erste Wiederholung)
„…und beantworten dabei selbst keine einzige meiner eigentlichen Fragen.“ Das ist falsch.
Hmm,… „„Kann man nicht jeden selbst entscheiden lassen, was er mit seinem Eigentum oder Geld macht?“ Ja klar in den rechtlichen Grenzen – und da gibt es eben auch Artikel 14 GG („Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“).“ Deine Frage – meine Antwort.
„„Ist es wirklich verwunderlich, warum vermögende mit ihrem Geld ins Ausland abwandern?“ Das ist falsch. Die Zahl der Vermögenden in Deutschland steigt (Anzahl der Millionäre um über 10%).“ Deine Frage – meine Antwort.
Siehst du das? Kannst du das anerkennen?
Die Fragen, die du in dem Kommentar, auf den ich mich bezog, gestellt hast, habe ich beantwortet. Deine Versuche der Selbstimmunisierung sind mittlerweile erwartbar, da repetitiv.
Dann folgt die übliche Suppe aus Strohpuppen („Sie nennen das Gewinnmaximierung.“) Nein, was ich Gewinnmaximierung nenne, habe ich nicht geschrieben, aber darauf einzugehen ist natürlich mit mehr Aufwand verbunden, als sich etwas auszudenken und daran abzuarbeiten. Oder hier: „Dass Sie jede wirtschaftliche Betrachtung reflexartig als Spekulation oder “red herring” abtun,…“ Hmm, ich schrieb: „Instandhaltungsrückstau hat eben nicht…“ und dann folgt ne Erklärung. Offensichtlich fällt es dir schwer, sie nachzuvollziehen oder ihr zu folgen. Niemand muss das Wissen, um solche wirtschaftlichen Betrachtungen direkt nachvollziehen zu können, sofort drauf haben (obwohl ich’s sehr siplifiziert habe), aber dass du dir dabei nicht mal Mühe gibst, ist schade. Dann frag doch bitte einfach nach.
„Der Hinweis, ich möge “inhaltlich” werden, wirkt ausgerechnet unter einem Kommentar, der hauptsächlich Schlagworte wie Strohmann, Dualismus und Red Herring sortiert, tatsächlich unfreiwillig komisch.“ Wenn’s deiner Erheiterung dient, dann ist es doch wenigstens für irgendwas gut (aus deiner Sicht). Ich zieh mal ne Analogie: Du erwartest von mir ein Rezept für nen Kartoffelsalat. Ich schreibe etwas über allgemeine Spieltheorie. Du findest es „unfreiwillig komisch“, da du ein Rezept für Kartoffelsalat erwartet hast.
Du kannst mich sehr gern an dem Anspruch messen, den ich in meinem Kommentar erhebe (so wie ich dich an deinem erhobenen Anspruch gemessen habe, etwas Inhaltiches beizutragen). Dafür wäre das genaue Lesen aber eine Voraussetzung. Deine Erwartungen kannst du willkürlich ändern.
„…daher freue ich mich auch, dass ich von euch Beachtung erfahre…“ Das ist offensichtlich, da du mich ja selbst unter Artikeln direkt ansprichst, zu denen ich mich bisher nicht geäußert habe und um Reaktion bettelst („Da ich gut zu Vögeln bin hoffe ich, dem @Spatz mit dieser klar formulierten Auffassung,…“[sic]). Und da ich nicht möchte, dass sich das zu einer dich weiter beeinträchtigenden Obsession entwickelt, gibt’s für dich jetzt erst mal bissl Detox (kannst du dann in deiner Dunning-Kruger-Selbsthilfegruppe gern thematisieren).
Cher Monsieur
Du schreibst „Ich sehe es lediglich aus der Sicht eines Spitzensteuersatz-Bezahlenden-Bürgers und empfinde die Forderung danach, dass jemand der mehr hat oder mehr verdient auch mehr geben muss als falsch.“ und „niemand sollte zur Solidarität genötigt werden“.
Das ist natürlich dein gutes Recht dies so zu sehen und diese (imho extreme) Meinung zu haben. Leider muss ich dir mitteilen, dass unsere BRD keinen Turbokapitalismus praktiziert, sondern die soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung gewählt hat, welche nun einmal einen Kompromiss als erstrebenswertes Leitbild hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Marktwirtschaft
Auf die entsprechenden Passagen des GGs wurde ja schon eingegangen. Auch andere soziale Systeme, wie gesetzliche Krankenversicherung, Pflege, Rente, Arbeitslosenversicherung, usw. sind ja alle gewollt solidarisch organisiert. Tja, ich denke du musst dich jetzt entweder mit diesem sozialen Prinzip arrangieren, oder alternativ ein anderes Land, mit „mehr“ Marktwirtschaft wählen, welches dir offensichtlich näher steht. Vielleicht wärst du ja in den trumpschen USA zufriedener mit dem Wirtschaftsystem und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen?
