Speisen unter Aufsicht

Kantine Landesdirektion Dresden: Schön hell ist die Kantine in der Landesdirektion
Schön hell ist die Kantine in der Landesdirektion
In dem riesigen Komplex oberhalb der Stauffenbergallee sitzt die Landesdirektion Dresden. In dieser Behörde wird unter anderem entschieden, ob der Ausbau der Königsbrücker Straße förderfähig ist, sofern diesen irgendwann, irgendjemand beantragt. In der Selbstdarstellung heißt es: „Aufgabe der Landesdirektion ist es, den Willen der politischen Führung im Verwaltungsalltag fachlich, räumlich und in Übereinstimmung mit geltendem Recht umzusetzen.“ Neben den Beamten der Landesdirektion arbeiten in dem 134 Jahre alten Gebäude auch die Mitarbeiter des Landesamtes für Finanzen. Praktisch, die einen sind für das Füllen des Staatssäckels zuständig, die anderen dürfen es wieder leer machen. Beide gemeinsam dürfen eine sehr adrette Kantine benutzen.

Schon das Haus, das etwas hinter der ehemaligen Grenadier-Kaserne steht, scheint dem Besucher zurufen zu wollen: „Benimm Dich, hier bist Du in herrschaftlichen Kreisen.“ – Alles wirkt edel und erhaben. Vom noblen Treppenhaus über das schmucke Holzparkett bis zu den Bildern an den Wänden. Die Kantine selber ist sehr hell. Und an einer großen Tafel stehen verlockende Preise: Gulasch mit Rotkohl für 2,90 Euro.

Wahnsinn!

Ich schnappe mir ein Tablett und reihe mich ein. Die Bedienung hat ihren mürrischsten Ton ausgepackt und fragt nach meinem Begehr. Ich verkneife mir ob des grimmigen Blickes eine Spitze und bestelle das Gulasch. Noch eine Cola dazu – und schon stolziere ich zur Kasse: 5,50 Euro. Jetzt bin ich irritiert, zahle aber brav und rechne nach. 2,60 für eine kleine Cola, das sind ja Szene-Kneipen-Preise. Merkwürdig.

Gulasch mit Rotkohl und Cola für 5,50 Euro.
Gulasch mit Rotkohl und Cola für 5,50 Euro.

Das Gulasch schmeckt, der Rotkohl ist etwas lasch, die Knödel sehr trocken. Aber in die leckere Soße getunkt, passt das schon.

Beim Gehen fällt mein Blick noch einmal auf die Tafel mit den Preisen. Ach, die Knödel kosteten extra und als Nicht-Landesdirektor darf ich mehr bezahlen. Ich tröste mich damit, dass wenigstens die Cola nun doch nicht so teuer gewesen ist.


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Kantine in der Landesdirektion Dresden – Fazit

Der Weg zur Landesdirektion ist zwar ein sehr hübscher aber doch recht weit. Der Ausflug lohnt, weil die Kantine sich in einem sehr sehenswerten Ambiente befindet.

Orange Warnschilder, toll!
Orange Warnschilder, toll!

5 Kommentare zu “Speisen unter Aufsicht

  1. Ich würde ja mal behaupten, das auf dem Foto ist – wenn überhaupt – ein orangefarbenes Warnschild. ;-)

  2. Ich bin ganz froh, da nicht mehr essen zu müssen. So richtig lecker war es da nie. Leider gibt es am Waldschlößchen keine auf Dauer bezahlbaren Alternativen….

  3. Ich gehe dort ca. ein Mal die Woche hin und bin ganz zufrieden. Die 2,90 sind nur für den Gulasch! Rotkohl und Knödel kosten extra. Man kann sich sozusagen das Essen zusammenstellen, Deshalb auch die 5,50 Euro.
    Aber wie Ruckrick schon sagt, am Waldschlösschen gibt es nicht viel Auswahl…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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