Gemütlichkeit im Frisierstübchen

Huch, der letzte Test liegt schon wieder drei Monate zurück. Im Moment scheint die Zeit aber auch nur so dahin zu rasen. Zeit für ein bisschen Gemütlichkeit. Also schwinge ich mich auf mein Rad und strample ganz langsam gen Norden. In dem ruhigen Viertel um Nord- und Frühlingsstraße bin ich sonst eher selten. Aber mittendrin ist die Frisierstube. Ziel meines heutigen Tests. Vorsorglich hab ich mir einen Termin besorgt.

die Locken wehen im Fahrtwind

die Locken wehen im Fahrtwind

Diese Entscheidung soll sich nun auszahlen, denn in dem kleinen Frisierstübchen ist es voll. Drei Friseurstühle, drei Wandspiegel, mit mir drei Haarpatienten. Da gilt es die Ellenbogen anzulegen. Statt eines Kaffees oder anderem Schickimicki kommt die Friseurin gleich zur Sache. „Mit Waschen?“, Sekunden später wird mein fast schulterlanges Haar gespült und shampooniert. Nun sitze ich vor dem Wandspiegel, der rustikal auf einer Sperrholzplatte montiert ist. Nachdem wir uns über die künftige Haarlänge verständigt haben, beginnt sie zu schneiden. Nebenan wird gerade das Rezept für eine Papageien-Torte ausgetauscht und auch wir kommen ins Plaudern. Von Pizza, die wohl eher was für junge Leute sei, über weitere Imbissangebote kommen wir endlich auf die Frisierstube zu sprechen. Früher hieß das Lädchen nämlich Salon Bettina und überhaupt werden hier schon seit rund 80 Jahren Haare gekürzt und geföhnt. Damals haben die Inhaber noch im hinteren Bereich des Ladens gewohnt. Neuerdings gäbe es auch ein Kosmetik-Angebot. Gut zu wissen. Spannender ist das Konzept, denn die drei Friseurinnen teilen sich den Laden, fast wie in einer Genossenschaft. Das klingt fair. Leider sei es nicht immer so voll wie heute. Aber vielleicht gibt es ja bald zahlreich Kunden aus den vielen neuen Häusern an der Tannenstraße. Daran will meine Haarabschneiderin aber wohl selbst nicht so richtig glauben.
ohne Mähne glücklich

ohne Mähne glücklich


Nach gut 20 Minuten sind die Zotteln ab. Nicht so kurz wie sonst, aber ich bin doch zufrieden. Wir schreiten zur Kasse. 13,50 Euro – ich geb noch ein Trinkgeld dazu und muss zurück in die hektische Welt.

  • Fazit: Für einen kurzen Moment Gemütlichkeit und einen anständigen Haarschnitt gut geeignet. Sehr preiswert.
  • Frisierstube, Nordstraße 36, Telefon 0351 8039298
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14 Kommentare zu “Gemütlichkeit im Frisierstübchen

  1. 6. Juli 2012 at 13:01

    Wenn das so weitergeht mit deinen Intervallen von 3 Monaten, dann schaffst du es bald nicht mehr, nur die Neueröffnungen abzuarbeiten. Du musst also etwas machen, ich schlage da die Wayne Rooney Nummer vor, das würde bestimmt auch dein Kopfballspiel verbessern…

  2. 6. Juli 2012 at 13:03

    Ich habe nicht vor, mit meinem Kopf Ball zu spielen.

  3. 6. Juli 2012 at 13:10

    Gutes Kopfballspiel kann man immer gebrauchen, wie die letzte EM eindeutig bewiesen hat…

  4. Jean64
    6. Juli 2012 at 13:34

    zum glück seid ihr noch nie auf die idee gekommen gedichte zu schreiben. ihr künstler der wortgestaltung!

  5. 6. Juli 2012 at 13:37

    Doch, habe ich schon gemacht. Aber falls die jemals veröffentlicht werden sollten, distanziere ich mich vorbeugend schonmal davon.

  6. postmann
    6. Juli 2012 at 16:22

    @jean:
    Anton`s Haarwuchs ist sein Malheur,
    deswegegen testet er so manchen Friseur.
    Die Ergebnisse sind sehr verschieden,
    dehalb hat er kaum einen gemieden.
    Ruhelos, von Perfektion getrieben,
    versucht er bald die nächsten „Sieben“
    ;) ;)
    @anton: Viel Spaß dabei. ;)

  7. Pieschener
    6. Juli 2012 at 16:59

    Nun sieht man Anton auf beiden Bildern lächeln,
    Kann man bei dem Anblick doch nur schwächeln,
    Auf dem Kopf trägt er wieder kurz,
    Da schützt nicht mehr viel beim Fahrradsturz.
    Hoffentlich hat Anton darauf auch Bock,
    Das wir Gedichte schreiben in seinem Blog.
    Ansonsten ist die Whitelist bald weg,
    Und die Diskussionen verlieren den Bildungszweck.

  8. 6. Juli 2012 at 18:10

    Vorbei sind die Jahre
    mit’m Kopp voller Haare,
    bald ruft schon die Bahre:

    „Lass dich von mir tragen!“
    Schwer lässt sich’s ertragen.
    „Fünf Bier bitte und drei Klare!“

  9. lösi
    6. Juli 2012 at 19:05

    Ode an die Locke

    Anton kleiner Köpfchenpuschel,
    was war das denn für nen Wuschel.
    Schnipp di Schnapp und Schnipp di her,
    locker greift ins Nichts die Scheer.

    Siehst ja fast wie vorher aus,
    lag am Reden ach – o Graus,
    hättste mal nach vorn geschaut,
    wär die Locke nicht geklaut.

  10. postmann
    6. Juli 2012 at 19:21

    @allen Poeten:
    Wollte Anton nur `ne Freude machen,
    kann aber jetzt herzlich lachen.
    ;) ;) ;) ;)

  11. Renè
    6. Juli 2012 at 19:39

    Köstlich – hab lange gehofft, dass hier die Kommentare auch mal lustig und nicht entnervt – politisch sind. Aber was soll man beim Thema Friseur auch politisch werden….

    Weiter so – bitte! ;-)

  12. Pieschener
    7. Juli 2012 at 11:25

    Politisch beim Thema Friseur ist nur eine Sache,
    Die Haarakrobaten bekommen nichts in die Tasche.
    Eine ordentliche Bezahlung wäre fein,
    Doch kann dass bei Dumpingpreisen nicht sein.

  13. postmann
    7. Juli 2012 at 13:29

    @pieschener: Bis gerade war`s unpolitisch und lustig.:(

    Würde der Staat Geringverdiener verschonen,
    könnte sich Haare schneiden wirklich lohnen.
    Doch trotz Realität und bitterer Wahrheit,
    machen uns`re Barbiere eine gute Arbeit.

  14. Pieschener
    9. Juli 2012 at 10:32

    Das Dichten und Reimen sollte sich verbreiten,
    und Dichter die anderen Themen nicht meiden.
    So kann man auch Reimen zu Nymphen oder Katzen,
    also Leute, ran an die Tastatur mit euren Tatzen.

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