Marina Garden: Stadt bietet 3,5 Millionen

Die Landeshauptstadt Dresden hat heute im Verfahren „Marina Garden“ vor dem Oberlandesgericht Dresden der Klägerin, DresdenBau Projekt Marina City GmbH, einen Vergleich angeboten.

Dieser beinhaltet den Ankauf der vom Streit betroffenen Grundstücke. Die Stadt bietet im Vergleich insgesamt eine Zahlung von 3,5 Millionen Euro an.

Investorin Regine Töberich bei einer Pressekonferenz im April 2015.

Investorin Regine Töberich bei einer Pressekonferenz im April 2015.

Hintergrund

Regine Töberich, Chefin der Dresden-Bau, hatte Schadenersatzansprüche gegen die Landeshauptstadt Dresden geltend gemacht. Töberich wollte auf dem Gelände, das als „Freiraum Elbtal“ bekannt geworden ist, mehrere Wohnhäuser errichten. Die Stadtverwaltung hatte das Projekt verhindert, Töberich dagegen geklagt. Das Landgericht hatte im November 2016 die Klage abgewiesen. Im Juni 2017 hatte das Oberlandesgericht einen Vergleich empfohlen.

Angebot Töberich: 16,6 Millionen

Im Juli hatte dann die Investorin Regine Töberich ihr Vergleichsangebot eingebracht. Sie verlangte von der Landeshauptstadt 16,6 Millionen Euro, um den Streit um das Bauprojekt endgültig beizulegen.

Das Marina-Garden-Gelände - Foto: Archiv März 2015

Das Marina-Garden-Gelände – Foto: Archiv März 2015

Rückblick

Am 7. Mai 2015 hatte der Stadtrat eine Veränderungssperre für das Grundstück beschlossen und damit jegliche Pläne der Dresden-Bau zunichte gemacht. Die Investorin Regine Töberich reagierte darauf spektakulär mit dem Wegbaggern des Elberadweges. Dass sie an der falschen Stelle baggern ließ, bewahrte sie später vor einer Ordnungsstrafe, sie musste nur die Wiederherstellung bezahlen.

Die Stadt hatte dann ohne Töberich neue Pläne für das Grundstück entwickelt unter dem Namen Elbviertel.

Von zwei Baggern ließ Töberich den Radweg wegreißen.

Von zwei Baggern ließ Töberich den Radweg wegreißen. Foto: Archiv

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14 Kommentare zu “Marina Garden: Stadt bietet 3,5 Millionen

  1. asalinse
    13. September 2017 at 17:41

    für welchen Preis hat denn Frau Töberich das Gelände ursprünglich erworben?

  2. 13. September 2017 at 18:20

    Letzten November forderte sie drei Millionen von der Stadt, neun Monate später möchte sie 16,6 Millionen. Ich meine, Sie leistet halt auch unglaublich viel dafür. Und Leistung muss sich einfach wieder lohnen in Deutschland.

  3. Peter
    13. September 2017 at 18:23

    @asalinse:

    https://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-bietet-toeberich-vergleich-3772297.html

    Und jetzt freu ich mich auf popcorntaugliche Kommentare ;)

    Peter

  4. 13. September 2017 at 18:33

    @peter: in dem Artikel steht der Kaufpreis: 2,3 Millionen.

    http://m.sz-online.de/nachrichten/toeberich-fordert-16-millionen-euro-3727151.html

  5. Peter
    13. September 2017 at 18:34

    @Anton:

    Ja, darum brachte ich den Link ein. Da stehen auch noch andere Zahlen.

    Beste Grüße
    Peter

  6. 13. September 2017 at 18:40

    Ich weiß, aber in dem von dir verlinkten Artikel stehen zwar viele Zahlen, aber eben nicht der Kaufpreis.

  7. bob
    13. September 2017 at 18:50

    @Anton

    Steht doch in beiden Artikeln……2,3 Millionen…wenn es denn stimmt.

    Ist doch auch völlig wurscht. Hauptsache, sie kriegt ihre irren Forderungen nicht, sondern sie wird gleichgestellt. Von mir aus verzinst. Das fände ich normal…..

  8. 13. September 2017 at 19:43

    @bob: Stimmt.
    @Peter: Sorry.

