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Sündhafte Ausstellung im Archiv der Avantgarden

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Im Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona im Blockhaus startet am 19. Juni die Ausstellung „Sieben Sünden. Kunst zwischen Versuchung und Widerstand“. Die Schau entstand unter der Leitung der wissenschaftlichen Volontärinnen Isabella Bornberg, Julia Hosp und Rebecca Schmidt von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Rahmen der Langen Nacht der Galerien hat das Archiv am heutigen Donnerstag, dem 18. Juni, ab 18 Uhr geöffnet – der Eintritt ist frei.

Die Volontärinnen Julia Hosp, Rebecca Schmidt und Isabella Bornberg haben die Ausstellung gestaltet. Foto: Anton Launer
Die Volontärinnen Julia Hosp, Rebecca Schmidt und Isabella Bornberg haben die Ausstellung gestaltet. Foto: Anton Launer

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung der Begriff der Sünde in der Gegenwart hat. Die sieben Todsünden – Hochmut, Habgier, Wollust, Neid, Völlerei, Zorn und Trägheit – stammen aus der christlichen Tradition. Die Ausstellung betrachtet diese Begriffe vor dem Hintergrund heutiger gesellschaftlicher Entwicklungen neu.

Dabei stehen Fragen nach bewussten Fehltritten und gesellschaftlichen Grenzüberschreitungen im Mittelpunkt. Die gezeigten Werke setzen sich damit auseinander, ob sogenannte zeitgenössische Sünden als Versuchung oder als Widerstandskraft verstanden werden können.

Nkisi Mouse des Künstlers Hilary Balu ist Teil des Ausstellungsteils "Gier" - Foto: Anton Launer
Nkisi Mouse des Künstlers Hilary Balu ist Teil des Ausstellungsteils „Gier“ – Foto: Anton Launer

Werke aus mehreren Jahrhunderten

Die Ausstellung vereint Arbeiten aus unterschiedlichen Epochen und Medien. Gezeigt werden Kupferstiche, Fotografien, Skulpturen und Filme. Die Auswahl reicht von Pieter van der Heyden über Otto Dix bis zu zeitgenössischen Positionen von Claes Oldenburg, Christian Jankowski, Jen DeNike, Daniel Spoerri und Colette Lumiere.

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Nach Angaben des Archivs der Avantgarden umfasst die Schau mehr als 70 Werke und Archivalien aus vier Sammlungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie aus Privatsammlungen. Beteiligt sind das Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona, das Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, der Kunstfonds und das Kupferstich-Kabinett.

Ich kann meine Wut nicht verbergen. Werk von Monica Bonvicini - Foto: Anton Launer
Ich kann meine Wut nicht verbergen. Werk von Monica Bonvicini – Foto: Anton Launer

Audiocollagen mit Stimmen aus Dresden

„Es hat rund anderthalb Jahre gedauert, die Ausstellung zu entwickeln“, berichtet Schmidt. Der endgültige Titel wurde abends bei einem Treffen im Wohnzimmer gefunden, ergänzt Hosp. Ihre Lieblingssünde sei die Lust, dabei denke sie an die Kindheit und an Glitzersteinchen in Ein-Euro-Shops. Bornberg sagt, dass sich natürlich die Grenzen zwischen den einzelnen Sünden verschieben, sie fühle sich der Völlerei verbunden.

Im Vorfeld der Ausstellung führten die Volontärinnen Gespräche mit Dresdner Initiativen und Gruppen. Dazu gehörten unter anderem „Omas gegen Rechts“, das Philosophier-Café des Stadtteilvereins Johannstadt e.V. sowie Schülerinnen und Schüler des Vitzthum-Gymnasiums. Diese Gespräche drehten sich um die heutige Bedeutung von Stolz, Gier, Lust, Neid, Völlerei, Wut und Trägheit. Aus den Beiträgen entstanden acht Audiocollagen. Sie versammeln unterschiedliche Erfahrungen, Generationen und Perspektiven.

Die Audio-Collagen sind thematisch aufbereitet - Foto: Anton Launer
Die Audio-Collagen sind thematisch aufbereitet – Foto: Anton Launer

Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen und Cocktails

Zur Ausstellung gehört ein Rahmenprogramm. In der Dresdner Videothek Filmgalerie Phase IV wird ein Themenregal zur Filmgeschichte des Bösen eingerichtet. Während der Laufzeit finden dort Filmscreenings mit anschließenden Diskussionen statt.

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Zusätzlich werden Führungen und Tiny Desk Lectures angeboten. Sie beleuchten die sieben Sünden aus verschiedenen Perspektiven der Kunst- und Filmgeschichte.

Für die Ausstellung entstanden außerdem sieben eigene Cocktails. Sie werden am Eröffnungsabend in der Bar des ADA angeboten.

Laufzeit und Eintritt

  • Die Ausstellung „Sieben Sünden. Kunst zwischen Versuchung und Widerstand“ ist vom 19. Juni bis zum 6. September 2026 im Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona im Blockhaus zu sehen.
  • Geöffnet ist mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr.
  • Der Eintritt kostet regulär 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Schülerinnen und Schüler unter 20 Jahren zahlen 2 Euro. Kinder bis zum Schuleintritt haben freien Eintritt.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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