Neonazi-Demo auch durch die Neustadt?

Vertreter des Forum gegen Rechts

Vertreter des Forum gegen Rechts

Am kommenden Sonnabend wollen sogenannte freie nationalistische Kräfte in Dresden den „Tag der deutschen Zukunft“ durchführen. Heute präsentierte das Dresdner Forum gegen Rechts seinen Aufruf gegen diese Veranstaltung. Das Forum ist ein Zusammenschluss aus Parteien, Gewerkschaften und Initiativen. Unter der Überschrift „Diversity welcome – Keine Zukunft für Nationalismus!“ ruft es zum zivilien Ungehorsam auf. Ziel sei es, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Der Goldene Reiter stand schon öfter im Demonstrations-Blickpunkt ... Foto: Archiv/Februar 2008

Der Goldene Reiter stand schon öfter im Demonstrations-Blickpunkt … Foto: Archiv/Februar 2008

Im Rahmen der Veranstaltung präzisierte Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen die geplante Demonstrationsroute der Rechtsextremen. Nach seinen Erkenntnissen wollen diese sich in Pieschen treffen und zum „Goldenen Reiter“ ziehen. Ursprünglich war die Veranstaltung für Prohlis angekündigt worden. Bei den Anmeldern handelt es sich um die Dresdner, die seit Jahren versuchen am 13. Februar einen Neonazi-Gedenkmarsch in Dresden durchzuführen. Daher geht Starosta im Moment davon aus, dass sich die Route wie auch im Februar noch kurzfristig ändern kann. Der Zielort „Goldener Reiter“ erscheint plausibel, da die Rechtsextremen mit einem entsprechenden Logo werben.

Die Veranstaltung „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) fand bisher in Norddeutschland statt. Auch dort stets mit massiven Protesten aus der Bevölkerung. Antifa-Kreise vermuten nun, dass die rechte Szene im Norden an ihre Grenzen gestoßen ist und die Dresdner Veranstalter ihre Februar-Niederlagen ausgleichen wollen. „Da kommen Kräfte, die auf Gewalt aus sind“, warnt Starosta. Das Forum gegen Rechts rechnet mit bis zu 1.500 Neonazis, die aus ganz Deutschland aber auch aus Tschechien, Polen, Frankreich und Italien anreisen. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, bis zu 3.000 Beamte werden im Einsatz sein.

Heute hat sich auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) zu Wort gemeldet. Sie ruft die Dresdner auf, friedlich und gewaltfrei ein Zeichen gegen diese Form rechtsradikaler Propaganda zu setzen:

„Die Veranstaltung der Neonazis richtet sich offen und gezielt gegen ausländische Mitbürger und Flüchtlinge in unserer Stadt – dies dürfen wir als Stadtgesellschaft nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich rufe deshalb alle Dresdnerinnen und Dresdner auf, sich an friedlichen und gewaltlosen Aktionen zu beteiligen, die ein deutliches Zeichen gegen diese menschenverachtende Ideologie setzen. Wir Demokraten sind gefordert, uns schützend vor die Menschen zu stellen, gegen die sich diese rechtsextreme Propaganda richtet.“

  • Da die genaue Route der Neonazi-Demonstration noch nicht feststeht, sind auch die geplanten Gegenaktionen, die in Hör- und Sichtweite stattfinden sollen, noch nicht örtlich festgelegt. Auf der Website no-tddz.org und auf der Facebook-Site des Forums gegen Rechts finden sich aktuelle Informationen.
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34 Kommentare für “Neonazi-Demo auch durch die Neustadt?

  1. Anni
    2. Juni 2014 um 19:12

    Sitzblockaden sind auch friedlich und gewaltfrei, aber das sieht Frau Orosz leider nicht gern! Hoffentlich werden die Nasen rechtzeitig blockiert, damit sie gleich wieder verschwinden können!!!

  2. FX
    2. Juni 2014 um 19:59

    Was mich in dem Zusammenhang verwundert: wieso ist die genaue Marschroute eigentlich nicht bekannt bzw kann kurzfristig geändert werden? Muss das nicht exakt angemeldet werden? Mindestens die Polizei muss doch wissen, wo sie präsent sein soll. Oder?

