Marcel Ritschel – Die Piraten

Marcel Ritschel, Piraten

Marcel Ritschel, Piraten

Bekannt geworden sind die Piraten mit Themen zu Netzpolitik. Darüber hat auch Marcel Ritschel seinen Weg in die Partei gefunden. Als „Gamer“ hat er sich gleich wohlgefühlt und dann auch eine ziemlich steile Karriere hingelegt. Denn inzwischen ist der 29-Jährige nicht nur Spitzenkandidat für die Neustadt sondern auch Vorsitzender des Landesverbandes.

Von Beruf ist er physikalisch-technischer Assistent und hat bis vor einer Weile bei Infineon gearbeitet. Derzeit ist er auf der Suche nach einer Anstellung. In der Neustadt wohnt und lebt er seit 2007 und kann sich überhaupt nicht mehr vorstellen, hier jemals weg zu ziehen. Für ihn ist die Neustadt wie eine kleine Stadt in sich, die man gar nicht mehr verlassen muss. Ich treffe Marcel Ritschel auf dem Alaunplatz.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in der Neustadt immer wieder Raubüberfälle, was könnte man Ihrer Meinung nach tun?
Wir wollen keine Videokameras an jeder Ecke haben. Was man machen könnte, sind mehr Polizeistreifen, die zwar als Polizisten erkennbar sein sollen, aber nicht das Stadtbild dominieren. Ein persönlicher Kiezpolizist bringt mehr, als hier überall Kameras aufzubauen. Kameras können Verbrechen nicht verhindern. Das kann nur ein Polizist, der vor Ort ist und handeln kann. Sinnvoll wäre auch die Menschen aufzuklären für mehr Zivilcourage nach dem Motto: Passt aufeinander auf.

Ordnung und Sauberkeit auf dem Alaunplatz, was ist Ihr Konzept?
Man geht ja viel lieber in den sauberen Park und nutzt ihn. Wenn er dreckig ist, hat man auch keine Lust hinzugehen. An den Ausgängen größere Mülleimer, das wäre zum Beispiel eine Sache, die man tun könnte. Auch an den Bänken sind kleinere Mülltonnen, die müssen öfter geleert werden, damit um die Tonnen herum nicht ein Riesen-Haufen entsteht. Man muss mit Konzepten die Menschen ermuntern, den Müll wieder mitzunehmen, da sie doch auch eine saubere Wiese haben wollen. Ein Mülltütenspender am Parkeingang wäre gut.

Auf Wunsch macht er auch schon mal eine Piratengeste.

Auf Wunsch macht er auch schon mal eine Piratengeste.

Wie sollte Ihrer Meinung nach die Königsbrücker Straße ausgebaut werden?
Zur Königsbrücker Straße wurde jetzt der Beschluss gefällt, dass man die Straße sanieren möchte. Wir als Piraten sind nicht einverstanden mit diesem Beschluss und sind auch der Meinung, dass das so nicht durch das Planfeststellungsverfahren gehen wird, weil die Stadt die schmale Variante überhaupt nicht geprüft hat. Ich gehe davon aus, dass nach der Wahl neue Mehrheiten vorhanden sind und dass diese neuen Mehrheiten einen neuen Beschluss zur Sanierung im Bestand und kiezgerecht durch den Stadtrat bringen.

An der Leipziger Straße soll ein Kaufhaus gebaut werden, wie ist Ihre Meinung dazu?
Ich mag die Neustadt wegen des Flairs und dem Einzelhandel, der hier ist und den sehe ich durch Globus gefährdet. Man kann das Gelände besser für Wohnraum oder kleinteiligen Einzelhandel nutzen und für Kulturschaffende bereitstellen, anstatt da jetzt wieder so einen Riesen-Markt hinzupflastern. Dafür müsste die Stadt dort investieren. Man kann sich das so vorstellen, dass die Stadt das Gelände bereitstellt und dann verpachtet oder vermietet. Für Wohnungen sollte man mit Genossenschaften arbeiten, damit bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Mietentwicklung in der Dresdner Neustadt, sollte man die bremsen oder dem freien Markt überlassen?
Ich denke schon, dass die Politik da eingreifen sollte. Das kann so geschehen, dass die Stadt guckt, was für Häuser saniert und welche Flächen bebaut werden. Dann kann die Stadt vorschreiben, dass eine Fläche nur mit sozialem Wohnungsbau bebaut werden kann. Entweder im genossenschaftlichen Stil oder mit Bauherrengemeinschaften.

