Neue Häuser an der Görlitzer Straße

Bauvorhaben an der Görlitzer Straße
Bauvorhaben an der Görlitzer Straße
Im Hinterhof der Görlitzer Straße 14 bis 16 wurde in den vergangenen Tagen kräftig gerodet. An dem ehemaligen Parkplatz wurden Bäume und Sträucher entfernt. Das Hinterhaus ist auch schon leergezogen. Früher war hier eine Werbeagentur und eine Galerie beheimatet. Und auch der Orthopädie-Service Richter aus dem Vorderhaus der Nummer 16 ist ausgezogen und residiert jetzt an der Seifhennersdorfer Straße.

Bäume und Sträucher sind weg.
Bäume und Sträucher sind weg.
Das Hinterhaus und der Flachbau an der Görlitzer werden auch noch abgerissen, das geht aus der Immobilienbeschreibung der Immo-Konzept hervor. Die vermarktet hier die Wohnungen für den Neubau, den die Münchner „Glashauser Projektentwicklung“ errichten lässt. Geplant ist offenbar ein sechsgeschossiges Vorderhaus und ein Hinterhaus mit drei Etagen. Das Hinterhaus erstreckt sich über die ganze Breite der Hausnummern 14 und 16 der Görlitzer Straße.

Die Wohnungen stehen zum Kauf. Für 373.000 Euro gibt es ein „komfortable Drei-Raum-Wohnung mit Garten“. Eine 37,8 Quadratmeter große Zweiraumwohnung im Vorderhaus soll 147.000 Euro kosten. In der Beschreibung steht, dass sich der Neubau harmonisch in die vorhandene, typische Straßenformation der Görlitzer Straße einfügt. Es soll auch eine Tiefgarage geben.

Weitere Preise und Infos auf der Website der Immo-Konzept.

Das rosa Hinterhaus ist noch gar nicht so alt, es wird aber abgerissen.
Das rosa Hinterhaus ist noch gar nicht so alt, es wird aber abgerissen.


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32 Kommentare zu “Neue Häuser an der Görlitzer Straße

  1. „Nur“ 375 000€ für eine 3 Raumwohnung? Das ist ja preislich richtig interessant für Menschen von hier…..

  2. Selten so schöne Architektur gesehen. „Gehobene Ausstattung“ „mit eigenem Gartenteil.“ Wird sicher die Perle der Görlitzer. Aber warum hockt ein Migrant hinter der gepflegten Hecke? Ist da etwa kein Zaun ums Gelände?

  3. Es gibt mittlerweile einige, die sich das leisten können. Mit einer guten Ausbildung, einem guten Job, den Unternehmen auch bereit sind, gut zu bezahlen und Leistungsbereitschaft schaffen sich viele Dresdener ihr eigenes Heim. Ich finde es toll. Zumal man dann nicht mehr Miete zahlen muss.
    Es gibt aber auch viele, die unverschuldet sich soetwas nie leisten werden können. Gute Friseure bspw. Da reicht das Geld kaum zum leben. Das ist tragisch. Diesen Leuten kann man, außer vielleicht den falschen Beruf gewählt zu haben, keinen Vorwurf machen. Da endet leider Gerechtigkeit.

  4. Irgendwie vermisse ich die Ironie-Zeichen im Beitrag. Zum Beispiel bei der Aussage: „…dass sich der Neubau harmonisch in die vorhandene, typische Straßenformation der Görlitzer Straße einfügt.“ Oder ist die Abbildung auf der Bautafel falsch?
    Auch die Zahlenangaben lassen mich schmunzeln. Einen Quadratmeterpreis von etwa 3800 € kann man vielleicht in München realisieren. In Dresden ist es üblicherweise ungefähr die Hälfte.
    Auch hätte ich nicht gedacht, daß es mittlerweile hier so viele Japaner gibt. Bei denen wäre jedenfalls eine Zweiraumwohnung mit 38,5 m² echter Luxus.
    Na, man lernt nie aus…

  5. Schade um die Fläche. Bleibt nur zu hoffen, dass sie fertig werden bis die Grundschule fertig saniert ist. Sonst haben die Schüler dann gleich wieder ne Baustelle neben ihrer Schule. Derzeit haben sie ja Baustelle in der Schule…

  6. @abrazzo

    Anton hat Recht. Für 3800,-/qm Euro wirst du in München sicher nichts finden. Die Frage ist ja auch, was für eine Ausstattung die Wohnungen haben. Unter 3000 Euro/qm wirst du nicht nur in der Neustadt nichts mehr bekommen. Früher hat eine Kugel Eis auch nur 40 Cent gekostet. Und auf die Diskussion, ob die Neustadt weiter gentrifiziert wird habe ich irgendwie keine Lust. Wenn die fertig sind, wird die Fassade sowieso erstmal farbbombadiert…..

