13. Februar

Bahnhof Neustadt - Foto: Archiv
Bahnhof Neustadt – Foto: Archiv
So wie es derzeit aussieht, wird es wohl am 13. Februar einen riesigen Aufmarsch von alten und neuen Nazis am Bahnhof Neustadt geben. Die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) hat wie in den vergangenen Jahren einen Trauermarsch durch Dresden angemeldet. Die Stadtverwaltung hat den Trauermarsch verboten und der JLO nun eine Kundgebung erlaubt und ihr dafür den Schlesischen Platz vor dem Bahnhof Neustadt zugewiesen. Dagegen zogen die Anmelder vor Gericht. Das Verwaltungsgericht Dresden muss nun entscheiden, ob die Nazis doch marschieren dürfen.

Die Neo-Nazis haben vor Kurzem auf dem Dammweg schon mal eine Visitenkarte hinterlassen, am vergangenen Wochenende hatten bislang unbekannte Täter dort Hakenkreuze und Parolen hingeschmiert.

Gegen das Nazi-Treiben gibt es verschiedene Veranstaltungen. So ruft unter anderem das Bündnis „Dresden nazifrei“ zu friedlichen Blockaden auf, die Aktion „Weiße Rose“ will mit einer Menschenkette den gemeinsamen Willen der Dresdner ausdrücken, ihr Erinnern mit dem Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenrechten zu verbinden. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor dem Eindringen Rechtsextremer schützen. Bereits am Vorabend soll um 18 Uhr am Albertplatz eine “Demonstration gegen deutsche Opfermythen” des Vorbereitungskreises “Keine Versöhnung mit Deutschland” starten.


Nachtrag: Wie ich soeben erfahren habe, gibt es noch keine offizielles Statement der Stadtverwaltung dazu, dass die Veranstaltung am Schlesischen Platz stattfindet. Die Sächsische Zeitung hatte den Ort gestern benannt, aber keine konkrete Quelle angegeben.


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46 Kommentare zu “13. Februar

  1. Pingback: Dresden Neustadt
  2. Bravo! Wer hat diesen Unsinn denn verbrochen? Ausgerechnet vor dem Mahnmal für die vom Bahnhof Neustadt abgehenden Deportationszüge gen Osten! Unsensibler hätte man den Platz für eine solche ‚Kundgebung‘ nicht wählen können.

  3. na das kann ja heiter werden… Nazis direkt in der Neustadt, Demos in der Altstadt und eine Staatsanwaltschaft, die es erfolgreich geschafft hat, dass der Mob noch mehr Hass auf die Polizei bekommt…
    Ich kann nur jedem empfehlen sein Auto irgendwo weit weg zu parken, denn wenn am 13. nichts brennt wäre ich mehr als positiv überrascht!

  4. Den Verwaltungs-Pfeifen ging’s doch immer nur darum, die Nazis von der historisch-touristischen Kulisse abzuziehen, wegen der schlechten Werbung für Dresden.
    @reapper: Das hat Tradition. Erinnerst Du Dich an „Gesicht zeigen“? :-)

    Wenn der Braune Fasching vorbei ist, könnt Ihr ja noch ins U-Boot zum Schwarzen Fasching kommen. Ich hab mir den Termin übrigens nicht ausgesucht…
    http://www.club-debil.com

  5. Nächstes Jahr machen Sie dann Ihre „Trauerkundgebung“ wahrscheinlich an der M. Luther Kirche oder im Alaunpark. Dann hat Dresden seine Bürgerkriegsähnliche zunstände… tzz

  6. Um etwas Sachlichkeit reinzubringen: die Stadt Dresden kann die Kundgebung nicht vollständig verbieten. Aus Sicherheitsgründen will man einen Demonstrationszug vermeiden (hoffentlich schließen sich die Gerichte dieser Meinung an!).

    Irgend einen Platz muss man den Rechtsextremen also für ein paar Stunden zuweisen. Man wird wohl in Dresden kaum einen Platz finden, der keine historische Bedeutung hat. Dieser Platz schränkt die Kundgebungsmöglichkeiten für die Rechtsextremen schon relativ stark ein, so dass man auf eine geringere Beteiligung hoffen kann.

    In der Nähe eines Bahnhofs ist vermutlich der An- und Abtransport der Rechtsextremen einfacher und der Spuk könnte eher vorbei sein.

