Heavy Duty geschlossen

Heavy Duty geschlossen

Heavy Duty geschlossen

Die Metalkneipe auf der Louisenstraße hat seit Ende Oktober geschlossen. Am 30. Oktober gab es das letzte Konzert. „Jetzt räumen wir noch aus, zum Jahresende läuft der Mietvertrag aus“, sagt Frank Dietrich, den alle Welt nur als den Langen kennt. Gemeinsam mit Willi, Wieland Eschenbach, führte er das Lokal seit 19 Jahren.

„Es sind eine Reihe von Gründen“, erklärt der Lange, da sei die Familie und die Umständen würden auch nicht einfacher werden. Das Konzept funktioniert grundsätzlich, ist er überzeugt. „Das haben die letzten drei Veranstaltungen gezeigt, da war es voll“. Mit den Anwohner habe es nie Stress gegeben, das „Heavy Duty“ war ein wichtiger Teil der Neustadt-Szene. Legendär die Lemmy-Partys zu Heiligabend und die trotzig bösen Konzerte zur BRN.

Ein letzter Dank als Gruß am Eingang

Ein letzter Dank als Gruß am Eingang

Seit 1999 gab es die Metalkneipe mit Veranstaltungsraum. Vorher befand sich an dieser Adresse einen Schwulen-Club, später wurden Techno-Partys gefeiert. Am 2. Juli 1999 war dann die Eröffnung. Das war dem Neustadt-Geflüster, das damals noch einmal wöchentlich und auf dem Papier einer Sächsischen Zeitung erschien, immerhin eine kleine Meldung wert.

Das Publikum hat sich gewandelt in den Jahren. Aus der Neustadt kamen zwar die Stammkunden, aber immer mehr auch neugierige Touristen. „Vielleicht mit einem bisschen mehr Mainstream könnte das Konzept funktionieren“, spekuliert Frank. Aber das wollten die Beiden dann doch nicht. Somit endet das Kapitel „Heavy Duty“ mit dem Sound von „EASY/DC“ am 30. Oktober.

Heavy Metal vorm Heavy Duty

Heavy Metal vorm Heavy Duty – Foto: Archiv BRN 2016

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27 Kommentare zu “Heavy Duty geschlossen

  1. bob
    5. November 2018 at 14:37

    Echt ? Zu ?

    Unvergessen meine erste Begegnung zur BRN als die Tequila Monsters vor der Tür spielten und ich nach dem zweiten Bier mal um die Erlaubnis gefragt habe auf die Toilette zu gehen. Vor der Bardame hatte ich echt Angst…. ;-)

    Und auf dem Klo hat es gestunken wie im Pumakäfig…. ;-)

    Schade !!!!

  2. Jean Zielke
    5. November 2018 at 14:52

    Ehrlich? Ich war ab und an drin. Dreck, schmierig, immer die gleichen abgehalfterten Gesichter. Toiletten jenseits von gut und böse. Ein lethargischer Schankwirt mit ekligem Geschirrtuch, Gläser aus dem siffigen Seifenwasser. Da hätte auch kein Mainstream geholfen, bei den Betreibern. Das dort hat nichts mit Kult oder Bestandskneipe zu tun. Metallraucherkneipen funktionieren, keine Frage, aber nicht wenn man denkt alles bleibt gleich und der Dreck stört keinen.

  3. Henning
    5. November 2018 at 15:26

    Wer sich eine Metalkneipe sauber wünscht, hat keine Ahnung. Es geht ja gerade um den Überschuss gegenüber der rein rationalen Verwertungslogik… Dazu gehört auch, dass Läden mit „Seele“ sich eben herausnehmen, den „Kunden“, der/die sich wie ein/e FeudalherrIn aufführen möchte, souverän zu ignorieren. Jean Du Zyniker.

  4. abrazzo
    5. November 2018 at 15:56

    Sehr schade !! Die Konzerte waren klasse, die Athmosphäre in der Kneipe noch echt gemütlich.
    Wahrscheinlich macht da dann noch eine von den glatt gewienerten, völlig sterilen Cocktailbars auf.
    Die Nischen werden kleiner, die Einschläge kommen näher.

