Eine Tankstelle für die Martin-Luther-Straße

Seit heute wird an der Martin-Luther-Straßen gebaut. Vor den Häusern der Nummern 6 und 8 entsteht ein sogenannter Mobipunkt. Hier soll ein Standort für fünf Carsharingplätze, sechs Verleihräder und sechs Stellplätze zum Laden von Elektroautos entstehen. Dazu wird auch eine Starkstromtankstelle mit 50 Kilowatt Ladeleistung errichtet.

Hier entsteht ein Mobipunkt.
Hier entsteht ein Mobipunkt.

Die Anwohner*innen, sind empört. Sie haben davon nur per Aushang erfahren. Im ersten Moment nahmen sie an, dass es sich nur um eine Fahrradstation handeln würde. Erst ein Gespräch mit dem Bauleiter führte zu Klärung. In einem Schreiben wandten sie sich ans Stadtplanungsamt und wiesen darauf hin, dass vor zwei Jahren erst der Martin-Luther-Platz umgestaltet wurde und dabei in erheblichem Maße Parkplätze weggefallen sind.

Außerdem rechnen die Anwohner*innen nun damit, dass die Strom-Tankstelle zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen wird. Die Straße sei dort wegen der Ausfahrt aus dem Innenhof mit angeschlossenem Pizza-Lieferdienst ohnehin schon stark frequentiert.

Sie schlagen nun vor, um den Schleichverkehr in der Neustadt generell einzudämmen, reine Bewohnerparkzonen einzuführen, mit Ausnahmen für Gewerbetreibende und Zulieferer und Ähnlichem. Auch ein Parkleitsystem könnte nach ihrer Ansicht helfen. Vor allem mit Hinblick auf nicht ausgelastete Parkhäuser.

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Strom tanken in der Neustadt

Die Pläne für diesen Mobilitätspunkt wurden Anfang März im Stadtbezirksbeirat kurz vorgestellt, Ende März wurde die Vorlage im Stadtrat beschlossen.

Weitere Mobipunkte in der Neustadt sind in Planung unter anderem am Alaunplatz, dem S-Bahnhof Bischofsplatz und dem Königsbrücker Platz. Mehr Infos auf dresden.de, eine Übersicht über die Elektrotankstellen in Dresden und Umgebung gibt es unter goingelectric.de

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28 Kommentare zu “Eine Tankstelle für die Martin-Luther-Straße

  1. Anstatt einige wenige Prestigeprojekte mit 50 oder gar 150 KW Ladesäulen zu bauen, wäre es schön, wenn großflächig 11 oder 22 KW Ladepunkte aufgebaut werden, diese würden auch eher dem Ladeprofil der anwohnenenden Elektroauto-Besitzer gerecht werden.

  2. Je nach Studie ersetzt ein CarSharing-Fahrzeug 3-20 private Autos (s.u.). Somit entstehen also indirekt sogar mehr Parkplätze – vorausgesetzt man verzichtet auf ein eigenes Auto. Das ist zwar nicht immer möglich, wird aber von vielen andererseits oft nicht einmal in Erwägung gezogen (u.a. aus Bequemlichkeit). Umdenken in Zeiten der Klimakatastrophe fängt m.E. bei jedem selbst an… Und ja: Es ist fraglich, ob die derzeitigen E-Autos ressourcenschonend sind. Aber wenn man sie als „Übergangstechnologie“ sieht, ergibt es schon wieder ein wenig mehr Sinn…

    @Peter:
    Es wird lediglich eine 50kW-Säule installiert – wo liegt also das Problem? Wenn man installiert, kann man es auch gleich richtig machen. Aber es stimmt: Das hätte man tatsächlich gleich beim Umbau der Straße machen können…
    Hochleistungsladesäulen verkürzen die Ladezeit deutlich. Es können somit mehr Autos geladen werden, was das fehlende flächenhafte Bereitstellen von Säulen u.U. etwas kompensiert. Denn für großflächige Ladeinfrastruktur fehlt leider oft noch die notwendige Energieinfrastruktur: zum Bsp. reduziert deshalb die Ladesäule auf der Görlitzer Str. die Leistung pro Anschluss, wenn mehr als ein Fahrzeug geladen wird…