    Wir sind jetzt leider wieder so weit, dass Gedenken und Trauern überhaupt kaum noch etwas bedeuten. Extremisten aus beiden Lagern instrumentalisieren den 13. Februar für ihre Zwecke. Natürlich ist die Menschenkette nur ein Symbol, aber das ist letztlich jede Kundgebung oder Demonstration. Immerhin sollte man aber respektieren, dass sich alle demokratischen Parteien darauf geeinigt haben — nach der Vorgeschichte der letzten Jahre.

  7. @ Dom:

    Wieso denn bürgerkriegsähnliche Zustände? Dazu gehören mindestens auch Chaoten, die es nicht schaffen, Widerstand und Protest friedlich und intelligent zu formulieren, sondern die sich in fragwürdigen Attitüden ala „Nazis auf’s Maul!“ ergehen.

  8. Stefanolix:

    Wenn ich eine Nazi-Kundgebung vor einem Holocaust-Mahnmal gestatte, dann kann ich sie auch gleich in Auschwitz stattfinden lassen. Wirklich, der Platz ist mehr als unsensibel ausgewählt worden.
    Es gibt bestimmt noch andere weniger historisch belegte Plätze in der Stadt, die hätten gewählt werden können – den Goldenen Reiter meinetwegen, wenn man die schon in die Neustadt abschieben will (ausgerechnet!), oder auch den Wiener Platz.

  9. Beide Plätze, die Du vorgeschlagen hast, sind kleiner und schwieriger zu kontrollieren. Prinzipiell stimme ich Dir ja zu. Aber man wird sich nicht den idealen Platz dafür schaffen können.

  10. Meiner Ansicht nach hätte man sie laufen lassen sollen, da wären sie wenigstens in Bewegung gewesen. So werden sie sich nun zusammenrotten und es werden wieder rechtsradikale Reden geschwungen. Und gerade in der Neustadt ist die Gefahr von Randalen ganz besonders hoch. Die armen alten Leutchen vom gegenüberliegenden Seniorenheim, die werden meinen, der Adolf sei wiederauferstanden.

  11. Das Zusammenrotten zur Abschlusskundgebung war doch immer schon vorgesehen. Die Stadt will das ganze Ereignis so minimieren, dass möglichst wenig Gefahr entsteht. Wahrscheinlich wird der Platz dann von allen Seiten abgeriegelt.

    Die Polizei schützt dabei übrigens nicht die Rechtsextremen, sondern das Recht auf Meinungsfreiheit. Genau wegen des Schutzes der Meinungsfreiheit war die Opposition im Landtag übrigens auch gegen eine Änderung des Versammlungsrechts (mit Verbotsmöglichkeiten). Verbieten geht nicht. Einschränken geht schon.

  12. allerdings hätte man u.a. auch unauffälligerweise für die Braunen bspw. das obligate Rummelgelände zuweisen können/
    (noch besser ein zoogleiches Gehege, Füttern und Streicheln will die eh Keiner)
    Hier wird wieder unnötigerweise und trotz „demokratischem Recht“ etwas forciert, was Keiner wollte und nur ein mulmiges Abwarten hinterlässt..

  13. @stefanolix – Endlich mal sachliche Erklärungen.
    @dd-jazz – Zur Meinungsfreiheit gehört auch, dass man seine Meinung dort kund tun kann, wo man wahrgenommen wird und das ist eben in Dresden nicht der Heller, auch nicht irgendein Parkplatz in Gompitz oder hinter einer Brücke am Rand der Altstadt (obligates Rummelgelände). Welche Plätze geeignet sind, entscheiden letztlich Verwaltungsrichter. Dass dieses Recht auch für Nazis gelten muss, ist traurig, aber wahr. Übrigens haben Gegendemonstranten eigentlich auch das Recht, von demjenigen gesehen zu werden, gegen den sie demonstrieren. So wird der Wunsch der Nazigegner verständlich, in der Nähe der Rechten auftreten zu können.

  14. Ich hätte alternativ noch das Dynamo-Stadion vorgeschlagen, viel schlimmer als die Ultras kann der rechte Mob kaum sein, und sie wären da drinnen schön blickdicht verpackt gewesen ;)

    Wie dem auch sei – ich halte von all den Einschränkungen unter gewaltiger Dehnung des Grundrechtekataloges nicht viel. Ändern tut es nichts, man entfernt das Problem so nur weitestgehend aus dem Blickfeld der Medien.

