Von Streichen und Gestrichenem

Schön dick trägt er die gelbe Farbe auf. Der Hauseingang muss leuchten. Und siehe da, der Chef ist zufrieden: „Sieht doch schön aus.“ Doch er bleibt realistisch: „Wenigstens für den Moment.“ Ein Malermeister streicht eine Durchfahrt auf der Louisenstraße an, wie ich der vorangegangenen zynischen Bemerkung entnehme, wahrscheinlich nicht zum ersten Mal.

Kein Wunder solch eine jungfräulich reine Wand lockt diejenigen an, die unter bunter Neustadt etwas anderes verstehen als Pastell-Töne. Der Maler sagt dann noch etwas von „Foto machen“, weil sonst ja keiner glaubt, dass die Wand neu gestrichen wurde.

Sprühen
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Fotos macht ein paar Straßenzüge weiter auch ein junger Mann. Allerdings nicht von einer der wenigen einfarbigen Wände, sondern von dem wohl schönsten Wandbild der Neustadt, direkt neben dem Spielplatz auf der Böhmischen Straße. Ein frecher Clown lugt hier hinter einem klassisch gestalteten Vorhang hervor. Ein ziemlich treffendes Bild für die Neustadt mit ihren über Hundert Jahre alten Häusern und den vielen frechen jungen Menschen darin.

Doch nicht überall sind diese so genannten Graffiti wirklich schön, obwohl der Kunstbegriff bekanntlich weit dehnbar ist. Einige Hausbesitzer stecken ziemlich viel Mühe in die Reinhaltung ihres Besitzes, andere wiederum haben schon lange aufgegeben.

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Wenn ich an der Kreuzung zwischen Alaun- und Louisenstraße die Neubauten vergleiche, fällt mir eine gewisse Ähnlichkeit auf, von weitem wirken beide Häuser schwarz gepunktet. Erst bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass an der einen Ecke wohl etliche Farbbeutel für die Dekoration Pate standen, an der anderen Ecke hingegen liebevoll Schwalben aufgemalt wurden. Ob der Architekt damit den Farbbeutelwerfern zuvor kommen wollte?

Der ewige Kreislauf - Wände werden beschmiert und später wieder abgesprüht.
Der ewige Kreislauf – Wände werden beschmiert und später wieder abgesprüht.
Zwei Häuser weiter sehe ich auch den jugendlichen Fotografen wieder, er fotografiert ein weiteres schönes Graffiti, ob er Motive sucht, um dann am Abend im Schutze der Dunkelheit jungfräuliche Wände zu besprühen? Schließlich stehe ich wieder an der Durchfahrt mit der gelben Wand, die Maler sind verschwunden, die Wand ist noch rein. Ich gebe ihr maximal drei Tage.

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