    Herr Ritschel, vielen Dank für das Gespräch
Das Gespräch mit Marcel Ritschel fand auf dem Alaunplatz statt.

Das Gespräch mit Marcel Ritschel fand auf dem Alaunplatz statt.

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7 Kommentare zu “Marcel Ritschel – Die Piraten

  1. Oli
    16. Mai 2014 at 20:39

    Ich würde ja gern Piraten wählen, denn ich sehe weit und breit niemanden sonst, der die Bürger ernsthaft gegen das Ausnutzen moderner Technologien gegen die Menschen überhaupt begreift.
    Die meisten Parteien faseln nur viel, können es aber nie umsetzen, da Ihnen die Kompetenz fehlt.
    Das Problem für mich an den Piraten ist, das Sie das in vielen Fällen auch machen.
    Das Müllproblem könnte man vorallem mit drastischen finanziellen Strafen lösen. Da die Leute, die Ihren Müll einfach liegen lassen, nicht in der Lage sind sich sozial zu verhalten, kann man da ohne jeden Skrupel zugreifen und das Geld für die Pflege der Grünflächen benutzen.
    Und gege die Einbrüche würde Videoüberwachung natürlich helfen und zwar abschreckend. Die Frage ist halt nur, wie das Videomaterial ausgewertet wird und was danach damit passiert. Sinnvoll wäre es das weitestgehend automatisch auswerten zu lassen und nur bei Verdacht auf Einbruch oder andere Delikte jemanden drüber sehen zu lassen…

  2. leni
    17. Mai 2014 at 02:48

    @Oli
    und sonst so ?
    in den fragen ging es nicht um einbrüche !
    und stells dir mal vor, jede haustür, jede wohnungstür und jedes fenster deiner wohnung und dann natürlich aller, würden videoüberwacht. gruselig.
    in bus und bahn gibt es seit einiger zeit diese überwachung, die abschreckende wirkung ist ausgeblieben. diese erfahrung haben auch andere städte und länder schon längst gemacht.

  3. Oli
    19. Mai 2014 at 20:32

    Ist halt eine Streitfrage, das mit der Kameras. Also ich verhalte mich dadurch nur dann anders, wenn ich befürchten muss, das ich ständig beobachtet werde und eventuell über diesen Weg versucht wird
    Irgendwelche kleinen Delikte zu verfolgen. Aber bei Kapitalverbrechen wirkt das auf jeden Fall abschreckend…. Wenn Du aber jeden kleinen Kiffer fangen willst, dann setze Einfach mehr beamte, die einen Eid darauf geleistet haben die Verfassung zu befolgen ein!

  4. 20. Mai 2014 at 12:44

    Kameras bekämpfen doch nicht die Gründe, WARUM Leute klauen. Ob das nun Armut, Drogensucht, Langeweile oder Sonstiges sein mag – das muss man untersuchen, verstehen lernen und entsprechend im Vorfeld dagegen angehen. Und gänzlich vermeiden lassen wird sich das nie. Ein Junkie, der seine Sucht finanzieren will, reflektiert in abgehobenem Zustand doch gar nicht, ob da nun eine Kamera hängt oder nicht.

  5. nun ja
    22. Mai 2014 at 18:25

    Jetzt muss ich doch etwas über die Kritik von Frau Muth an Globus staunen.
    War es nicht DieLinke, die mit den genau passenden 5 Enthaltungen Globus ermöglicht haben? Auch wenn die persönliche Meinung von Frau Muth anders sein sollte, so ist DieLinke, die sie nun mal als Kandidatin vertritt, für mich schon allein wegen der Realisierung eines solchen Global Players gerade KEINE Alternative.

  6. Dirk
    23. Mai 2014 at 10:04

    Ein Kiezpoliziten an sich find ich toll, der Freund als ABV aber das müsste schon ein Typ sein damit er anerkannt wird und die Lösung zu den Raubüberfallen ist ein Täter-Polizei Deeskalationsgespräch sicher nicht. Aber es gab eine konkretze Antwort und da freut man sich ;)

  7. wonchita curst
    23. Mai 2014 at 14:32

    Eine kleine Stadt die man gar nicht mehr verlassen muss…

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