Kundgebung zu Hafencity und Marina Garden

Der Neustädter Hafen, es geht um das Gelände zwischen Elbe und Leipziger Straße

Der Neustädter Hafen, es geht um das Gelände zwischen Elbe und Leipziger Straße

Am kommenden Donnerstag ist die letzte Stadtratssitzung in der alten Zusammensetzung. Im Tagesordnungspunkt 27 steht der „Bebauungsplan Nr. 357 B, Dresden-Neustadt Nr. 39, Leipziger Straße/Neustädter Hafen“ und im Tagesordnungspunkt der „Bebauungsplan Nr. 357C, Dresden-Neustadt Nr. 41, Leipziger Straße/Alexander-Puschkin-Platz“ – das sind die beiden umstrittenen Bauprojekte „Hafencity“ und „Marina Garden“. Beide Projekte sind umstritten und würden vermutlich mit der neuen rot-rot-grün-orangen Mehrheit im Stadtrat abgelehnt werden. Zumindest haben sich Vertreter dieser Parteien (Linke, SPD, Grüne, Piraten) gegen die derzeitige Planung ausgesprochen.

Um gegen ein „Durchwinken“ der beiden Projekte durch den Stadtrat zu protestieren, ruft die Bürgerinitiative „Elbraum für alle – stoppt Hafencity“ zu einer Protestkundgebung vor dem Dresdner Stadtrat auf. Der trifft sich am Donnerstag in der Messe Dresden, die Kundgebung startet dort, am Messering 6, um 15 Uhr.

Währenddessen haben einige gewählte Stadträte der Grünen beim Verwaltungsgericht Dresden eine Einstweilige Anordnung beantragt. Die hat das Ziel, das aus ihrer Sicht rechtsmissbräuchliche Vorgehen der Oberbürgermeisterin zu unterbinden, mit „alten Mehrheiten“, stadtentwicklungspolitische Weichenstellungen vorzunehmen.

Zur der Protestkundgebung gibt es auch ein Mobilisierungsvideo.

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18 Kommentare zu “Kundgebung zu Hafencity und Marina Garden

  1. anni
    7. Juli 2014 at 12:09

    die Elbe und ihre unmittelbar angrenzden Bereiche- z.B. Elbauen und Wiesen stehen unter Naturschutz. Da dürfte schon darum nichts hingebaut werden!!! Muss ja auch nicht!!! :D

  2. me
    7. Juli 2014 at 13:18

    Ich bin dafür das die Brachflächen dort endlich mal bebaut werden. Dresden braucht dringend mehr Wohnungen. Der Investor hat doch schon zugesagt Hochwasserschutz auf eigene Kosten zu bauen. Wird die Brache dort nicht bebaut muss die Stadt den Hochwasserschutz auf Kosten der Allgemeinheit errichten. Wäre doch schön blöd wenn aufgrund des sinnlosen Protestes einzelner die Steuern und Abgaben für alle erhöht werden müssten.

  3. anni
    7. Juli 2014 at 13:31

    im Hochwasser- Überschwemmungsgebiet sollte nicht bebaut und gebaut werden. Kosten sind zum Nutzen irrsinnig! bezahlt dann nur wieder der Steuerzahler- wie schon angemerkt!!!

  4. Stefaaan
    7. Juli 2014 at 14:29

    @ anni:

    Welche Kosten? Die Tiefgaragen könnten geflutet werden und wären auch dafür vorgesehen. Wo soll da das entscheidende Problem sein? Gleichzeitig bekommt die Stadt von den Investoren einen Hochwasserschutz für die Leipziger Straße und die dahinter liegenden Gebiete realisiert. Es ist wirklich absurd, dass die Stadt jetzt eine eigene Schutzlinie plant, deren Realisierung (vor allem Finanzierung) völlig unklar ist.

  5. Chris
    7. Juli 2014 at 15:13

    > Gleichzeitig bekommt die Stadt von den Investoren einen Hochwasserschutz für die Leipziger Straße und die dahinter liegenden Gebiete realisiert.

    Das ist aber mal ganz neu, dass der Investor angeblich die ganze Hochwasserschutzline bauen will. Der geht östlich und westlich der Hafencity noch ein ganzes Stück weiter.

  6. nurmalso
    7. Juli 2014 at 15:29

    Ja, mit den hässlichen Brachen sollte was passieren. Aber müssen es mehrgeschossige Wohnhäuser im Stile von ‚Marina Garden‘ sein? Die nächsten charmelosen Betonbauten.