  7. @bob
    Ich hab mal bei Immonet nachgeguckt: Du kriegst in der Neustadt (01099 und 01097) locker Wohnungen auch unter 2000 €/m². Neubauten sind zwar teurer, aber längst nicht in diesem Bereich.

  8. Immer dieses Gemecker! Da krempelt der Investor aus reiner Menschenliebe die Ärmel hoch und baut dringend benötigten Wohnraum und dann das…
    So n Kredit ist doch mir nix Dir nix aufgenommen und nach dreißig Jahren auch schön wieder abbezahlt. Die tausend++ Euro fehlen dann halt im Monat, habt Euch nicht so…

  9. Ja aber die Alternative!?!?
    Genossenschaften, Mietshäusersyndikat, Besetzung…
    Ach ja und:
    Wie ist nun die Wohnungsfrage zu lösen? In der heutigen Gesellschaft gerade wie eine jede andere gesellschaftliche Frage gelöst wird: durch die allmähliche ökonomische Ausgleichung von Nachfrage und Angebot, eine Lösung, die die Frage selbst immer wieder von neuem erzeugt, also keine Lösung ist. Wie eine soziale Revolution diese Frage lösen würde, hängt nicht nur von den jedesmaligen Umständen ab, sondern auch zusammen mit viel weitergehenden Fragen, unter denen die Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land eine der wesentlichsten ist. Da wir keine utopistischen Systeme für die Einrichtung der künftigen Gesellschaft zu machen haben, wäre es mehr als müßig, hierauf einzugehn. Soviel aber ist sicher, daß schon jetzt in den großen Städten hinreichend Wohngebäude vorhanden sind, um bei rationeller Benutzung derselben jeder wirklichen „Wohnungsnot“ sofort abzuhelfen. Dies kann natürlich nur durch Expropriation der heutigen |227| Besitzer, resp. durch Bequartierung ihrer Häuser mit obdachlosen oder in ihren bisherigen Wohnungen übermäßig zusammengedrängten Arbeitern geschehen, und sobald das Proletariat die politische Macht erobert hat, wird eine solche, durch das öffentliche Wohl gebotene Maßregel ebenso leicht ausführbar sein wie andere Expropriationen und Einquartierungen durch den heutigen Staat.
    http://www.mlwerke.de/me/me18/me18_209.htm

  10. Auch wenn das „Zugeknalle“ mit Neubauten sicherlich nicht jedem gefällt, so ist es eigentlich ein ziemlich gerechtes System: der Eigentümer eines Grundstückes darf eben ortsüblich bauen (§34 Baugesetzbuch). Wenn also in der Nähe schon ein ähnlich gelagertes Gebäude steht, leitet sich daraus Baurecht ab. Und da die Neustadt von vielen Einzeleigentümern gekennzeichnet ist, hat auch jeder ein ureigenes Interesse an der maximalen Ausschöpfung seines Eigentums…wie gesagt: eigentlich ziemlich gerecht. Wir müssen also damit rechnen, dass die Entwicklung so weitergeht.

    Die zentrale Frage ist allerdings, ob die Neustadt nicht irgendwann „des Kaisers neue Kleider“-mäßig kippt, weil das ehemals Lebenswerte und Charmante weg ist. Dann hat auch der Käufer solcher Wohnungen ein Problem, weil er nicht nur mit Wertstabilität, sondern sogar mit Wertzuwachs kalkuliert (Kaufnebenkosten + Zinsen muss man beim Wiederverkauf auch reinholen).