  15. Das Problem ließe sich so einfach lösen. Dresden besitzt über 500.000 Einwohner wenn nur jeder Zehnte den Weg auf die Strasse finden würde wäre das braune Pack wahrscheinlicher schneller wieder weg als ihnen lieb ist, da braucht es auch keine Verbote und im nächsten Jahr werden sie sichs überlegen ob sie wieder kommen. Den restlichen Tag könnte man dann feiern statt sich mit Polizeiwillkür rum zuärgern.
    Aber dazu gibt es wohl hier zu viel Leuten die mit den Nasen sympathisieren oder den es egal, das erklärt auch die Bilder vom letzten jahr als Leute beim Einkaufsbummel in der Pragerstraße einfach durch den „Trauerzug“ druchlaufen.
    Die Stadt Dresden ist derweil damit beschäftigt linke Krawalle herauf zubeschwören, die sie wahrscheinlich auch bekommen wird, wenn man sich die Ereignisse im Vorfeld mit Hausdurchsuchungen und Plakatverboten so ansieht. Die Mobilisierung dürfte mittlerweile so groß sein das auch genug Idioten anreisen, die nichts Besseres zutun haben als von weit hinten Steine zuwerfen. Aber Innenministzer und Hofpresse passt das wohl ganz gut ins Konzept.

  16. …dann wird der Innenminister aber auch erklären müssen, warum dieses tolle neue Versammlungsgesetz nix gebracht hat. Da bin ich mal gespannt!

  17. Zwen:
    Tolle „Problemlösung“ wirklich. Demnach ist nicht die Existenz rechtsradikalen Gedankengutes das Problem, sondern der Umstand, dass das dann und wann im Rahmen des demokratischen Rechtsstaates an die Oberfläche quillt und dann einen unangenehmen Geschack im Mund verursacht.
    Damit bestätigst du den Rechten quasi, dass die Demokratie das Problem ist, und nicht das Ziel, diese beseitigen zu wollen ;)

  18. Natürlich löst das keine Probleme. Aber wenn man mal sieht was 2008 in Köln los war da hat die Stadt einfach nicht mitgemacht oder im vergangenem Oktober in Leipzig. Das passiert wenn sich eine breite Gesellschaft entgegen stellt und nicht nur Einzelne, aber in Dresden findet das einfach nicht statt. Hier muss die Stadtverwaltung mit allen Mitteln die Werbetrommel rühren damit überhaupt ein paar zur Menschenkette kommen.

  19. @Stefanolix: Niemand mag steineschmeißende Idioten. Aber diese reflexartige Gleichsetzung von „Rechtsextremisten“ und „Linksextremisten“ ist wirklich dermaßen kontraproduktiv – und vor allem sowas von kurz gedacht, dass sich mir die Zehnägel hochkrempeln. Genau dabei kommt dann heraus, dass alle, die sich für Demokratie und gegen Nazis engagieren, in eine linksextreme und gewalttätige Ecke gestellt werden (Frau Köhler lässt grüßen). Das ist eine Spitzen-Deeskalationsstrategie und ein Bärendienst für demokratische Grundwerte.

    Hier das Statement des Neustädter Vereins Bürger.Courage zum gleichen Thema:

    „Der Verein Bürger.Courage kritisiert scharf die Entscheidung der Stadt Dresden, die Kundgebung tausender Neonazis am 13. Februar zum Bahnhof Neustadt zu verlegen. „Die Vorstellung, dass Rechtsextreme nun ausgerechnet an jenem Ort aufmarschieren sollen, an dem von 1942 bis 1944 die Züge in die Konzentrationslager nach Auschwitz und Theresienstadt losrollten, macht uns sprachlos“, betont der Vereinsvorsitzende Christian Demuth.

