Mitnehm-Kaffee im Mehrwegbecher

Verkäuferin Antje präsentiert den Becher
Verkäuferin Antje präsentiert den Becher
Das Neustädter Eiscafé Tiki will einen Trend setzen und bietet für den „Coffee-to-go“ jetzt Mehrwegbecher an. Gibt’s in den beiden Läden im Hecht und auf der Görlitzer Straße.

Die Firma mit der wohl längsten Eis-Geschichte der Neustadt: Neumann’s Eis. Noch vor gut zwanzig Jahren konnte man sich von Mutter Neumann in der Eisgrotte das Eis in kleinen Bechern nebst beigelegtem Plastelöffel servieren lassen. Passend dazu gab es dort auf der Görlitzer Straße auch das beste und vermutlich auch einzige Frühstücksangebot in der Neustadt. Die Eisgrotte ist Geschichte. Später entstand Tiki I an der Kunsthofpassage und noch später Tiki II im Hechtviertel. Das Eis wurde inzwischen in Radebeul produziert. Credo der Firma ist dabei schon seit langem Nachhaltigkeit zu prüfen, Energieverschwendung auszuschließen und Umweltbelastungen zu minimieren.

Ganz in diesem Sinne gibt es ab heute für den „Coffee to go“ einen Mehrwegbecher. Das Prinzip ist einfach. Man zahlt einmalig eine Leihgebühr von fünf Euro, und beim nächsten Besuch bringt man den Becher einfach wieder und tauscht ihn gegen einen neuen ein. Die Reinigung erfolgt durch die Tiki-Crew. So lassen sich im Laufe eines Jahres ein paar Berge von Müll vermeiden. Die Mehrwegbecher sind aus natürlichen Rohstoffen und biologisch abbaubar.

Das die Neustädter auf Mehrweg abfahren, zeigt der verpackungsfreie Laden „Lose“ in der Böhmischen Straße. Der ist seit der Eröffnung im April stets gut besucht.


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21 Kommentare zu “Mitnehm-Kaffee im Mehrwegbecher

  1. „will einen Trend setzen“

    Becher füllen lassen gab’s selbst als ich vor 10 Jahren studiert hab in ZWICKAU schon, und wie lange kann man bei Starbucks jetzt Tassen kaufen und füllen lassen (mindestens so lange wie ich jene Firma kenne)?

  2. Kaffee to Go, so ein Irrsinn. Kaffe trinkt man im Sitzen.

    Aber wer beim laufen ständig auf das Smartphone starrt und Kaffee trinkt und nicht nach vorn schaut, wurde bei Begegnung mit mir mit ziemlicher Sicherheit mit Absicht voll angerempelt.

    Diejenigen haben es mit Sicherheit so schnell nicht vergessen.

  3. Die Mehrweg-Alternative finde ich gut und hoffe, dass sie zahlreich angenommen wird.
    Selbst bin ich nicht der togo-Konsument, und ziehe einen Kaffee im Sitzen vor, aber warum kann man Menschen nicht einfach selbst entscheiden lassen, was sie tun möchten, rempelt sie an und ist dann auch noch stolz drauf, ihnen einen Denkzettel verpasst zu haben?
    Die Ewiggestrigen sterben halt auch nicht aus…

  4. @Alraune: viiiel besser find ich, kurz vor knapp laut „obacht!“ zu schreien und rüberzuhüpfen :D
    am ende bekleckern die mich noch.
    aber stimmt schon, es geht einem keiner mehr ausm weg. und wenn der fussweg schmal is, wird trotzdem auf gedeih & verderb nebenander gelaufen. hihi, ich schimpf schon wieder…

  5. Danke Anton für den Nostalgie-Trip.
    Vor 20 Jahren ist man aus Gorbitz angereist um in der Eisgrotte einen Kaffee zum Frühstück IM SITZEN zu trinken, heute wird versucht, einem an jeder Ecke einen Kaffee ZUM LAUFEN aufzudrängen.

    Randbemerkungen:
    A Mehrweg ist nicht immer besser als Einweg
    http://letstalkplastics.com/de/facts/kaffee-aus-einwegbechern-was-sind-die-folgen
    B Zur Herstellung einer Tasse Kaffee werden 140 l Wasser benötigt, da fällt das Spülwasser für Mehrweg natürlich nicht ins Gewicht.

  6. Kaffee trinkt man im Sitzen, denn es geht um den Genuss und die kleine Auszeit! Kaffe2Go-Trinker sind unreflektierte Öko-Schweine, es sei denn eigener Becher oder Mehrweg wird benutzt. Anrempeln ist schon heftig, selbst bei Hans-Guck-in-Luft mit Kaffee-Schmartphone-Multitasking. Wie wäre es mit dezentem Anbrüllen unter Verwendung des Satzes „Das nächste mal bin ich vielleicht die 13!“?