  11. Seldon wieder :D

    Würde ja vorerst reichen, wenn die Stadt selber wieder baut oder zumindest den sozialen Wohnungsbau fördert und ihm hinreichend Vorrang vor privaten Profitinteressen einräumt. Mehr als ne Viertelmillion für so ein Betonloch ist einfach Wucher. Der Dresdner Wohnungsmarkt wird immer mehr zum Spielball auswärtiger Großkapitalisten. Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich. Die zahlreichen Neubauten mit ihren Wucherpreisen und demzufolge Wuchermieten wirken sich auch entsprechend auf den Mietspiegel aus. Wenn das so weitergeht wird die Neustadt und der Rest von DD bald ein klinisch totes Wohnghetto für Bestverdiener.

    In einer Demokratie würden Stadt und Land einer solchen Entwicklung längst einen Riegel vorschieben.

  12. @eenewiekeene:
    Ich hatte mich schon gewundert was dort hin soll, jetzt wo die Garagen weggerissen wurden.
    Die Kleingärtner, gerade im Norden zur Reuter-Straße hin, werden sich freuen, wenn ihnen die ganze Südsonne weggenommen wird.
    Am Besten ist aber dieser Satz: „Unmittelbar westlich vom Projektstandort beginnt die Äußere Neustadt.“ :D

  13. @seldon

    aus menschenliebe. wahahahah! ist das dein ernst?

    Ja leider kann man so eine Schule ja nicht schließen deshalb sicherlich die 3-fach verglasung.
    und das ASP, mit dem miefigen tiergeruch im sommer und dem gegacker … die klagen wir ganz fix raus.

    … aus reiner Menschenliebe.

  14. Das Geflenne über teures Wohnen hier ist wie im Kindergarten. Wir leben (ich finde zum Glück) in einer freien Welt und da darf jeder machen was er mag. Und wenn jemand ein Haus baut und jemanden findet, der das dann kauft, dann ist das das gute Recht beider. Und ich möchte nicht, daß meine Steuergelder für Bausubvention mit dem Salzstreuer verwendet werden. Die Stadt/der Staat ist kein guter Unternehmen. Er soll gute Rahmen setzen.
    1. guter Rahmen: Pflicht für Investoren, sozialgebundene Wohnungen mit im Haus zu bauen (das hat München!!)
    2. guter Rahmen: Unterstützung von Baugemeinschaften (z. B. über günstige Kredite)
    3. guter Rahmen: Bodenspekulation teuer machen z. B. durch Auflagen an Eigentümer

    Im übrigen wirkt jede zusätzliche Wohnung grundsätzlich dämpfend auf die Nachfrage.
    Ach, und Gentrifizierung ist ein quasi normaler Prozeß. Den gibt es überall. Die Boheme ist ohnehin schon weg aus der Neuse.

  15. Das von E-Haller befürchtete „Kippen“ kann sich jeder in der Altstadt ansehen. Die gesamte Gegend um den Postplatz ist völlig entstellt durch einfallslose Archiektur.
    Neubauten sind eigentlich kein Problem, selbst zu DDR-Zeiten ist es gelungen, diese einzupassen: Nudelturm, Wir-AG, Bautzner/Lutherstr. usw. Natürlich nicht im Gründerzeit-Stil, aber trotz Ressourcenknappheit im relativen optischen Einklang mit der Umgebung. Gleiches gilt für die meisten „Lückenfüller“ der Nachwendezeit. Selbst für eine ganze Roboterstadt wurde ein flairverschonender Standort gefunden.
    Hier wird aber an einer zentralen Straße ein weißer Standard-Betonquader eingefügt, der mit den Gebäuden links und rechts nichts zu tun hat und in dieser Form in zahlreichen Städten und Gegenden hingeklatscht wird. Vom „Garten“ will ich mal gar nicht reden.

    @ eenewiekeene: Krasser Filmtip, eine brutale Dystopie aus den 90ern. Weil ich den Ton ein bisschen laut hatte und so geschrien habe, kamen die Nachbarn gucken, ob alles OK ist. Bloß gut, dass ich sie habe.

    @ Seldon: 150 Jahre haben bisher nicht ausgereicht, das Proletariat so weit reifen zu lassen. Die werden lieber Nazis – ist einfacher. Aber wir haben noch Zeit, Wahlen sind erst im Mai.
    Mal im Ernst, philosophische Grundlagen sind nicht schlecht, aber bieten genausowenig Lösungen. Oder hilft uns Engels irgendwie konkret in Bezug auf die Görlitzer Str.?