  5. 5. November 2018 at 15:59

    @abrazzo: Kannst Du mir mal Beispiele für „glatt gewienerte, völlig sterile Cocktailbars“ in der Neustadt nennen?

  6. René
    5. November 2018 at 16:04

    Da fällt mir spontan diese „molekulare Cocktailbar“ an der Alaunstraße ein.

  7. abrazzo
    5. November 2018 at 16:27

    Ich fasse den Begriff etwas weiter. Für mich gehören auch solche Läden wie das Maxx, das Hoteldibotel oder die Zwiebelkuchen-Bar unten an der Görlitzer dazu.
    Ich vermisse halt die Kneipen in die man auch seinen Hund mitnehmen konnte und wo nicht nur hippe Studenten mit frischgewaschenem Hals rumsitzen.

  8. Jean Zielke
    5. November 2018 at 16:48

    Es geht nicht um klinisch rein. Es geht um Dreck der sich angesammelt hat im Laufe der Jahre. Ich kenne genug Metalkneipen die super sind und weniger dreckig, die Atmosphäre stimmt.

  9. peanut
    5. November 2018 at 16:54

    Ganz neues Beispiel: Der meines Wissens nie wirklich eröffnete „Schluckspecht“ auf der Görlitzer ist jetzt einLokal, auf das diese Beschreibung ziemlich genau zutrifft.

  10. Jones
    5. November 2018 at 17:42

    Die wichtigste aller Fragen: Wo zum Geier geht man(n) denn jetzt Metal konsumieren?!

  11. maik
    5. November 2018 at 17:48

    Schade Schade,

    Dreck hin oder her, seit wann is denn Rock´n´Roll/ Metal sauber:)
    Es war immer schön da, vorallem die Livemukken. da waren oft en paar Rosinen dabei, danke dafür!!! Hut ab vor 19 Jahren Durchhaltevermögen, so konsequente Kneipen gibt´s kaum noch. Bleibt nur zu hoffen, dass danach nicht noch´n Burger oder Dönerpoint da rein kommt.

    Man sieht sich wieder!!

    achso, und wer zur BRN saubere Hütten erwartet, is selber Schuld, da is jede Staßenlaterne besser:):)

  12. 5. November 2018 at 18:11

    @abrazzo: Also mit den Vergleichen schließt du ja nahezu alle Kneipen mit ein.

  13. 5. November 2018 at 18:13

    @Jones: live wohl gelegentlich in der Tante Ju, vom Band vielleicht im Pott.

  14. 5. November 2018 at 18:14

    @peanut: Doch, hab ich schon mal offen gesehen. Aber schönes Beispiel.

  15. christoph
    5. November 2018 at 18:15

    oh… :( … das ist sehr schade, war gelegentlich ganz unterhaltsam dort

    jean ;D ..rumheuln wegn Dreck .. ich lache immernoch

  16. bob
    5. November 2018 at 18:26

    @maik

    Das war bestimmt nicht der Gestank von 2 Tagen BRN. Und klar ! Man kann bestimmt auch irgendwo in die Gegend pinkeln….wenn man es mag.

    Und immer noch. Schade um die Kneipe.

    ;-)

  17. Janko
    5. November 2018 at 18:33

    @maik: Die Straßenlaternen können aber auch nicht die Lösung des Problems darstellen. Wer will zur sommerlichen BRN in leichtem und durchlässigem Schuhwerk, schon gern in stinkende und schaumig Pfützen treten?

  18. Marcus
    5. November 2018 at 18:37

    Hat vielleicht jemand einen Tipp, wohin man für Metal/Crossover/New-Metal/Progressiv und andere harte Musik zum Tanzen hingehen kann?

  19. Max
    5. November 2018 at 20:03

    @abrazzo: Wenn das Max gemeint war, bitte nur mit einem x. Davon abgesehen ist es schade, dass die Vielfalt verloren geht.

  20. Eule
    5. November 2018 at 20:35

    Shisha Bar oder orientalischer Fressladen. Was wird’s wohl werden?