  3. Hinzundkunz
    2. Juni 2014 um 20:50

    Die Cops kennen bestimmt schon die möglichen Routen, nur läuft es wie dieses Jahr im Februar, die Cops, die Stadtverwaltung und die Neonazis arbeiten zusammen um Planer von Gegenprotesten so lange wie möglich zu verwirren! Doch Unterstützung aus der gesamten Republik und auch aus anderen europäischen Ländern ist unterwegs! ;)

  4. christoph
    2. Juni 2014 um 22:50

    @ Hinzundkunz …verrückte Welt, die tddz´ler haben nahezu die gleiche Verschwörungstheorie… nur das bei denen auch noch das Ordnungsamt mit in die unheilvollen Ränke verflochten ist und natürlich auch munter mit Klarnamen schwadroniert wird…

    wenns ni so traurig wäre, könnte man fast bissl drüber lachen

  5. krz
    3. Juni 2014 um 03:10

    Divide et impera.

  6. Hinzundkunz
    3. Juni 2014 um 07:24

    @christoph
    Da kannste mal sehen, wie dämlich dieses Neonazigesindel ist. Dass was ich gelesen habe, hat nichts mit Theorie zu tun, sondern mit erprobter Taktik der Neonazis. Auch die Cops werden natürlich an einer möglichst langen „Geheimhaltung“ interessiert sein, das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, oder? Im Februar hat es doch genau so funktioniert und alle waren stolz darauf, das man es geschafft hat, die Gegendemonstranten zu verarschen. Tja, und das geschah eben mithilfe der Stadtverwaltung und dem Ordnungsamt. Von mir aus ignoriere es weiter, aber das macht es ja auch nicht besser.

  7. nurmalso
    3. Juni 2014 um 09:04

    … und wieder gehts los: I*** aller Nationen, vereinigt Euch! Wann lernt es dieses h*** rechte und linke P*** endlich mal, seine Rituale im Wald auszuführen. Da können sie dann auch auf alle vorgeschobenen Schein-Argumente und politische Politur verzichten. Letztlich gehts doch nur um eins: Diese kleinen ängstlichen Egos brauchen ein bisschen Aufmerksamkeit, und der überwiegend h*** Teil unter ihnen will sich kloppen. Bitteschön, aber nicht in Dresden wenns geht.

    ****Anmerkung: Teile des Kommentars wurden zensiert, da sie nicht der Hausordnung entsprechen. ****

  8. Seldon
    3. Juni 2014 um 09:25

    Hallo nurmalso, ich denke, Du machst es Dir zu einfach, wenn Du behauptest, es ginge nur um Krawall. Schau Dir die Entwicklung in der Ukraine an: genau solche Vollpfosten wie jetzt am Sa wieder aufmarschieren wollen, haben den Maidan okkupiert und ein bisschen Krawall und sich zum nützlichen Idioten gemacht und nun sitzen Faschisten in der Regierung, Oligarchen behalten ihre Macht und „Nationalgardisten“ bekämpfen ihr eigenes Volk. Und ja: Gewalttäter kann man unter Umständen nur mit Gewalt gegenüber treten, man muß also dazu ggf. bereit sein. Gewaltbereit eben.
    Es werden durchaus Inhalte vertreten, politische Ansichten in die Öffentlichkeit getragen. Von vielen wenig bis nicht verstanden, ok, aber deshalb nicht weniger gefährlich!

  9. Lucy
    3. Juni 2014 um 09:27

    Genau!
    NICHT in unserem schönen Dresden!
    Sollen die Nazis doch bitte weiter Menschen durch die ostdeutsche Provinzu (zu tode) jagen – aber nicht in unsere schönen Landeshauptstadt!
    Schon unsere geliebter Füh… ähm ich meine natürlich Staatsminister Ulbig wusste schon dass Antifaschismus nicht die Lösung sein kann! Recht hat er!
    Also wenn alle die Augen ganz fest zumachen verschwinden die bösen Nazis wieder wo sie hergekommen sind (wo immer das auch sein mag…) und lassen uns brave Dresdner Bürger endlich wieder in Frieden!
    Die Geschichte hat ja auch gezeigt dass diese Taktik schon einmal ganz prima funktioniert hat!

  10. Tom
    3. Juni 2014 um 12:47

    Können sich die Nazis denn nicht mal einen anderen Ort aussuchen?