  16. @Rudi: mein Fehler: Ironie-tag vergessen
    @Frank: was den Rahmen angeht, könnte man sich ja auch am Grundgesetz orientieren. Es ist eben nicht, so, dass jeder machen kann, was er will. Zur angeblich unantastbaren Würde des Menschen gehört Imho auch angemessener Wohnraum und Eigentum verpflichtet (gegenüber der Allgemeinheit) bis hin zur Möglichkeit der Enteignung. Ganz ohne Revolution!
    @Pitty: fehlende Grundlagen führen Imho auch zum beklagten Wahlverhalten. Da kann man schon auch mal konkrete Mißstände etwas allgemeiner versuchen zu erklären. Aber richtig ist natürlich, dass das revolutionäre Subjekt grad etwas neben der Spur agiert, wenn überhaupt…

  17. Das Haus an der Görlitzer Straße welches die dortige Lücke füllen soll, wird wohl eher kein weißer Quader, wie hier einige spekulieren. Hier ein Link zu einer Seite mit einem Bild, wie die Ansicht an der Görlitzer werden soll.

  18. @ Rene… stimmt Du hast Recht, kein weißer Quader, es wird ein erfrischendes Graubraunbeige..

    Ich bekomm Augenflimmern wenn ich sehe, das da wo sonst drei Etagen bei der angrenzenden Bebauung vorliegen, viere reingequetscht werden. hoffentlich holt sich da keiner ne Schramme an der Designerdeckenleuchte. :D

  19. Die Ansicht des Hauses in der Lücke an der Görlitzer Straße ist in einem Bild in der angehängten Webseite zu sehen. Es handelt sich hier nicht um einen weißen Standard-Betonquader. Diese Optik wird nur das Gebäude im Hinterhof haben.

  20. @christoph: Das ist aber bei nahezu allen Neubauten in der Neustadt Standard, dass es eine Etage mehr wird. Auf der Görlitzer wird man dann immer noch auf Raumhöhen von ca. 2.30 Meter.

  21. „… dass sich der Neubau harmonisch in die vorhandene, typische Straßenformation der Görlitzer Straße einfügt.“

    Ja, diese glatte Optik in freundlichem Steingrau fügt sich ganz harmonisch ins Ensemble ein, zumindest wenn man blind ist oder die danebenstehenden Häuser einfach ignoriert. :D Immerhin: Frauen bringen sich in lila Sitzgruppen um, also haben die Architektenden nicht alles falsch gemacht.

    Außerdem bekommt das Erdgeschoss einen (aufgemalten oder schluck vielleicht sogar echten) Bossenputz – mehr Finesse kann man bei diesen Quadratmeterpreisen gestalterisch aber auch wirklich nicht erwarten.

  22. Auf dem Bild hätte ich gar nicht gesehen, dass es ein Neubau ist. ^^

    „…37-moderne Eigentumswohnungen…“ Na dann Glückwunsch!

    Hoffentlich ist es den neuen Mietern dann zu laut auf der Strasse. Da könnte man endlich die ganzen blöden Kneipen da weg machen.

  23. @ Anton: Laut Sächsischer Bauordnung ist 2,40 m Höhe Minimum für Wohnräume. Ich gehe davon aus, dass das hier mehr sein wird. 2,40 ist bedrückend niedrig, wenn man größer als 1,50 ist.

  24. @ ein anderer Stefan:
    Meines Wissens sind es 2,45 m und das schon seit langer Zeit (Sachsen ging in Sachen Bauordnung schon zu Zeiten der Kurfürsten strenge und teilweise durchaus fortschrittliche Wege – Feuerversicherungspflicht usw.). Das oberste Geschoss der meisten so hochgelobten Gründerzeitbauten im Viertel sind 2,45 m…
    Und ja, man genießt den gefühlt deutlich mehr Raum bei 2,70 m Deckenhöhe aber 2,45 m bedrückend niedrig zu nennen – ich bin > 1,80 ;-) …
    Naja, es muss ja nicht jeder reinziehen, man darf auch 4,20 m und Stuckdecken erwarten aber bitte auch nicht schimpfen, wenn die Heizkosten durch die Decke gehen :-)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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