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Noch keine Entscheidung zum Umspannwerk-Standort

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

In der vergangenen Woche hat eine Gruppe gegen die Pläne protestiert, zwischen Stauffenbergallee und Radeburger Straße erst eine LKW-Vorabfertigung für auf den Zoll wartende LKW einzurichten und später an dieser Stelle ein Umspannwerk zu errichten. In einem offenen Brief wies die Initiative darauf hin, dass die Fläche nur 45 Meter von den Haftbaracken des ehemaligen „Judenlagers Hellerberg“ entfernt sei (Neustadt-Geflüster vom 5. August 2026).

Auf dem Gelände Hammerweg/Stauffenbergallee soll erst ein LKW-Parkplatz und später ein Umspannwerk entstehen - Foto: Anton Launer
Auf dem Gelände Hammerweg/Stauffenbergallee soll erst ein LKW-Parkplatz und später ein Umspannwerk entstehen – Foto: Anton Launer

Auf Nachfrage äußerte sich SPD-Stadtrat Stefan Engel. Seine Fraktion hatte gemeinsam mit CDU und Team Zastrow den Antrag eingebracht, der am 4. Juni 2026 vom Stadtrat mehrheitlich beschlossen wurde (A0150/26). Demnach soll die Stadtverwaltung rund 6.000 Quadratmeter städtischer Flächen – Teile der Flurstücke 162/7 in der Gemarkung Trachenberge und 30/28 in der Gemarkung Hellerberge – zum Verkehrswert an die SachsenNetze GmbH verkaufen. Dort soll langfristig ein Umspannwerk entstehen, übergangsweise soll die Fläche als Vorstauparkplatz für die Lkw-Abfertigung des Dresdner Zolls dienen.

„Der Stadtrat hat das Areal gegenüber der ursprünglichen Verkaufsanfrage der SachsenEnergie an die Stadt deutlich reduziert“, sagt Engel. Anstelle von 11.000 Quadratmetern sei nur noch etwas mehr als die Hälfte vorgesehen. Die Flächen der früheren Lagergebäude seien bewusst herausgenommen worden. „Es geht um den Bereich im Osten des Areals unmittelbar an der Stauffenbergallee“, so Engel.

Die Fläche im blauen Rechteck soll verkauft werden. Die braunen Kästchen symbolisieren die Lager. Foto: Anton Launer
Die Fläche im blauen Rechteck soll verkauft werden. Die braunen Kästchen symbolisieren die Lager. Foto: Anton Launer

Nach den Plänen des Stadtratsbeschlusses sollen die SachsenNetze, ein Tochterunternehmen der SachsenEnergie, das Grundstück kaufen, um dort perspektivisch das Umspannwerk und vorher temporär den LKW-Parkplatz zu errichten. Nach aktuellen Plänen würde das Werk in den 2030er Jahren errichtet werden, dann sollen die Arbeiten an der Müllverbrennungsanlage „Ring 30“ abgeschlossen sein – ein Umzug des LKW-Parkplatzes dorthin ist eine mögliche, aber noch nicht gesicherte Option. Sollte sich das nicht realisieren lassen, müsste für den Vorstauparkplatz eine andere Lösung gefunden werden.

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Auf Nachfrage äußert sich SachsenEnergie-Sprecherin Johanna Lemke zu der Frage, ob der Standort an der Stauffenbergallee/Hammerweg geeignet sei: „Die Landeshauptstadt Dresden hat bisher ein zusammenfassendes Schreiben der Grundstücksthemen übergeben. Weitere Detailunterlagen (u.a. Gutachten zu Baugrund und Altlasten) liegen uns noch nicht vor. Ggf. müssen diese Dokumente noch durch Fachgutachter erstellt werden. Erst nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen lässt sich diese Frage abschließend beantworten.“ Zum geplanten Vorstauparkplatz ergänzt Lemke: „Die SachsenEnergie unterstützt die Landeshauptstadt Dresden im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Errichtung eines zeitlich befristeten LKW-Parkplatzes zur Zollabfertigung, z.B. durch Verpachtung der notwendigen Flächen.“ Für Genehmigung und Finanzierung des Vorhabens sei die Landeshauptstadt zuständig.

Stefan Engel: „Die Prüfungen der SachsenEnergie müssen die Verträglichkeit von Gedenkkultur und anderen angedachten Nutzungen auch zum Inhalt haben. Dafür braucht es erst einmal konkretere Planungen. Es wäre gut, wenn das Areal auch unabhängig von der Standortentscheidung der SachsenEnergie dauerhaft mehr Aufmerksamkeit bekommt.“

Wofür wird ein weiteres Umspannwerk im Dresdner Norden gebraucht?

SachsenNetze sucht im Dresdner Norden derzeit ein Grundstück für ein weiteres Umspannwerk. „Dieses wird gebraucht, um den steigenden Strombedarf zu decken, der unter anderem durch den starken Zubau erneuerbarer Energien und die industrielle Entwicklung sowie die fortschreitende Elektrifizierung in den Bereichen Mobilität und Wärme entsteht, etwa durch Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen“, so Lemke.

Um auch künftig eine zuverlässige und sichere Versorgung gewährleisten zu können, investiert die SachsenEnergie-Unternehmensgruppe allein im Jahr 2026 rund 300 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetzinfrastruktur. Für die Errichtung eines Umspannwerkes stehen derzeit mehrere Grundstücke als Standorte zur Auswahl. Acht Liegenschaften wurden als potenzielle Standorte identifiziert.

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Derzeit wird in einem aufwendigen Abgleich geprüft, welche der Immobilien am besten für ein neues Umspannwerk geeignet wäre. Dabei spielen Faktoren wie die Einbindbarkeit ins Netz, die Verkehrsanbindung, Einschränkungen durch Ausgleichsflächen oder den Artenschutz, die Beschaffenheit des Grundstücks etc. eine Rolle und werden untersucht. Dieser Prozess wird vermutlich mindestens bis Ende des Jahres andauern. Es gibt derzeit noch keine Entscheidung, dass das Umspannwerk auf der Fläche westlich der Kreuzung Hammerweg/Stauffenbergallee gebaut wird.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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