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Hinter den Kulissen des Bunten Sommers

Am Freitag startet der Bunte Sommer Neustadt (BSN) in seine vierte Auflage. Ein Blick hinter die Kulissen verrät spannende Details rund um die Veranstaltung.

Jenny Überberg, Paul Brunn und Sophie Heiduschka helfen bei der Organisation des BSN – Foto: Mercedes Braun
Jenny Überberg, Paul Brunn und Sophie Heiduschka helfen bei der Organisation des BSN – Foto: Mercedes Braun

Was 2023 noch mit viel Improvisation begann, ist inzwischen zu einer gut organisierten Veranstaltung herangewachsen. Dahinter stecken tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit – und viele Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.

Paul Brunn (29), Mitgründer des BSN, blickt auf die Entwicklung des Festes zurück. Als die erste Ausgabe vor drei Jahren stattfand, sei vieles noch „total blauäugig“ gewesen.

Das damals noch vergleichsweise kleine Organisationsteam ging zum Beispiel davon aus, dass ein einziger Essensstand bei dem Straßenfest ausreichen würde. Wer will schon am Stand was holen, wenn es doch überall in der Neustadt etwas zu essen gibt? Wie groß das Interesse tatsächlich sein würde, habe damals niemand geahnt.

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Mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre ist auch die Organisation des BSN gewachsen. Inzwischen ist jeder Arbeitsbereich mit einem eigenen Team aus Freiwilligen besetzt, das sich um die jeweiligen Aufgaben kümmert. Bereits jetzt sind weit über 2.500 Arbeitsstunden in die Vorbereitung geflossen, bis zum Veranstaltungsende rechnet das Team mit insgesamt 7.000 Stunden. „Wir lernen mit jedem Jahr dazu“, so Paul.

Rücksicht auf die Nachbarschaft

Besonders im Umgang mit den Anwohner*innen des Festbereichs habe das Team viel gelernt. „Wenn ich mir die vergangenen Jahre anschaue, haben die Beschwerden massiv abgenommen“, erzählt Paul. Das liege nicht zuletzt daran, dass viele organisatorische Abläufe verbessert wurden. So erhält der Toilettencontainer beispielsweise immer einen anderen Standort, damit nicht ständig dieselben Bewohner*innen betroffen sind.

Eindrücke vom Bunten Sommer Neustadt 2024 - Foto: Florian Varga
Die Wegweiser unterstützen bei der Orientierung auf dem Festgelände – Foto: Archiv/Florian Varga 2024

Dennoch gebe es immer wieder einzelne Hassnachrichten – zum Beispiel von Menschen, deren Fahrzeuge abgeschleppt wurden. Das Team versucht, solche Konflikte möglichst sachlich zu lösen und durch vorausschauende Planung zu vermeiden.

Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Rückmeldung von Menschen, die das Fest positiv erleben. „Es gibt leider nur wenige, die über die guten Dinge berichten“, sagt Paul.

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Ein Teil der vorausschauenden Planung sind auch die Sicherheitsmaßnahmen, die in diesem Jahr wieder gelten: Glasflaschen sind auf dem Veranstaltungsgelände verboten, außerdem darf in diesem Bereich weder gefahren noch geparkt werden. Der Zugang über die Bautzner-/Pulsnitzer Straße ist aufgrund der Baustelle gesperrt. Eine Ausnahme gilt für Anwohner*innen. Sie können die Baustelle mit einem Wohnnachweis passieren.

Charakter statt Größe

Immer wieder wird der BSN mit der früheren Bunten Republik Neustadt (BRN) verglichen. Diesen Anspruch weisen die Organisator*innen jedoch zurück. „Wir sehen uns nicht als neue BRN, wir sind ein Lückenfüller und machen das, damit die Anwohnenden Spaß daran haben.“

Dennoch wünschen sie sich, dass die BRN eines Tages unter kontrollierten Bedingungen zurückkehrt – gemeinsam mit der Stadt und klaren Strukturen. Der Bunte Sommer Neustadt könne dann ein Teil davon sein.