    Quellen:
    https://www.carsharing.de/carsharing-fahrzeug-ersetzt-zu-20-private-pkw
    https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/car-sharing-nutzen#gewusst-wie

  3. Können wir uns bitte darauf einigen, Ladestellen nicht als Tankstellen zu bezeichnen? Wenn sich jeder eigene Bezeichnungen für irgendwelche Gegenstände ausdenkt, geht unsere ganze Kommunikation zu Grunde…

  4. LOL

    Ende 2019 waren in Dresden 629 reine Elektro-PKW und 82 reine Elektro-Nfz gemeldet. Ja, es gibt auch knapp 3700 Hybrid- UND Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, genauer hat es die Stadt nicht.

    Demgegenüber stehen knapp 100 Ladestationen im Stadtgebiet: https://stadtplan.dresden.de/spdd.aspx?permalink=1170WDKn

    Davon abgesehen, dass viele Besitzer von Elektrofahrzeugen wohl auch einen „Hausanschluss“ haben werden, ist das eine verdammt gute Quote :-)

  5. „Gentrifizierungsstation“ ist auch angemessen…
    Hier ziehen die „normalen“ Menschen langsam weg. Wer sich’s leisten kann an den Stadtrand oder Umgebung… in Folge wird saniert und teurer vermietet… ;-)
    Es lachen die Eigentümer, die Ökos knoten sich den Strick hier selber…
    Ein Hoch auf die schöne neue Welle…

  6. Sehr positives Investment für die allgemeine Entwicklung, und mal nicht nur Quark für paar wenige mit ihrem persönlichen Blechle vorm Haus. Gleiches geschieht auch am Bischofsweg/Kami. Sehr schön!
    Abstellung von privatem Blech oder Schrott auf öffentl. Grund, ist eine Beleidigung für alljene welche seit Jahren dies vermeiden und sich vorbildlich verhalten.
    Eigentlich müßten viel mehr Leute temporär ihre Sofas, Großschränke und v.a. Betten auf Parkplätzen abstellen – es wäre das Gleiche wie mit dem überflüssigen Blech. Sofas erhöhen die „Aufenthaltsquali“ ergo Kommunikation, Schränke dienten dem Verstecken-Spiel oder dem Zwischenlagern der Ehepartner, na und die Betten ermöglichten endlich ein gesundes Nächtigen an der schönen „frischen Luft“.
    Mindestens die Halbe Neustadt ist klar GEGEN Autos und das Zustellen aller Straßen. Es ist Zeit für mehr Raum-/Platz-Gerechtigkeit, ganz demokratisch, es müssen bald noch viel viel mehr Autoparkplätze an Straßen wegfallen. Alles andere wäre ja nämlich: super-dämlich.

  7. …hier wird mit viel Engagement und etwas überzogenen Kampfgeist für die „gute‘ Sache an der nächsten Mietschraube gedreht..

    -vorzeigeviertel
    -szeneviertel
    -etc….

    Wie viel Geld bleibt da noch für ’soziale‘ Projekte?

    Was bleibt da für ‚Wohnprojekte‘ übrig?
    (Fahren die E-Auto?)

    Ihr sägt an dem Ast auf dem Ihr sitzt… !!!

    Viel Spass…

  8. ..wenn alle anderen weg sind …

    ..kauf ich mir ein e-auto und lach mich kaputt! (der Umwelt in den Lithiumabbaugebieten ist damit nicht geholfen)

    ..schaue ich zu, wie die „wegzüge“ mit dem Lastenrad funktionieren…

  9. Fragezeichen: Du bist ja auch eine ulkige Nummer. In den anderen Kommentarspalten wetterst du gegen Hausbesetzungen und entsprechende Mietkämpfe, hier willste auf einmal dein Herz für Wohnprojekte entdecken, weil ein paar Parkplätze für Benziner wegfallen? Schlau wäre, das eine nicht gegen das andere auszuspielen, sondern zu schauen, wie beides umgesetzt wird: Wohnen für alle und Verkehrswende. Ist jetzt auch nicht so schwer.