  7. @ Thomas Lindner … ich selbst habe zwar noch nie einen Kaffee aus Togo getrunken, aber man(n) kann es auch übertreiben.
    Schlendern ist definitiv Luxus. Ich schreibe ja auch nicht, beim Kaffee trinken rumsitzen macht dick, fett und debil. Also wirklich.

  8. Mit was sich solch eine Hochkultur beschäftigen muss…? …als haben sie nichts zu tun. Wie schön muss die Zeit gewesen sein als es noch große Kaffeehäuser gab?
    Die Menschen haben keine Zeit mehr und die Industrie nutzt es aus und stellt Kaffeebecher zum mitnehmen her. Und somit haben die Menschen noch weniger Zeit, weil sie ja die Kaffeebecher herstellen müssen.

    @Alraune…solche Leute nennt die Jugend von heute Smombie „Jugendwort des Jahres“
    Ich habe mal ein Bild gesehen, da wurde auf dem Fußweg ein extra Fußgänger-Streifen für Smartphone-Benutzer zum Langsamgehen eingerichtet… sehr bezeichnend für unsere moderne Gesellschaft…

  9. @Jutta B.

    Das ist schon ein bisschen Blauäugig gesehen.

    Nun gibt es auch Mehrwegbecher aus Kunststoff, Glas oder auch Metall. Es gibt auch Stoffe die sich besser in kalten als im warmen Wasser lösen. Und muss ich, wenn ich einen Becher ausspüle immer gleich ein Spülmittel dazunehmen? Oder muss ich den Becher denn immer ausspülen?

    Ich kann mir auch meinen Becher aus Holz selber basteln, schnitzen oder mit einer Drechselbank drehen.
    Und wenn ich es mal ganz genau nehme, muss ich auch das Wasser und den Kaffee rechnen was die Arbeiter selbst bei der Arbeit trinken, die jene Einwegbecher herstellen, transportieren und recyceln ;-) während Mehrweggeschirr nun irgendwann einmal vor Ort ist.

    Und nun trinke ich ja nicht nur „Kaffee oder Tee aus Fernost oder West“ aus einer Tasse / Becher … ich kann alles mögliche aus einem Becher trinken…

    Allein für das Öl müssen riesige Löcher in die Erde gebohrt werden oder Tankschiffe müssen auf hoher See aus bis zu 3000 km aus der Tiefe das Öl aus unseren Meeren holen oder Riesige Felder mit mit Raps oder Mais müssen angebaut werden. Das bedeutet Monokulturen wo wiederum jede Menge Aufwand betrieben werden muss.

    Um einen Holzbecher herzustellen benötige ich ein Messer und ein Stück Holz.
    Um einen Ton- oder Lehmbecher herzustellen, Brauche ich Ton / Lehm und ein Feuer.

    Die „Faulheit und Feinheit“ der Menschheit ist in Ausreden nicht verlegen… und eine Studie ist immer von jener Person abhängig von jener sie gemacht wurde.

    Niemand will zurück zur Steinzeit. Aber eines ist ganz sicher. Die Hälfte der Menschheit hat vor unser Zeit auf dem Feld gearbeitet und genau jene Hälfte der Menschheit sitzt heute im Büro. Echt tolle Entwicklung.

    Ich glaube dieser Studie kein Wort!

    mfg

  10. Er hat mal ein Bild gesehen, der @tino turbulent, sicherlich in einem guten alten Buch mit Hardcover, wahrscheinlich von kahlköpfigen Mönchen fleißig abgeschrieben, damals, als die Menschen noch Zeit hatten im Kaffeehaus zu sitzen und Kaffee zu trinken, aus selbstgeschnitzten Bechern, die nicht mit Spülmitteln gespült wurden. Oh du selige Vergangenheit, als alle noch ihren Platz auf dem Feld kannten und kein tino turbulent in belehrenden Texten die echt tolle Entwicklung beklagte. Internet gab’s da nämlich noch nicht und ein guter Teil der kruden Innereien blieb, wo sie hingehörten: drinnen.

  11. @Peter Macheli

    Danke für den Humor und die Zusammenfassung…

    ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen, sondern das Universum aus dem wir alle bestehen. Mein Raumschiff wurde mir gestohlen, die Polizei hat mir nicht geglaubt und jetzt sitz ich fest auf diesen Planeten. Indessen stecke ich fleißig Samenkörner in diese Erde und hoffe auf alles Gute…

    Daumen hoch…

  12. @goldi
    Soweit ich weiß, läuft die Bahn an einem Drahtgeflecht bzw. Stahlseil. Ich weiß aber nicht ob diese Bahn als solches noch existiert?

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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