Für den BSN selbst setzen die Organisator*innen jedoch bewusst Grenzen. Ein allzu starkes Wachstum strebt das Team nicht an. Das Kerngelände sei nahezu ausgelastet. Paul ist überzeugt, dass die Veranstaltung so ihren Charakter verlieren würde. Mit zunehmender Größe gehe zudem schnell der Überblick verloren.

Gemütliches Stadtteilfest: Bunter Sommer Neustadt am Martin-Luther-Platz - Foto: Archiv Anton Launer 2024
Gemütliches Stadtteilfest: Bunter Sommer Neustadt am Martin-Luther-Platz – Foto: Archiv/Anton Launer 2024

Statt auf Größe setzt das Team auf Beteiligung der Nachbarschaft. Die Zahl der Standanmeldungen – viele davon aus dem Postleitzahlgebiet 01099 – ist bereits um mehr als 50 Prozent gestiegen. Trotzdem werden weiterhin Helfende gesucht, die sich an Ständen oder hinter der Bar einbringen möchten. Standplätze können noch bis Freitag gemietet werden.

Gemeinsam feiern

Die Besonderheit in diesem Jahr ist die Vielzahl weiterer Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden. Dazu zählen unter anderem die Queer Pride sowie das Farewell-Youth-Festival. Die Organisator*innen sehen das jedoch nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Eine lebendige Stadt mit einem vielfältigen Angebot sei ein Gewinn für alle.

Den Bunten Sommer Neustadt beschreibt Paul mit drei Worten: „soziokulturell, niedrigschwellig und familiär.“ Viele Menschen träfen hier alte Bekannte wieder. Manche kämen nach langer Zeit zurück in die Neustadt und fühlten sich sofort wieder zuhause.

Genau diese Atmosphäre wünscht sich der 29-Jährige auch in diesem Jahr. Familien, Nachbar*innen sowie alle Menschen aus der Neustadt sollen sich willkommen fühlen und das Fest gemeinsam gestalten und genießen.

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4 Kommentare

  1. Aha… die Bewohner müssen einen Wohnnachweis vorlegen. WOW. Was ist das denn? Nicht mal die Polizei darf einen Personalausweis einfordern. Es gibt keine Mitfürpflicht. Aber die Hilfssheriffs am Eingang schon? Muss man sowas irgendwo beantragen? Und sonst zahlen die Veranstalter die Unterbringung in einem Hotel, weil man nicht nach Hause darf, oder was? Und natürlich werden auch Rucksäcke rechtswidrig auf Flaschen kontrolliert. Und das Musikprogramm geht bis 23:30 Uhr. EXTREM NIEDERSCHWELLIG UND FAMILIÄR. Und wodurch sind denn Menschen durch Toilettencontainer belästigt. Wird das auf die Strasse geleitet? Das Ganze erinnert uns immer mehr an dieses seltsame Louisenfest. Jetzt fehlt nur noch diese Schlägertruppe aus Riesa als Security. Das Rumgeschwurbel vom Paule ist wenig glaubwürdig. Aber alles lässig, cool und familiär…..

  2. Liebe Balkonbewohner, für den Fall, dass man seinen Perso vergessen hat, geht man einfach über die nördliche Pulsnitzer oder die Martin-Luther-Straße. Es führen viele Wege zum Martin-Luther-Platz. Es ist einfach ne Sicherheitsmaßnahme, dass es auf dem engen Gehweg nicht zu Gerangel kommt. Wenn ich es recht verstehe, hat der synthēse e.V. während der Veranstaltung das Hausrecht und ist auch für die Sicherheit verantwortlich, damit sind die Kontrollen am Eingang nicht nur im Einklang mit dem Recht, sondern vermutlich von der Stadtverwaltung sogar vorgeschrieben. Die Toiletten-Container belästigen die Menschen, die dahinter wohnen, deshalb wird der Standort gewechselt.

  3. Hey, dann hier mal eine positive Nachricht. Ich fand das Fest letztes Jahr schon klasse und freue mich schon auf Freitag. VG

  4. Ich find das immer ganz nett und fühl mich auch nicht gestört oder so, obwohl ich da wohne. Die machen das schon ganz gut :)

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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