  10. @tsetse:

    ..so wird es aber nicht kommen (billig und schön), warte ab, mieten wird teurer… ist einfach die Folge der Verschönerungen… wer sich das leisten kann darf genießen..

    (Ich wetter nicht gegen Wohnprojekte, sondern gegen Chaoten die als Happening ihre Zerstörungswut im Viertel auslassen ..und damit den guten Interessen solcher Projekte schaden)

  11. Halt dich fest: Die Mieten steigen seit langem auch so. Ohne Verschönerungen (warum auch immer E-Auto-Parkplätze in diese Kategorie fallen sollen). Das ist nicht die Ursache. Die liegt im finanzmarktgetriebenen Wohnungsmarkt.

  12. @tsetse:
    …es gibt nicht nur eine Ursache für steigende Mieten..
    In der Neustadt/Hecht sind nicht die Internstionalen Hedgefonds die Masseneigentümer. Lege mal die politische Brille ab:

    Internationaler Trend ist klar dass der „Szene“ die berühmte Gentrifizierung folgt. Szene zieht dann weiter (wird verdrängt) und die Yuppies schlabbern Latte oder yogitee…

    Wenn diese Projekte unser Viertel zum Vorzeigekiez mausern sind wir mittendrin … ich hab genug Saft, du auch?

  13. Sorry, du scheiterst schon an der Unterscheidung von Korrelation („Szene“ und Gentrifizierung) und Kausalität (finanzmarktgetriebener Wohnungsmarkt). Vielleicht setzte erstmal eine Brille auf?

    Und was die Eigentümer:innen-Struktur angeht: Ich kenn genug Häuser die Vonovia oder Deutsche Wohnen oder irgendeiner S.A.R.L. mit Sitz in Luxemburg gehören. Wohne selbst in einer dieser Buden und weiß daher, wer die Miete erhöht. Da spielt deine „Szene“ keine Rolle.

  14. Ich bin direkter Anwohner bzw. direkter Erdgeschossbewohner und war sehr erstaunt über die nicht stattgefundene Kommunikation. Es hätte mehr Sinn gemacht diesen Mobipunkt an eine Stelle der Malu zu setzen, wo die Erdgeschosse höher sind, als bei den Häusern 6+4. Wenns blöd kommt darf man rund um die Uhr auf eine 3m hohe MobiINFOSäule gucken. Gelb ist nun wirklich nicht meine Farbe ;). Die Idee an sich finde ich gut, auch wenn, wieviel? 11, 12, 13 Parkplätze wegfallen. Parken sollte auf Anwohner + Gewerbetreibende beschränkt werden.

  15. Car- und Bikesharing kann auch Leuten helfen, die sich kein Auto leisten können, aber die Mobilität brauchen. Und E-Mobilität als Treiber der Gentrifizierung ist Unfug – deswegen werden da nicht plötzlich Teslas rumstehen. Die Nachfrage nach E-Autos ist da, von Leuten, die da jetzt schon wohnen. Die Gentrifizierung läuft in der Neustadt schon lange, und die Leute ziehen da nicht hin, weil es da demnächst E-Lade-Stationen gibt.

    Umzug mit dem Lastenrad – mag für manche funktionieren. Für andere gibt es Umzugsunternehmen, die wird es auch künftig geben, unabhängig von E-Lade-Stationen oder Carsharing.

  16. @tsetse
    Warum gibst du denn den ‚finanzmarktgetriebenen Haien‘ dein gutes Geld?

    Du unterstützt nur das System musst Du ändern!
    Ist im Uhrwerk nicht leicht jedes Rad zu sehen…

  17. „Die Anwohner*innen, sind empört. Sie haben davon nur per Aushang erfahren.“
    Was erwarten die denn? Dass der Oberbürgermeister persönlich klingelt? Vor meiner Arbeitsstelle sind letztes Jahr übrigens gleich 30 Stellplätze weggefallen. Ohne Aushang. Ohne Beschluss des Stadtrates. Und ohne Berichterstattung. Vielleicht, weil die 30 Stellplätze für Fahrräder und nicht für Autos waren…? Die Anspruchshaltung mancher Autofahrer ist immer wieder bemerkenswert.

