Vier Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Chornobyl1 widmet sich die Galerie nEuropa in der Dresdner Neustadt dem Ereignis. Die Ausstellung „Spuren einer Apokalypse“ beginnt am Freitag, 27. Februar, um 19 Uhr. Sie versammelt künstlerische und dokumentarische Arbeiten.

Die Katastrophe im Jahr 1986 veränderte viele Regionen. Der Ort Chornobyl steht heute erneut unter Bedrohung. Neben den Folgen der Strahlung prägt auch der Krieg die Situation. Die Ausstellung zeigt Fotografien und Plakate. Sie dokumentieren Erinnerungen und Perspektiven aus der Sperrzone.
Zu sehen sind Arbeiten der ukrainischen Künstler Oleg Kutskiy und Oleg Veklenko. Hinzu kommen Plakate junger Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs „Chornobyl 40“. In Kooperation mit der Internationalen Charkiw-Triennale „4th Block“ präsentiert die Galerie erstmals zehn Plakate von Studierenden der Staatlichen Akademie für Design und Kunst Charkiw. Beteiligt sind Dmytro Miroshnichenko, Maria Sayenko, Milana Kochnova, Nadia Kiiko, Nataliia Kryvobok, Serafima Kabanets, Sergij Ianko, Sofia Katrich und Valeria Nikiforova.

Die Ausstellung erinnert auch an die Menschen, die 1986 in der Sperrzone im Einsatz waren. Oleg Veklenko war als Liquidator vor Ort. 2017 veröffentlichte er das Buch „Tschernobyl: Skizzen vom Ort des Geschehens“ in ukrainischer Sprache. Darin schildert er seine Lebensgeschichte und seine Eindrücke aus dem Mai und Juni 1986. Zeichnungen und Fotografien ergänzen den Text.
Der Journalist und Filmemacher Ruslan Horovyi drehte kürzlich in der Sperrzone das kurze Video „Januar 2026. Ukraine. Sperrzone. Maria.“ Der Film zeigt das Leben einer 86-jährigen Frau namens Maria, die seit 40 Jahren dort lebt. Horovyi arbeitet als Journalist, Dokumentarfilmer und Schriftsteller. In seinen Filmen beschäftigt er sich mit Menschen in Extremsituationen sowie mit den Folgen von Krieg und Katastrophen. Der Film wird zur Vernissage gezeigt.
Kuratorinnen der Ausstellung sind Elena Pagel und Iryna Guziy. Die Ausstellung läuft vom 27. Februar bis 31. Mai 2026.
Spuren einer Apokalypse
- Ein visueller Bericht aus der ersten Zone. Ausstellung zum 40. Jahrestag von Chornobyl.
- Vernissage: 27. Februar 2026, 19 Uhr
- Finissage: 29. Mai 2026, 19 Uhr
- Galerie nEuropa, Bautzner Straße 49, 01099 Dresden
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr und nach Absprache.
- kulturaktiv.org
Die Galerie wird vom Verein Kultur Aktiv e.V. getragen. Seit 2017 zeigt sie zeitgenössische Fotografie aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Aktion zur Renovierung und Weiterentwicklung der Räume. Informationen dazu stehen unter 99funken.de/galerie-neuropa-2026.

1 Chornobyl: Tschornobyl (ukrainisch Чорнобиль), ist bekannter als Tschernobyl, (russisch Черно́быль)


