  7. Stefaaan
    7. Juli 2014 at 16:02

    @ Chris:

    Habe ich auch nicht geschrieben. ;-)

  8. qwertz
    7. Juli 2014 at 16:09

    die ecke ist mir auch viel zu grün dort. beton bringt viel klarere strukturen und auch noch hochwasserschutz. bewohnte flutschutzwände quasi. das mit den flutbaren tiefgaragen unter den eigentumswohnungen kommt dann noch als sahnehäubchen oben drauf. ich find’s klasse. dann müssen da auch endlich die ganzen hippies und das feiervolk weg… und die fahrradfahrer. von den anglern ganz zu schweigen, die nerven richtig.

  9. anni
    7. Juli 2014 at 18:55

    ja und wenn wir dabei sind- betonieren wir gleich ganz Dresden— alle Feierorte platt machen- damit immer richtig Ruhe ist für die Autos. Dann kann auch überall das Wasser unbeirrt überfluten- wenn alles schön auf Stelzen gebaut wird. ;-)

  10. Görlikind
    7. Juli 2014 at 21:26

    Die Tiefgarage als Hochwasserschutz anzugeben ist lächerlich. Stellt Euch mal vor, wie groß die sein müsste, damit man überhaupt was merkt! Und wer soll die ganzen teuren Autos wegfahren, wenn Hochwasser kommt? Dann gibt es zur Flut gleich noch einen Benzinteppich gratis hinzu.

    Ich denke, die Stadt pokert so: Wir boxen das Projekt durch. Die Wohnungen werden von Menschen mit dem nötigen Kleingeld gekauft und bewohnt bzw. teuer vermietet. Die kennen Anwälte – und die werden dann in jahrelangen Prozessen Hochwasserschutz fordern. Vielleicht gibt es sogar eine Bürgerinitiative mit viel Mediengeschrei. Der Clue: Den Hochwasserschutz an der Elbe plant und bezahlt nicht die Stadt, sondern der Freistaat, weil der dafür zuständig ist. Und die Stadt lacht sich ins Fäustchen! Aber: auch das sind unsere Steuergelder!

    Überschwemmungsfläche ist Überschwemmungsfläche und soll es auch bleiben. Hier sollte es keine Ausnahmen geben!

  11. Andreas
    8. Juli 2014 at 00:10

    Mir war gar nicht bewusst, dass die Industriebrachen und ein abgesperrtes (und wahrscheinlich hochgradig belastetes) Bahnhofsgelände so tolle Biotope sind.

  12. Seldon
    8. Juli 2014 at 09:07

    Wer profitiert von Luxus-Appartements? Einige wenige. Was wird benötigt? Bezahlbarer Wohnraum, Freiräume, Kultur…Eine Nachfrage, die der hochgelobte Markt nicht erfüllen kann und will, fehlt ihr doch das Wesentliche: Zahlungskraft.
    Auch wenn es einige nervt: it’s capitalism, stupid!

    Aber was wäre die Alternative? Mietboykott ganzer Straßenzüge, Genossenschaften, Hausbesetzungen, sowas: http://neustartschweiz.ch/ oder sowas: http://baskinfo.blogspot.de/2013/07/hausbesetzung-bilbo.html
    Freiräume suchen, verteidigen, schaffen, einfordern, die Kommune in Besitz nehmen: kommunale Versorger zurückfordern (Strom, Wasser, Gas, Wärme, ÖPNV…),kommunale Selbstverwaltung…, usw. usf.
    Spinnerei, radikal, schwierig? Wenn wir es nicht versuchen, werden wir es nie erfahren?Paris anno 1871 gehörte einpaar Monate lang den Bürgern, bis diese vom Kapital zusammenkartätscht wurden…
    Wem gehört die Stadt?

  13. Jochen
    8. Juli 2014 at 12:00

    Die Holländer sind irgendwie weiter. Kompakt bauen und dafür mit dem Rad unterwegs sein, statt mit dem PKW in´s zersiedelte Umland zu müssen.http://nl.wikipedia.org/wiki/Oostelijk_Havengebied
    Wir muten uns aktuell lieber über 80.000 tägliche Einpendler zu.Da sehe ich den neuen Stadtrat in der Pflicht, etwas zu ändern.

  14. Stefaaan
    8. Juli 2014 at 12:59

    @ Görlikind:

    Das Fluten der Tiefgaragen würde wahrscheinlich schon deshalb notwendig sein, um die Statik der Bebauung im Hochwasserfall nicht zu gefährden. Dass man damit Retentionsraum schafft, ist wohl eher ein gewünschter Nebeneffekt. Und dieser Retentionsraum ist natürlich verglichen mit den Wassermassen eines Elbehochwassers unbedeutend. Das gilt aber auch für den Leipziger Hafen im jetzigen Zustand und für die Forderungen, einen dort vermeintlich vorhandenen und relevanten Retentionsraum zu erhalten.