    Außerdem ist es schon widersinnig, dass sie angeblich erst vom Bauleiter erfahren haben, was gebaut wird, obwohl es Aushänge gab. Vielleicht sollte man Aushänge einfach mal lesen, wenn es schon welche gibt.

    Und zuletzt: Die große Mehrheit der Menschen in der Neustadt hat kein eigenes Auto. Ich bin mir deshalb sicher, dass sehr viel mehr Leute sich über Carsharing in ihrer Nähe freuen als sich Leute über ein paar wenige weggefallene Stellplätze aufregen (wobei die noch nicht einmal wegfallen, da parken schließlich weiterhin Kfz). Nur ist diese Mehrheit nicht so laut…

  18. Na endlich kann ich mein Elektroauto mit guten Kohlestrom auch in der Neustadt laden. Da fahre ich doch gleich noch eine Runde mehr.. :-)

  19. Ich weiß nicht, wieviele Male wir noch diesen Jojo Effekt erleben werden: Lockerung der Massnahmen, darauf folgt ein neuer Anstieg der Infektionszahlen, neuer Lockdown. Darauf sinken der Zahlen, neue Lockerung und dann wieder steigende Zahlen. Wenn wir so weiter machen wird sich nichts ändern. Nur der schwedische Weg ist richtig. Und die Hotspots total isolieren. Keiner rein und keiner raus. Vielleicht wollen die fast hundertjährigen auch gar nicht gerettet werden. Nur mal so gefragt.

  20. Es ist so herrlich, wie sich Öko-Neustadt ( Kernzone) über eine Ladestation und Radparkplätze aufregt. An solchen Aktionen bekommt man endlich mal öffentlich mit, die die Ökoaktivisten ticken. Alles haben wollen, aber bitte nicht vor der eigenen Tür. So ist es bei Windrädern oder ähnlichen dingen. Im Endeffekt denken Öko und Nicht-Öko oder Rechts und Links gleich. Sie unterscheiden sich nur in geringen Nuancen.
    Schönes Wochenende und pflegt eure Dieselfahrzeuge. Die Öko-Bewegung will sie abschaffen:-)))))

  21. @tomDD: Genau, weil 10 Kommentare beim Neustadtgeflüster auch repräsentativ für zigtausende Neustädter stehen. Schade dass es hier keine Smileys gibt, denn der Hand-vorm-Kopf-Smiley wäre angebracht. In der Neustadt kommen auf 1.000 Einwohner keine 200 Autobesitzer. Die Mehrheit wird diese Maßnahme daher zumindest nicht interessieren, tendenziell eher freuen. Mich als Bewohner der Louisenstraße übrigens auch.

    Jeder m², der für das Abstellen von Privatfahrzeugen wegfällt, ist ein Stück Zugewinn an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei punktuellen Maßnahmen bleibt, sondern man wirklich mal ganze Straßen angeht. Die verkehrsberuhigte Louisenstraße als eine Art Boulevard, abschnittsweise autofrei, wäre ein Anfang. Dass die paar Autobesitzer natürlich wieder rummosern, ist erwartbar. Tipp: Kein fünf Gehminuten entfernt gibt’s ein Parkhaus mit jeder Menge freien Plätzen.

  22. Endlich! Die Ladeinfrastruktur in Dresden ist eine Katastrophe. Großmäulige Ankündigungen, Fehlplanungen, technische Mängel, Inkompetenz. Und ich dachte eigentlich auch, dass die Gegend sowieso schon Anwohnerparking ist. Übrigens bekommen Gewerbetreibende keine grüne Karte: heißt ja auch Bewohnerparken und nicht Gewerbeparken. Irgendjemand heult immer rum – allen kann man es nicht recht machen. Grundsätzlich geht es aber in die richtige Richtung: am Ende steht eine autofreie Neustadt!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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