Die Friseurin und die Bauarbeiter-Klischees

Wenn sich die Haare legen lassen, sind sie zu lang.

Wenn sich die Haare legen lassen, sind sie zu lang.

Sie lacht, als ich ihr sage, dass für mich der Friseurladen immer noch der neue Friseur am Martin-Luther-Platz ist. Wir sind doch schon seit mehr als vier Jahren hier. Tatsächlich? Tatsächlich! Seit Mai 2009 werden hier schon Haare abgeschnitten. Da wurde es ja höchste Zeit für einen Test.

Ich hatte Glück, denn bei meinem Anruf um 8.23 Uhr ging schon jemand ran und ich bekam einen Termin für 9.30 Uhr bei Lisa. Pünktlich bin ich da, bekomme einen Kaffee und einen Fensterplatz. Zuerst begutachtet sie das spärliche Haupthaar, zählt fix durch und erfragt den Schneidewunsch. „So kurz es eben mit der Schere geht“, sie nickt und wir dackeln ins Hinterzimmer zum Shampoonieren. Die Räume sind toll. Riesige Spiegel gauckeln Größe vor und schön hell ist es auch.

Lisa nimmt Kamm und Schere zur Hand, hüllt mich in einen Umhang und beginnt zu schneiden. Ich nutze die Gelegenheit und frage sie aus. Vor allem die Baustelle vor der Tür interessiert mich. Seit die vor der Tür des Salons abgeschlossen sind, komme auch wieder mehr Laufkundschaft, erzählt sie und dann berichtet sie vom Sommer, Bauarbeitern, freien Oberkörpern und spritzendem Wasser… Hui, die Klischees scheinen zu stimmen. Sie grinst mich breit an. Insgesamt ist sie aber froh, dass es mit der Baustelle nun bald vorbei ist. Dann ratschen wir noch ein bisschen über andere Friseure und die Vorteile des Schere-Schneidens. So könne man kleine Beulen am Kopf viel besser ausgleichen, mit einer Rasier-Maschine gehe das nicht so richtig. Sie fitzelt und säbelt weiter. Der Nacken wird scharf ausrasiert, die Seiten werden getrimmt. Zum Schluss erkennt sie mit Adlerauge einzelne Langhärchen, die haben keine Chance.

Der Kopf ist noch dran, die Haare ab, der Tester ist zufrieden.

Der Kopf ist noch dran, die Haare ab, der Tester ist zufrieden.

Rundum aufgehübscht und sehr gut gelaunt zahle ich 19 Euro plus Trinkgeld und verlasse nach einer reichlichen halben Stunde den Friseurladen. Wie ich später auf der Preisliste nachlesen kann, habe ich wohl einen Wenige-Haare-Rabatt bekommen, der normale Herren-Haarschnitt kostet 24 Euro. Damen werden ohne Extras zwischen 30 und 45 Euro berechnet.

  • Fazit: Wunderbares Ambiente, angenehm plaudernde Friseurin, die ihr Handwerk versteht. Preis im Neustädter Mittelfeld. Sensationelle Öffnungszeiten.
    Der Friseurladen, Martin-Luther-Straße 23, 01099 Dresden
    Montag bis Sonnabend 8.30 bis 21 Uhr, Telefon: 0351 2154572
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3 Kommentare zu “Die Friseurin und die Bauarbeiter-Klischees

  1. 5. Dezember 2014 at 05:40

    heftige Preise bei euch da unten…..also ich fand dein Haar noch nicht zu lang!!kleine Beulen am Kopf ?!
    na ja–sieht guddi aus dein Selfi !!
    bis denne…

    grussi……. :lol:

  2. Zackbäm
    5. Dezember 2014 at 08:15

    Ab 20 Euro scheint ja mittlerweile der Standardpreis für eine Herrenfrisur zu sein, ich gehe immer zu der Kette mit K und da zahl ich auch schon 22 €, Anfang des Jahres war es aber noch weniger, glaub 17 €…

    Ja ja, der Mindestlohn eben. Aber so oft geht man dann ja auch nicht zum Friseur, von daher ist es okay.

  3. Fritzi Haberland
    5. Dezember 2014 at 08:57

    Anton, dir würden wirklich auch deutlich kürzere Haare stehen! Besonders diese „Flusen“ auf m Kopf…weg damit! Mut zur Lücke! ;-)
    Du siehst so süüüüüüüß aus, dann wärst Du noch süßer!!! ERNSTGEMEINT!

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