    Nunja…dann auf ein Wochende mit friedlichen, gewaltfreiem Protest. Auf das die Nazis keinen Zentimeter vorwärts kommen!

  11. oha
    3. Juni 2014 um 13:11

    @Lucy

    Du meintest wohl eher osteuropäische Provinz.

    Warum sehe ich die Antifa immer erst demonstrieren, wenn Rechte aufmarschieren? Das Jahr hat 365 Tage um gegen Nazis zu argumentieren.

    Braucht es vielleicht doch einen unmittelbaren Feind, weil die Argumentation über Worte nicht möglich ist?

    @Tom Wenn Sie blockiert werden sind Sie ja länger da, weil Sie nicht von der Stelle kommen…

    Das einzige was die Geschichte gezeigt hat „Gewalt ist auch keine Lösung“…

  12. Seldon
    3. Juni 2014 um 13:55

    @Oha: „Das einzige was die Geschichte gezeigt hat “Gewalt ist auch keine Lösung”…“
    Naja, ob’s uns gefällt oder nicht, aber die Geschichte hat doch eher gezeigt, dass Gewalt sehr wohl eine Lösung sein kann: weder vor Waterloo noch vor Berlin wurden mit Wattebällchen gestritten, um Kriege zu beenden, Despoten wurden oft genug mit Gewalt vertrieben usw usf…

  13. 3. Juni 2014 um 14:46

    @oha:

    Warum sehe ich die Antifa immer erst demonstrieren, wenn Rechte aufmarschieren? Das Jahr hat 365 Tage um gegen Nazis zu argumentieren.

    Mit Deinen Wahrnehmungsproblemen musste schon erstmal selbst klar kommen.

  14. g.kickt
    3. Juni 2014 um 15:05

    Schöne Scheisse!

    Wo parken die Ihre Busse?
    Viel Erfolg beim Protest!

  15. nurmalso
    3. Juni 2014 um 15:27

    @Seldon: Genau, und weil die Ukraine voller Faschisten ist, haben die auch mit Pauken und Trompeten die Präsidentenwahl gewonnen o.o
    Aber halt – es ist ja nur der böse Westen voller Faschisten, die herzensguten Antifaschisten im Osten sind es natürlich nicht.

    Es war ja klar, dass Du auf die Propaganda der Russen anspringst – Putin, der Imperialist und Nationalist erster Güte, ist für die deutsche Linke immernoch die heldenhafte Glanzfigur. Mein Gott, was für ein armseliges Bild das doch auf die Linke wirft. Dass Du noch dazu Gewalt als legitimes Mittel ansiehst, vervollständigt das Bild – und zeigt zugleich, dass die Linke niemals wieder Verantwortung im Staat bekommen darf. Es ist nur gut, dass dies immernoch so leicht zu durchschauen ist. Kommunistische Propaganda, Intoleranz, Gewaltbereitschaft und ein menschenverachtendes Weltbild – das ist die wahre Linke. Faschismus im roten Gewandt.

    @Lucy: Wenn Du nochmal genau liest, wirst Du feststellen, dass ich sowohl den rechten „Demonstranten“ wie auch die linken „Gegendemonstranten“ nahe lege, sich davon zu machen und ihre Köpfe woanders einzuschlagen. Denn nur darum gehts letztendlich. Von denen glaubt doch selbst keiner, dass sie durch ihre physische Präsenz auch nur irgendetwas nachhaltiges Bewirken werden. Denn wieder: es geht hier nur darum, sich selbst zu definieren, Aufmerksamkeit zu suchen, und nichts anderes.