    „Die Dresdner Ordnungsbehörden und die Staatsanwaltschaft lassen jede Sensibilität vermissen. Natürlich ist es erste Aufgabe der Polizei, Sicherheit zu garantieren. Das muss aber immer im Einklang mit einer Sensibilität für Geschichte und für demokratische Grundwerte stehen“, so Demuth weiter. Das eigentliche Problem liegt in Dresden und in Sachsen – das beweist auch die neue Opferstatistik des RAA Sachsen – im weitverbreiteten rechtsextremen Denken und in rechtsextremistischer Gewalt. In ihrem fast schon ideologischen Dogmatismus, Neonazis von Gegendemonstranten zu trennen und quasi gleichzusetzen, verkennen die Behörden das wahre Problem.“

    Bürger.Courage zufolge werde in Dresden am 13. Februar wieder einmal Ursache und Wirkung verwechselt: „Gegendemonstrationen sind in der gang großen Mehrzahl ein Protest gegen den Aufmarsch von über 6000 Neonazis. Nichts anderes. Dieses Einstehen für demokratische Grundwerte wird nun in die kriminelle Ecke gestellt – und zwar von denen, die in den letzten 20 Jahren im Kampf gegen Rechtsextremismus versagt haben“, sagt Demuth.

    Laut der aktuellen Statistik des RAA gab es vergangenes Jahr 263 rechte Angriffe in Sachsen, von denen 446 Personen betroffen waren.“

  20. Zwen:
    Neonazis und Islamophobe sind 2 verschiedene Paar Schuhe. Das eine ist hausgemacht, das andere ein Ergebnis globaler Entwicklungen.
    Wenn einer aufgrund seiner Einstellung zum Staat Israel anfängt, auf Muslimen herumzuhacken und diese als „Gefahr für die Menschheit“ darzustellen, dass ist da wenig, was Gesellschaft und Staat dieser ideologischen Verkrustung entgegensetzen kann.
    Beim Nazi-Problem ist es aber in den wenigsten Fällen Überzeugung und Ideologie, sondern schlichtweg Frust, Bildungsmangel und ein Dasein am sozialen Rand ohne Perspektive, die die junge Menschen in die rechte Gesinnung treib. Hier gibt es also ganz andere Möglichkeiten, als Protest, diesem Übel entgegenzuwirken.

  21. „Ich hätte alternativ noch das Dynamo-Stadion vorgeschlagen, viel schlimmer als die Ultras kann der rechte Mob kaum sein, und sie wären da drinnen schön blickdicht verpackt gewesen“

    Jane, du hast ja nun gebetsmühlenartig oft wiederholt, dass fehlende Bildung und verfehlte Sozialpolitik für das Naziproblem verantwortlich sind. So weit, so halbwahr. Aber wie sieht es selbst so aus? Mal in der SächZ gelesen, dass Fussballfans böse sind? Ja, die Welt kann so einfach sein…

  22. @jane
    „Beim Nazi-Problem ist es aber in den wenigsten Fällen Überzeugung und Ideologie, sondern schlichtweg Frust, Bildungsmangel und ein Dasein am sozialen Rand ohne Perspektive, die die junge Menschen in die rechte Gesinnung treibt.“
    totaler blödsinn. diese these ist schon lang widerlegt. der großteil der nazischläger kommt aus der achso tollen bürgerlichen mitte. bzw aus stabilen sozialen und ökonomischen elternhäusern. fascho sein ist „in“! rassisusmus und andere arten von diskriminierung werden den kids jeden tag vorgelebt, hinzu kommt die völlig haltlose gleichsetzung von „linken“ und „rechten“ (und dies von einer rechts-konservativen regierung, na fällt der groschen?!).
    jetzt reiht euch schön in der cdu-menschenkette ein und beruhigt euer gewissen während wir achso undemokratischen chaoten eure demokratie (hoffentlich friedlich) verteidigen! ich hasse diesen pseudo-antifaschistischen-gutmenschenscheiß!!! wir sehn uns in der blockade!!!

  23. Man überedet Ratten auch nicht zum Verschwinden – man schlägt sie einfach tot! Von daher – … die Nazis!!!!!

  24. @Jens: »Gleichgesetzt« habe ich den Missbrauch des Gedenktages zum Verbreiten von Parolen. Was lehrt uns die Vergangenheit?

    Rechtsextreme Demonstranten verbreiteten in Dresden an diesem Tag regelmäßig Hass gegen Ausländer. Linksextreme Demonstranten verbreiteten regelmäßig Hass gegen Dresden und die Dresdner Einwohner. Ja, ich setze beide Arten des Hasses gleich: wenn sich Linksextreme wieder Bomben auf Dresden wünschen, ist das kein Deut besser als die Hassparolen der Rechtsextremen.

