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„Was ist denn das für schöne Musik?“

Braucht das Volk Oper? Keine Frage, natürlich! Sagen zwar hintereinander, aber unisono Wolf-Dieter Gööck und Milko Kersten.

Julia Böhme (live: links) und Leila Schütz – Foto: Ulrich van Stipriaan

Das sind die beiden Gründer der Serkowitzer Volksoper, die auf der Zirkuswagenbühne in der Sommerwirtschaft Saloppe den Zuschauenden beweisen will, dass Oper so seriös ist, wie man sich das in den Köpfen vorstellt – aber viel mehr Spaß machen kann, als der gemeine Nichtopernfan zu denken wagt.

Ab 20. Juni zeigt das umtriebige Ensemble in neun Vorstellungen (Termine stehen unten!) „Dafne auf Naxos“, das wie immer bei den Serkowitzern eine wilde Mischung unterschiedlicher Genres und Zeiten ist.

Anderen Zuschauern ins Auge sehen

Die Bühne ist erweitert mit einem Halbrund – und die (nun insgesamt 152) Sitzplätze passen sich dem an. „Da sieht man nicht nur die Handlung auf der Bühne, sondern auch die Zuschauer gegenüber!“ merkt Wolf-Dieter Gööck an. Wobei sich – ohne unhöflich zu werden – die Frage stellt, ob sich das wirklich lohnt, denn die auf der Bühne sind auf jeden Fall chic, gut anzusehen und mit Mimik ausgestattet, die jedes Wegschauen nachgeradezu verbietet.

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Blitzumzug

Julia Böhme (nicht nur in Anspielung auf ihre Stimmlage) eine Alt-Bekannte im Ensemble und Leila Schütz (Sopran) als eins der neuen Gesichter im Ensemble gaben bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Stücks herrliche Einblicke in das, was da kommt.

Uta Schirmer zeigt den neuen Bestuhlungsplan – Foto: Ulrich van Stipriaan

Worum geht’s bei den neun Vorstellungen? „Der eigentliche Kern der Inszenierung ist eine nicht-existierende Oper von Heinrich Schütz“, erläutert der Autor und Dramaturg Wolf-Dieter Gööck. „Dafne“ wurde 1627 uraufgeführt, aber die Partitur gibt es nicht mehr. Und eigentlich wäre es auch nicht abendfüllend. Also musste mehr her: „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss bietet den Rahmen. Daraus wurde also Dafne auf Naxos.

Chaos programmiert

Frühbarock gegen Operette. Pseudoklassik versus Dirndl. Und gaaanz viel Backstage-Handlung, bei der es um zwei Theatercompagnien geht, die nicht miteinander können, aber miteinander müssen. Chaos ist da programmiert, aber selbstredend von der Art, dass man drüber lachen kann. Oder gar muss. „Wenn ich da sitze und es mir ansehe, muss ich selber immer lachen!“, gibt Leila Schütz zu.

Wolf-Dieter Gööck – Foto: Ulrich van Stipriaan

Das optisch alles korrekt zu visualisieren, ist die Aufgabe von Katharina Lorenz. Sie ist in diesem Jahr erstmals für die Ausstattung zuständig. Sie ist Ausstattungsleiterin in Bautzen, was im Fall des Falles der Serkowitzer Volksoper durchaus Vorteile bringt. Von der langjährigen Erfahrung mal ganz abgesehen.

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Und so fällt ihr auch eine ganze Liste von Begriffspaaren ein, die ihre Arbeit für das Stück umschreiben – wobei auf jeden Fall klar ist, dass Bild und Inszenierung zusammenpassen müssen. „Mein Ansatz ist, dass das Bild die Inszenierung nur unterstützt! „Ich als Freundin des Lachens und Genießerin der melancholischen Momente versuche, auf den bescheidenen Brettern der Serkowitzer Volksoper alles für das Publikum ins rechte Bild zu setzen“, sagt sie und ergänzt: „Schauen wir gemeinsam, ob es gelingt.“

Katharina Lorenz – Foto: Ulrich van Stipriaan

Ehre dem großen Humanisten

Heinrich Schütz, erzählte uns Milko Kersten, gelte ja als kompliziert und (vielleicht auch deshalb) nur für Insider. Aber eben jener Schütz ist vor 350 Jahren gestorben – und da sei es doch an der Zeit, diesen großen Humanisten zu ehren, ihn zurückzuholen ins Bewusstsein der Leute.

Der lockere Zugang der Serkowitzer Volksoper, das mit einer verschollenen Oper zu tun („in den Katakomben des Serkowitzer Gasthofes fanden wir Notenblätter oder was dafür gehalten wurde“), soll anderen entsprechend Mut machen. Und als musikalischer Leiter des Ensembles versprach er: „Unser Publikum wird mehrheitlich ein wahnsinniges Vergnügen haben und sagen: was war denn das für schöne Musik da in der Mitte des Stücks?“

Milko Kersten – Foto: Ulrich van Stipriaan

Dafne auf Naxos. Eine Zwangsehe nach Heinrich Schütz und Richard Strauss

  • Vorstellungstermine (jeweils 19.30 Uhr – Einlass ab 18.30 Uhr. Am 25. September 2022 zusätzlich 15 Uhr (Einlass ab 14 Uhr)
    Montag, 20. Juni 2022 (Premiere), Montag, 27. Juni 2022, Montag, 4. Juli 2022, Montag, 11. Juli 2022, Montag, 29. August 2022, Mittwoch, 31. August 2022, Mittwoch, 21. September 2022, Sonntag, 25. September 2022 (Doppelvorstellung & Dernière)
  • Ort: Sommerwirtschaft Saloppe, Brockhausstraße 1, 01099 Dresden
  • Preise Vorverkauf:
    Kategorie I: 27,00 € / ermäßigt 20 Euro zzgl. VVK-Gebühren
    Kategorie II: 22,00 € / ermäßigt 15 Euro zzgl. VVK-Gebühren
    Kategorie III: 20,00 € / ermäßigt 13 Euro zzgl. VVK-Gebühren
  • Preise Abendkasse:
    Kategorie I: 30,00 € / ermäßigt 22 Euro
    Kategorie II: 25,00 € / ermäßigt 17 Euro
    Kategorie III: 22,00 € / ermäßigt 15 Euro
  • Info: www.serkowitzer-volksoper.de
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Eine Ergänzung

  1. Pingback: | STIPvisiten

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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