  16. Hinzundkunz
    3. Juni 2014 um 15:42

    @Seldon
    Sieh es doch endlich ein diese 2 Leute werden es nie kapieren!
    Dein Bemühen ehrt Dich, doch @oha & @nurmalso gehören zu den Menschen, mit denen man sich schlussendlich doch auf der Straße auseinandersetzen muss. Doch ich denke, die Typen reden nur und bleiben sicherlich eh zu Hause, was auch gut ist, doch dann sind sie auch nicht wirklich relevant, schon weil sie einfach noch immer nicht begriffen haben, dass sozialer Wandel, persönliche Freiheit bzw. die Verteidigung selbiger immer auf der Straße erkämpft bzw. ausgetragen wurde/wird. Und richtig, Wattebällchen sind da eher nicht am Start. ;)

    Um es mit B.Brecht zu sagen:
    „Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

  17. Hinzundkunz
    3. Juni 2014 um 15:59

    @g.kickt
    Gute Frage! Die nächste Frage ist, nehmen die Neonazis denn auch die richtige Abfahrt? Nicht dass das so wie 2010 abläuft, wo plötzlich ca. 800 Neonazis die Hechtstraße ohne Polizeibegleitung entlangmarschierten und mit Knüppeln bewaffnet auf die Jagd gegangen sind.

  18. Hinzundkunz
    3. Juni 2014 um 16:19

    @Tom
    Protest ist von Natur aus friedlich, alles, was über ein öffentliches Erklären gegen etwas zu sein hinausgeht, ist Widerstand!

    Oder wie es Ulrike Meinhof einst auf den Punkt brachte (ohne das ich alles zielführend finde, was sie getan haben soll):
    „Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht.“

  19. cleman
    3. Juni 2014 um 16:46

    Warum war der Brunnen nochmal grün?

  20. Seldon
    3. Juni 2014 um 18:52

    Hallo nurmalso, warst nicht Du es, der vor Kurzem Differenziertheit einforderte. Zu Recht, wie ich finde. Nun diskutierst Du doch relativ … holzhammermäßig und schwarz weiß (war es nicht auch sowas, was Du bemängeltest?) Wer ein anderes als das in den mainstream-medien transportierte Bild zur Ukraine hat, ist natürlich ein Putin-Versteher und Russenknecht, ja, schon klar. In Odessa ist ein Gewerksxchaftsghaus nicht von Faschisten angezündet worden, sondern, irgendwie, …“in Brand geraten“, wenn’s jmd. angezündet hat, dann eher Russen, und umgekommen sind darin, wenn überhaupt, nur ein paar Terroristen! Es gibt weiß Gott genug Möglichkeiten, sich zu informieren und seine Meinung zu bilden, man muß es nur auch tun, sonst wird die Meinung von anderen geBILDet! Auch in der ersten Reihe sieht man mit dem zweiten nicht unbedingt besser!
    Aber was rede ich…soviele Fusseln wie ich schon am Mund hab’… wrschl. kommen wir hier wirklich nicht viel weiter…schade.

  21. oha
    3. Juni 2014 um 19:47

    @Huk

    richtig ignoriere uns einfach! Das ist nämlich auch ne Möglichkeit eine Meinung zu vertreten, nicht nur bei mir und nurmalso…!

    Vielleicht bin ich ja bei den Montagsdemos und nur für Frieden, allerdings wäre ich dann mittlerweile „rechtsesotherisch“, oder hätte ein Aluhütchen auf!

    @Peter

    Wahrscheinlich trinke ich zu wenig, oder mein Tagesrhythmus ist ein anderer?!

  22. christoph
    3. Juni 2014 um 22:47

    @ Hinzundkunz .. ich glaub du hast mich da etwas falsch verstanden.. ich hab mir erlaubt mal auf der tddz Seite rumzulesen, und da steht in etwa, das die Stadtverwaltung, das Ordnungsamt… Polizei etc immer dafür sorgen würden, das Infos über die geplante Route zu den Gegendemonstranten durchsickern… und nur das für sich allein, las sich sehr schön als Verschwörungstheorie

  23. s.
    3. Juni 2014 um 23:56

    @nurmalso,
    schau doch mal hier:http://www.hintergrund.de/201401212958/politik/politik-eu/vorwaerts-mit-neonazis.html
    oder hier:http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel748.html
    vllt. auch hier:http://guidograndt.wordpress.com/2014/05/01/neue-bildbeweise-nazis-auf-dem-maidan/
    oder hier:http://www.welt.de/politik/deutschland/article126065954/Nationalistische-Antisemiten-regieren-in-Kiew-mit.html

    ach ich vergaß, alles nur linke, putinsche propaganda…
    aber du hast ja den wahren kern der geschichte gefunden. oder laberst du auch nur propaganda des westens nach?
    ein glück das du nichts zu melden hast!