  9. nepumuk
    13. September 2017 at 21:06

    Super, damit erreichen wir vielleicht doch Biotopstatus – dürfte ja dauern, das Ganze.
    Das städtische Angebot wirkt realistisch und zugleich deutlich entgegenkommend. Allein die Frau steht dem guten Willen selbst im Weg. Andere schätzten die Abgeltungshöhe auf ca. 2,3 Mio, da man einerseits etwa ein Drittel (!) Wertsteigerung in so kurzer Zeit zugesteht, man aber ein Drittel des Geländes als baurechtlich festgelegtes Grünland abzöge. Der Niedrigpreis am Grünlandanteil macht also die Wertsteigerung in etwa wett. 3,5 Mio erscheint daher sogar als deutlich überhöht.
    Töbis Gaga-Angebot aufgrund illusionierter Schadenseinrechnung ist lediglich dreister Versuch, durch einen eher unwahrscheinlichen Richterspruch nochmal kräftig abzusahnen. So wird sie also leer ausgehen, da etwaige Schadensansprüche nicht belegbar sind, und kann später die Fläche zum Marktpreis veräußern. Für die relevanten 2/3 der Fläche dürften bei bis dahin beruhigterem Markt kaum über 2,5 Mio erzielbar sein – evtl. deutlich weniger. Hier verspekuliert sich die Dame offensichtlich ein weiteres Mal. Mir solls recht sein. Bis dahin dankt die krabbelnde Fauna für die hervorragenden Biotopbedingungen. Seltene Schutzarten dürften sich unbekanntermaßen längst einfinden auf dieser wunderbaren Ruinenhalde. Ein summend-kriechender Bio-Freiraum-Elbtal eben.

  10. E-Haller
    15. September 2017 at 12:27

    So ganz verstehe ich ihren Ansatz der Berechnung nicht. 16,6 Mio. Euro Schadensersatz bedeuten doch im Umkehrschluss, dass sie bei 100 geplanten Wohnungen 166.000 Euro Gewinn PRO WOHNUNG machen wollte. Wie groß sollte so eine Wohnung im Durchschnitt sein? Was würde das also an kalkulierten Gewinn/ m² machen?

    [Da ihr ja aber nicht der Bau verboten, sondern nur die Flächen reduziert wurden, müsste der fiktive entgangene Gewinn pro Wohnung ja noch höher liegen…]

    Sagen uns die Investoren nicht immer, die Wohnungen seien nur wegen der Baukosten (und insbesondere den Anforderungen an Dämmung und Heizung) so teuer? Also wenn das die üblichen Gewinnmargen sind…

  11. bob
    15. September 2017 at 13:05

    @E-Haller

    Wenn du die verlinkten Artikel mal liest, wirst du feststellen, dass Frau Töberich maximale Aufmerksamkeit erreichen möchte. Bundesweit. Wie Sie sich die 16,6 Millionen Euro hinrechnet, weiss ich nicht. Entscheidend ist doch, dass niemand auf diese Bauernfängernummer reinfällt. Sie wird sicher mit Planungskosten in Vorleistung gegangen sein. Aber ich denke, dass das in dem Angebot der Stadt von 3,5 Millionen inklusive Zinsverluste und Wertsteigerung des Grundstückes enthalten ist.
    Also buchen wir die 16.6 Millionen doch einfach mal unter: NETTER VERSUCH……

  12. E-Haller
    15. September 2017 at 15:29

    @ bob: Danke. Also nur 11 Mio. entgangener Gewinn, ohne dass da eine konkrete Berechnung dahinter steht…verstanden.

    Steigt die Aufmerksamkeit mit Höhe der Entschädigungsforderung linaer oder exponentiell? ;)

  13. bob
    15. September 2017 at 15:35

    @E-Haller

    Genau. Aus meiner Sicht eine fiktive Summe…. Und ob eine Summe von 16,6 Millionen linear oder exponiental Aufmerksamkeit erregt? Da fragst du am besten mal Frau Töberich…;-))

  14. tom
    15. September 2017 at 17:24

    Keinen Cent.

    Warum die Stadt überhaupt ein Angebot macht ist abolut unbegreiflich. Erst wenn ein Gericht tatsächlich für Töberich entschieden hat, erst dann sollte die Stadt zahlen. Alles andere ist ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler.

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