    Diese beiden Arten von Hassparolen am 13. Februar in Dresden zu grölen — das bezeichne ich ganz nachdrücklich als Missbrauch des Gedenktages. Da war von der weiteren Eskalation noch gar keine Rede.

    Aber reden wir über Gewalt: Die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft gegen Plakate oder eine Webseite rechtfertigen nicht, dass jemand von auswärts anreist, um hier in Dresden Gewalt auszuüben. Gewaltlose Aktionen sind in meinen Augen legitim (auch dann, wenn man daraus Nötigung konstruieren kann). Aggression und Hassparolen sind durch nichts gerechtfertigt.

  25. Rudi:

    Habe ich irgendwo was davon geschrieben, dass „Fußballfans böse“ seien? Ich schrieb was von Ultras, das sind keine Fans, das sind Vandalen. Das sieht übrigens auch der Verein (Dynamo) so.

    Icke: Mich würde das mal interessieren, wer wann und wie die These „widerlegt“ haben soll, dass soziale Abseitsstellung und Frustration der ideale Nährboden für (rechts-)extremistische Gesinnungen darstellen.
    Der Sozialwissenschaftler Reiner Becker von der Uni Marburg hat erst 2008 die Ergebnisse einer Studie dargestellt, nach der gerade in den rechtsextremen Jugendorganisationen, also dort, wo der Nachwuch herangezogen wird, überwiegend junge Menschen aus den untersten Schichten der Gesellschaft aktiv sind. Dazu passt im Übrigen auch die Strategie rechtextremer parteien wie der NPD, verstärkt auf billigen Soziale-Gerechtigkeits-Populismus zu setzen, ohne wirklich Alternativen zu präsentieren.

  26. Fire:
    hinter vielen dieser „Ratten“ stecken verkrachte Existenzen ohne Platz und Orientierung innerhalb der Gesellschaft außerhalb der rechten Szene, ohne Perspektive. Viele würden wahrscheinlich sofort aussteigen, böte man ihnen eine. Schon mal so über diese Leute nachgedacht?
    Wenn Menschen desorientiert und frustriert sind, tendieren sie dazu, Fehler zu machen. Die Flucht in rechtsextreme Gesinnungen kann einer davon sein. Wem dazu aber nichts anderes einfällt, als diese Leute „totschlagen zu wollen“, der könnte eventuell ganz ähnlich gelagerte Probleme haben.

  27. Es ist ja nun mal Quatsch zu behaupten, dass Ultras gleich Vandalen (was ist das überhaupt für ein vekloppter Begfriff) sind. Und noch größerer Quatsch ist zu behaupten, dass dies der Verein (Dynamo) auch so sieht.
    Wer ist den für dich die „Vereinsführung“?

  28. Tolle Links, die ja nun endgültig bestätigen, dass du so gar keine Ahnung hast. Einfach mal Ultras bei Google eingegeben? Nun ja, es gibt genügend Literatut und Publikationen von und über Ultras im Allgemeinen und UD im besonderen. Wenn du da durch bist, kannst du es ja noch mal versuchen und nebenbei vielleicht auch noch über die Vereinsstrukturen, des Vereins SGD informieren.

  29. rudi:

    Was du hier alles unter Ultras verstehst, ist mir im Prinzip wurscht. Es wird deshalb nicht richtiger, wenn du behauptest, die Dynamo-Dresden Ultra-Fan-Szene wäre nicht in Teilen auch gewaltbereit. Dir sind anscheinend die öffentlichen Debatten zur Problematik in den letzten Jahren entgangen.
    Ich hab ansonsten auch keine große Lust, mit einem über Fußball-Fan-Szenen zu diskutieren, der offensichtlich vorbelastet ist.

  30. Also, ich habe ja nun nicht behauptet, dass Ultras in Teilen oder im Ganzen nicht gewaltbereit sind, denn wer oder welche Gruppe in der gesamten Gesellschaft ist dies nicht? Doch der Ausgangspunkt war dein Standpunkt, dass die Ultras von Dynamo(was auch immer du darunter verstehst), auch nicht schlimmer als der rechte Mob des 13. Februars sind. Dies ist halt ein Standpunkt, der vor Pauschalisierungen und Bagatellisierungenm nur so strotzt. Ultras gleich Vandalen gleich Nazis, alles klar.