  24. HinzundKunz
    4. Juni 2014 um 07:06

    @christoph
    Ich denke schon, dass ich Dich verstanden habe, denn Dein Kommentar unterstreicht doch, wie hohl diese Neonazis sind! Gerade in Dresden haben die von der Stadtverwaltung und dem Ordnungsamt erfahrungsgemäß ja relativ wenig zu fürchten. ;)

  25. E-Haller
    4. Juni 2014 um 12:02

    @ Seldon: lass doch andere für Dich schreiben.

    @ Nurmalso: Schau mal hier.

  26. nurmalso
    4. Juni 2014 um 13:28

    @Seldon und Zinnsoldaten: Ich habe natürlich nicht gesagt, dass der Westen hier großartige Arbeit geleistet hat (bezüglich der Ukraine) – ganz im Gegenteil. Aber völlig egal, in welchem Medien man sich informiert, es ist alles aus 3. Hand und insofern per se fragwürdig. Der freitag.de und der Honigtopf-MOntagsdemotyp machen da keine Ausnahme. Zu glauben, die einen Medien seien manipuliert, aber die anderen (und zufälligerweise die, deren Weltansicht man teilt) sind es nicht, ist einfach nur dumm. Wenn man nur über ein bisschen Menschenverstand verfügt, ist doch offensichtlich, dass hier zwei Blöcke um Einfluss ringen. Und sie nehmen sich beides nichts. Aber Putin als das Unschuldslamm hinzustellen, dafür braucht man schon eine gehörige Brise Gehirnwäsche.

    @HuK: Konversationen mit Dir sind immer sehr amüsant, weil leicht zu erkennen ist, wie simpel Du gestrickt scheinst. Du scheinst zu denken, Leute, die was im Kopf haben, haben nichts in den Armen. Wir können uns gern mal verabreden, und dann kann ich Dir zeigen, wie das Gegenteil aussieht… lass Dich mal nicht zu der falschen Annahme verleiten, nur, weil ich hier für Vernunft und Respekt eintrete, würde ich mich vor Leuten wie Dir verdrücken… wer nichts außer eine großen Klappe aufweist, ist noch der leichteste Gegenpart :).

    @s: Wenn man sich so umschaut, scheint es eher die Linke zu sein, die nichts zu vermelden hat. :) Aber schon witzig, dass Du die ‚etablierten‘ Medien nutzt, wenn es Dir hilft. Scheinheilig?
    Ich labere gar nichts nach, ich bilde mir meine eigene Meinung. Und dazu muss man erstmal im Stande sein, zu erkennen, dass wir alle nur mutmaßen, und auf Informationen aus 3. Hand zurückgreifen. Simples schwarz-weiß Denken a la „Westen böse, Putin gut“ (oder umgekehrt) spricht aber eher gegen denjenigen, der so denkt.

  27. nurmalso
    4. Juni 2014 um 13:35

    @E-Haller: jepp, guter Artikel. Was geschrieben steht, trifft aber auf beide Seiten (der Medien) zu. Man hört kaum etwas über die Machtspiele der jeweiligen Oligarchen. Wie immer ist die Realität viel komplexer, als es irgendein Journalist in eine 30sekündige Reportage oder einen 1-seitigen Artikel packen kann (oder will). Und diese Vereinfachung der Realität, sowie Ausschlachten der Situation für den eigenen Zwecke/die eigene Weltsicht (sowohl auf der westlichen wie russichen Seite + dazugehöriger Medien + Follower) macht es so schwer, eine objektive Beschreibung der Geschehnisse zu erhalten. Deshalb sollte sich niemand mit etwas Intellekt dazu verleiten lassen, einfach alles zu glauben, was irgendwo steht. Enttäuschend ist, dass trotzdem so viele drauf reinfallen.