@Spatz
Ich musste kurz nachsehen, ob ich versehentlich den Artikel gewechselt habe. Ging es hier nicht ursprünglich um die Putzi-Villa?
Gratulation jedenfalls. Aus einer Debatte über Eigentum, Investitionen und Wirtschaft haben Sie erfolgreich eine Debatte über meine Person gemacht. Das eigentliche Thema haben Sie dabei ebenso elegant wie konsequent entsorgt.
Meine Frage war, weshalb Investitionen ausbleiben. Ihre Antwort lautet im Kern: Mit Ihnen stimmt etwas nicht. Das mag für das eigene Wohlbefinden befriedigend sein, ersetzt aber leider keine ökonomische Argumentation.
Die Schlagworte wechseln inzwischen im Minutentakt: Strohmann, Red Herring, Dualismus, Dunning-Kruger, Detox, Obsession. Fehlt eigentlich nur noch „Gaslighting“, dann ist das Bullshit-Bingo vollständig. Ich würde sagen, wir sind an einem interessanten Punkt angekommen: Je dünner die Argumente werden, desto länger wird die Liste der Etiketten, die Sie Ihrem Gegenüber ankleben.
Zu meiner eigentlichen Aussage: Dass Eigentum sozial gebunden ist, bestreitet niemand. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Eigentümer verpflichtet wäre, Millionen in Projekte zu investieren, die sich betriebswirtschaftlich kaum tragen. Genau deshalb bleiben Investitionen aus – und genau diese Realität versuchen Sie seit Tagen mit rhetorischen Nebelkerzen zu überdecken.
Im Übrigen gibt es an Wohnraum keinen grundsätzlichen Mangel. Leerstand existiert reichlich, vielerorts sogar bezugsfertig. Nur eben nicht zwingend dort, wo jeder wohnen möchte. Zwischen der Dresdner Neustadt und Neustadt in Sachsen liegen übrigens gerade einmal rund 35 Kilometer. Gleicher Name, deutlich entspannter Wohnungsmarkt – und vielleicht sogar eine gute Gelegenheit, den eigenen Dunstkreis zu verlassen. Oder, wie man in Ihrer sprachlichen Welt vermutlich sagen würde: die Bubble.
monsieur calvin candie hat asoziales verhalten auf den punkt gebracht. kraft meines vermögens entziehe ich der allgemeinheit ein nicht vermehrbares gut (grund/boden). steigerungsfähig wäre dies nur noch mit landwirtschaftlichen flächen.
vor diesem hintergrund wurde ja die leider stark verwässerte grundsteuerreform durchgeführt. die ergebnisse der reform werden wir aber erst in einigen jahren sehen.
@Monsieur Calvin Candie
Mir ist aufgefallen, dass du anderen viel lieber und ausführlicher antwortest als mir. Das gefällt mir natürlich nicht so dolle, weil ich immer versuche mir Mühe zu geben und sachlich und logisch meine Argumentation zu begründen…auch wenn das leider mehr Zeit und Mühe kostet. Deshalb frage ich mich, ob es sein kann, dass du mit sachlicher Argumentation, die sich auf belegte Referenzen stützt, nicht so viel anfangen kannst, weil es dir mehr Spaß macht, dein Gegenüber mit ätzendem Zynismus und destruktiver Polemik lächerlich zu machen und zu provozieren? Manchmal könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass es dir primär darum geht die Gesell- bzw. NG-Leserschaft zu polarisieren um damit die Stimmung anzuheizen. Ehrliche Frage meinerseits nach deiner Motivation hier zu kommentieren und weder ironisch noch zynisch, sondern ernst gemeint. Es interessiert mich und vielleicht auch andere Leser hier. Meine eigene Motivation habe ich ja schon in einem vorherigen Kommentar dargelegt. Ich würde mich über eine Antwort von dir freuen.