    Hochwasserschutz entsteht insoweit, als dass die Bebauung selbst als Hochwasserschutzlinie für die Leipziger Str. und die Flächen dahinter dienen würde. Richtung Pieschener Eck müsste man dies natürlich fortführen oder zumindest einen Abschluss am Puschkin-Platz umsetzen. Die Bewohner der geplanten Bebauung bräuchten insoweit auch keinen Hochwasserschutz einklagen, da die Bebauung einschließlich der Zufahrten wenigstens bis zum Pegel eines 100-jährigen Hochwassers ausgelegt wäre. Die Decke der Tiefgarage soll entsprechend etwas über die Geländeoberfläche gelegt werden.

    Und warum sollte man die Autos nicht rechtzeitig aus den Tiefgaragen fahren können? So eine Elbehochwasser kommt nicht von heute auf morgen. Da bleibt genug Zeit wie bei jedem anderen Parkplatz an der Elbe auch. Vielleicht haben wir ja Glück, und erleben die nächsten 50 bis 100 Jahre kein Hochwasser der Größenordnung von 2002 und 2013. Statistisch gesehen wäre das ja möglich, wobei ich eher das Gegenteil befürchte.

  15. Andreas
    9. Juli 2014 at 18:59

    > Wer profitiert von Luxus-Appartements? Einige wenige.
    Wer profiert from Freiraum Elbtal? Noch weniger.

    > Was wird benötigt? Bezahlbarer Wohnraum
    Gibts jetzt auch nicht.

    > Freiräume, Kultur
    Freunde dich mal damit an, dass auch du nicht festlegen kannst wer wie viel von welcher Kultur braucht.

    Ich als Vermieter würde mir inzwischen ganz genau überlegen, ob ich so ein Gelände vorübergehend für irgendwelche Alternativprojekte vermieten würde. Einmal drin, stellen die Leute plötzlich Besitzansprüche und schwuppdiwupp bin ich praktisch enteignet.

  16. Sunshine
    9. Juli 2014 at 19:44

    Ich habe nichts gegen eine Neugestaltung diverser Brachflächen, im Gegenteil, nur denke ich wäre dies auf natürlicher Ebene sinnvoller. Wohnraum braucht die Stadt? Dann soll die Stadt ihre bisherigen Projekte erst einmal beenden bevor sie zu neuen Baustellen greift. Mehr Hochwasserschutz brauchen die Menschen dieser Stadt! In den bekommen wir nicht mit Bebauung,völlig gleich wer sich bereit erklärt den Hochwasserschutz zu finanzieren. Am Ende wissen wir ale wie es laufen wird,uns wird viel versprchen u palabert,aber Ende kommt nichts rum dabei. U den wahren Schaden sehen wir zur nächsten Flut. Pflanzt Bäume,schafft Parks und Plätze zum erholen.. lasst der Natur u dem Fluss jeweils ihren Freiraum. So haben wir alle etwas davon.

  17. RealistIN
    10. Juli 2014 at 14:17

    @Görlikind: Woher nimmst du diese Behauptungen bezüglich Tiefgarage und Hochwasserschutz? Nach Sachverstand klingen deine Zeilen nicht, eher nach Verschwörungstheorie. Dresden ist voller Brachen an allen Ecken und Enden. Der ganze Riesenraum zwischen Pieschen und der Innenstadt ist nur einer davon. Dresden ist aber eine STADT, da sollten schon ab und zu mal paar Häuser stehen.

    Und für euch alle mit eurer Eigentumswohnungskäuferphobie: Ich bin auch so eine und stellt euch vor: Ich bin schlicht Angestellte und mein Partner ist freischaffender Musiker, also ganz doll kapitalistisch…. Wir können und wollen uns erstens die Mieten nicht leisten, die für eine anständige Dreiraumwohnung, vielleicht mit dem Luxus eines Balkons, verlangt werden und müssen zweitens noch dafür sorgen, dass mein Partner für seinen Beruf in der Wohnung üben kann (zwei Stunden am helllichten Tag übrigens), ohne dass uns die Nachbarn auf’s Dach steigen. Und stellt euch außerdem vor, dass es solche kapitalistischen Schreckunternehmer gibt, die Wohnungen bauen, die sich unsereins leisten kann, dazu noch in der Neustadt, wo zumindest mein Partner schon immer gewohnt hat.

    Eure Schwarz-Weiß-Malerei nervt total. Und bitte, lieber seldon, komme mir jetzt nicht mit irgendwelchen Auszügen aus dem Kommunistischen Manifest. Die lese ich sowieso nicht.

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