Hochhausgedanken am Sonntag

In der heute ausklingenden Woche stand das Hochhaus am Albertplatz mal wieder im Blickpunkt. Pünktlich vor der Stadtratssitzung am Donnerstag kündigte der Globus-Investor an, man könne dieses Haus auch mitsanieren. Zur Erinnerung, Globus will am alten Leipziger Bahnhof ein Einkaufszentrum errichten. Das Haus am Albertplatz will derzeit die Edeka sanieren. Bei der Vorstellung des Projektes im April hatte (Neustadt-Geflüster vom 18. April) Andreas Franzke von der Geschäftsführung der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen erklärt, dass das Engagement von den Globus-Markt-Plänen an der Leipziger Straße abhängt. Wenn dort ein riesiges Einkaufscentrum entstehen würde, so wäre das ein Ausstiegskriterium.

Soweit die Ausgangslage. Vor ein paar Wochen trat dann der CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Schreiber auf den Plan und bekundete öffentlich seinen Widerspruch zum Edeka-Projekt. Auf seiner Webseite kann man einen grob geschnitzen blauen Klotz bewundern, der den Edeka-Entwurf darstellen soll.

In der Woche vor der Stadtratssitzung kam dann das Angebot der Globus-Vertreter, das Hochhaus mit zu sanieren. Während der Stadtratssitzung konnte die SPD-Abgeordnete Sabine Friedel eine interessante Beobachtung machen. „Für alle, die den #staDDrat persönlich verfolgen, gabs in der Pause Lobbyismus live: CDU, FDP und die Globus-Vertreter in der Lobby….“ twitterte sie aus der Sitzung. Bekanntlich waren sich an dem Abend die FDP und die CDU nicht so ganz grün, so dass die Globus-Entscheidung auf Antrag der FDP erstmal verschoben wurde. Am nächsten Tag konterte die Edeka dem Globus-Hochhaus-Sanierungsangebot: „Entgegen anderslautenden Behauptungen hat die Firma Globus aktuell und auch zukünftig keinen Zugriff auf das Hochhaus am Albertplatz. Eine Erklärung, man würde das Hochhaus mit sanieren, besitzt keinerlei sachliche Basis.“

Sanieren ohne Zugriff auf das Haus – das hatten wir doch schon mal. Eine bekannte Dresdner Architektin wollte im vergangenen Jahr das Haus in ein grünes Aquarium verwandeln (Neustadt-Geflüster vom 28. Januar 2011).

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10 Kommentare für “Hochhausgedanken am Sonntag

  1. René
    27. November 2011 um 18:59

    FDP, SPD, CDU – etc – Lobbyisten hin oder her – Dresden und insbesondere die Neustadt braucht keinen weiteren Einkaufstempel – nicht von Globus, nicht von EDEKA, nicht von Netto, nicht von LIDL – und was weiß ich nicht wie das Gedöns noch so heißt!

  2. Asmo
    27. November 2011 um 20:33

    man könnte ja auch super luxuriösen wohnungen für super reiche reinbauen? … oder büroflächen ?

  3. chris
    27. November 2011 um 20:59

    amen!

  4. Jonk
    27. November 2011 um 22:29

    Und wenn Du erst mal drin bist in so einem Ding, dann gibts da eh nur, S’Oliver, Douglas, Thalia, Zara, DM, McDonalds, ESPRIT usw. und Du weißt nicht mehr in welchem Tempel Du dich befindest auch nicht mehr in welcher Stadt, denn die sind alle gleich, gleiche Marken gleiches Publikum.

    Ich will hier so was nicht haben. Diesen austauschbaren Scheiss können die behalten.

  5. LiseBise
    27. November 2011 um 23:27

    ach mir wird schlecht, wenn ich von diesem hässlichen Bauprojekt lese. Wir haben schon mehrere Supermärkte, wir haben genügend Bekleidungsgeschäfte, wir haben die tollsten Buchläden der Stadt, wir haben alles in der Neustadt…ich will zurück zu der Idee vom Studentenwohnheim oder das mit dem Platz für die Neustadt-BiBo…oder am Besten beides Kombiniert. und dahinter von mir aus einen Parkplatz, für Leute die unbedingt ein Auto brauchen, aber kostenpflichtig.

  6. Felix
    28. November 2011 um 00:41

    vllt kann man das dvb-hochhaus als bürgerhaus ja auch von bürgerhand sanieren, ganz viel freiwillige und ein paar firmen werden sich auch finden, die das unterstützen

  7. Grunsi
    28. November 2011 um 09:40

    Kann man nicht einfach Wohnungen reinmachen? Schön ist die Ecke zwar nicht gerade ….aber aus eigener Erfahrung weis ich, dass es derzeit echt schwierig ist Wohnraum zu bekommen. Und mit Fantasie und Willen kann man sicher was nettes draus machen.

  8. 28. November 2011 um 09:47

    @Grunsi: Wenn sich das rechnen würde, dann hätte der Eigentümer, die Opal Property Group, das sicher schon gemacht. Das Hochhaus ist innen nicht besonders groß. Mehr als drei bis vier Wohnung passen da nicht auf eine Etage. Bei einem geschätzten Sanierungsaufwand von mehreren Millionen Euro kann man leicht abschätzen, was eine solche Wohnung dann kosten müsste. Ich sag mal salopp, das würde vermutlich nicht mal in München funktionieren.
    Hochhaus innen.

  9. E-Haller
    28. November 2011 um 13:22

    @ Anton: Kommt auf die Etage an – in den obersten würde man sicher Abnehmer finden. ;)

  10. 28. November 2011 um 14:02

    @E-Haller: Naja, im Zweifel müsstest Du mit dem Verkaufserlös der drei obersten Etagen das ganze Haus finanzieren.

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