Und noch als kleines Add-on zu meinem letzten Beitrag hier:
Falls dir, sowohl die hiesige soziale Marktwirtschaftsordnung, als auch die USA als neoliberaler Zufluchtsort nicht zusagen…es gibt noch weitere „Alternativen für Deutschland“…Argentinien soll z.B. auch ganz schön sein…hab ich zumindest gehört. Entschuldige bitte, aber den musste ich einfach machen…man könnte, um in deinem Filmkosmos zu bleiben, auch sagen…I’m sorry, I couldn’t resist…
Als Einordnung hier die Referenz für alle, die im Gegensatz zu dir, diese großartige Szene nicht kennen:
https://youtube.com/shorts/ZJLwfRGhlIg?si=nC1kRoAgOpfFUh1h
Und ja, der letzte Abschnitt ist nun tatsächlich nicht mehr 100% sachlich, ernst gemeint und sogar grammatikalisch nicht korrekt. Dafür aber doch recht logisch und zudem witzig, wie ich finde. Betrachte ihn einfach als Anregung mal zu versuchen dich in dein Gegenüber hinein zu versetzen um die Sicht der anderen Seite zu verstehen. Dies ist nämlich die Voraussetzung für respektvollen Umgang miteinander, und hier sehe ich durchaus noch Spielraum nach oben…
@reality check
Vielen Dank für die ernst gemeinte Frage. Tatsächlich antworte ich nicht nach Sympathie oder danach, wer mich am schärfsten kritisiert, sondern danach, wo ich glaube, noch etwas zum Thema beitragen zu können. Bei manchen Kommentaren genügt ein Satz, andere laden zu einer längeren Erwiderung ein. Das ist keine Wertung der Person.
Meine Motivation ist übrigens deutlich unspektakulärer, als Sie vermuten. Ich diskutiere gern. Mal mit Ironie, mal ernsthaft, manchmal auch mit beidem. Wer mich kennt, weiß, dass ich Polemik meist als Stilmittel verwende – nicht als Ersatz für Argumente.
In der Sache liegen wir allerdings auseinander. Ich halte die soziale Marktwirtschaft für eine ausgesprochen erfolgreiche Wirtschaftsordnung. Gerade deshalb sollte man den marktwirtschaftlichen Teil nicht ständig moralisch relativieren. Sozial heißt für mich nicht, dass Investitionen unabhängig von ihrer Wirtschaftlichkeit erfolgen müssen oder Eigentümer für jedes gesellschaftliche Problem in Haftung genommen werden.
Der Staat kann soziale Ziele verfolgen. Er kann fördern, Anreize setzen oder selbst investieren. Was er aus meiner Sicht nicht erwarten sollte, ist, dass private Eigentümer dauerhaft Aufgaben übernehmen, die sich betriebswirtschaftlich nicht tragen. Genau dort beginnen nämlich die Investitionsprobleme, über die wir hier eigentlich sprechen.
Was Ihren Ausflug nach Argentinien betrifft: Den nehme ich Ihnen nicht übel. Immerhin zeigt er, dass auch Sie gelegentlich der Versuchung einer kleinen Pointe nicht widerstehen können. Willkommen im Club.
Vielleicht stellen wir am Ende sogar fest, dass wir gar nicht so unterschiedlich diskutieren. Der einzige Unterschied ist möglicherweise, dass ich meine Ironie vorher ankündige – Sie verstecken Ihre zwischen Wikipedia-Link und Quellenangaben.
Nette Diskussion hier, habe auch noch lange nicht alles durch – daher weiss ich auch nicht, ob schon darauf eingegangen wurde: Es geht da schon um „ein wenig“ mehr als die 3 Villen.
Zu diesen gibt es auf der Heinseite der Argenta folgende, noch nicht akualisierte Informationen inkl. Grafik, wie das ganze mal aussehen solle.
https://www.argenta.de/portfolio-items/sanierung-der-putzi-villen/?portfolioCats=37
Auch gibt es Rest des Geländes Pläne – aber ob und wann das ganze spruchreif wird… who knows.
„Ziel ist es, einerseits den Produktionsstandort der DENTAL Kosmetik zu erhalten, andererseits auf einem bisher brachliegenden Grundstücksteil, welches sich in städtischer Hand befindet, neue Wohnbauflächen in einem urbanen Umfeld zu entwickeln. Neben Mietwohnungen soll auch ein kleiner, öffentlich zugängiger Park entstehen [anm.: rund um die zwei riesigen Plantanen]. Sozialwohnungen sollen ebenfalls auf dem Gesamtareal entstehen. Freiräume für Kultur- und Kreativwirtschaft können in den bestehenden Gebäuden an der Katharinenstraße untergebracht werden.“
https://www.argenta.de/portfolio-items/dkd-dental-kosmetik/?portfolioCats=37
Man wird da wohl Geduld brauchen, schätze sowas plant sich nicht über Nacht. ^^