Gestaltungskommission zu Scheune-Umbau

Die Scheune - im Moment noch orange und sanierungsbedürftig.
Die Scheune – im Moment noch orange und sanierungsbedürftig.

Am Freitag hat im Rathaus die 24. Gestaltungskommission getagt und sich unter anderem über die Sanierung der Scheune beraten. Die Erneuerung wurde 2018 beschlossen, dieses Frühjahr konnten sich Bürgerinnen und Bürger an einer Online-Umfrage zur Fassadengestaltung beteiligen. (Artikel vom 14. April 2020)

So könnte die Scheune aussehen

Bezugnehmend auf die insgesamt 460 eingegangenen Meinungen wurde ein Entwurf vorgestellt, der einen umfassenden Umbau des Gebäudes plant. Durch Auslagerung der Treppen in einen Anbau sieht er die Vergrößerung vorhandener Räume vor, wie etwa des oberen Saals, des Gastronomiebereichs und der Foyers auf beiden Etagen. Im Dachgeschoss sollen Büroflächen und zwei Appartements für Künstler*innen entstehen, außerdem gibt es neue Toiletten und ein modernes Belüftungssystem. Erhalten bleiben soll die geschwungene Treppe, wegen ihres historischen Werts als Werk des sozialistischen Klassizismus. Insgesamt wird die Scheune breiter und das Dach wird verlängert, sodass die Optik des Gebäudes sich seinem Namen annähert.

Für die Fassade wurden fünf verschiedene Varianten erstellt, die auf unterschiedliche Weise den Präferenzen aus der Umfrage gerecht werden: Holz, Naturstein und Fassadenbegrünung. Die Vorschläge reichen von verschiedenen Versionen der Verkleidung mit vorvergrautem Holz, über eine komplette Schieferbedeckung der Wände und des Dachs in Kombination mit maximaler Begrünung, bis hin zu vorgerostetem Stahl.

Das Ziel: die Patina und die damit einhergehende Wohlfühl-Atmosphäre zu bewahren. Hervorgehoben wurde ein Satz, der direkt aus dem Umfrage stammt und zusammen mit anderen Visionen die Rückwand des Falafelwagens auf dem Scheune-Vorplatz ziert: „Mir bleim drecksch“.

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Weniger ist mehr

Genau dort setzte dann in der Kommission die Kritik an. Der Entwurf sei zu glatt, zu massiv, zu einheitlich. Bei allen Verbesserungen hinsichtlich Modernität, Platz und baulichen Richtlinien bleibe die Identität dieser beliebten Kultureinrichtung zu sehr auf der Strecke, auch solle das eigenwillige Gelände bewahrt werden. Bäume zu fällen, um Fassaden zu begrünen sei nicht besonders naheliegend, so Professor Jürg Sülzer, der Vorsitzende der Kommission.

Dementsprechend fiel dann auch die Empfehlung aus. Weniger ist mehr, noch vor der an sich lobenswerten Beteiligung der in der Stadt lebenden Menschen steht ein grundlegendes Ziel. Und das lautet eben „Mir bleim drecksch.“

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3 Kommentare zu “Gestaltungskommission zu Scheune-Umbau

  1. Mir bleim dreggsch.

    Es gibt kein „k“ oder „ck“ im sächsischen.
    Die Harten schlagen die Weichen.
    War wahrscheinlich wieder ein Zugereister!

  2. Das Dilemma entsteht nunmal aus der überzogenen Maximal-Ausbauvariante. Dabei gabs eine kleine Variante mit Bestandssanierung, sowie eine mittlere ausgewogene Ausbauvariante. Die Kleine hätte viele Mängel nicht behoben, die Mittlere behob die meisten vorgebrachten funktionellen Nachteile.
    Die Maximalvariante mit Raumgreifung, Baumfällungen und folglicher Umfeldanpassung basiert auf turnusgemäßer Befragung der Kulturinstitution auf Bedarfe und Wünsche durch das Hochbauamt. Darauf wurde eine Matrix der Wirkungen von jenen drei Varianten gebildet. Problem der Maximalvariante ist weiterhin: Es ist ein Wünsch-dir-was der Scheuneführung unter der Annahme, man lebe im Schlaraffenland und könne sich einen Kulturpalast ja von der Gemeinschaft schenken lassen. Ein Versuch war’s wert, leider war die Ratspolitik wie so oft minder-informiert und unterstützte abwägungsfrei die überzogene Maximalvariante 3.

    Nungut, nun also plötzlich die Gestaltungskommission nach längerer Zeit der Planbekanntheit. Im Prinzip muß man auf die ausgewogene mittlere Variante rückbeschließen, Geld ist derzeit alle, auch zahlreiche andere kommunale Bedarfe sind unterfinanziert (Grünamt und Straßenbäume, Römisches Bad Albrechtsberg, Nebenstraßen etc pp, alles wartet Jahre und mehr). Eine Luxusvilla aufgrund maximaler Bedarfskonstruktion selbiger Kulturleute zur Schaffung eines höchst-optimierten Mikroparadieses ist schon damals, aber erst recht jetzt NICHT mehr vermittelbar. Ergo: Variante Zwo rules!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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