Diskussion zum Erneuerungskonzept Neustadt

Nachdem in der Oktober-Sitzung des Ortsbeirates das Thema „2. Fortschreibung des Erneuerungskonzepts für die Äußere Neustadt“ verschoben wurde, soll es nun am 3. November diskutiert werden. Die Grünen laden vorher zu einer Bürger-Diskussions-Runde ein. Also schnell das Konzept angucken und mitdiskutieren.
Spannend finde ich unter anderem den Punkt 2.2.7 „Städtebaulich unerwünschte bzw. einzuschränkende Nutzungen“, darin heißt es unter anderem: „Sex-Live-Shows und Sex- / Pornokinos und Geschäfte mit vergleichbarem Angebot (zum Beispiel Video-Porno-Kabinen), Sauna- und Massageeinrichtungen, die nicht lediglich medizinischen oder Zwecken der Körperpflege dienen, Bordelle, Eros-Center und vergleichbare Dirnenunterkünfte, sind unerwünscht und daher im Gebiet nicht zulässig.“ – Ich hoffe, Hannelore’s Erotikshop auf der Louisenstraße hat Bestandsschutz.
Aber in dem Konzept geht es auch um wichtige Dinge, wie die Gestaltung des Scheune-Platzes, die Menge der gastronomischen Einrichtungen und welche Straßen Wirtschafts- und welche Anwohnerstraßen sein sollen.
Bei der Diskussion hat der geneigte Bürger noch die Möglichkeit Anmerkungen mit einzubringen.

14 Kommentare zu “Diskussion zum Erneuerungskonzept Neustadt

  1. Ich zitiere:“…Bordelle, Eros-Center und vergleichbare Dirnenunterkünfte, sind unerwünscht und daher im Gebiet nicht zulässig.”

    Wie jetzt unerwünscht – von wem? ;-)))

  2. Da stand wirklich „Dirnenunterkünfte“? Ist man sprachlich wieder im 19. Jahrhundert angelangt? Als nächstes reden wir wohl von „gefallenen Mädchen“ …

  3. Macht es denn eine andere Bezeichnung besser?

    Witzig ist, dass das Wort Dirne gar nicht unbedingt negativ konnotiert sein muss: in Ostfriesland und an der niedersächsischen Küste kann man durchaus Bezeichnungen wie »Seute Deern« an Ferienwohnungen oder Schiffen sehen und »Deern« auch von Eingeborenen noch hören.

  4. Deine Bemerkung trifft m. E. nicht den Kern der Sache: natürlich ist Dirne nicht negativ konnotiert, im Gegenteil: es ist ein Euphemismus erster Güte. Sprechen wir von „Prostituierten“, sprechen wir (wie die Frauen selbst) von „Hu„! Nennen wir die Dinge beim Namen. Mädchen sind diese lebenserfahrenen Frauen wohl kaum – und wenn es tatsächlich Mädchen sind, ja, um Himmels Willen, dann umso schlimmer.

  5. @Elbnymphe: Im DWDS stehen beide Bedeutungen. Und die Verfasser des Erneuerungskonzeptes verwenden die abwertende Bedeutung. Ich bin fast sicher, dass die »Dirnenunterkunft« ein veralteter Terminus technicus in der Bürokratie ist, den die Planer irgendwo abgeschrieben oder kopiert haben.

    Dass man die Dinge beim Namen nennen muss, hatte ich vorausgesetzt. Natürlich gehört dorthin eine Wendung wie »gewerbliche Prostitution«, aber weder Dirnen- noch Hurenunterkünfte.

  6. @ Catapult: „Korrekt“ müßte es natürlich „Hannelore’s Erotikshop“ heißen.

    @ Stefanolix: Ja, das war ja auch meine Vermutung. Die Stadt ist eben noch meilenweit von ihrem selbst-propagierten Sprachbewußtsein (wie im Beispiel Gender Mainstreaming) entfernt.

    @ Anton: Meinst Du ehrlich, das war WordPress? test, test, Einszwei, Hure!

  7. Ich muß Dich leider enttäuschen, Anton. Auch wenn ich auf Dein zartbesaitetes Gemüt gerne Rücksicht nehmen würde, handelte es sich wohl eher um eine Art „Hurenkind“, hervorgerufen durch eine ac’tivAid-Erweiterung, die die häßlichen Anführunsgzeichen hier in typographische umwandeln soll, dabei aber gerne mal einige Buchstaben verschluckt, Rätsel gelöst, Magic verpufft! :-)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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