  31. Wo liegt dann dein Problem? Bist du etwa der Ansicht, die Ultras WÄREN schlimmer als der rechte Mob?

    Im Übrigen war ich davon ausgegangen, dass jeder hier in der Lage ist, smilies als Zeichen für Ironie bzw. Scherzhaftigkeit deuten zu können.

    Und was ich unter den Ultras von dynamo verstehe, hab ich hier glaub ich ziemlich deutlich gemacht, indem ich diese Leute für sich selbst habe sprechen lassen. Immerhin bezeichnen sie sich selbst als Ultras. Und die nicht-gewaltbereiten Ultras distanzieren sich zumindest von diesen Leuten nicht in ausreichendem Maße.

  32. Hier noch was für dein Weltbild, die Vandalen kaufen sich ihren Nachwuchs oder so ;-)

    Erste Spende von Ultras Dynamo

    In dieser Woche startete die Website http://www.dynamo-fuer-alle-kinder.de und erste Spendenzusagen trafen ein – so von den Fußballfans der Ultras Dynamo. Deren Sprecher, Stefan Lehman, wird am Samstag vor dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig eine der ersten Spenden an die Kindervereinigung überreichen. Er sagt: „Das Anliegen, sozial schwachen Fans die aktive Mitwirkung am Fanleben zu ermöglichen, ist ein wichtiges Ziel der Ultras Dynamo. Wir freuen uns, im Namen der zahlreichen Spender des K-Blocks, dieser Kampagne ein 900 Euro starkes Startgeld zu überreichen.“ Spender und Sponsoren sowie Kinder aus einkommensschwachen Familien finden weitere Informationen zur Aktion im Internet unter http://www.dynamo-fuer­alle-kinder.de

  33. Wie die Ultras denken ist mir offen gesagt völlig egal. Mich interessiert, was die Ultras tun und welche Folgen das für Dresden hat. Und da kann man sich wohl sehr leicht ausrechnen: noch einige Aktionen mit Feuerwerk und Gewalt, dann wird Dynamo wieder vom Verband bestraft. Und zwar schmerzhaft.

    Zur gleichen Zeit bettelt Dynamo bei der Stadt um bessere Konditionen für die Stadionmiete. Das würde die Stadt hunderttausende Euro kosten. Natürlich sagen sie nicht, wo die Stadt stattdessen streichen soll: vielleicht in Kultur, Breitensport, Straßensanierung?

    Kein unwahrscheinliches Szenario: Eines Tages führen die Konsequenzen aus einer Strafe des Verbands zum Abstieg von Dynamo in die vierthöchste Spielklasse. Weit entfernt vom abstieg ist Dynamo momentan nicht. Und dann wird es für die Stadt Dresden richtig teuer, weil die Stadt nämlich auf Gedeih und Verderb an die Stadionverträge gebunden ist. Wenn es soweit ist, stellt sich kein Ultra hin und erklärt den Sportvereinen oder Kulturvereinen, warum sehr viel Geld für andere Zwecke gestrichen werden muss. Wir reden übrigens von einigen Millionen Euro, wenn Dynamo eine Weile viertklassig bleibt.

  34. Stefanolix:

    Die Stadt streicht ohnehin schon kräftig im sozialen Bereich – z.B. beim Etat für die Jugendhilfe um fast 8%. Das wird das Ende für viele sozialen Profjekte sein. Grund: gesunkene Steuereinnahmen.

    Allerdings versucht Dynamo Dresden in letzter Zeit wirklich, etwas gegen die gewaltbereiten Ultras zu unternehmen. Es hagelte Stadionverbote und Anzeigen seitens des Vereins, während er früher seine radikale Fangemeinde immer protegierte.
    Insgesamt ist das Stadionprojekt im Vergleich zu anderen Städten und Vereinen ein Skandal, aber gar nicht mal so sehr vonseiten Dynamos, sondern vonseiten der Stadt. Vergleichbare Projekte kosten die betreffenden Vereine anderswo viel weniger Miete, man hätte das hier ganz anders aufziehen müssen, statt alles ruckzuck aus dem Boden zu stampfen.

  35. Bahnhof Neustadt wäre die absolute Katastrophe. Die verpissen sich doch nicht still und leise wieder, sondern werden versuche dort Stress anzufangen. Die äußere Neustadt selbst wird Abends wahrscheinlich noch gut bewacht sein aber was ist z.B. mit dem Hechtviertel, Alaunplatz?

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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