  28. Seldon
    4. Juni 2014 um 14:16

    Hallo nurmalso, (doch nochmal):
    Du bildest Dir also eine Meinung in dem Wissen, das wir alle nichts wissen können weil ja eh alles aus „3.Hand“ kommt. Auf welcher Basis denn? Und als wie schwarz-weiss würdest Du diese Aussage bewerten: „Es war ja klar, dass Du auf die Propaganda der Russen anspringst – Putin, der Imperialist und Nationalist erster Güte, ist für die deutsche Linke immernoch die heldenhafte Glanzfigur.“
    (Als Replik auf die Aussage „und nun sitzen Faschisten in der Regierung, Oligarchen behalten ihre Macht und “Nationalgardisten” bekämpfen ihr eigenes Volk.“ (Sitzen keine Faschisten in der Ukrainischen Regierung? Sind Oligarchen nicht an der Macht? Kämpfen keine Freischärler in der Ostukraine? Können wir alles nicht wissen? Können wir zumindest wissen, dass es die Ukraine überhaupt gibt? Berichte darüber stammen doch mindestens aus „3.Hand“…), abgesehen davon ist mir auf Anhieb keine ernst zu nehmende Veröffentlichung diesen Tenors („Putin als Unschuldslamm“) bekannt, schon gar nicht kann man solchen aus meinen postings herauslesen!)
    „Deshalb sollte sich niemand mit etwas Intellekt dazu verleiten lassen, einfach alles zu glauben, was irgendwo steht. Enttäuschend ist, dass trotzdem so viele drauf reinfallen.“
    In der Tat!

  29. s.
    4. Juni 2014 um 15:42

    @nurmalso
    hintergrund.de oder guido grandt etabliert? ok, wenn du meinst. ich hätte auch nur auf solche medien zugreifen können. dann hättest du mir wahrscheinlich einseitigkeit vorgeworfen. und ja, du hast recht im bezug auf informationen aus dritter hand. woher nimmst du denn deine infos, um deine eigene meinung zu bilden? und warum sprichst du mir eine eigene meinung ab?
    dein linkenbashing ist völlig unangebracht. so greift unter anderem der gysi dieses thema im bundestag auf:http://www.youtube.com/watch?v=92Yl2OJiVJE. da gibt es noch einige reden mehr. schau selbst.
    oder die von dir so geliebten extremen: http://www.antifaschistische-linke.de/?p=3141

  30. E-Haller
    4. Juni 2014 um 16:54

    @ nurmalso: Ich würde mal behaupten, im konkreten Fall (Ukraine bzw. Russland) erlebt man mal, wie manipulativ und flächendeckend Propaganda funktionieren kann. Mir fällt kein deutsches (Leit-)Medium ein, welches den Arsch in der Hose hat, über die Vorfälle neutral zu berichten…

    Nichts anderes verlangt man. Jetzt mit dem Finger auf die Medien in Russland zu zeigen und denen das selbe zu unterstellen, ist doch Schizophren: „der Westen“ rühmt sich doch gerade für seine freien Medien – welche meint er bloß???

    In irgendeiner Talkshow meinte Platzeck letztens, er fühle sich momentan in die Zeiten der Berichterstattung des „Neuen Deutschlands“ (vor 1989) zurückversetzt. Und damit hat er leider recht…

    „Enttäuschend ist, dass trotzdem so viele drauf reinfallen.“ Amen.

  31. s.
    4. Juni 2014 um 19:58

    hab mal nach einem video mit platzeck gesucht: http://www.youtube.com/watch?v=o1kDphUukJI
    platzeck bringt es auf den punkt.

  32. nurmalso
    5. Juni 2014 um 09:56

    Ok, vielleicht hab ich mich unklar ausgedrückt: mir gehts doch darum, dass man jegliche Infos, die irgendwo publiziert werden, kritisch hinterfragen sollte, und nicht einfach für bare Münze nehmen. Das gilt sowohl für die „Leitmedien“, als auch für alternative Infoquellen. Man kann sich jetzt in einem Zitatereigen pro und contra Russland, Maidan, Ostukrainer etc. ergehen – aber Fakt ist doch eben, dass all diese Infos nur aus 3. Hand stammen. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen – aber selbst das können wir nicht wissen, denn keiner von uns (davon gehe ich mal aus), war letztens vor Ort – und selbst wenn, könnte die Infogewinnung sehr einseitig sein. Bei dieser unklaren Informationslage dann einseitig Schuldzuweisungen zu machen (an Russland, die USA, die Europäer oder wen auch immer), ist also ohne Grundlage. Ebenso die Feststellung, die einen seien vorwiegend Faschisten, oder die anderen vorwiegend kriminelle Separatisten.