  21. Unfassbar
    5. November 2018 at 22:45

    Hmm, und die Erlenklause hat wohl auch dicht gemacht…. :-(

  22. CaLi
    6. November 2018 at 00:28

    Schade…und wieder geht ein Stück Neustadt von uns…

    @Eule: Shisha, Friseur, Fahrradläden oder Späti..in der Reihenfolge…

  23. 6. November 2018 at 09:58

    Bezüglich Erlenklause gibt es widersprüchliche Hinweise. Als ich gestern Abend da angerufen habe, erklärte mir eine Dame am Telefon, dass demnächst wieder geöffnet wird. Ein Stammgast berichtete mir aber, dass der Inhaber ihm gesagt habe, dass dauerhaft geschlossen ist. Mal schauen, was ich noch so rausfinden kann.

  24. DD Hecht
    6. November 2018 at 15:58

    Bezüglich Erlenklause: Gerüchte besagen, dass die Gründe wohl schon einer tiefergehenden Prüfung entspringen, wie auch immer geartet, aber im Ergebnis wohl einen Betreiberwechsel zwingend notwendig werden läßt.
    Wenn daran etwas sein sollte, dann dürfte eine zeitnahe Wiedereröffnung reine Träumerei sein.
    So „schnell“ wie kürzlich erst das Café Pott, so schnell dürfte dass hier dann eher nicht gelingen.
    Nun, es bleibt spannend.
    Wir werden es ja erleben, doch die brennende Grablampe von Samstag Nacht, nebst darüber angebrachtem Zettel „GEBOREN 1988 – GESTORBEN 2018″ spricht irgendwie dagegen.

    Wenn nicht, würde mir der Fritteusengestank und diese oft erbärmlichen braunen Sprüche, alle diese geistig verkümmerten Kreaturen, welche sich mit 2,6 Promille auf dem Kessel auch schon einmal lautstark ihren Ausrottungsfantasien hingeben (wobei so ein Satz ,,Alles nur Viehzeug, diese Kanaken! Fischfutter“ + Sieg Heil-Ruf, leider noch lange nicht die Spitze ekligsten Verbalmülls darstellt) …hmm… würde also irgendjemandem dieses versoffene, oft rassistisch herumkrakeelende und dabei 20m gegen den Wind nach Schweiß, nach Frittierfett und Alkohol stinkende Publikum möglicherweise fehlen? (Leider stinken eben auch die normalen Gäste nach beendetem „Erlnieren“ genauso widerlich, wie diese Menschenfeinde) … Nö, ich würde es nicht vermissen!
    Das „Heavy Duty“ dagegen, es wird vielen Leuten fehlen.

  25. Frank
    6. November 2018 at 19:59

    Hallo DD Hecht, man darf froh sein, dass deine Beschreibungen mit den zu vielen Adjektiven nicht mit „Viehzeug“ oder ähnlichem enden. Klingen tun jedenfalls so. Aber immerhin bist du mit deinem arroganten, penälerhaften Menschenbild viel besser als die, auf die du unablässig einschreist. Mach dir mal n Bier auf, oder lass dich poppen, oder lies ein schönes Buch (dabei über dir in den Apfelbaum gucken). Sonst wird noch ein kleiner Diktator aus dir, echt.
    Frank (gelegentlich nach Schweiß, Fritttierfett und Alkohol stinklend)

  26. Silvi
    7. November 2018 at 22:36

    Ich schließe mich der Frage an: wo zum Kuckuck kann man noch hingehen, wenn man einfach mal wie früher zur schrammeliger Rockmugge rumspringen möchte? Ich will zu keiner bekloppten Ü-30 oder 40-Party, aber auch nicht zwischen Embryonen abzappeln (wobei, nach genug Bier ist mir das dann auch egal). Selbst wenn man Abende lang sucht, in altbekannte Locations geht, ist da nichts zu finden. Keine Party, zu wenig Leute oder in der Woche oft zu. Man möchte fast meinen, das Partyleben versteckt sich vor einem.. So schlimm bin ich nun auch nicht..

  27. Alberto Fishi
    8. November 2018 at 17:33

    Ordnung und Sauberkeit sind das A und O im Metal. Jeder kennt Klassiker wie „Stay clean“ (Wasch dich), „Fear of the dark“ (Dreckphobie), „A Skull Full of Maggots“ (Eine Kiste voller Reinigungsmittel) oder natürlich unvergessen „Reign in Blood“ (Feucht durchgewischt). Das Heavy hatte nie eine Chance.

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