    Natürlich Seldon, hast Du Recht – daraus abgeleitet könnte man schlussfolgern: Man kann nichts sagen, da man nichts weiß. Aber auf diese Schlussfolgerung will ich nicht hinaus. Worauf ich hinaus will: Vorsichtig sein mit einseitigen Betrachtungsweisen. Eine balancierte Betrachtungsweise ist vermutlich eher richtig, solange nicht verlässlichere Informationen vorliegen, die dagegen sprechen.
    Und an der balancierten Betrachtungsweise mangelt es eben häufig – da wird schnell auf die eine oder andere Seite mit dem Finger gezeigt, ohne wirklich die Details zu kennen. Und eben das ist entweder Unwissen, oder viel häufiger ein Ausschlachten der Situation zur Untermauerung des eigenen Weltbilds – was ich wiederum widerwärtig finde.

    @s.: Mein ‚Linkenbashing‘ ist nichts weiter als Provokation, um einigen mal nen kleinen Spiegel vorzuhalten. Viele ‚Linke‘ sind von sich und ihrem Weltbild so dermaßen überzeugt, dass andere Wahrheiten für sie nicht existieren. Sie kochen in ihrem eigenen Saft, und denken, sie hätten die Weisheit gepachtet. Sie maßen sich an, über alles und jeden richten und urteilen zu können, oder andere mit mehr oder weniger Gewalt zu ihren Ansichten zwingen zu können. Und damit sind ausgerechnet die vermutlich fortschrittlichen keinen Deut besser als der Rest. Aber gerade von ihnen, die von sich so sehr beanspruchen, etwas besseres zu wollen, von denen würde man etwas anderes erwarten.

    Natürlich trifft das nicht für alle zu, aber meiner Meinung nach ist das sehr häufig anzutreffen. Ein bisschen mehr Ausgewogenheit, Offenheit für andere Standpunkte, anstatt dem sturen Glauben an die Perfektheit des eigenen Weltbildes, würde vielen Linken gut tun. Nicht nur denen, na klar, aber da hier schon eine eher links-gerichtete Community ist, spreche ich eben auch diejenigen an.

  33. E-Haller
    10. Juni 2014 um 17:05

    @ nurmalso: Da bleibt jetzt aber die Frage: Was ist die Konsequenz? Die Themen einfach ignorieren? Einfach vor sich hinleben, als wenn nichts wäre?

    Wir leben doch in einer Zeit, in der wir eigentlich nicht mehr auf Informationen und ihre Interpretation durch „Dritte“ angewiesen sind. Sobald irgendetwas passiert, wird die Kamera draufgehalten und das Ergebnis bei Youtube etc. präsentiert…

    Umso mehr verwundert es, dass unsere Medien immer noch versuchen, das Informationen so zu verdrehen, dass sie ins Schema passen. Schönstes Beispiel: Tagesthemen ARD vom 21.04.2014. Diese ist für mich der heißeste Kandidat für einen Propagandapreis.

    Dem ersten Punkt (bis Minute 1:44) über angeblich Zehntausende, die gegen die „Separatisten“ kann man mal das umkommentierte Video über die Inszenierung im Stadion entgegensetzen – inkl. der haufenweise dastehenden Fotografen/ Kameramänner, die sich bemühen, den richtigen Blickwinkel zu erhaschen: Klick.

    Ab 1:50 (Tagesthemen) wird es ganz interessant. Wer bei den Blumen und Sprüchen hinschaut, sieht Symbole der Separatisten (z.B. Sankt-Georgs-Band) und Protestsprüche gegen NATO (auch ohne Russischkenntnisse gut zu lesen). Da werden also augenscheinlich Separatisten betrauert, oder? Nicht so in der ARD, wo „Anwohner durch die Kugeln der neuen Machthaber in der Ostukraine“ starben. Auch dafür gibt es umfangreiche „Rohvideos“: Klick – zu hören u.a. die Schreie „Faschisten“. Auch ohne die Info, dass es sich bei den Schießenden (Männer in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen – klingelt da was?) um ukrainische Soldaten handelt, welche die Menschen am Wahltag (Referendum) nicht ins Wahllokal lassen wollten, erkennt man: da stimmt doch etwas nicht.

    Aber ganz auf Nummer sicher geht der Korrespondent in den Tagesthemen, der sich die Bilder einfach von einem russischsprechenden Typen zeigen lässt: im Zweifel hat eben der gelogen…

    Es sind diese augenscheinlichen „Fehler“ der etablierten Medien – die so verdammt nach Manipulation der Massen stinken. Und dafür zahle ich auch noch Monat für Monat 18 Euro!?

    Dies soll nicht als einseitige Schuldzuweisung verstanden werden, sondern eher so eine Art Ohnmacht vor der Allmacht…

    Also: was tun?

  34. g.kickt
    11. Juni 2014 um 11:57

    @E-Haller:
    Sehe ich genauso.
    Seit November ’13 bekomme ich Brechreiz bei Tagesschau- und Themen.
    „Also: was tun?“
    -> Ich glaube wir brauchen ’ne Anti-Propaganda-Demo in Berlin.

    Aber:
    Gewerkschaften->tot
    Friedensbewegung->tot
    Parteien->scheintot
    Attac->naja…

    Wenn man dieses Fiasko mal mit dem israelischen Angriffskrieg im Südlibanon 2006 vergleicht und sich die innerhalb von wenigen Tagen mobilisierten Proisrael-Demonstranten in Berlin, Frankfurt und München vergegenwärtigt wird einem anders. (Recht auf Selbstverteidigung und so…)

    In der jetzigen Situation wird jeder kritische Gedanke als Russlandpropaganda verpönt bzw. die Menschen mit anderer Meinung als die von den Leitmedien vorgegebenen als Russlandversteher gebranntmarkt.

    Echt bitter.

    Mögliche Interessen an einer Destabilisierung der Ukraine:
    – Große Landwirtschaftsflächen für Monokulturen nach amerikanischem Vorbild können dort „erschlossen“ werden. Marktzugang für Monsanto und Co.
    – Destabilisierung der russischen Wirtschaftszone.
    – Erfrieren des Verhältnisses Rus-EU
    -> Preisanstieg bei russischem Importgas/Öl schwächt EU (Exportpreise für hier hergestellte Güter werden steigen) und erleichtert einen Zugang für Fracking/Ölsand Gas bzw. Öl.

    Wer profitiert davon?
    Wir und die ukrainische Bevölkerung bestimmt nicht.

    Vielleicht bin ich ja paranoid, aber diese „Krise“ zu diesem Zeitpunkt (TTIP) ist bestimmt kein Zufall.

    Deine Ohnmacht kann ich trotzdem teilen.

    PS: Um das Originalthema nochmal rauszuholen:
    Ich habe die meisten Anti-Nazi-Demonstranten als einen hedonistischen Partyhaufen empfunden, die meisten waren in ganz sicherem Abstand zum braunen Mob und vergnügten sich mit schöner Musik und bisschen smalltalk.
    Wenn es echt gebrannt hätte (Nazimarsch die geplante Route genommen hätte) wären vielleicht 7 % bereit gewesen sich denen entgegenzustellen. Ich will das bestimmt nicht ganz in den Dreck ziehen, aber was würde denn passieren, wenn 20 Nazihools irgendwo in der Neustadt randalieren würden?
    Ich glaube nicht an wehrhafte Hedonistenstudenten.
    Hoffentlich muss ich sowas nicht erleben.

    Und @nurmalso:
    So einfach kann man sich es eben nicht machen (ich weiß nichts mit SICHERHEIT also kann ich mir auch nicht SICHER sein, also brauche ich auch keine Meinung und die Linken (wer auch immer das im Detail ist) sind alle paranoid.
    Die weiter-so, Augen-zu-und-durch-Mentalität ist echt nicht haltbar. Ich glaube Du hast auch nur Angst vor mit Sicherheit eintretenden Veränderungen die Dein Weltbild (Wohlstand, Mobilität, Entertainment) stark erschüttern werden.
    Mach Dich mal frei davon, sterben müssen wir sowieso alle und eine bemannte Marsmission wird’s nie geben.
    Stellt sich schon die Frage, ob wir die Welt hier unten irgendwie besser machen können. Leider geht das nur mit rigorosem Verzicht.
    Nur schlecht darstellbar bei Explosion des Privatvermögens, will halt jeder teilhaben am großen Reichtum.

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